Zum Inhalt springen

Linksjugend solid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. April 2026 um 21:46 Uhr durch ~2026-24139-71 (Diskussion) (Vorstand: Rücktritt von Martha Chiara Wüthrich aus dem Bundesvorstand der Linksjugend eingepflegt.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Linksjugend solid
Logo
180x
Basisdaten
Art Jugendorganisation
Ausrichtung Demokratischer Sozialismus
Ökosozialismus<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eine soziale Transformation muss eine ökologische sein, oder sie wird nicht sein! (Memento vom 14. April 2019 im Internet Archive)</ref>
Kommunismus<ref>https://www.linksjugend-solid.de/gegen-die-regierungsbeteiligung-fuer-den-kommunismus/</ref><ref>https://www.linksjugend-solid.de/fuer-einen-emanzipatorischen-kommunismus/</ref>
Antifaschismus
Feminismus
Basisdemokratie
Marxismus
Gründungsdatum 20. Mai 2007
Gründungsort Berlin
Vorstand Maximilian Krippner
Aster Maran
Maria Lara Moubarak
Selina Pfister
Limes „Ly“ Schäfer<ref name="bspr">Bundessprecher:innenrat. Linksjugend solid, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref>
Schatzmeister Yannic Schalk<ref name="bspr" />
Geschäftsführer Lisa Madsack
Marek Lipp<ref>http://www.linksjugend-solid.de/verband/kontakt/ linksjugend-solid.de</ref>
Struktur
Mitglieder 74.200 (13.000 aktive und 61.200 passive Mitglieder) (Stand: August 2025)<ref>https://www.linksjugend-solid.de/faq/</ref>
Gliederung 16 Landesverbände
über 200 Basisgruppen
Mindest­alter 14<ref>Satzung. Linksjugend solid, abgerufen am 3. November 2025.</ref>
Adressen
Adresse Kleine Alexanderstraße 28
10178 Berlin
Website linksjugend-solid.de

Linksjugend solid (Eigenschreibweise Linksjugend ['solid]<ref name=":1">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Satzung von linksjugend ['solid] e. V. (PDF) Fassung vom 28. November 2021. linksjugend ['solid] e. V., abgerufen am 3. Dezember 2022.</ref>) ist ein politischer Jugendverband in Deutschland. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Feminismus, Sozialismus, Basisdemokratie und Antifaschismus. Er steht der Partei Die Linke nahe und ist von dieser als Jugendorganisation anerkannt.

Der Studierendenverband Die Linke.SDS ist ein Bundesarbeitskreis der Linksjugend solid mit Sonderstatus.<ref name="VS2008"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht 2008 (Memento vom 12. Juni 2009 im Internet Archive; PDF) S. 147.</ref>

Selbstverständnis

Die Linksjugend solid versteht sich selbst als antikapitalistisch, sozialistisch, antifaschistisch, basisdemokratisch und feministisch. Die Bezeichnung „['solid]“ im eigenen Namen betont dabei die Ausrichtung des Jugendverbandes als „sozialistisch, links, demokratisch“.<ref name="Satzung"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Satzung der Linksjugend [’solid] § 2.1 (Memento vom 6. März 2019 im Internet Archive; PDF), abgerufen am 13. Oktober 2015.</ref>

Die Jugendorganisation sieht sich als eine Plattform für radikale Gesellschaftskritik und selbstbestimmte Politik, die verschiedene linke Strömungen zusammenführen soll. Dabei begreift sie sich als Teil emanzipatorischer Bewegungen und sucht auch auf internationaler Ebene die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten politischen Jugendstrukturen. Zudem betrachtet sich die Linksjugend solid als Interessenvertretung linker Jugendlicher in und bei der Partei Die Linke.<ref name="Satzung" />

Der Jugendverband bekennt sich zur Errichtung einer „klassenlose[n] Gesellschaft“, in der der Kapitalismus, der Rassismus und das Patriarchat überwunden sind. Banken und Konzerne sollen letztlich verstaatlicht und der Kontrolle der Beschäftigten unterstellt werden. Die Wirtschaft soll nach einem demokratisch legitimierten „gesamtgesellschaftlichen Produktionsplan“ gelenkt werden. Dennoch soll in „kritisch-solidarischer“ Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke auch für grundlegende Reformen innerhalb des kapitalistischen Systems gekämpft werden.<ref name="Programm">Programm gegen Preissteigerungen und Energiekrise! – Linksjugend ['solid]. Abgerufen am 28. November 2025.</ref>

Die Linksjugend solid betrachtet dabei den Staat nicht als neutralen Raum, sondern als Verdichtung von Kräfteverhältnissen zwischen Klassen. Potentielle Regierungsbeteiligungen der Partei Die Linke erachtet die Linksjugend solid nur für sinnvoll, wenn ein „klarer Transformationsprozess“ erkennbar ist und „rote Haltelinien“ eingehalten werden.<ref>Unsere Haltung zu einer linken Regierungsbeteiligung im Bund. In: linksjugend-solid.de. 9. Mai 2021, abgerufen am 1. Juni 2021.</ref>

Aufgrund der Entstehung aus verschiedenen Jugendverbänden und durch das pluralistische Selbstverständnis der Linksjugend solid wie auch der Partei Die Linke ist im Jugendverband ein breites Spektrum politischer Meinungen vertreten. Daraus ergibt sich die Existenz verschiedener Strömungen, die etwa durch den israelsolidarischen Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom oder durch den dem Marxismus-Leninismus nahestehenden BAK Klassenkampf repräsentiert sowie anarchistische und libertär-sozialistische Ansichten durch den BAK Libertäre Plattform oder linkssozialistische Ansichten durch den BAK Marxistisches Netzwerk.

Geschichte

Datei:Linksjugend solid Logo.svg
Altes Logo

Am 20. Mai 2007 wurde auf der 9. Bundesdelegiertenkonferenz (BDK) von ['solid] – die sozialistische Jugend, dem PDS-nahen Jugendverband, die Linksjugend solid gegründet. An dieser Gründungsveranstaltung nahmen auch Delegierte der WASG-Jugend (z. B. Links!WASGeht Bayern) und der Jungen Linken.PDS Berlin-Brandenburg und Sachsen teil. Der Parteitag der Partei Die Linke am 16. Juni 2007 hat die Linksjugend solid als Jugendorganisation der Partei anerkannt.<ref>Anerkennung des Jugendverbandes Linksjugend ['solid] und des Studierendenverbandes DIE LINKE.Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband (DIE LINKE.SDS). Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. August 2022; abgerufen am 28. November 2025.</ref> Der am 5. Mai 2007 gegründete Studierendenverband Die Linke.SDS wurde Teil der Linksjugend solid.

Auf dem ersten Bundeskongress (BuKo) im April 2008 in Leipzig beschloss der Jugendverband sein Grundsatzprogramm.<ref>Marie Katharina Wagner: "Hier ist das künftige Regierungspersonal". In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 81, 7. April 2008, S. 6 (faz-biblionet.de [abgerufen am 16. Juni 2021]).</ref><ref>Unser Programm. Linksjugend ['solid], abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

Datei:Linksjugend solid levee building protest at Platz der Republik 01.jpg
Protestaktion der Linksjugend solid für Klimaschutzpolitik (2019)

Wichtige Kampagnen der Linksjugend solid richteten sich gegen eine Reihe von Gipfeltreffen (etwa gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007, den G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2015 oder den G20-Gipfel in Hamburg 2017) und Klimakonferenzen (etwa die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009). Die Linksjugend solid beteiligte sich auch an zahlreichen „Bildungsstreiks“ und war aktiver Teil des kapitalismuskritischen Blockupy-Bündnis. 2009 initiierte die Linksjugend solid eine antifaschistische „aufmucken gegen rechts“-Kampagne. Darüber hinaus beteiligte sich die Linksjugend solid an Wahlkämpfen der Partei Die Linke.<ref name="verbandsgeschichte_wb">Verbandsgeschichte. In: linksjugend ['solid]. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. April 2019; abgerufen am 11. Oktober 2019.</ref> Eine Reihe von Mitgliedern der Linksjugend solid zogen über Listenplätze der Partei Die Linke in Landtage oder den Bundestag ein (etwa Victor Perli oder Niema Movassat) und kandidierten auf aussichtsreichen Listenplätzen für das Europaparlament.<ref>DIE LINKE: Für Solidarität und soziale Gerechtigkeit! Abgerufen am 3. Dezember 2020.</ref>

Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 rief die Linksjugend auf ihrer Webseite zur Aktion „Deutschland knicken“ auf, bei der Fahnen „eingesammelt“ werden sollen, gemeint ist damit auch das Abbrechen von an Fahrzeugen angebrachten Deutschlandfahnen.<ref>„Deutschland knicken“: Linksjugend ruft zum Abbrechen von Deutschland-Fähnchen auf. In: Kölner Stadt-Anzeiger. (ksta.de [abgerufen am 28. November 2025]).</ref> 2022 kritisierte die Linksjugend solid den Umgang mit sexualisierter Gewalt innerhalb der Partei Die Linke.<ref>Sebastian Erb, Anne Fromm, Daniel Schulz: Der Knall. In: Die Tageszeitung. 22. April 2022, abgerufen am 11. November 2022.
Max Zeising: Mehrere Austritte wegen Umgang mit #LinkeMeToo. In: Neues Deutschland. 12. Juli 2022, abgerufen am 11. November 2022.
#LinkeMeToo. Beschluss des XV. Bundeskongresses am 04.-6. November 2022 in Magdeburg. Linksjugend solid, abgerufen am 11. November 2022.</ref>

Aufgrund ihres antifaschistischen Engagements wurden mehrfach aktive Mitglieder durch Neonazis bedroht oder von solchen angegriffen – so unter anderem 2008 am Neuenhainer See durch die Freien Kräfte Schwalm-Eder,<ref name="fr-nordhe">Joachim F. Tornau: Neonazis prügeln Kinder. In: Frankfurter Rundschau. 21. Juli 2008, abgerufen am 27. Januar 2024 (wegen des Datums: vgl. Hessischer Landtag, Drs. 17/664 (PDF), S. 4).
Kevin S. muss in Haft. In: Frankfurter Rundschau. Abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> 2010 in Aachen,<ref name="er-aa">Aachen: Neonazis greifen Mitglieder der Linksjugend an. In: Endstation Rechts. 28. März 2010, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> 2017 in Cottbus,<ref name="tsp-cottbus">René Garzke: Rechtsextremismus in Brandenburg: Cottbus: Linksjugend von Neonazis bedroht. In: Tagesspiegel. 17. Juli 2017, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> 2019 in Eschweiler,<ref name="ob-esch">29.6.19: Eschweiler. Opferberatung Rheinland, 29. Juni 2019, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> 2022 in Schwerin<ref name="kata-sn">Antonia Grabowski: Schwerin: Mitglieder von Jusos und Linksjugend angegriffen. In: Katapult MV. 1. Juli 2022, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> und 2023 in Eisenhüttenstadt.<ref name="nd-huette">Lola Zeller: Linksjugend Eisenhüttenstadt: Unbeugsam nach rechter Bedrohung. In: nd. 8. September 2023, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Liste der Bundessprecher
Wahlperiode Bundessprecher Bemerkung
2007–2008

Fabian Blunck, Mariama de Brito-Henn, Katalin Gennburg, Irene Köppe, Lena Kreck, Benjamin Krüger, Sarah Nagel, Barbara Paech, Victor Perli, Karin Schnetzinger, Max Steininger, Haimo Stiemer, Colin Turner, Felix Pithan

2008–2009

Julia Bonk, Benjamin Brusniak, Katharina Dahme, Florian Höllen, Konstantin Löbbert, Wiebke Martens, Karin Schnetzinger, Max Steininger, Haimo Stiemer, Lisa Umlauft

  • Bonk: 2004–2014 MdL Sachsen, 2012–2014 Mitglied des Parteivorstands von Die Linke
2009–2010

Björn Buschbeck, Marco Heinig, Katharina Jung, Steffen Kühne, Anna Merkel, Michaela Seifferth, Haimo Stiemer, Franziska Stier

2010–2011

Konstantin Bender, Björn Buschbeck, Katharina Dahme, Hannah Heyenn, Steffen Kühne, Christoph Kröpl, Norbert Müller, Juliane Pfeiffer, Jasper Prigge, Franziska Stier, Katharina Volk, Laura Wollny

  • Müller: 2014–2021 MdB
2011–2012

Katharina Dahme, Adrian Furtwängler, Florian Häber, Josi Michalke, Felix Pithan, Juliane Pfeiffer, Jasper Prigge, Julia Range

2012–2013

Malte Fiedler, Adrian Furtwängler, Imke Grittner, Anna Kumher, Sebastian Lucke, Josi Michalke, Kai Padberg, Jasper Prigge, Julia Range<ref>linksjugend ['solid]: Sprecherinnenrat. In: linksjugend-solid.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. August 2012; abgerufen am 31. März 2014.</ref>

2013–2014

Lissy Bott, Wiete Fehner, Malte Fiedler, Florian Häber, Balakrishnan Koculan, Lisa Müller, Hannes Retzlaff, Miriam Strunge<ref>Bundeskongress 2013. Linksjugend ['solid], 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. April 2021; abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

  • Strunge: seit 2015 MdBB Bremen, 2016–2018 Mitglied des Parteivorstands von Die Linke
2014–2015

Lissy Bott, Lisa Müller, Hannes Retzlaff, Karsten Stöber, Miriam Strunge, Imogen Wilkins, Julius Zukowski-Krebs<ref>Bundeskongress 2014. Linksjugend ['solid], 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. April 2021; abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

2015–2016

Malte Fiedler, Selin Gören, Josi Michalke, Thomas Popp, Carolin Tischner, Janis Walter, Imogen Wilkins, Julius Zukowski-Krebs<ref>Bundeskongress 2015. Linksjugend ['solid], 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. April 2021; abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

2016–2017

Selin Gören, Daniel Kerekeš, Saskia Spahn, Carolin Tischner, Janis Walter, Julius Zukowski-Krebs<ref>Bundeskongress 2016. Linksjugend ['solid], 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. April 2021; abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

2017–2018

Lissy Bott, Paul Gruber, Lucas Kannenberg, Jakob Migenda, Sarah Rambatz, Noro Schlorke<ref>Neuer Bundessprecher*innenrat. Linksjugend ['solid], 26. April 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. April 2021; abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

2018–2019

Luisa Albrecht, Kathrin Gebel, Paul Gruber, Lucas Kannenberg, Jakob Migenda, Noro Schlorke, Sinem Ergüzel, Nadine Bendahou, Piet Jakobs, Konstantin Gräfe<ref>Mona Jaeger: Minister von morgen? In: Politik & Kommunikation. 19. März 2019, abgerufen am 12. Juni 2021.</ref>

2019–2020

Kathrin Gebel, Konstantin Gräfe, Franziska Liebich, Franzi Lucke, Michael Neuhaus, Natalie Prautsch, Maximilian Schulz, Benny Schwarz<ref>Strukturen. Linksjugend Niedersachsen, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Juni 2021; abgerufen am 15. Juni 2021.</ref>

2020–2021

Charlie Birner, Carla Büttner, Sarah Dubiel, Selin Gören (nachgewählt), Rebekka Grotjohann, Michael Neuhaus, Jan Schiffer, Maximilian Schulz, Anna Westner (zurückgetreten)<ref>Linksjugend solid: Roter Rauch über den Dächern! Wir haben einen neuen Bundessprecher*innenrat. In: Twitter. 14. November 2020, abgerufen am 3. Juli 2021.</ref>

2021–2022

Charlie Birner, Riley Dubiel, Jay Hammes, Gerda Krull, Felix Schattmann, Jan Schiffer, Henrik „Henno“ Spieler, Isabella Wolbart<ref>Linksjugend solid: Gestern haben wir einen neuen Bundessprecher:innenRat gewählt. In: Twitter. 28. November 2021, abgerufen am 28. November 2021.</ref>

2022–2023

Angelo D’Angelo, Maxi Basak (zurückgetreten), Momo Eich, Emma Griebel (zurückgetreten), July Kölbel, Dio Kunz (zurückgetreten), Lena Reinhardt<ref name="bspr2022">Bundessprecher:innenrat. Linksjugend solid, abgerufen am 10. November 2022.</ref>

2023–2024

Emma Böcker, Dasha Domscheit (zurückgetreten), Momo Eich, July Kölbel, Jonna Kühl, Wanja Nitzsche (nachgewählt), Tim Roschig, Malu Ayana Uhlig (nachgewählt), Kiara Welsch<ref name="bspr2023">Bundessprecher:innenrat. Linksjugend solid, abgerufen am 5. November 2023.</ref>

2024–2025

Nikolai Arnaudov, Johanna Brauer, Jonna Kühl, Maria Lara Moubarak, Tim Roschig, Yannic Schalk, Limes „Ly“ Schäfer, Jannik Starcke, Kiara Welsch<ref name="bspr2024">Bundessprecher:innenrat. Linksjugend solid, abgerufen am 26. Oktober 2024.</ref>

2025–2026

Maximilian Krippner, Aster Maran, Martha Chiara Wüthrich (zurückgetreten), Maria Lara Moubarak, Selina Pfister, Limes „Ly“ Schäfer, Yannic Schalk<ref name="bspr" />

Organisation

Der Jugendverband ist ein von der Partei rechtlich entkoppelter Verein mit verschiedenen Organen, die bundesweit agieren (siehe unten), gleichzeitig ist er der Dachverband für die Landesverbände. Die Organisationsstruktur der Landesverbände ist unterschiedlich: einige sind, wie der Bundesverband, nicht Teil der Partei (z. B. der Landesverband Brandenburg). Andere sind an die Partei angegliedert (z. B. der Landesverband Sachsen). Innerhalb der Landesverbände ist die Struktur je nach Satzung unterschiedlich. Üblicherweise bilden die Kreise und Kreisfreien Städte die kommunale Organisationsebene, innerhalb dieser kann es mehrere Basisgruppen (BG) geben.<ref>Satzung der Linksjugend ['solid] Sachsen. (PDF) In: Linksjugend ['solid] Sachsen. 25. September 2022, abgerufen am 14. November 2022.</ref>

Organe

Die Organe sind auf Bundesebene der Bundeskongress (BuKo), der Bundessprecher*Innenrat (BSPR) und der Länderrat.<ref name=":0" /> Diese tagen grundsätzlich öffentlich.

Der Bundeskongress ist das höchste demokratische Entscheidungsorgan der Linksjugend solid. Er tagt mindestens einmal im Jahr, „um über die politischen Leitlinien für das nächste Jahr zu diskutieren und die Ausrichtung des Verbandes zu bestimmen“.<ref name=":0"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Strukturen. (Memento vom 1. September 2013 im Internet Archive) In: linksjugend-solid.de</ref>

Der Bundessprecher*innenrat besteht aus 6 bis 15 gleichberechtigten Mitgliedern sowie einem Schatzmeister. Er wird jährlich neu gewählt und entscheidet zwischen den Kongressen. Er ist insbesondere für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die Umsetzung der Beschlüsse des Bundeskongresses verantwortlich. Er hält den Geschäftsbetrieb aufrecht und koordiniert die Arbeit der Landesverbände.

Auf Landesebene existieren Vorstände, die je nach Satzung Landessprecher:innenrat (LSPR) oder Beauftragtenrat (BR) genannt werden. Sie werden auf landesweiten, basisdemokratischen Versammlungen (oft Landesjugendplenum oder Landesmitgliederversammlung genannt) gewählt und so beauftragt, sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu kümmern, die Umsetzung der Beschlüsse des Landesjugendplenums zu koordinieren und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.<ref>Satzung von Linksjugend ['solid] e. V. (PDF) Linksjugend ['solid] e. V., 28. November 2021, abgerufen am 14. November 2022.</ref>

Arbeitsweise

Innerhalb des Bundesverbandes existieren folgende Arbeitsgruppen (AGs), die den Bundessprecher:innenrat bei der Organisation unterstützen: Propaganda, TikTok, Internationales, Bildungsnetzwerk, Antirassismus, Antisemitismuskritik, Awareness. Des Weiteren gibt es als freie und themengebundene Zusammenschlüsse die Bundesarbeitskreise (BAKs) Die Linke.SDS, Aesthetik, Antimilitarismus, Bytva, Feminismus, Hinterland, Klassenkampf, IT, Mediation, Marxistisches Netzwerk, Libertäre Plattform, Queer, Shalom, Sozialistische Wirtschaftspolitik, Teilhabe, Agitation und Propaganda.<ref>Instagram. Abgerufen am 23. November 2025.</ref><ref>Bundesarbeitskreise. In: linksjugend-solid.de</ref>

Auf Landesebene gibt es die Landesarbeitskreise (LAKs), in einigen Bundesländern alternativ auch Landesvorstände, Landeskoordinierungsräte oder Beauftragtenrat genannt, und Kommissionen der Landesebene. Das Gros der Arbeit findet in den über 200 Basisgruppen (BGs) statt.<ref>linksjugend ['solid]. Partei DIE LINKE, abgerufen am 20. Dezember 2021.</ref>

Mitglieder

Mitglied können alle Personen im Alter von 14 bis 35 werden. Mitglieder der Mutterpartei Die Linke im entsprechenden Alter werden automatisch zu passiven Mitgliedern im Jugendverband.<ref>Bundesgeschäftsführung der Partei Die Linke (Hrsg.): Bundessatzung der Partei Die Linke. Berlin 2014 (Online [PDF]).</ref>

Mit ihren inzwischen über 74.200 Mitgliedern<ref name="verbandsgeschichte_wb" /> sieht sich die Linksjugend solid selbst als den „größten linksradikalen Jugendverband Deutschlands“.<ref name="10Jahre"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />10 Jahre linksjugend [’solid] (Memento vom 13. September 2017 im Internet Archive). Abgerufen am 10. November 2017.</ref> Von den Mitgliedern sind über 13.000 aktiv, haben also ihren Beitritt in Textform bewusst erklärt.

Die Förderung der Gleichstellung der Mitglieder ist ein Grundprinzip des Verbandes. So muss bei Wahlen innerhalb des Jugendverbandes zu Gremien und Organen grundsätzlich ein mindestens fünfzigprozentiger „FLINTA*-Anteil“ (Female, Lesbian, Inter, Nonbinary, Trans, Agender) gewährleistet sein. Außerdem haben FLINTA*-Personen das Recht, innerhalb des Verbandes eigene Strukturen aufzubauen und FLINTA*-Plena (das Abhalten einer Versammlung, an denen nur FLINTA*-Personen teilnehmen) durchzuführen sowie ein Veto mit aufschiebender Wirkung einzulegen.<ref name=":1" />

Veranstaltungen

Der Landesverband Sachsen veranstaltet seit 1999 jährlich das Pfingstcamp (kurz „PfiCa“). Angefangen als Zeltlager ist es heutzutage ein kleines Festival mit Programm zu politischer Theorie, Workshops zum Wissenstransfer und Musik zum Tanzen. Auch andere Landesverbände bieten mittlerweile ähnliche Veranstaltungen an, das Sächsische PfiCa ist bislang aber das erfolgreichste.<ref>Pfingstcamp #22 – der linksjugend ['solid] Sachsen | 03.06.-06.06.2022 | Doksy, Tschechien. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Juli 2022; abgerufen am 14. November 2022.</ref>

Die Linksjugend veranstaltet Camps und Freizeiten mit politischem und emanzipatorischem Anspruch. Weiterhin finden auch inhaltliche Workshops, politische Rollenspiele und Aktionen statt. Das erste Camp Ya Basta! fand im Sommer 2007 in Bielefeld statt. 2008 folgte das Klimacamp in Hamburg, das vom Bundesarbeitskreis Klima der Linksjugend mitgestaltet wurde und an dem sich der Verband mit einem eigenen Barrio beteiligte, im September 2008 beteiligte sich der Verband am 5. Europäischen Sozialforum in Malmö (Schweden) mit einer eigenen Veranstaltung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht 2008 (Memento vom 12. Juni 2009 im Internet Archive; PDF) S. 173.</ref>

Verhältnis zum Verfassungsschutz

Die Linksjugend solid fordert – gemeinsam mit den Jusos und der Grünen Jugend – die Abschaffung des Bundesamtes und der Landesbehörden für Verfassungsschutz.<ref>Die Erwähnung von Ende-Gelände im Berliner Verfassungsschutzbericht ist falsch! Gemeinsames Statement von Grüner Jugend, Linksjugend solid und Jusos, zur Erwähnung der Klimaaktivisten „Ende Gelände“ im Berliner Verfassungschutzbericht. Jusos, Mai 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Juni 2020; abgerufen am 21. Mai 2020.</ref> Anlass für die gemeinsame Forderung war im Mai 2020 die Einstufung von Ende Gelände als linksextremistische Bewegung durch den Verfassungsschutz Berlin.<ref>Verfassungsschutz Berlin: Bericht 2019. (PDF; 4,6 MB) Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Mai 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Juni 2020; abgerufen am 21. Mai 2020 (S. 162 ff.).</ref> Schon seit 2014 ist die Forderung nach der Abschaffung der Verfassungsschutz-Behörden Bundeskongress-Beschlusslage bei der Linksjugend solid.<ref>Wir haben etwas zu verbergen: Unsere Privatsphäre. Beschluss des VII. Bundeskongresses am 28.–30. März 2014 in Frankfurt am Main. Linksjugend solid, abgerufen am 22. November 2021.</ref>

Die Linksjugend wird auf Bundesebene nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet, aber einige Landesverbände. Im Zuge der Beobachtung der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz wurde sie in den Bundesverfassungsschutzberichten 2007 und 2008 erwähnt und unter „linksextremistische Bestrebungen und Verdachtsfälle“ geführt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht 2007 (Memento vom 26. Januar 2009 im Internet Archive) (PDF) S. 156 f.</ref> In den Berichten der Jahre 2010<ref name="VSB2010"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht 2010 (Memento vom 2. November 2014 im Internet Archive) (PDF; 4,3 MB) S. 160, 162, 165, 167 f.</ref> und 2011<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht 2011 (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive) (PDF; 6,01 MB) S. 178/179.</ref> wurde der Jugendverband noch im Bereich „Linksextremismus“ genannt, aber seit 2012 nicht mehr erwähnt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht 2012 (Memento vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive) (PDF; 5,7 MB)Inhaltsverzeichnis S. 8 ff.</ref>

Dem Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg,<ref>Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2017. 1. März 2018, ISSN 0720-3381, S. 227–229 (Online).</ref> dem Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz<ref>Bayerisches Staatsministerium des Innern und für Integration (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht Bayern 2017. München März 2018, S. 218 (Online [PDF]).</ref> und dem Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen<ref>Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen: Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2017. Hrsg.: Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf Juli 2018 (Online [PDF]).</ref> galten die dortigen Landesverbände, in Baden-Württemberg und Bayern inklusive des Sozialistisch-demokratischen Studierendenverbandes, als linksextremistische Bestrebungen. Noch 2025 wurde einem Verbandsmitglied in Bayern unter Verweis auf die Einschätzung des Landesamtes für Verfassungsschutz die Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst verwehrt.<ref name="sz25">Florian Fuchs: Zweifel an Verfassungstreue: Bundestagskandidat der Linken gekündigt. In: Süddeutsche Zeitung. 3. Februar 2025, abgerufen am 3. Februar 2025.</ref>

Umgang mit Antisemitismus und dem Nahostkonflikt

Nach einer von Linksjugend solid Ruhr angemeldeten Pro-Gaza-Kundgebung im Juli 2014 unter Beteiligung von etwa 2000 Menschen in Essen, die zunächst friedlich verlief, kam es zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten, bei denen etwa 200 Anti-Israel-Demonstranten gegen Pro-Israel-Demonstranten vorgingen.<ref>Reimar Paul: Antisemitismus auf Pro-Gaza-Demos: „Nazimörder Israel“. In: Die Tageszeitung: taz. 20. Juli 2014, ISSN 0931-9085 (Online [abgerufen am 14. Oktober 2019]).</ref><ref>Acht Festnahmen nach Friedensdemo gegen Gaza-Krieg in Essen. In: WAZ.de. 19. Juli 2014, abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref><ref>Hassdemo loest Antisemitismus Streit bei Linken aus. In: abendblatt.de. 18. Juli 2014, abgerufen am 15. April 2022.</ref>

Seit 2007 existiert der Bundesarbeitskreis „Shalom“, der als „Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus“ dienen soll.<ref>Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen 2018. Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2018, S. 53 (Online [PDF]).</ref><ref>http://bak-shalom.de/. Abgerufen am 8. Juli 2020.</ref><ref>10 Jahre "BAK Shalom" - Ein heißes Eisen bei der Linken. In: Deutschlandfunk Kultur. Abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref> 2015 verabschiedete der Bundeskongress einen Appell unter dem Titel Gegen jeden Antisemitismus, der solchen Vorfällen entgegenwirken sollte.<ref>Gegen jeden Antisemitismus. In: linksjugend ['solid]. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref>

Am 10. April 2022 stimmte eine Vollversammlung des Berliner Landesverbandes der Linksjugend mehrheitlich für einen Beschluss, Israel als Apartheidsstaat sowie „Zionismus als reaktionäre, bürgerliche Ideologie“ zu benennen.<ref>Berliner Linke will Parteijugend die Gelder streichen. In: tagesspiegel.de. 15. April 2022, abgerufen am 15. April 2022.</ref> Der Verband beruft sich dabei auf Amnesty International und Human Rights Watch.<ref>Unsere Position zur Situation in Israel und Palästina – Linksjugend ['solid] Berlin. Abgerufen am 17. August 2022.</ref>

Ein Mitglied in Frankfurt wurde im August 2025 ausgeschlossen, nachdem es auf X einer Gruppe jüdischer Schüler aus Frankreich, die ein spanisches Flugzeug vor dem Start hatten verlassen müssen, den Tod gewünscht hatte.<ref>Danijel Majić: Empörung über Linksjugend: "Aufruf zum Mord an jüdischen Kindern und Jugendlichen". 18. August 2025, abgerufen am 19. August 2025.</ref>

Im Oktober 2025 fasste der Bundeskongress einen Beschluss, der von einem „kolonialen und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts“ spricht, „der sich von seinen Anfängen bis heute in der Eroberung neuer Gebiete und in der Vertreibung ihrer Einwohner:innen ausdrückt“. Demgegenüber sei „die Befreiung Palästinas als Teil einer breiteren demokratischen und sozialistischen Revolution“ zu verstehen.<ref>Nie wieder zu einem Völkermord schweigen. Beschluss der Linksjugend [’solid] vom 1. November 2025, abgerufen am 5. November 2025.</ref> Der Beschluss sorgte für Kritik aus der Partei Die Linke, so distanzierten sich die Parteivorsitzenden.<ref>Eine einseitige Perspektive bringt niemandem etwas. In: Links bewegt Das Online Magazin der LINKEN. 6. November 2025, abgerufen am 7. November 2025.</ref> In einem Brief forderten 17 Bundestagsabgeordnete (u. a. Caren Lay, Bodo Ramelow, Gregor Gysi und Dietmar Bartsch) von dem Parteivorstand „politische Verlässlichkeit und Klarheit, dass weder diese politische Orientierung noch diese politische Kultur in der Partei unwidersprochen geduldet werden und in die Fraktion schwappt“.<ref>Frederik Schindler: „Es ist etwas ins Rutschen gekommen“ – Gysi und Ramelow kritisieren Israel-Hass in Linke-Jugend. In: WELT. 6. November 2025, abgerufen am 7. November 2025.</ref><ref name=":2">Thilo Alexe: Sachsens Linkenchefs: Partei duldet keinen Antisemitismus. Leipziger Volkszeitung, 8. November 2025, abgerufen am 8. November 2025.</ref> Mitglieder des Jugendverbandes, die den Antrag ablehnten, berichteten von internen Anfeindungen während des Bundeskongresses.<ref>Rainer Rutz: Jugendverband der Linkspartei: Linksjugend heißt jetzt Palästina Spricht. In: taz. 5. November 2025, abgerufen am 5. November 2025.</ref> Die Linksjugend Sachsen distanzierte sich von dem Beschluss der bundesweiten Nachwuchsorganisation.<ref name=":2" />

Im Februar 2026 entzog das Landesschiedsgericht Thüringen der Linkspartei der Bundessprecherin Wüthrich wegen Relativierung des Holocaust für zwei Jahre die Mitgliedsrechte.<ref>Holocaust relativiert: Linksjugendsprecherin verliert ihre Mitgliedsrechte</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Navigationsleiste Politische Jugendorganisationen in Deutschland

Vorlage:Hinweisbaustein