Bahnhof Traunstein
| Traunstein | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bahnhof Traunstein - geo.hlipp.de - 10216.jpg Straßenansicht des Bahnhofsgebäudes
| ||||||
| Daten | ||||||
| Lage im Netz | Trennungsbahnhof | |||||
| Bahnsteiggleise |
| |||||
| Abkürzung | MTS | |||||
| IBNR | 8000116 | |||||
| Preisklasse | 3 | |||||
| Eröffnung | 7. Mai 1860 | |||||
| Profil auf bahnhof.de | Traunstein | |||||
| Lage | ||||||
| Stadt/Gemeinde | Traunstein | |||||
| Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink | Bayern | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 47° 52′ 11″ N, 12° 38′ 21″ O
{{#coordinates:47,869614|12,639093|primary
|
dim=2000 | globe= | name=Traunstein | region=DE-BY | type=railwaystation
}} |
| Höhe (SO) | 597 m ü. NHN | |||||
| Eisenbahnstrecken | ||||||
| ||||||
| Bahnhöfe in Bayern | ||||||
Der Bahnhof Traunstein ist der einzige Bahnhof der großen Kreisstadt Traunstein. Er besitzt vier Durchgangsgleise und zwei Stumpfgleise. Als Eisenbahnknoten verknüpft er die Strecken Rosenheim–Salzburg, Traunstein–Ruhpolding und Traunstein–Garching.
Lage
Der Bahnhof befindet sich im Zentrum der Stadt Traunstein. Südöstlich wird der Bahnhof durch den Bahnhofplatz begrenzt, an dem das Bahnhofsgebäude liegt. Das Empfangsgebäude besitzt die Adresse Bahnhofplatz 5. Nördlich unterquert die Wasserburgerstraße die Bahnanlagen. Nordöstlich des Bahngeländes verläuft die Güterhallenstraße.
Geschichte
Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen eröffneten den Bahnhof Traunstein am 7. Mai 1860 als provisorischen Endbahnhof der von Rosenheim her kommenden Bahnstrecke. Am 1. August 1860 wurde er, mit Fertigstellung der Verlängerung nach Salzburg, zum Durchgangsbahnhof. Der Bahnhof hatte den Status einer Bahn- und Postverwaltung inne. Das dreigeschossige Empfangsgebäude entstand aus Backstein, zur Straßenseite sowie links und rechts hatte das Gebäude eingeschossige Anbauten. Innerhalb des Gebäudes waren Wohnungen für Bahnbedienstete, Büros, Wartesäle und Fahrkartenschalter untergebracht.<ref name ="bahnstrecke rosenheimsalzburg">Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 142–148.</ref>
In der Folgezeit entwickelte sich Traunstein zu einem Eisenbahnknoten. Am 31. August 1891 wurde die Bahnstrecke Traunstein–Traunreut eröffnet. Vier Jahre später, ging am 17. August 1895 die Strecke Traunstein–Ruhpolding in Betrieb. 1899 wurde eine Fußgängerbrücke, welche schon 1927 für einen Personentunnel weichen musste, über die Gleisanlagen errichtet. Am 1. Dezember 1902 wurde die Lokalbahn Traunstein–Waging eröffnet. Im Jahr 1928 wurde die Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg elektrifiziert. Dies hatte zur Folge, dass die Bahnmeisterei um eine Fahrleitungsmeisterei erweitert wurde.<ref name ="bahnstrecke rosenheimsalzburg" />
Am 18. und 25. April 1945 wurde ein Großteil der Bahnanlagen bei Luftangriffen stark beschädigt.<ref>Als Bomben auf Traunstein und Umgebung fielen. In: traunsteiner-tagblatt.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.</ref> Das Empfangsgebäude konnte nicht wieder aufgebaut werden, der Fahrkartenschalter und die anderen Einrichtungen wurden in Holzbaracken neu eingerichtet. Zwischen 1953 und 1954 eröffneten die Deutsche Bundesbahn und der Freistaat Bayern ein neues Gebäude. In diesem waren unter anderem Fahrkartenschalter, eine Buchhandlung und weitere Betriebsräume untergebracht.<ref>150 Jahre Eisenbahn in Traunstein. In: traunsteiner-tagblatt.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.</ref> Die Kosten für das neue Gebäude beliefen sich auf 740.000 DM.<ref name ="bahnstrecke rosenheimsalzburg"/>
1985 und 1986 wurde Traunstein, jeweils im Sommerfahrplan, vom Flügelzug Mainz–Salzburg des Trans-Europ-Express (TEE) „Rheingold“ bedient.
1997 wurde das Empfangsgebäude renoviert, die Güterverladung seitens der Deutschen Bahn mangels Rentabilität aufgegeben.<ref name="bahnstrecke rosenheimsalzburg" /> Heute befinden sich in dem Gebäude eine Wartehalle, ein Reisezentrum sowie eine Bahnhofsbuchhandlung und andere Geschäfte. 2016 wurde der Bahnhof barrierefrei ausgebaut.<ref name ="barierrefrei traunstein" />
Infrastruktur
Stellwerke
Anfangs stellten Weichenwärter Weichen und Signale von Hand. Um 1900 wurden erste mechanische Stellwerksanlagen eingerichtet. Diese wurden im Juli 1969 durch ein Spurplanstellwerk des Typs Sp Dr S60 ersetzt.<ref name ="bahnstrecke rosenheimsalzburg" /> Der Bahnhof Übersee wird von diesem Stellwerk aus ferngesteuert.<ref>Stellwerksliste. In: stellwerke.de. Abgerufen am 27. Februar 2018.</ref>
Bahnsteige und Gleisanlagen
1877 verfügte der Bahnhof über zwei Bahnsteiggleise. Zusätzlich waren für den Güterverkehr zwei weitere Gleise und mehrere Stumpfgleise vorhanden. An diesen lagen auch Güterschuppen, Laderampe und Ladestraße. In der Folgezeit wurden die Gleisanlagen des Bahnhofes wegen der Inbetriebnahme weiterer Strecken und des zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg mehrmals umgebaut. Unter anderem entstand mit der Eröffnung der Bahnstrecke nach Ruhpolding das Gleis 1a. 1940 gab es sechs Bahnsteiggleise und umfangreiche Gleisanlagen zum Abstellen von Zügen und für den Güterverkehr. An diesen Gleisen befanden sich der Lokschuppen, der Güterschuppen, sowie Laderampe und Ladestraße.<ref name ="bahnstrecke rosenheimsalzburg" />
Der Gleis- und Bahnsteigbereich wurde 2016 erheblich umgebaut. So wurden alle Gleise ab Gleis 1b und südöstlich davon rückgebaut. Ebenfalls wurden der ehemalige Lokschuppen und die Gebäude der Bahnmeisterei entfernt. Der Bahnsteig am Gleis 2 existiert nun ebenfalls nicht mehr. Alle haltenden Personenzüge Richtung Salzburg fahren nun auf Gleis 1 ein. Gleis 2 wird nun ausschließlich als Durchfahrts- und Überholgleis verwendet. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen wurde die Bahnsteighöhe am Gleis 1 auf 76 cm erhöht.<ref name ="barierrefrei traunstein">Besser Barrierefrei: Bauarbeiten am Bahnhof abgeschlossen. In: Pressemitteilung Deutsche Bahn AG auf chiemgau24.de. 13. Juli 2017, abgerufen am 12. Januar 2018.</ref> Die Bahnsteige im Bereich der Gleise 3, 4 und 5 waren bereits einige Jahre zuvor erhöht worden.<ref>Meilenstein für »Hauptbahnhof des Chiemgaus«. In: Traunsteiner Tagblatt. 22. Dezember 2012, abgerufen am 12. Januar 2018.</ref> Anstelle der Gleise und Gebäude im südöstlichen Bahnhofsbereich ist nun ein Parkplatz. Die Bahnsteige an den Gleisen 1 und 3 wurden für den Fernverkehr mit einer Höhe von 76 Zentimetern errichtet. Alle anderen Bahnsteige haben eine Höhe von 55 Zentimetern. Diese werden hauptsächlich von Nahverkehrszügen genutzt.<ref>Bahnsteiginformationen. In: deutschebahn.com. DB Station&Service, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Januar 2018; abgerufen am 10. Januar 2018.</ref>
Verkehr
Der Bahnhof befindet sich zwischen den größeren Bahnhöfen Rosenheim und Salzburg und ist ICE/EC-Systemhalt. Er dient seit dem Bau der Nebenstrecken nach Waging, Ruhpolding und Trostberg als Verteilerstation.
Der Bahnhof Traunstein wird im Zweistundentakt von ICE- und EC-Zügen der Linie 62 im Verkehr mit Österreich bedient.
Die Railjet-Züge von München über Wien nach Budapest durchfahren den Bahnhof im Zweistundentakt ohne Halt. Auch die ÖBB-Korridorzüge zwischen Salzburg und Kufstein über die Rosenheimer Kurve bedienen Traunstein nicht.
| Linie | Verlauf | Frequenz | |
|---|---|---|---|
| ICE/RJ/EC 62 | Frankfurt – Heidelberg – | Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Rosenheim – Traunstein – Freilassing – Salzburg – Klagenfurt / Graz | Zweistundentakt |
| Münster – Recklinghausen – Gelsenkirchen – Köln Messe/Deutz – Frankfurt Flughafen – Mannheim – | |||
| RB 47/49 | Mühldorf (Oberbay) – Garching (Alz) – Trostberg – Hörpolding – Traunstein | Zweistundentakt | |
| RB 49 | Traunstein – Hörpolding – Traunreut | Stundentakt | |
| RB 53 | Traunstein – Ruhpolding | Stundentakt | |
| RB 59 | Traunstein – Waging | Stundentakt<ref>Fahrplan 2025 bei der Südostbayernbahn. Abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref> | |
| RE 5 | München – Rosenheim – Prien a Chiemsee – Traunstein – Freilassing – Salzburg | Stundentakt | |
| München – Rosenheim – Prien a Chiemsee – Traunstein | vier Zugpaare | ||
Siehe auch
Literatur
- Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.
- Armin Franzke: Traunstein. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 83. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2009, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 6 S.).
Weblinks
- Gleise in Serviceeinrichtungen (MTS). DB InfraGO (PDF; Gleisplan des Bahnhofs Traunstein)
Einzelnachweise
<references/>