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Aminophenole

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Aminophenole (auch Hydroxyaniline; Summenformel C6H7NO) sind aromatische Verbindungen und leiten sich sowohl vom Anilin als auch vom Phenol ab. Durch unterschiedliche Anordnung der Substituenten ergeben sich drei Konstitutionsisomere. Sie dienen u. a. zur Herstellung von Arzneimitteln, Farbstoffen und photographischen Entwicklern. Die Methylether bilden die Gruppe der Anisidine, die Ethylether die der Phenetidine.

Vertreter

Aminophenole
Name 2-Aminophenol 3-Aminophenol 4-Aminophenol
Andere Namen o-Aminophenol,
2-Hydroxyanilin
m-Aminophenol,
3-Hydroxyanilin
Vorlage:INCI
p-Aminophenol,
4-Hydroxyanilin
Strukturformel Datei:O-Aminophenol.svg Datei:M-Aminophenol.svg Datei:P-Aminophenol.svg
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN
Vorlage:CASRN (Isomerengemisch)<ref name="GESTIS_a">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
ECHA-InfoCard Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA
PubChem 5801 11568 403
Summenformel C6H7NO
Molare Masse 109,13 g·mol−1
Aggregatzustand fest
Kurzbeschreibung farbloser Feststoff
Schmelzpunkt 172–174 °C<ref name="GESTIS_o">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 122 °C<ref name="GESTIS_m">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> 190 °C<ref name="GESTIS_p">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Siedepunkt 150 °C (15 mbar)<ref name="GESTIS_o"/> 164 °C (15 mbar)<ref name="GESTIS_m"/> 284 °C (Zers.)<ref name="GESTIS_p"/>
pKs-Wert 4,78 (20 °C, Aminogruppe)<ref name="CRC97_5_89">W. M. Haynes (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 97. Auflage. (Internet-Version: 2016), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Dissociation Constants of Organic Acids and Bases, S. 5-89.</ref>
9,97 (20 °C, Hydroxygruppe)<ref name="CRC97_5_89"/>
4,37 (20 °C, Aminogruppe)<ref name="CRC97_5_89"/>
9,82 (20 °C, Hydroxygruppe)<ref name="CRC97_5_89"/>
5,48 (25 °C, Aminogruppe)<ref name="CRC97_5_89"/>
10,30 (25 °C, Hydroxygruppe)<ref name="CRC97_5_89"/>
Löslichkeit 17 g·l−1 (20 °C)<ref name="GESTIS_o"/> 26 g·l−1 (20 °C)<ref name="GESTIS_m"/> 6,5 g·l−1 (24 °C)<ref name="GESTIS_p"/>
wenig löslich in Wasser, löslich in Ethanol, Ether, Säuren und Basen
GHS-
Kennzeichnung
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.002.211">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Achtung<ref name="GESTIS_o"/>
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.008.830">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Achtung<ref name="GESTIS_m"/>
aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.004.198">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Achtung<ref name="GESTIS_p"/>
H- und P-Sätze 302​‐​332​‐​317​‐​341<ref name="GESTIS_o"/> 302​‐​332​‐​317​‐​411<ref name="GESTIS_m"/> 302​‐​332​‐​317​‐​341​‐​373​‐​410<ref name="GESTIS_p"/>
keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze
280​‐​301+330+331​‐​302+352​‐​304+340​‐​312​‐​333+313<ref name="GESTIS_o"/> 272​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352​‐​304+340+312<ref name="GESTIS_m"/> 273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352​‐​304+340+312​‐​308+313<ref name="GESTIS_p"/>
Tox-Daten 951 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS_o" /> 924 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS_m" /> 375 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS_p" />

Namensgebung

Im Gegensatz zu zahlreichen disubstituierten Benzolen hat sich für die Aminophenole kein eigener Trivialname herausgebildet.

So wie sich die Anisidine vom Namensstamm Anisol bzw. Toluidine von Toluol ableiten (stickstoffhaltige Derivate des Anisols bzw. Toluols), hätte man in analoger Weise ausgehend vom Namensstamm Phenol die Namensgebung Phenidine ableiten können. Dazu ist es jedoch nicht gekommen, der Name Phenidin wird hingegen für das N-(4-ethoxyphenyl)acetamid (= Phenacetin) verwendet.

Eigenschaften

Die Aminophenole sind feste farblose Stoffe. Sie verfärben sich bei Einwirkung von Luft grau bis dunkelgrau. Sie sind wenig löslich in Wasser, löslich in Ethanol und Ether. Da sie sowohl eine Hydroxygruppe als auch eine Aminogruppe besitzen, sind sie in Säuren und Basen löslich. In basischem Milieu können 2- und 4-Aminophenol von starken Oxidationsmitteln reversibel zu den entsprechenden Chinoniminen umgesetzt werden (vgl. Indophenol, siehe auch Chinone).

Darstellung

4-Aminophenol wird durch elektrolytische Reduktion von 4-Nitrophenol in stark schwefelsaurer Lösung hergestellt.<ref Name="Beyer_Walter">Beyer/Walter: Lehrbuch der Organischen Chemie, 19. Auflage, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-7776-0356-2, S. 527.</ref>

Verwendung

Der Farbstoff Indophenol lässt sich durch oxidative Kupplung von 4-Aminophenol mit Phenol in alkalischer Lösung mit Natriumhypochlorit als Oxidationsmittel herstellen. Die Aminophenole dienen auch zur Darstellung zahlreicher Azofarbstoffe.

Momme Andresen entdeckte 1888, dass 4-Aminophenol als Entwickler für die Schwarzweißfotografie eingesetzt werden kann. Es ist unter dem Handelsnamen Rodinal bekannt.<ref Name="Beyer_Walter"/>

Aus 4-Aminophenol leiten sich u. a. Phenacetin und Paracetamol ab. Sie dienen beide als Arzneistoffe zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung.

Vorlage:Formel

Bei der Polykondensation von Aminophenolen mit Formaldehyd erhält man Kunstharze, die als Anionenaustauscher Bedeutung erlangt haben.

Risikobewertung

4-Aminophenol wurde 2020 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von 4-Aminophenol waren die Besorgnisse bezüglich anderer gefahrenbezogener Bedenken sowie der vermuteten Gefahren durch mutationsauslösende und sensibilisierende Eigenschaften. Die Neubewertung fand ab 2020 statt und wurde von Italien durchgeführt. Anschließend wurde ein Abschlussbericht veröffentlicht.<ref>Europäische Chemikalienagentur (ECHA): Substance Evaluation Conclusion and Evaluation Report.</ref><ref>Community Rolling Action Plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): Vorlage:Linktext-CheckVorlage:Abrufdatum </ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />