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Nonrod

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Nonrod
Gemeinde Fischbachtal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(79)&title=Nonrod 49° 45′ N, 8° 49′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(79) 49° 45′ 24″ N, 8° 49′ 8″ O
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Höhe: 313 (310–342) m ü. NHN
Fläche: 1,1 km²<ref name=Gindex />
Einwohner: 79 (31. Dez. 2023)<ref name="DF">Zahlen & Fakten. Gemeinde Fischbachtal, abgerufen im Dezember 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64405
Vorwahl: 06166
Datei:Karte Fischbachtal-Nonrod.png
Karte
Fischbachtal, Nonrod in Rot

Nonrod ist ein Ortsteil der Gemeinde Fischbachtal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geographie

Nonrod ist ein offenes Dorf mit lockerer Gehöftanordnung im Granitgebiet bei doppelseitiger Gehängelage des nördlichen Odenwalds, ca. 15,5 km südlich von Dieburg. Der Ortsteil Nonrod ist von Wald umgeben und gesteht aus der 110 Hektar großen Gemarkung Nonrod.<ref name=Gindex>Gemarkung Nonrod. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref>

An den Ortsteil Nonrod grenzen, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn die Orte Niedernhausen, Fränkisch-Crumbach, Meßbach und Billings. Der Ort ist nur über die Kreisstraße 73 erreichbar, die Niedernhausen und in südöstlicher Richtung von der Landesstraße 3102 abzweigt.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahre 1384 als Graf Dieter von Katzenelnbogen für 500 Gulden mit anderen Dörfern Nonrod an Erzbischof Adolf von Mainz verpfändet. Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Nanrod (1430), Nanterode (16. Jahrhundert), Nawratt (1544), Naurodt (1557), Naurad (1558), Neuerodtt (1565) und Nonroth (1748).

Im 14. und 15. Jahrhundert gehört das Dorf zum Besitz der Grafen von Katzenelnbogen und wechselt mit deren Aussterben in den Besitz der Landgrafschaft Hessen. 1630 findet es Erwähnung als zur Mark Niedernhausen unter Lichtenberg zugehörig. Nonrod (früher Waldhausen) lag im Gerichtsbezirk der Zent Oberramstadt. Die Zent war in sogenannte „Reiswagen“ eingeteilt, denen jeweils ein Oberschultheiß vorstand, die dem Zentgrafen unterstellt waren. Dieser Bezirk hatte einen Frachtwagen (Reiswagen) einschließlich Zugtieren und Fuhrknechten für Feldzüge bereitzustellen. Nonrod gehörte zum „Großbieberauer Reiswagen“, dem Waldhausen<ref name="Adr-LG-HD" /><ref name="WM" /> besteht aus den Orten Niedernhausen, Billings, Meßbach und Nonrod sowie die Dörfer Rodau, Wersau und Steinau angehörten. Die gesamte Zent Oberramstadt war dem Amt Lichtenberg zugeteilt. Diese Einteilung bestand noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.<ref>Ferdinand Dieffenbach: Das Großherzogthum Hessen in Vergangenheit und Gegenwart. Literarische Anstalt, Darmstadt 1877, S. 254 (Online bei google booksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Noch 1806 werden die Orte Billings, Meßbach und Nonrod als Dörfer der Gemeinde Waldhausen genannt.<ref name="Adr-LG-HD-1806" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Nonrod:

„Nonrod (L. Bez. Reinheim) luth. Filialdorf: liegt sehr ausgedehnt in einem hohen Thale 134 St. von Reinheim, hat 8 Häuser und 60 Einw., die bis auf 2 Kath. lutherisch sind. Nonrod war 1648 ganz unbewohnt.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Nonrod war bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit den Gemeinden Steinau, Lichtenberg, Niedernhausen, Billings und Meßbach zur neuen Gemeinde Fischbachtal zum 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen eine selbstständige Gemeinde.<ref>Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 71 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für jede dieser ehemaligen Gemeinden wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 237 kB) §; 5. In: Webauftritt. Gemeinde Fischbachtal, abgerufen im Juli 2019.</ref> Die Gemeindeverwaltung erhielt ihren Sitz im Ortsteil Niedernhausen.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Nonrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref><ref>Lichtenberg, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 10. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>

Gerichtszugehörigkeit

Nonrod gehörte zum Zentgericht Oberramstadt. 1630 wird ein Untergericht Waldhausen genannt. In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das „Hofgericht Darmstadt“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen. Damit war für Nonrod das Amt Lichtenberg zuständig. Die Zentgerichte hatten damit ihre Funktion verloren.

Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Lichtenberg das Gericht erster Instanz, zweite Instanz war das Hofgericht Darmstadt. Es folgten:<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Nonrod 111 Einwohner. Darunter waren 3 (2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 12 Einwohner unter 18 Jahren, 51 zwischen 18 und 49, 18 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 54 Haushalten. Davon waren 18 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 33 Haushaltungen keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1648: unbewohnt<ref name="lagis" />
• 1791: 329 (mit Niedernhausen, Meßbach und Billings) Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 45 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 34 Einwohner, 6 Häuser<ref name="EW1806">Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.</ref>
• 1829: 60 Einwohner, 8 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 83 Einwohner, 13 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Nonrod: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2023
Jahr  Einwohner
1800
  
45
1806
  
34
1829
  
60
1834
  
72
1840
  
72
1846
  
84
1852
  
86
1858
  
77
1864
  
74
1871
  
79
1875
  
82
1885
  
90
1895
  
74
1905
  
77
1910
  
82
1925
  
96
1939
  
89
1946
  
141
1950
  
128
1956
  
107
1961
  
105
1967
  
115
1970
  
107
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
111
2015
  
102
2023
  
79
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 12 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;.</ref>; Gemeinde Fischbachtal: 2015; 2023<ref name="DF" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 58 lutheranische (= 96,67 %) und 2 katholische (= 0,33 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 80 lutheranische (= 76,19 %), 23 katholische (= 21,90 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Nonrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nonrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 kam kein Ortsbeirat zustande.

Kultur

In der Nähe von Nonrod findet seit 2003 jährlich in der zweiten Hälfte im Monat August das Nonstock Festival statt. An zwei Abenden treten regionale und landesweit erfolgreiche Bands auf. Es kommen jährlich etwa 2000 Besucher, die größtenteils vor Ort zelten.<ref>Nonstock-Festival. In: www.nonstock.de. Kulturwiese Nonstock e. V., abgerufen im November 2019.</ref>

Weblinks

Commons: Nonrod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> {{Internetquelle | hrsg= Hessisches Institut für Landesgeschichte | url= {{LAGIS/WeblinksZ|OL|13445}} | titel= Nonrod, Landkreis Darmstadt-Dieburg | titelerg= {{LAGIS/Datenbanknamen|OL }} (Stand: {{FormatDate|2014-07-16 }}) | werk= Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS) | kommentar= |abruf-verborgen=0 | abruf= 2016-06-25 }} </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 123 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 124 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 118 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="WM"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

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