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Gersprenz

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{{#if: befasst sich mit dem Gewässer; zum Ort siehe Gersprenz (Reichelsheim).

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}} Vorlage:Infobox Fluss Die Gersprenz ist ein 51,3 km,<ref name="HE-WRRL" /> (mit dem Hauptquellast Mergbach 62,1 km<ref name="HE-WRRL" />) langer, im Odenwald entstehender, südwestlicher und orographisch linker Nebenfluss des Mains in Hessen und in Bayern (Deutschland). Sie ist ein Gewässer II. Ordnung und nicht schiffbar.

Name

Die Gersprenz wurde 786 (Caspenza) zum ersten Mal im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Die Endung *-antiā deutet auf einen keltischen Namensursprung hin. Für die erste Silbe vermutet Albrecht Greule einen Zusammenhang mit dem keltischen Wort *gasto- für 'Weidenbaum, Weidenrute'.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Historische Schreibweisen<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

  • Gerspentz
  • Gaspenz
  • Gernsprintz
  • Gernspring
  • Gernspritz

Geographie

Datei:Verlaufskarte Gersprenz.png
Verlauf der Gersprenz unter anderem mit Main und Rhein

Verlauf

Quellbäche

Die Gersprenz entsteht im Odenwald, südwestlich des Reichelsheimer Ortsteils Bockenrod auf einer Höhe von etwa Vorlage:Höhe durch den Zusammenfluss von Mergbach und Osterbach.

Mergbach

Vorlage:Hauptartikel Der Mergbach ist der etwa 10,9 km lange, westliche und linke Quellbach der Gersprenz. Er hat ein 28,00 km² großes Einzugsgebiet und einen mittleren Abfluss (MQ) von 399,1 l/s. Als der wasserreichere der beiden Oberläufe ist er Teil des hydrologischen Hauptstrangs der Gersprenz. Deshalb wird seine Quelle an der Neunkircher Höhe (Vorlage:Höhe) im Vorderen Odenwald als Gersprenzquelle<ref name="MW12122014" /> (2013 kurzzeitig Mergbach-Quelle)<ref name="Eo30092013" /> bezeichnet; sie ist als Naturdenkmal Gersprenzquelle ausgewiesen.

Osterbach

Vorlage:Hauptartikel Der Osterbach ist der etwa 7 km lange, südliche und rechte Quellbach der Gersprenz. Er hat ein 19,93 km² großes Einzugsgebiet und einen mittleren Abfluss von 280,5 l/s und ist somit als der weniger wasserführende Oberlauf ein Nebenstrang der Gersprenz.

Er entspringt beim Fürther Ortsteil Weschnitz am Nordhang des Vorlage:Höhe hohen Kahlbergs.

Gersprenztal

Die Gersprenz fließt zunächst nordwärts. Zwischen ihrem Entstehungsbereich bei Reichelsheim und dem Bereich von Reinheim wird ihr Einzugsgebiet als Gersprenztal bezeichnet. Ab dem Reinheimer Hügelland weitet sich das Tal zunehmend auf und die Gersprenz fließt in die Ebene des Dieburger Beckens, einem westlichen Ausläufer der Hanau-Seligenstädter Senke.

Unterlauf

Ab dem Bereich von Groß-Zimmern teilt sich die Gersprenz in mehrere Arme auf, die als Mühlkanäle und dann im Stadtgebiet von Dieburg als Stadt- und Burggräben dienten. Nördlich von Dieburg macht die Gersprenz einen Bogen nach Nordosten. Fortan durchfließt sie über Münster bis Babenhausen den Ostteil des Kreises Darmstadt-Dieburg. Den nördlichen Bachgau streifend, erreicht sie Bayern.

Mündung

Früher mündete die Gersprenz am Ortsrand von Stockstadt in den Main. Seit 1970/1971 wird die Gersprenz vor dem linksmainischen Deich auf etwa 3 km Länge – die Bundesautobahn 3 unterquerend – nach Nordnordwesten bis hinter die Mainstaustufe Kleinostheim umgeleitet. Dort – etwa 500 m vor der Mainbrücke der A 45 – mündet sie in das Unterwasser der Staustufe. Die letzten 7 km und die Mündung der Gersprenz befinden sich in der Gemarkung Stockstadt am Main, im bayerischen Landkreis Aschaffenburg, östlich der noch zu Hessen gehörenden Mainhausener Waldrandsiedlung. An dieser Stelle trifft die Landesgrenze von Bayern und Hessen auf den Main, der von da an Grenzfluss ist. Vorlage:Absatz

Vorlage:AnkerEinzugsgebiet und Zuflüsse

Datei:Gersprenz Main catchment.png
Einzugsgebiet der Gersprenz

Das Einzugsgebiet der Gersprenz ist 512,98 km² groß und liegt zu 97,1 % in Hessen.<ref name="HwaMain" /> Der Fluss entwässert einen Teil der Nordabdachung des vorderen Odenwalds. Zu ihren Zuflüssen gehören flussabwärts betrachtet (Quellbäche sind in der Spalte „l/r“ durch ein „Q“ gekennzeichnet; Längen wenn nicht anders genannt laut Vorlage:GeoQuelle):

Vorlage:Hauptartikel

Name l/r Länge
(km)
Mündungsort
(bei/in/nahe)
EZG
(km²)
MQ
(l/s)
DGKZ
<ref name="DGKZ" />
Mergbach (Gersprenz) lQ 10,9 Bockenrod Vorlage:027,98 399,1 2476
Osterbach rQ Vorlage:07,0 Bockenrod Vorlage:019,93 280,5 2476-12
Steinbach r Vorlage:02,6 Bockenrod 2476-1312
Bach an dem Margrund r Vorlage:01,0 Kirch-Beerfurth 2476-1316
Mainsbach<ref name="Hessenviewer">Bezeichnung nach der Liegenschaftskarte auf dem Hessenviewer</ref> l Vorlage:00,4 Kirch-Beerfurth 2476.1318
Bach an dem Seegrund l Vorlage:01,5 Pfaffen-Beerfurth 2476-1392
Bach von dem Vierstöck r Vorlage:02,3 Kirch-Beerfurth 2476-15122
Michelbach l Vorlage:03,2 Fränkisch-Crumbach 2476-15926
Crumbach (Grumbach) l Vorlage:02,3 Fränkisch-Crumbach Vorlage:0Vorlage:08,07 Vorlage:097,2 2476-15926
Kainsbach (Stierbach) r Vorlage:06,1 Nieder-Kainsbach Vorlage:0Vorlage:09,04 124,9 2476-16
Affhöllerbach r Vorlage:04,5 Nieder-Kainsbach 2476-17116
Kilsbach r Vorlage:01,8 Brensbach 2476-17118
Bierbach l Vorlage:02,9 Wersau 2476-17192
Brensbach r Vorlage:05,2 Brensbach 2476-1732
Küh-Bach l Vorlage:01,0 Wersau 2476-1734
Moorbach (Dorfbach)<ref name="Hessenviewer" /> l Vorlage:01,4 Wersau
Kohlbach r Vorlage:02,3 Wersau 2476-1794
Gräbenackersbach l Vorlage:02,6 Wersau 2476-1796
Brechelser Floß r Vorlage:01,4 Groß-Bieberau 2476-1912
Fischbach l Vorlage:09,7 Groß-Bieberau Vorlage:037.89 396,4 2476-2
Schaubach l Vorlage:01,4 Groß-Bieberau 2476-3194
Wembach l Vorlage:07,9 Reinheim Vorlage:014,71 113,9 2476-32
Dilsbach l Vorlage:07,4 Reinheim 2476-3342
Hirschbach l Vorlage:05,0 Groß-Zimmern Vorlage:0Vorlage:09,33 Vorlage:060,0 2476-34
Erbesbach (Erbsenbach) l Vorlage:09,0 Dieburg 2476-3722
Stillgraben (Glaubersgraben) l Vorlage:04,4 Münster 2476-372
Graben v. d. Fohlenweide l Vorlage:04,7 Münster 2476-3724
Erlenbach l Vorlage:06,3 Münster 2476-37294
Semme (Semder Bach) r 20,5 Hergershausen 2476-4
Ohlebach r 22,7 Babenhausen Vorlage:064,74 347,4 2476-6
Lache l 15,4 Harreshausen Vorlage:044.91 Vorlage:010,1 2476-8
Romesbach<ref name="GE-Mess" /> l Vorlage:02,7 Stockstadt
Speckgraben l Vorlage:01,1 Waldrandsiedlung

Ortschaften

Bundesland Landkreis Gemeinde/Stadt Gemarkung
Hessen Odenwaldkreis Reichelsheim Bockenrod
Kirch-Beerfurth
Pfaffen-Beerfurth
Gersprenz
Fränkisch-Crumbach Fränkisch-Crumbach
Brensbach Nieder-Kainsbach
Brensbach
Wersau
Darmstadt-Dieburg Groß-Bieberau Groß-Bieberau
Reinheim Ueberau
Reinheim
Otzberg Habitzheim
Groß-Zimmern Klein-Zimmern
Groß-Zimmern
Groß-Umstadt Semd
Dieburg Dieburg
Münster Münster
Eppertshausen Eppertshausen
Babenhausen Hergershausen
Sickenhofen
Babenhausen
Harreshausen
Schaafheimer Wiesen
Bayern Aschaffenburg Stockstadt am Main Stockstadt am Main

Landkreise

Hochwasserrückhaltebecken Reichelsheim-Bockenrod

Unmittelbar oberhalb der bei Bockenrod gelegenen Mündung des Steinbachs in die Gersprenz liegt das Hochwasserrückhaltebecken Reichelsheim-Bockenrod. Es wurde von 2008 bis 2010 zur Verminderung von Hochwassern angelegt. Sein etwa 3 m hoher und 200 m langer<ref name="GFG" /> Staudamm mit Brücke der Neuhausstraße weist ein Durchlassbauwerk aus Stahlbeton für das Wasser der Gersprenz auf. Die dortigen Abschnitte von Gersprenz und Steinbach wurden wasserbautechnisch gesichert. Der Probestau fand im Februar 2012 statt. Das normal trockenliegende Becken mit einem 47,7 km²<ref name="HLUG" /> großen Einzugsgebiet weist etwa 100.000 m³<ref name="GFG" /> Stauraum auf einer rund 8 ha<ref name="GFG" /> großen Fläche auf.

Hochwasserrückhaltebecken Wersau/Groß-Bieberau

Zwischen Wersau und Groß-Bieberau wurde im Jahr 2003 ein Hochwasserrückhaltebecken mit einem maximalen Stauinhalt von 495.000 m³<ref name="HLUG" /> in Betrieb genommen. Endgültiger Anstoß zum Bau dieses Beckens waren die Hochwasserereignisse im Jahr 1993 und insbesondere am 27. Januar 1997, die zu großen Schäden in den niedrig gelegenen Bereichen des Stadtgebiets von Groß-Bieberau führten. Das Einzugsgebiet umfasst 113,3 km².<ref name="HLUG" /> Aufgrund der dort vorliegenden flachen Geländeform wird mit einer geringen Stauhöhe ein relativ großes Retentionsvolumen erreicht. Die Überflutungsfläche umfasst etwa 40 ha. Das Durchlassbauwerk im Staudamm ist so konzipiert, dass ein Regelabfluss von 27,5 m³/s<ref name="HLUG" /> gewährleistet ist. Die Anlage kann somit ungesteuert betrieben werden. Im Falle eine Hochwasserlage regelt der entstehende Wasserdruck den Aufstauvorgang selbsttätig. Im Zusammenspiel mit den anderen Rückhaltebecken wird ein Schutz vor 50-jährlichen Hochwasserereignissen erreicht.

Naturschutz

Naturdenkmal Gersprenzquelle

Datei:Neunkircher Hoehe E Mergbachquelle 20180521 151640.jpg
Die Quelle des Mergbachs auf der Neunkircher Höhe. Sie gilt inoffiziell als Gersprenzquelle und ist seit 1952 als Naturdenkmal ausgewiesen

Die Gersprenzquelle ist seit 1952 als Naturdenkmal (ND) ausgewiesen. Sie zählt zu den bekanntesten Quellen des Odenwaldes und gilt als Ursprung einer der bedeutendsten Bäche des Mittelgebirges. Die „Verordnung zum Schutz von Naturdenkmalen im Kreis Bergstraße“ weist die Quelle aufgrund ihrer natürlichen Quelleigenschaft als Naturdenkmal „Gersprenzquelle“ aus.<ref name="NdGq1952" />

Oberläufe der Gersprenz

Der Verlauf von Mergbach und Osterbach mit einigen Zuflüssen bildet das Natura-2000-Schutzgebiet „Oberläufe der Gersprenz“ (FFH-Gebiet DE 6319-302).<ref name="FFHVerordnung">Vorlage:Internetquelle</ref>

Untere Gersprenz

Die Gersprenzaue zwischen Reinheim und Babenhausen ist als Natura-2000-Schutzgebiet „Untere Gersprenz“ (FFH-Gebiet 6019-303) geschützt.<ref name="FFHVerordnung" />

Geschichte

Datei:Gernsprintz bei Stockstatt.jpg
Die historische Gernsprintz bei Stockstadt auf einer Karte von 1695

In römischer Zeit lässt sich eine Nutzung des kleinen Flusses durch Treideln oder kleinere Kähne nachweisen. Funde wie ein Schifferhaken in Groß-Bieberau weisen auf diese Nutzung bis weit in die Täler des vorderen Odenwalds hin.<ref>Martin Eckoldt: Schiffahrt im Umkreis des Odenwaldes. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes 1, 1989, S. 3–18, bes. S. 14.</ref> Über den Fluss konnten Waren den römischen Hauptort Dieburg erreichen. Nahe der Mündung in den Main befand sich das Kastell Stockstadt.

Im Jahr 1827 wurde der Fluss vom Herzoglich Hessischen Geometer Georg Wilhelm Justin Wagner in der „Statistik und Topographie des Landratsbezirks Reinheim im Großherzogtum Hessen“ von der Quelle auf der Neunkircher Höhe bis zur Mündung bei Stockstadt in den Main ausführlich beschrieben.

Die Gersprenz wurde außerdem in weiteren „Statistiken und Topographien“ aus den Jahren 1802,<ref name="S1802" />1828<ref name="S1828" /> und 1840<ref name="S1840" /> beschrieben sowie in einer Flusskarte vom Rhein von 1712<ref name="Flk1712" /> dargestellt.

In Messbriefen von 1900 bzw. 1910<ref name="Mb1900/10" /> taucht im Bereich von Winterkasten der Name „Gersprenz“ auf, ebenso im amtlichen Liegenschaftskataster.

Gersprenztalbahn

Von der Gersprenz wurde der Name der inzwischen stillgelegten Gersprenztalbahn abgeleitet. Durch diese Bahnstrecke, die ebenfalls stillgelegte Teilstrecke der Rodgaubahn (Dieburg–Groß-Zimmern–Reinheim) und die noch betriebene Rhein-Main-Bahn (Darmstadt–Dieburg–Aschaffenburg) waren sämtliche Orte an der Gersprenz untereinander verbunden.

Mühlen

Mühlen an der Gersprenz

Siehe auch

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references> <ref name="HwaMain"> Hochwasserrisikomanagement-Plan – Einzugsgebiet bayerischer Main, auf hopla-main.de </ref> Vorlage:GeoQuelle

<ref name="HND"> Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 6. September 2011) </ref> <ref name="Abfluss"> Pegelwert Harreshausen vermehrt um den Gebietsabfluss des Resteinzugsgebietes (49,88 km²), ermittelt aus den Daten der Pegel Rück, Hainstadt, Goldbach, Harreshausen, Alzenau, Hanau, Kleinheubach und Frankfurt a. M. Osthafen </ref> <ref name="MW12122014"> Gersprenzquelle: Geopark gestaltet Platz noch einmal um, vom 12. Dezember 2014, abgerufen am 18. Januar 2016, auf morgenweb.de </ref> <ref name="Eo30092013"> Vorlage:Webarchiv, vom 30. September 2013, auf echo-online.de </ref> <ref name="DGKZ"> Zur besseren Übersicht und Sortierung flussabwärts ist pro Fließgewässer in die Fließgewässerkennziffer (DGKZ) nach der Ziffer „2476“, die für die Gersprenz (bzw. ihren Quellbach Mergbach) steht, jeweils ein Bindestrich eingefügt. </ref> <ref name="GE-Mess"> Längenmessung auf Google Earth </ref> <ref name="GFG">Vorlage:Webarchiv, auf gfg-fortbildung.de (PDF; 3,2 MB)</ref> <ref name="HLUG"> Hochwasserrisikomanagementplan für die Gersprenz, auf hlnug.de (PDF; 5,43 MB) </ref> <ref name="NdGq1952"> Gersprenzquelle (u. a. Antrag auf Unterschutzstellung als Naturdenkmal; 1952), abgerufen am 3. Februar 2016, auf oberes-gersprenztal.de (PDF; 871 KB) </ref> <ref name="S1802"> Schrift von 1802 (Naturdenkmal Gersprenzquelle), abgerufen am 8. Februar 2016, auf oberes-gersprenztal.de </ref> <ref name="S1828"> Schrift von 1828 (Naturdenkmal Gersprenzquelle), abgerufen am 8. Februar 2016, auf oberes-gersprenztal.de </ref> <ref name="S1840"> Schrift von 1840 (Naturdenkmal Gersprenzquelle), abgerufen am 8. Februar 2016, auf oberes-gersprenztal.de </ref> <ref name="Flk1712"> Flusslaufkarte von 1712 (Naturdenkmal Gersprenzquelle), abgerufen am 8. Februar 2016, auf oberes-gersprenztal.de </ref> <ref name="Mb1900/10"> Messbriefe von 1900/1910 (Naturdenkmal Gersprenzquelle), abgerufen am 8. Februar 2016, auf oberes-gersprenztal.de </ref> </references>

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Vorlage:Normdaten