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Rehbach (Michelstadt)

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Rehbach
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(559)&title=Rehbach 49° 42′ N, 8° 57′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(559) 49° 42′ 26″ N, 8° 57′ 7″ O
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Höhe: 278 (273–300) m ü. NHN
Fläche: 10,28 km²<ref name="Gindex" />
Einwohner: 559 (31. Dez. 2024)<ref name="DF">Zahlen und Fakten. In: Webauftritt. Stadt Michelstadt, abgerufen im Februar 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1971
Postleitzahl: 64720
Vorwahl: 06061

Rehbach ist ein Stadtteil von Michelstadt im südhessischen Odenwaldkreis.

Geografie

Das Dorf Rehbach liegt im Buntsandstein-Odenwald, ca. 6,5 km nordwestlich von Erbach<ref name="lagis" /> und 4,8 km nordwestlich der Kernstadt. Das Gebiet des Stadtteils besteht aus der Gemarkung Rehbach mit einer Fläche von 1028 Hektar,<ref name="Gindex">Gemarkung Rehbach. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2025.</ref> davon sind 472 Hektar Wald.<ref name="lagis" /> Die Ortslage befindet sich auf 273 bis 300 m ü. NHN und der höchste Punkt der Gemarkung ist mit 372 m der Heidenbuckel. In der Gemarkung liegen die folgenden aktuellen bzw. historischen Siedlungsplätze:<ref name="lagis" />

An den Stadtteil Rehbach grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, der Ortsteil Langenbrombach der Gemeinde Brombachtal, der Stadtteil Zell der Stadt Bad König, die Michelstädter Stadtteile Steinbach, Steinbuch, die Mossautaler Ortsteile Unter-Mossau und Ober-Mossau sowie der Reichelsheimer Stadtteil Ober-Kainsbach. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 47, zwischen der Kernstadt Michelstadt und Beerfelden.

Geschichte

Datei:Rehbach Kirche.jpg
Erstmals urkundlich 1113 erwähnt, ist die Rehbacher Kirche eines der ältesten Kirchenbauwerke des Odenwalds.

Ortsgeschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung von Rehbach erfolgte 1095 im Lorscher Codex.<ref>Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 1), Urkunde 141, 27. Oktober 1095 – Reg. 3628. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 194, abgerufen am 11. Juni 2018.</ref> Von 1113 stammt die älteste erhaltene Nennung der Rehbacher Kirche, die heute noch als Friedhofskapelle genutzt wird. Bei dem frühen Kirchenbau handelt es sich vermutlich um eine Eigenkirche, worauf Funde von Steinsarkophagen hindeuten, darunter die Grablege des vermuteten Stifterehepaares.<ref>Thomas Steinmetz: Burgen im Odenwald. Verlag Ellen Schmid, Brensbach 1998, ISBN 3-931529-02-9, S. 14.</ref> Bei ihrer Ersterwähnung befand sich die Kirche bereits im Besitz der Propstei Michelstadt-Steinbach. Das Langhaus der Kirche wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen, sodass heute nur noch der Chorturm mittelalterliche Substanz aufweist.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Rehbach feiert seine alte Kirche.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Herrschafts- und Verwaltungsgeschichte

Rehbach gehörte 1806 zum Amt Fürstenau der Grafschaft Erbach-Fürstenau, als diese mit der Mediatisierung Teil des Großherzogtums Hessen wurde. Ab 1822 gehörte Rehbach zum Landratsbezirk Erbach, ab 1852 zum Kreis Erbach (ab 1939: „Landkreis Erbach“), der – mit leichten Grenzberichtigungen – seit 1972 Odenwaldkreis heißt. Zum 1. Dezember 1971 schloss sich die bis dahin selbständige Gemeinde Rehbach mit damals 292 Einwohnern anlässlich der Gebietsreform in Hessen freiwillig der Stadt Michelstadt an.<ref></ref><ref name="DEZ-1071">Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 76 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Wie für alle nach Michelstadt eingegliederten Gemeinden wurde auch für Rehbach ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 88 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Michelstadt, abgerufen im Februar 2025.</ref>

Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter neben der Verwaltung auch für die Rechtsprechung (meist Niedere Gerichtsbarkeit bzw. Erste Instanz) zuständig. Nach Auflösung des Amtes Erbach 1822 nahm die erstinstanzliche Rechtsprechung für Rehbach das Landgericht Michelstadt wahr, ab 1879 das Amtsgericht Michelstadt.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Rehbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Bergbau

Rehbach war ein Standort für Bergbau und Hüttenwesen. Seit 1576 gibt es hier Zeugnisse für einen gräflich-erbachischen Hochofen. Der Ofen verarbeitete Erze aus Momart und Mossau. Bereits zwei Jahre später wurde der Ofen nach Zell verlegt, womit wahrscheinlich der Untere Hammer in Michelstadt gemeint ist. In Rehbach gefundene Schlacken (zahlreich u. a. in den Kellerwiesen) weisen einen hohen Mangangehalt von 8 % auf, was für eine frühe Datierung spricht. Nach 1578 ist keine Erzverhüttung mehr nachweisbar. Grundmauern von Gebäuden im Dorfsee dürften damit älter als 1578 sein.<ref>Friedrich Mössinger: Bergwerke und Eisenhämmer im Odenwald. Verlag der Südhessischen Post, Heppenheim 1957, S. 30f.</ref> Für den Erzabbau wurden viele kleine Seen ausgehoben, um das Erz zu waschen. Dazu gehören unter anderem der Dorfsee, der Schafsee und der Rohrsee. Aufgrund des Mangangehalts wurden die Schlackehalden im Ersten Weltkrieg abgefahren.

Bevölkerung

Durch den Dreißigjährigen Krieg sowie durch Seuchen wurde Rehbach im 17. Jahrhundert fast vollständig entvölkert. 1701 lebten nur noch 13 Personen in zwei Anwesen.

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rehbach 570 Einwohner. Darunter waren 9 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 129 Einwohner unter 18 Jahren, 237 zwischen 18 und 49, 117 zwischen 50 und 64 und 87 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 201 Haushalten. Davon waren 48 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In nnn Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in nnn Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1623: 19 Häuser mit 90 Einwohnern
• 1650: ausgestorben
• 1961: 180 evangelische (= 68,18 %), 79 katholische (= 29,92 %) Einwohner
Rehbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024
Jahr  Einwohner
1834
  
190
1840
  
171
1846
  
191
1852
  
194
1858
  
189
1864
  
186
1871
  
221
1875
  
246
1885
  
240
1895
  
222
1905
  
247
1910
  
261
1925
  
269
1939
  
259
1946
  
369
1950
  
347
1956
  
289
1961
  
264
1967
  
271
1970
  
303
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
570
2016
  
593
2019
  
573
2024
  
559
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Michelstadt<ref name="DF" /><ref>web archiv</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Politik

Ortsbeirat

Für Rehbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rehbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Rehbach 64,32 %. Alle Kandidaten gehörten der Freien Liste Rehbach an.<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Rehbach. In: Votemanager. Stadt Michelstadt, abgerufen im Februar 2025.</ref> Der Ortsbeirat wählte Bernd Keller zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Rehbach. In: Ratsinfosystem. Stadt Michelstadt, abgerufen im Februar 2025.</ref>

Kultur

In der Ortsmitte stehen die alte Schule und die ehemals gräflich-fürstenauische Oberförsterei, flankiert vom Hohenloher Hof und der durch Zusammenlegung mehrerer Huben als gräflich-erbachisches Erbpachtgut entstandene Hofanlage in der Nibelungenstraße, die beide zu den größten Hofreiten des gesamten Kreisgebiets zählen.<ref>Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Langen-Brombacher Straße 2: Ehemalige Schule. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.</ref>

In Rehbach wurden als Söhne eines Schreiners und Landwirts der Mathematiker Jakob Horn (1867–1946) und der Anglist Wilhelm Horn (1876–1952) geboren.

Kulturdenkmäler

In der Liste der Kulturdenkmäler in Michelstadt sind für Rehbach acht Kulturdenkmäler aufgeführt.

In der Gemarkung Rehbach befand sich die ehemalige ESOC-Bodenstation Michelstadt für den Wettersatelliten Meteosat, von der noch Gebäude und eine Parabolantenne erhalten sind.

Natur und Schutzgebiete

Datei:Russeneiche bei Rehbach 2021.JPG
Naturdenkmal Russeneiche (2021)

Die Feuchtbiotope am „Rohrsee von Rehbach“ sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Außerdem sind mehrere bemerkenswerte Einzelbäume als Naturdenkmale geschützt, darunter die Russeneiche und zwei Eichen im Jägersgrund.

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Verkehr

Rehbach liegt an der Bundesstraße 47, der Nibelungenstraße, die von Worms, Bensheim und Lindenfels im Westen über die Spreng nach Rehbach und weiter zur benachbarten Kernstadt Michelstadt im Osten führt.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Rehbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 1. März 2022). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 92, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> </references>

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