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Brachelen

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Brachelen
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3473)&title=Brachelen 51° 0′ N, 6° 14′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3473) 51° 0′ 12″ N, 6° 14′ 27″ O
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Höhe: 62 m
Fläche: 12,4 km²
Einwohner: 3473 (31. Dez. 2020)<ref name="EinwohnerHueckelhoven" />
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 41836
Vorwahl: 02462
Datei:Position Brachelen.gif
Karte
Stadtgebiet Hückelhoven, Fläche der ehemaligen Gemeinde Brachelen hervorgehoben
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Brachelen ist ein Stadtteil von Hückelhoven im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg.

Geographie

Lage

Brachelen liegt im Süden des Kreises Heinsberg am linken Ufer der Rur zwischen den Ortschaften Hilfarth, Lindern und Linnich. Im Einzugsbereich des Ortes liegen die Weiler Tenholt und Oeldriesch sowie die Höfe Gut Wedau und Schlehenhof. Zwischen Brachelen und Hilfarth befindet sich der Rest des Kapbusches, noch zu Beginn des ein 19. Jahrhundert ein ausgedehntes Waldgebiet im linken Rurtal zwischen Brachelen und Porselen<ref>Tranchot-Kartenaufnahme (zwischen 1801 und 1828) bzgl. des seinerzeit Kapper Wald genannten Waldes</ref>, in dem 1834 der letzte Wolf im Gebiet des alten Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg erlegt wurde.<ref>Dr. Wilhelm Piepers, Hans E. Wolters, Werner Reinartz, Balthasar Jacobs, Heinrich Bast, Josef Schmitz: Unsere Heimat, der Selfkantkreis Geilenkirchen Heinsberg. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Heimatpfleger des Kreises Heinsberg, Buchdruckerei Gatzen, Geilenkirchen 1956, S. 119</ref> Seit 2016 existiert hier das Naturschutzgebiet Kapbusch (HS31).

Gewässer

Geschichte

Politische Geschichte

Die erste Besiedlung fand vermutlich schon in der Zeit der Völkerwanderung um 400 n. Chr. statt. Als Ursprung des Ortes wird ein fränkisches Königsgut vermutet, das oberhalb der heutigen Kirche gestanden haben soll.

Eine erste urkundliche Erwähnung fand Brachelen in einer Schenkung der Oda von Heinsberg im Jahr 1170 an das Prämonstratenser Stift zu Heinsberg.<ref name="Piepers21" />

Der Ortsname wurde als Brakele 1204 erstmals erwähnt. Man erklärt ihn als Zusammensetzung aus Bracha für umbrochenes Land und Lohe für eine Siedlung am Wald.<ref name="Piepers21" /> Eine zweite Deutungsvariante will den ersten Teil des Ortsnamens aus Brok, dem ripuarischen Begriff für Bruch ableiten.

1484 fiel Brachelen an das Herzogtum Jülich und wurde in das Amt Heinsberg eingegliedert.

Im Jahre 1793 war die Rur bei Brachelen tagelang Hauptkampflinie des Ersten Koalitionskrieges. Hierbei stießen Einheiten der nach der Kanonade von Valmy in Richtung Rhein vorrückenden französischen Revolutionsarmee auf Truppen der Österreicher. Im Verlauf der Gefechte wurde das 300 Mann starke Dritte Pariser Bataillon unter General Stengel von zwei österreichischen Kavallerie-Geschwadern völlig aufgerieben – was aber den französischen Vormarsch nach Mainz und Koblenz nicht verhinderte.

1815 wurde die Bürgermeisterei Brachelen errichtet, die 1935 mit der Bürgermeisterei Randerath zum Amt Brachelen vereinigt wurde und 1955 ein eigenes Wappen erhielt. Brachelen lag im Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg. Im Zuge der kommunalen Neugliederung (§ 28 Aachen-Gesetz) wurde Brachelen am 1. Januar 1972 zu einem Teil der neuen Stadt Hückelhoven im Kreis Heinsberg.<ref></ref><ref name="Pernoud" />

Soziale Geschichte

Datei:Brachelen 1.jpg
Dorfstraße mit Chor und Turm von St. Gereon

Der nahegelegene Kapbusch diente den sogenannten Kappehäuern in Form von Holzeinschlag als Erwerbsquelle. Dem Kappehäuer wurde auch ein Denkmal in Form einer Bronzeplastik, in der Dorfmitte gesetzt. Ein weiterer bedeutsamer Berufszweig waren die Korbmacher, die ihr Arbeitsmaterial, die Korb-Weiden, aus den Rurbenden bezogen.

Religion

Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist katholischen Glaubens, es leben aber auch Protestanten, Muslime und Atheisten im Ort. Im Dorf jedoch gibt es lediglich eine katholische Kirche. Zur Pfarre St. Gereon gehörten früher auch Hilfarth und Lindern; heute bilden die Pfarrgemeinden Brachelen, Hilfarth und Rurich eine Gemeinschaft. Der in Indien geborene Pfarrer Kaluppilankal war bis Ende 2014 Priester der Pfarrgemeinde.

Dorftyp

Die ursprüngliche Ortsform Brachelens war ein einzeiliges langgestrecktes Straßendorf, was heute noch in der Anordnung der Straßen Annastraße, Hauptstraße und Linnicher Straße erkennbar ist. Diese Struktur wurde aber durch weitere Ansiedlungen, vorwiegend am westlichen Ortsrand, aufgebrochen.

Politik

Datei:CoA Brachelen.png
Früheres Gemeindewappen Brachelen

Bürgermeister

Letzter Bürgermeister, bis 1972, in Brachelen war Wilhelm Over, der als Mitglied des Hückelhovener Stadtrats und Firmengründer noch viel für die Entwicklung des Ortes erreichen konnte.

Wappen

Das Wappen von Brachelen zeigt im Schildhaupt in Gold (Gelb) einen schreitenden, rotbezungten, schwarzen Löwen, und darunter in Rot eine Eichel mit goldenem Band.

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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Hückelhoven-Brachelen Haus Blumenthal 0353.jpg
Haus Blumenthal, im Vordergrund der Saalbau

Bauwerke

Die Kirche wird urkundlich erstmals im Jahre 1245 erwähnt, jedoch bestand schon in fränkischer Zeit eine kleine Holzkirche. Sie bestand bis 1944 aus einem gotischen dreischiffigen Bau mit einem 73 m hohen Turm, der im Zweiten Weltkrieg durch die Wehrmacht gesprengt wurde, um nicht als Aussichtsturm bzw. Landmarke dem Feind dienen zu können. Nach dem 1963 erfolgten Wiederaufbau hat der Kirchturm ein Drittel seiner ursprünglichen Höhe eingebüßt und auch das Kirchenschiff musste neu errichtet werden. Einzig der Chor ist in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben.
Von dem ehemaligen Rittersitz sind ein zweigeschossiges Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert und der angrenzende, ebenfalls zweigeschossigem Saalbau mit barockem Portal aus dem 17. Jahrhundert erhalten.
  • Haus Horrig
Datei:BrachelenHsBerg.jpg
Franziskusfigur über dem Eingang von Haus Berg
  • Haus Berg
Die ehemalige Klosteranlage wurde zum Alten- und Pflegeheim ausgebaut.
  • Annakapelle
Die Annakapelle ist ein neugotischer Bau aus dem Jahre 1864 im Norden des Unterdorfes.
  • Maria-Hilf-Kapelle (etwa in der Dorfmitte gelegen)

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Freizeit

Datei:Kapbusch.jpg
Badesee, im Hintergrund der Kapbusch

Nah am Ort der Kapbuschsee mit Naturbad, Gastronomie und Bootsclub. Nahbei ein Jugendzeltplatz, Reiterhöfe und ausgebaute Radwanderwege entlang des Teichbachs und der Rur.

Verkehr

Haltepunkt Brachelen

Datei:Brachelen Bahnhof.JPG
RB33 in Brachelen (2012)

Brachelen ist über den Haltepunkt Brachelen an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach angebunden und wird von der Rhein-Niers-Bahn angefahren.

Zum 1. Oktober 1904 wurde der Haltepunkt Brachelen mit einem kleinen Stationsgebäude in Fachwerkbauweise eröffnet. Bereits im Jahr 1910 wurde der Haltepunkt komplett umgebaut, die Gleisanlagen erweitert und im Folgejahr auch die Güterabfertigung aufgenommen. Im Haltepunkt Brachelen standen neben den Streckengleisen nun drei weitere Nebengleise zur Verfügung. Gelegen war die Güterabfertigung gegenüber dem kleinen Stationsgebäude nördlichen Streckengleises.

Nach 1970 wurde der Haltepunkt zurückgebaut, bis nur noch die beiden Streckengleise übrig blieben. Zuvor gab es noch regelmäßigen Güterverkehr nach Brachelen. Heute erinnert nur noch die Straße Am Güterbahnhof daran.

Bis zur grundlegenden Erneuerung des Haltepunkt im Jahr 2004 war nur noch ein eingeschossiges Stationsgebäude vorhanden.

Brachelen wird stündlich von der Linie RB 33 sowie durch einzelne Verstärkerfahrten der Linie RE 4 bedient:

Linie Zuglauf Taktfrequenz
RE 4 Wupper-Express:
Aachen Hbf – Aachen Schanz – Aachen West – Herzogenrath – Kohlscheid – Übach-Palenberg – Geilenkirchen – Lindern – Brachelen – Hückelhoven-Baal – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Korschenbroich – Kleinenbroich – Büttgen – Neuss Hbf – Düsseldorf-Bilk – Düsseldorf Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2025
6.24, 6.43 und 7.24 Uhr nach Düsseldorf
17.34, 18.34 und 19.34 Uhr nach Aachen
RB 33 Rhein-Niers-Bahn:
Essen-Steele – Essen Hbf – Essen West – Mülheim (Ruhr) Hbf – Mülheim (Ruhr)-Styrum – Duisburg Hbf – Duisburg-Hochfeld Süd – Rheinhausen Ost – Rheinhausen – Krefeld-Hohenbudberg Chempark – Krefeld-Uerdingen – Krefeld-Linn – Krefeld-Oppum – Krefeld Hbf – Forsthaus – Anrath – Viersen – Mönchengladbach Hbf – Rheydt Hbf – Wickrath – Herrath – Erkelenz – Hückelhoven-Baal – Brachelen – Lindern – Geilenkirchen – Übach-Palenberg – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Juni 2022
60 min

Öffentlicher Personennahverkehr

Die AVV-Buslinie 406 der WestVerkehr verbindet Brachelen wochentags mit Hückelhoven, Lindern und Linnich. Die Linien 407 und 492 bedienen in Brachelen nur die Haltestelle „Brachelen Alter Steinweg“.

Zudem verkehrt der Multi-Bus seit dem 9. Juni 2024 kreisweit erweitert und zu einheitlichen Bedienzeiten. Mehr Informationen gibt es bei WestVerkehr.

Linie Verlauf
406 Erkelenz Bf – Matzerath – Houverath – Golkrath – Kleingladbach – (Ratheim – Millich –) Hückelhoven – Hilfarth – Brachelen – (Lindern Kirche → Lindern Bf → Linnich Markt) / (Linnich Schulzentrum –) Linnich-SIG Combibloc
407 (Myhl –) Gerderath – Altmyhl – Ratheim – Millich – Hückelhoven (– Hilfarth – Himmerich – Randerath Bf – (Hoven – Kraudorf –) Nirm – Kogenbroich – Müllendorf – Süggerath Mühlenkamp – Geilenkirchen Bf)
492 (Oberbruch –) Dremmen Bf – Uetterath – Randerath Bf – Himmerich – Hilfarth

Straßenverkehr

Brachelen hat Anschluss an die A 46 über die Anschlussstelle Hückelhoven-Ost sowie an die B 57 bei Linnich.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="EinwohnerHueckelhoven"> Einwohnerstatistik der Stadt Hückelhoven. (PDF; 107 kB) Stand: 31.12.2020. Stadt Hückelhoven, 21. Januar 2021, S. 3, abgerufen am 8. März 2021. </ref> <ref name="Piepers21"> Wilhelm Piepers, Hans E. Wolters, Werner Reinartz, Balthasar Jacobs, Heinrich Bast, Josef Schmitz: Unsere Heimat, der Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg: Ein Heimatbuch. Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft der Heimatpfleger des Kreises Heinsberg. Gatzen, Geilenkirchen 1956, DNB 451907167, S. 21. </ref> <ref name="Pernoud"> Georges Pernoud und Sabine Flaissier (Hrsg.): Die Französische Revolution in Augenzeugenberichten. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1976, ISBN 3-423-01190-4, S. 333–335. </ref> </references>

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