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Yohimbin

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Yohimbin ist eine vornehmlich in den Blättern und der Rinde des Yohimbe-Baumes (Pausinystalia yohimbe) natürlich vorkommende Substanz aus der Gruppe der Indolalkaloide. Darüber hinaus ist Yohimbin auch in den Wurzeln zahlreicher Schlangenwurze (Rauvolfia-Arten) anzutreffen. Zu den nach dieser Art benannten Rauvolfia-Alkaloiden gehören neben Yohimbin ferner auch beispielsweise Reserpin, Mitragynin, Serpentin und Ajmalin.<ref name="wo">Yohimbin. In: Lexikon der Biologie/Chemie online.</ref> Therapeutisch wird Yohimbin bei Erektionsstörungen eingesetzt.<ref>Yohimbin: Potenzkraft vom Äquator In: Pharmazeutische Zeitung.</ref>

Pharmakologie

Yohimbin ist ein hochpotenter Antagonist an α2-Adrenozeptoren, welche u. a. in der glatten Muskulatur von Blutgefäßen zu finden sind. Eine Blockade dieser glattmuskulären Rezeptoren führt zu einer Erweiterung der Gefäße.<ref>Vorlage:Cite journal</ref> Yohimbin überquert zudem rasch die Blut-Hirn-Schranke und erhöht durch zentrale Mechanismen den Blutdruck und die Herzfrequenz. Außerdem erhöht es die motorische Aktivität und führt zu Tremor.

Weiterhin beschrieben sind eine antiemetische, antidiuretische, lokal betäubende und monoaminooxidasehemmende Wirkung.<ref>Vorlage:Vetpharm</ref>

Die aphrodisierende Wirkung des Yohimbins soll einerseits ebenfalls auf die Blockade von α2-Adrenozeptoren auf Blutgefäßen in den männlichen Geschlechtsorganen und andererseits auf die Blockade von α2-Adrenozeptoren im Zentralnervensystem zurückzuführen sein. Darüber hinaus interagiert Yohimbin mit zahlreichen Serotonin-(5-HT)-Rezeptoren.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (1 bis 10 %) nach Einnahme von Yohimbin in therapeutischer Dosierung zählen Schlaflosigkeit, Angst, Unruhe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und verstärkter Harndrang. Gelegentlich (0,1 bis 1 %) treten Nervosität, Schwindel, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Durchfall, Schwitzen, Frösteln, Herzklopfen, Steigerung des Blutdrucks und der Herzfrequenz auf. Über das gelegentliche Auftreten allergischer Reaktionen und Hautrötungen wurde ebenfalls berichtet. Deutlich seltenere Nebenwirkungen sind unter anderem Hypotonie, Bronchospasmus und Tremor.<ref name="FI Yocon-Glenwood">Fachinformation Yocon-Glanwood. Glenwood GmbH, Stand Februar 2010.</ref> Nach Einnahme einer sehr hohen Dosis Yohimbin (200 mg) wurde unter anderem ein Lupus erythematodes mit chronischem Nierenversagen beschrieben.<ref name="Gabardi" /> Yohimbin kann bei Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung Panikattacken und Flashbacks auslösen.<ref>Jonathan Shay, M.D., Ph.D.: Vorlage:Webarchiv Stand: 26. April 2008.</ref>

Therapeutischer Stellenwert

Studien zeigen, dass Patienten mit psychogener und/oder organischer Impotenz teilweise von einer Medikation mit Yohimbin profitieren können.<ref>E. Ernst E, M.H. Pittler: Yohimbine for erectile dysfunction: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. In: J Urol., 1998 Feb, 159(2), S. 433–436, PMID 9649257.</ref><ref>Vorlage:Webarchiv Publikation von Bandolier, 1. April 2007.</ref> Die Anwendung erfolgte über einen Zeitraum von 2 bis 10 Wochen. Nachteilig ist die zwischen 7 und 87 % stark schwankende Bioverfügbarkeit des Yohimbins, die inter- und intraindividuell beobachtet wird.<ref>W. Blaschek, R. Hänsel, K. Keller: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band 2. 5. Ausgabe, Verlag Springer, 1998, S. 323.</ref> Mit dem Aufkommen der gut wirksamen PDE-5-Hemmer für die Behandlung der erektilen Dysfunktion ist die Bedeutung des schwach und unzuverlässig wirkenden Yohimbins zurückgetreten.<ref>I. Knebel: Tadalafil und Vardenafil. In: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 11, 2004.</ref><ref>C. Leiber, U. Wetterauer: Individuelle Therapie für das heimliche Leiden In: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 37, 2005.</ref>

Die früher praktizierte Behandlung des Bluthochdrucks mit Yohimbin ist seit langem obsolet.

Pharmazeutische Informationen

Yohimbin ist oral anwendbar. Arzneilich verwendet wird das Yohimbinhydrochlorid.

Tiermedizin

In der Tiermedizin wird Yohimbin eingesetzt, um bei Hunden und Hirschen die Wirkung von Xylazin aufzuheben.<ref>CFR - Code of Federal Regulations Title 21</ref> In Deutschland ist Yohimbin in der tierärztlichen Praxis nicht zugelassen, hier wird Atipamezol eingesetzt.<ref>W. Erhardt, J. Henke, J. Haberstroh: Anästhesie & Analgesie beim Klein- und Heimtier, Schattauer, 2004, S. 30.</ref>

Lebensmittel

Yohimberinde und Zubereitungen daraus, die aus Yohimbe (Pausinystalia yohimbe (K. Schum) Pierre ex Beille) gewonnen werden, sind nach Anhang III Teil A VO (EG) Nr. 1925/2006 in der EU in Lebensmitteln verboten<ref>Vorlage:Literatur</ref>. Das Verbot basiert auf einer Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die insbesondere Yohimbin bewertet hat, das es als einziges Alkaloid ausreichend robust in Nahrungsergänzungsmitteln mit Yohimberinde nachgewiesen und quantifiziert worden war. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die chemische und toxikologische Charakterisierung von Yohimbe-Rinde nicht ausreicht, um ihre Sicherheit als Lebensmittelzutat zu bestätigen.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Handelsnamen

Monopräparate

Yocon-Glenwood (D, A), Procomil (D)

Einzelnachweise

<references> <ref name="Gabardi"> Vorlage:Literatur </ref> </references>

Vorlage:Gesundheitshinweis