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Wolf-Dieter Hauschild (Dirigent)

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Wolf-Dieter Hauschild (* 6. September 1937 in Greiz; † 18. Mai 2023 in Leipzig<ref>Wolf-Dieter Hauschild in Leipzig gestorben. In: Volksstimme. 26. Mai 2023, abgerufen am 26. Mai 2023.</ref>) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Intendant, Komponist, Cembalist und Hochschullehrer.

Nachdem er ab 1971 beim Berliner Rundfunk tätig gewesen war, wirkte er von 1978 bis 1985 als Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters und des Rundfunkchors Leipzig. Noch 1984 mit dem Nationalpreis ausgezeichnet, überwarf er sich 1985 mit den DDR-Behörden und siedelte in die BRD über.

In Stuttgart wurde er zum Generalmusikdirektor ernannt und verhalf den dortigen Philharmonikern zu überregionaler Anerkennung. 1991 ging er nach Essen, wo er von 1992 bis 1997 auch Opernintendant des Aalto-Theaters war. In den 2000er Jahren kehrte er zurück in die neuen Bundesländer und leitete das Philharmonische Staatsorchester Halle und die Norddeutsche Philharmonie Rostock. Letztere ernannte ihn 2004 zu ihrem Ehrendirigenten.

Insbesondere mit den Berliner und Leipziger Rundfunkklangkörpern brachte er zahlreiche zeitgenössische Werke zur Uraufführung. Außerdem spielte er das gesamte Chorwerk von Johannes Brahms ein. In Essen konnte er den kompletten Ring von Richard Wagner realisieren.

Leben

Greizer Herkunft

Wolf-Dieter Hauschild wurde 1937 als Sohn<ref>Wolfgang Helfritsch: In achtzig Jahren durch drei Welten – Erinnerungen und Episoden aus einem kurzen Leben. „Wechselnd wolkig und zeitweise heiter“. Aus Wetterprognosen der Jahre 1935 und 2015. Ille & Riemer, Leipzig u. a. 2015, ISBN 978-3-95420-009-2, S. 65; vgl. auch „mein Vater war Musikdramaturg“ in: Wolf-Dieter Hauschild, Robert Schuppert: Auftakt. Gespräche mit Dirigenten: Wolf-Dieter Hauschild im Gespräch mit Robert Schuppert. In: Theater der Zeit, 9/1984, S. 35–38, hier: S. 38.</ref> des Journalisten und Theaterdramaturgen Franz Hauschild (1907–1996) im thüringischen Greiz geboren.<ref name="Buch">Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dietz, Berlin u. a. 1987, ISBN 3-8012-0121-X, S. 109.</ref> Sein Vater war Mitbegründer der „Greizer Musikwochen“ und des „Stavenhagen-Wettbewerbes“.<ref>Henriette Joseph, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Das nördliche Vogtland um Greiz. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Greiz, Weida, Berga, Triebes, Hohenleuben, Elsterberg, Mylau und Netzschkau (= Landschaften in Deutschland. Band 68). Im Auftrag des Leibniz-Instituts für Landerkunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Böhlau, Köln u. a. 1996, ISBN 3-412-09003-4, S. 458.</ref> Im Alter von fünf Jahren erhielt Wolf-Dieter Hauschild seinen ersten Klavierunterricht, später machte er Theater.<ref name="Schuppert38" /> Rückblickend erinnerte er sich an Käthe Reichel, Reimar Johannes Baur und Dieter Franke, mit denen er in Greiz gespielt hatte.<ref name="Schuppert38" /> Früh begann er mit dem Komponieren u. a. schrieb er eine Kinderoper.<ref name="Schuppert38" /> Ab dem fünfzehnten Lebensjahr komponierte er Schauspielmusiken für das Theater seiner Heimatstadt.<ref name="Schuppert38" /> Als Oberschüler erhielt er ferner Kompositionsunterricht bei Ottmar Gerster in Leipzig.<ref name="Schuppert38" />

Studium und berufliche Anfänge in Weimar

Mit siebzehn Jahren<ref name="Schuppert38" /> nahm er an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar ein Musikstudium auf, das er 1959 mit drei Staatsexamen beendete:<ref name="Schuppert38" /> Komposition (Ottmar Gerster), Dirigieren (zunächst bei Hermann Abendroth, dann Gerhard Pflüger) und Klavier.<ref name="DahlhausEggebrecht">Carl Dahlhaus, Hans Heinrich Eggebrecht (Hrsg.): Brockhaus-Riemann-Musiklexikon. In vier Bänden und einem Ergänzungsband. Ergänzungsband: A–Z. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Schott, Mainz 1995, ISBN 3-7957-8359-3.</ref> Für seine Abschlussarbeit gestaltete er eine Bühnenfassung zu Mozarts Singspiel Bastien und Bastienne, die an der Deutschen Staatsoper Berlin aufgeführt wurde.<ref name="Schuppert38" /> Seine Ausbildung vervollständigte er in Meisterkursen bei Hermann Scherchen und Sergiu Celibidache.<ref name="Grützner">Vera Grützner: Musiker in Brandenburg vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Jaron, Berlin 2004, ISBN 3-89773-507-5, S. 106.</ref> Bis 1956 wurde er vor allem durch seinen Lehrer Hermann Abendroth geprägt, dessen „Gesamtpersönlichkeit und Autorität“ er sehr schätzte.<ref name="Schuppert38" /> Dieser ließ ihn in selbständig in Weimar mit dem Hochschulorchester und Laienchören arbeiten.<ref name="Schuppert38" /> Ferner war für Hauschild der Musiker und Kulturpolitiker Helmut Koch „eine künstlerische und menschliche Vaterfigur“.<ref name="Schuppert38">Wolf-Dieter Hauschild, Robert Schuppert: Auftakt. Gespräche mit Dirigenten: Wolf-Dieter Hauschild im Gespräch mit Robert Schuppert. In: Theater der Zeit 9/1984, S. 35–38, hier: S. 38.</ref>

Nach seinem Studium begann er seine künstlerische Karriere als Solorepetitor am Deutschen Nationaltheater Weimar.<ref name="HK">Hella Kaden: Hauschild, Wolf-Dieter. In: Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ, DDR. 1945–1990. Band 1: Abendroth–Lyr. Saur, München 1996, ISBN 3-598-11176-2, S. 285.</ref> Auch hier komponierte er Schauspielmusiken. Schon bald durfte er zeitgenössische Werke nachdirigieren und einstudieren.<ref name="Schuppert38" /> Nach zwei Jahren wurde er Kapellmeister.<ref name="Schuppert38" /> In Weimar brachte er 1963 die Nasreddin-Oper<ref>Ernst Krause: Oper von A–Z. Ein Opernführer. 6. Auflage. Breitkopf und Härtel VEB, Leipzig 1967, S. 168.</ref> Der fröhliche Sünder seines Lehrers, Ottmar Gerster, zur Uraufführung.<ref>Aus dem Kulturleben. In: Neues Deutschland, 22. Februar 1963, Jg. 18, Ausgabe 53, S. 4.</ref>

Station in Frankfurt (Oder)

Datei:Frankfurt Oder 1967 017.JPG
Ehemalige Franziskanerkirche, spätere Konzerthalle Carl Philipp Emanuel Bach Frankfurt (Oder) (1967)

Von 1963 bis 1970 war er Musikalischer Oberleiter am Kleist-Theater<ref name="Grützner" /> und ständiger Dirigent der Philharmonie in Frankfurt (Oder).<ref name="Clemen133" /> Seine dortigen Aufgaben erstreckten sich entsprechend sowohl auf das Musiktheater als auf die Konzertreihen.<ref name="Grützner" /> Zu seinem Repertoire gehörten u. a. Verdi, Mozart und Bizet.<ref name="Schuppert38" /> 1966 dirigierte er die Kurt-Hübenthal-Inszenierung von Händels Oper Serse. Ferner verantwortete er hier die Uraufführung des sinfonischen Werks Schwedter Impulse von Nikolai Badinski<ref>Schwedter Impulse vor Uraufführung. In: Neues Deutschland, 22. März 1970, Jg. 25, Ausgabe 81, S. 11.</ref> sowie die DDR-Erstaufführungen der Opern Der zerbrochene Krug von Zbyněk Vostřák<ref>CSSR-Oper erstaufgeführt. In: Neues Deutschland, 15. April 1964, Jg. 19, Ausgabe 104, S. 4.</ref> und The Rake’s Progress von Igor Strawinsky.<ref name="Schuppert38" /> Durch die Nähe zu Berlin, wie Hauschild ausführte, konnten namhafte Sänger wie beispielsweise Reiner Süß für Partien gewonnen werden.<ref name="Schuppert38" /> Mit dem Politiker Erich Mückenberger setzte sich Hauschild seinerzeit für einen neuen Veranstaltungsort, die nachmalige Konzerthalle Carl Philipp Emanuel Bach, ein.<ref name="Schuppert38" />

Engagement beim Berliner Rundfunk

Im Jahr 1971 wurde Hauschild am Berliner Rundfunk verpflichtet,<ref name="Buch" /> wo er zunächst den Berliner Rundfunkchor leitete.<ref name="Clemen133" /> Von 1973 bis 1976 war er Stellvertreter Heinz Rögners<ref name="Clemen133" /> beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin.<ref name="Mämpel" /> Beim Rundfunk traf er erneut auf Helmut Koch, eine „schicksalhafte Bekanntschaft“, wie er sich später erinnern sollte.<ref name="Schuppert38" /> So vertrat er ihn auch bei der Uraufführung von Fritz Geißlers Oratorium Schöpfer Mensch.<ref>Manfred Schubert: Hohes Niveau in den Darbietungen. Eine Betrachtung zu den letzten Sinfoniekonzerten der IV. Musikbiennale in Berlin. In: Berliner Zeitung, 1. März 1973, Jg. 29, Ausgabe 60, S. 6.</ref> Weitere Uraufführungen bei der Musik-Biennale Berlin sollten folgen u. a. 1975 Wilbrandts Mein Haus hat Erde und Meer (Sprecher: Horst Westphal)<ref>Hans-Peter Müller: Im Zentrum: Gegenwartskunst. Am Wochenende: Sinfonielkonzert und Kammermusik. In: Berliner Zeitung, 18. Februar 1975, Jg. 31, Ausgabe 42, S. 6.</ref> und Zechlins Klavierkonzert (mit Eva Ander),<ref>es: von aggressiver Fröhlichkeit. Klavierkonzert von Ruth Zechlin zur Biennale uraufgeführt. In: Neue Zeit, 20. Februar 1975, Jg. 31, Ausgabe 43, S. 4.</ref> 1976 Strauß’ 4. Sinfonie mit Sopran-Solo (mit Renate Frank-Reinecke)<ref>Hans-Peter Müller: Junge Interpreten und neue Werke. Eindrücke von den 2. DDR-Musiktagen in unserer Hauptstadt. In: Berliner Zeitung, 24. Februar 1976, Jg. 32, Ausgabe 47, S. 6.</ref> und MatthusLaudate pacem (mit Renate Krahmer, Elisabeth Breul, Annelies Burmeister, Armin Ude und Hermann Christian Polster) und 1977 Köhlers Der gefesselte Orpheus und Voigtländers Canto General (mit Brigita Šulcová).<ref>Eckart Schwinger: Orpheus und Dichter von heute. Notizen von der VI. Musik-Biennale. In: Neue Zeit, 24. Februar 1977, Jg. 33, Ausgabe 47, S. 4.</ref>

Im Jahr 1976 wurde er in der Nachfolge von Herbert Kegel Leiter des Rundfunk-Musikschulorchester der DDR.<ref>Wolf-Dieter Hauschild, Inge Könau: Junge Leute musizieren mit großer Begeisterung. ND-Gespräch mit Prof. Wolf-Dieter Hauschild. In: Neues Deutschland, 17. März 1982, Jg. 37, Ausgabe 64, S. 4; Ehemalige Dirigenten. musikschulen.de; abgerufen am 25. April 2020.</ref> Auch nach seinem Wechsel nach Leipzig pflegte er die Verbindung in die Hauptstadt und wirkte als Gastdirigent an der Deutschen Staatsoper und der Komischen Oper.<ref name="Clemen133" /> So übernahm er an letzterer die musikalische Leitung bei der Götz-Friedrich-Inszenierung von Verdis Il trovatore.<ref>Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 219.</ref>

Chefdirigat beim RSO und Rundfunkchor Leipzig

Nachdem er Ende 1977 in Leipzig Werke Luciano Berios dirigiert hatte, wurde er ab der Spielzeit 1978/79 Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters und parallel Leiter des Rundfunkchors Leipzig.<ref name="Clemen133" /> Er konnte sich gegen den Leipziger Generalmusikdirektor Rolf Reuter und den Halleschen Musikdirektor Thomas Sanderling durchsetzten, die allesamt noch vom legendären Vorgänger Herbert Kegel als Gastdirigenten verpflichtet worden waren.<ref name="Clemen133">Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 133.</ref> In Leipzig pflegte Hauschild zum einen die Wiener Klassik,<ref name="Clemen134">Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 134.</ref> so führte er die von Kegel begonnenen „Mozartiana“-Reihe fort.<ref>Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 141.</ref> Auch setzte er weiterhin konzertante Opernaufführungen auf den Spielplan (Janáček, Wagner u. a.).<ref name="Clemen134" /> Zum anderen brachte er mit dem Sinfonieorchester und dem Kammerorchester diverse zeitgenössische Werke zur Uraufführung u. a. 1978 Denissows Konzert für Klavier und Orchester (mit Günter Philipp), 1979 Lombardis Sinfonie, Neuberts Notturno, Lohses Konzert für Klavier und Orchester (mit Gerhard Erber) und Dessaus Vierzehn Stücke aus „Internationale Kriegsfibel“ (mit Helga Termer, Elisabeth Wilke, Horst Gebhardt und Bernd Elze), 1980 Katzers Konzert für Klavier und Orchester (mit Rolf-Dieter Arens) und Wallmanns Stadien für Orchester und Klavier (mit Bettina Otto),<ref>Renate Parschau: Eisler-Preisträger stellten sich vor. Festliches Konzert in der Volksbühne. In: Berliner Zeitung, 2. Oktober 1980, Jg. 36, Ausgabe 233, S. 7.</ref> 1981 Schenkers „Fanal Spanien 1936“, 1983 Lombardis Zweite Sinfonie und Krätzschmars „Heine-Szenen“ (mit Wolfgang Hellmich).<ref>Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 187.</ref> Außerdem verantwortete er hier mehrere DDR-Erstaufführungen u. a. 1979 Ives’ Holiday Symphony<ref>Uraufführung für Paul-Dessau-Werk. Vokalzyklus nach Texten Brechts. In: Neues Deutschland, 12. Dezember 1979, Jg. 34, Ausgabe 294, S. 1.</ref> und 1984 Zimmermanns Pax Questuosa<ref>Neue musikalische Werke vorgestellt. Konzert mit DDR-Erstaufführung. In: Neues Deutschland, 28. Februar 1984, Jg. 39, Ausgabe 50, S. 1.</ref> und Dittrichs „Etym“.<ref>Nina Noeske: Musikalische Dekonstruktion. Neue Instrumentalmusik in der DDR. Böhlau, Köln u. a. 2007, ISBN 978-3-412-20045-9, S. 358/Fn. 80.</ref> Wie auch Kegel zuvor, stellte er am Saisonende der 9. Sinfonie Beethovens stets zeitgenössische Musik voran.<ref name="Clemen135">Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 135.</ref> Überdies lud er wieder Komponisten-Dirigenten nach Leipzig ein, etwa Milko Kelemen, Ernst Krenek und Witold Lutosławski.<ref name="Clemen135" /> Mit der Saison 1979/80 führte er in der Kongreßhalle Leipzig allwöchentliche Vormittagskonzerte ein.<ref name="Clemen135" /> Nach der Eröffnung des Neuen Gewandhauses 1981 spielte das Rundfunkorchester regelmäßig im neuen Konzertgebäude.<ref name="Clemen136">Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 136.</ref> Es folgte die Erhöhung der Anrechtskonzerte.<ref name="Clemen136" /> Mit dem Klangkörper legte Hauschild mehrere Schallplattenaufnahmen vor, die von der Musik Telemanns über die Schumanns zu der Ives’ sowie Denissows, Thieles und Krätzschmars reichen,<ref>Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 175ff.</ref> darunter auch das gesamte Chorwerk von Johannes Brahms und mehrere Händel-Oratorien.<ref name="Mämpel">Wulf Mämpel: Vorhang auf! 25 Jahre Aalto-Oper. Die Essener Oper ist ein Gesamtkunstwerk und Botschafterin der Musik. Hrsg. von Norbert Beleke, Beleke, Essen 2013, ISBN 978-3-8215-0637-1, S. 60.</ref> Ausgedehntes Gastspiele führten ihn mit dem Orchester u. a. in die Sowjetunion<ref name="Clemen134" /> und nach Japan.<ref>Livia Neugebauer: Sachkundiges Publikum. Von der Japan-Tournee des RSO Leipzig. In: Neue Zeit, 25. November 1982, Jg. 38, Ausgabe 277, S. 4.</ref> Nach seinem Weggang aus Leipzig dauerte es zwei Spielzeiten, bis die Leitungsposten mit Max Pommer (Orchester) und Jörg-Peter Weigle (Chor) wiederbesetzt werden konnte.<ref>Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 139.</ref>

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1985-0209-004, Dresden, Semperoper, Zuschauerraum.jpg
Semperoper in Dresden (1985)

Im Zuge seiner Opernaufführungen in Leipzig, Berlin und Dresden avancierte Hauschild bis Mitte der 1980er Jahre zum „Wagner-Dirigent der Stunde“, wie Robert Schuppert formulierte.<ref name="Schuppert35">Wolf-Dieter Hauschild, Robert Schuppert: Auftakt. Gespräche mit Dirigenten: Wolf-Dieter Hauschild im Gespräch mit Robert Schuppert. In: Theater der Zeit 9/1984, S. 35–38, hier: S. 35.</ref> Zum Jahreswechsel 1984/85 dirigierte er die im Palast der Republik in Berlin unter Beteiligung der Leipziger Rundfunkklangkörper und den Solisten Reiner Goldberg, Magdalena Falewicz, Uta Priew und Hermann Christian Polster Beethovens 9. Sinfonie, die im ersten Programm des Fernsehens der DDR live übertragen wurde.<ref>Vera Wohlgemuth: Traditionell: Die Neunte. Wolf-Dieter Hauschild dirigierte im Palast. In: Berliner Zeitung, 29. Dezember 1984, Jg. 40, Ausgabe 307, S. 7.</ref> International bekannt wurde Hauschild im Februar 1985 durch die Fernsehübertragung der Joachim-Herz-Inszenierung von Webers Freischütz, den er anlässlich des 40. Jahrestags der Zerstörung Dresdens zur Wiedereröffnung der Semperoper dirigierte.<ref>Die Welt hat ein neues Juwel der Kunst. Pressestimmen zur Wiedereröffnung der Semperoper. In: Berliner Zeitung, 19. Februar 1985, Jg. 41, Ausgabe 42, S. 7.</ref> So wurde sein Dirigat von John Rockwell in der New York Times außerordentlich gelobt.<ref>John Rockwell: Dresden’s Opera House Begins Anew. In: The New York Times, 24. Februar 1985, Section 2, S. 34.</ref> Der Dresdner Musikwissenschaftler Dieter Härtwig (2007) rechnete Hauschild „zu den führenden Dirigenten in der DDR“.<ref name="Härtwig">Dieter Härtwig: Wolf-Dieter Hauschild wird heute 70 Jahre alt. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 6. September 2007, S. 9.</ref>

Übersiedlung in die BRD und Stuttgarter Jahre

Nachdem ein ursprünglich zugesagtes<ref name="Härtwig" /> Doppelengagement Leipzig-Stuttgart wegen „der starren Haltung der DDR-Behörden“, wie Jörg Clemen ausführte, nicht zustande kam,<ref name="Clemen133" /> siedelte er im Frühjahr 1985 anlässlich eines Stuttgarter Gastspiels in die BRD über.<ref name="Clemen137">Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 137.</ref> Dort wurde er mit Beginn der Spielzeit 1985/86 Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker.<ref name="Munzinger">Wolf-Dieter Hausschild in Internationales Biographisches Archiv 14/2005 vom 9. April 2005 (hy), im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> In einer Erklärung führte er aus, dass im Sommer 1984 die Stadt Stuttgart mit der Bitte um ein ständiges Gastdirigat an ihn herangetreten sei, wodurch er teilweise Aufgaben Hans Zanotellis übernehmen sollte. Nachdem die DDR-Behörden dem zustimmten, willigte er in Stuttgart ein. Im April 1985 aber wurde ihm klar, dass die DDR-Behörden „nicht mehr voll zu ihrer Zusage standen“. Er sah sich bei den Orchestermitgliedern und bei der Stadtverwaltung Stuttgart nun in der Pflicht und entschied sich „schweren Herzens“ zur Übersiedlung in die BRD.<ref>dpa: Wolf-Dieter Hauschild will in der Bundesrepublik bleiben. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 119, 24. Mai 2020, S. 41.</ref> In der DDR wurde er demgegenüber zur „persona non grata“ erklärt und war fortan auch unter Musikerkollegen als „Klassenfeind“ verschrien; seine Familie erhielt erst zwei Jahre darauf die Ausreisegenehmigung.<ref name="Clemen137" /> 1985 brachte er in der Stuttgarter Liederhalle Kelemens Phantasmen (mit Eckart Schloifer) und 1987 Yuns 2. Violinkonzert (mit Akiko Tatsumi)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Werkverzeichnis: Instrumentalkonzerte. (Memento vom 5. März 2018 im Internet Archive) yun-gesellschaft.de; abgerufen am 26. April 2020.</ref> zur Uraufführung. Konzertreisen führten ihn mit den Philharmonikern durch Europa, Japan und die USA.<ref name="Härtwig" /> Nach dem Kulturjournalisten Frank Armbruster führte er die Philharmoniker „zu einem Höhepunkt ihrer Geschichte“.<ref name="Armbruster" /> Letztlich verließ Hauschild aber Stuttgart, weil es „ihm nicht gelungen war, die Stadt von der Notwendigkeit weiterer Orchesterstellen für die Philharmoniker zu überzeugen“, wie Armbruster bemerkte.<ref name="Armbruster">Frank Armbruster: Wolf-Dieter Hauschild, der ehemalige Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker, wird am Donnerstag siebzig Jahre alt. In: Stuttgarter Zeitung, 4. September 2007.</ref>

Neben seiner Verpflichtung in Stuttgart war er ab der Saison 1985/86 Gastdirigent beim Niedersächsischen Staatsorchester Hannover,<ref>Wulf Konold: Landestheater und Staatsorchester 1956 bis 1986. In: Wulf Konold (Red.): Das Niedersächsische Staatsorchester Hannover 1636–1986. Hrsg. von der Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH, Schlüter, Hannover 1986, ISBN 3-87706-041-2, S. 159ff., hier: S. 170.</ref> mit dem er 1986 Kelemens Archetypon zur Uraufführung brachte. 1986 dirigiere er das Staatsorchester Stuttgart bei der Loriot-Inszenierung von Flotows Martha am Württembergischen Staatstheater.<ref>Manfred Sack: Musiktheater in Stuttgart: Loriot debütiert als Opernregisseur mit Flotows komischer Oper: Martha, Martha, du. In: Die Zeit, Nr. 6, 31. Januar 1986; Wolfgang Schreiber: Ein Spaß - und mehr. Triumph für Loriot: Er inszeniert pfiffig in Stuttgart Flotows Oper „Martha“. In: Süddeutsche Zeitung, 27. Januar 1986, Nr. 21, S. 10.</ref> Mit dem Rundfunkorchester des NDR Hannover oblag ihm 1992 die Uraufführung von Tals 6. Sinfonie.<ref>Vgl. Rezensionen zur 6. Sinfonie von Josef Tal (PDF; 235 kB) joseftal.org; abgerufen am 26. April 2020.</ref>

Intendanz am Aalto-Theater in Essen

Im Jahr 1991 wurde Hauschild Dirigent der Essener Philharmoniker<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dirigenten der Essener Philharmoniker. (Memento vom 23. Juli 2018 im Internet Archive) essen.de; abgerufen am 26. April 2020.</ref> und 1992 zusätzlich Intendant und Generalmusikdirektor am dortigen Aalto-Theater,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aalto Musiktheater. (Memento vom 9. Juni 2020 im Internet Archive) essen.de; abgerufen am 26. April 2020.</ref> eine Doppelfunktion, die eigens für ihn geschaffen worden war.<ref>Michael Struck-Schloen: Zwischen Kulinarik und Krawall. Nach 16 Jahren verlässt der Chefdirigent und Intendant Stefan Soltesz das Essener Aalto-Theater. In: Süddeutsche Zeitung, 9. August 2013, S. 11.</ref> Während seiner Amtszeit wurde der Klangkörper vom Deutschen Musikverleger-Verband mit dem Preis „Bestes Konzertprogramm der Spielzeit“ 1991/92 ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bestes Konzertprogramm der Spielzeit. (Memento vom 23. Februar 2020 im Internet Archive) dmv-online.com; abgerufen am 9. April 2020.</ref> In seiner Ära wurden u. a. die Ballette Giselle von Adolphe Adam und Der grüne Tisch von Frederic Cohen sowie die Opern Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitsch und Tosca von Giacomo Puccini inszeniert.<ref>Wulf Mämpel: Vorhang auf! 25 Jahre Aalto-Oper. Die Essener Oper ist ein Gesamtkunstwerk und Botschafterin der Musik. Hrsg. von Norbert Beleke. Beleke, Essen 2013, ISBN 978-3-8215-0637-1, S. 61ff.</ref> Am Aalto-Theater widmete er sich aber vor allem der Werke Richard Wagners, so ließ er hier den Parsifal (1991/92) und Tristan und Isolde (1992/93) aufführen. Nach siebzig Jahren brachte er von 1994 bis 1997 zusammen mit dem Regisseur Klaus Dieter Kirst, den er aus Dresden kannte, die Tetralogie Der Ring des Nibelungen auf die Bühne.<ref>Wulf Mämpel: Vorhang auf! 25 Jahre Aalto-Oper. Die Essener Oper ist ein Gesamtkunstwerk und Botschafterin der Musik. Hrsg. von Norbert Beleke, Beleke, Essen 2013, ISBN 978-3-8215-0637-1, S. 60; Nicolas Slonimsky, Laura Kuhn, Dennis McIntire: Hauschild, Wolf-Dieter. In: Laura Kuhn (Hrsg.): Baker’s Biographical Dictionary of Musicians. Band 3: Haar–Levi. 9. Ausgabe, Schirmer Reference, New York 2001, ISBN 0-02-865528-1, S. 90; Frieder Reininghaus: Staatsräson auf der Opernbühne. „Rheingold“ in Essen, „Jungfrau von Orléans“ in Wuppertal. In: Süddeutsche Zeitung, 1. Oktober 1994, S. 14; Pedro Obiera: Kirsts „Ring“ mit kleiner Optik. In: Sächsische Zeitung, 8. Oktober 1996, S. 18.</ref> Bereits zu DDR-Zeiten hatte er über die sinfonischen Werke Bruckners und Mahlers eine „Liebe zu Wagner“ entwickelt, die aber lange „platonisch bleiben“ musste, wie er in einem früheren Interview erklärte.<ref name="Schuppert35" /> Außerdem wandte sich Hauschild der zeitgenössischen osteuropäischen Musik zu, so führte er mit der Philharmonischen Orchester 1993 Suslins Leb’ wohl und 1996 Denissows Konzert für Flöte, Klarinette und Orchester (mit Dagmar Becker und Wolfgang Meyer) urauf. 1997 endete sein Engagement in Essen.

Von 1998 bis 2001 war er als freier<ref name="Fiedler">Helmuth Fiedler: Kapellmeisterliche Kompetenz. Wolf-Dieter Hauschild wird 70. In: Stuttgarter Nachrichten, 6. September 2018, S. 18.</ref> Dirigent tätig u. a. beim Orchestra della Svizzera italiana in Lugano.

Chedirigate in Halle (Saale) und Rostock

Von 2001 bis 2004 war er als Nachfolger des festen Gastdirigenten Bernhard Klee<ref>Johannes Killyen: Staatsphilharmonie Halle. Ausblick in eine unsichere Zukunft. Programm für die nächste Spielzeit vorgestellt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 21. März 2000.</ref> Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Halle.<ref>Frank Czerwonn: Philharmonie Chefdirigent wirft den Taktstock hin. Wolf-Dieter Hauschild löst Vertrag vorfristig auf. In: Mitteldeutsche Zeitung, 22. Januar 2004.</ref> Im Jahr 2003 brachte er im Neuen Theater Halle Martis H aspiré zur Uraufführung.<ref>Der Teufel steckt im Rhythmus. Uraufführung von Marti. In: Mitteldeutsche Zeitung, 10. Juni 2003.</ref> Mit Verweis auf die geplante Orchesterfusion, die er ablehnte, beendete er sein Engagement beim Philharmonischen Staatsorchester frühzeitig.<ref>Johanes Killyen: Philharmonisches Staatsorchester. Hauschild will Halle den Rücken kehren. Ab Sommer 2004 auch keine Gastdirigate mehr. In: Mitteldeutsche Zeitung, 22. Mai 2003.</ref>

Neben seinem Hallenser Engagement war er von August<ref name="Mämpel" /> 2002 bis 2004 Generalmusikdirektor des Volkstheaters Rostock und Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie,<ref name="Hinz">Juliane Hinz: „Er ist einer unserer Allergrößten“. [Gespräch mit Wolf-Dieter Hauschild]. In: Schweriner Volkszeitung, 7. Mai 2010, S. 18.</ref> wo er bereits im Jahr 2000 ein ständiges Gastdirigat übernahm.<ref>Rostocker Volkstheater bleibt ohne Generalmusikdirektor. In: Nordkurier, 16. Juni 2000.</ref> Weil er, wie er später erklärte, „keinen künstlerischen und menschlichen Konsens“ mit dem Intendanten Steffen Piontek finden konnte, verließ er das Orchester.<ref name="Hinz" />

Gastdirigate absolvierte er u. a. in der Schweiz, in Österreich, Italien, Spanien, Finnland und Taiwan.<ref name="Mämpel" />

Lehrverpflichtungen

Nachdem er in Berlin (Ost) und Leipzig zunächst Lehraufträge innehatte,<ref name="Buch" /> erhielt er 1981 an beiden Musikhochschulen eine Professur für Orchesterleitung.<ref name="Pâris">Alain Pâris: Klassische Musik im 20. Jahrhundert. Instrumentalisten, Sänger, Dirigenten, Orchester, Chöre. 2., völlig überarbeitete Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, ISBN 3-423-32501-1, S. 342.</ref> 1988 wurde er Professor für Orchesterleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.<ref name="DahlhausEggebrecht" /> An der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe lehrte Hauschild von 1989 bis 2003 ebenfalls als Professor für Dirigieren.<ref name="Mämpel" />

Im Jahr 1983 gründete er in Altenburg das „Seminar für Junge Operndirigenten“.<ref>Martin Groskopff: Altenburg: 125 Jahre Landeskapelle am Landestheater. In: das Orchester 07–08/1996, S. 30.</ref> Wiederholt war er auch Künstlerischer Leiter für Orchesterdirigieren beim Forum Dirigieren des Deutschen Musikrats (Essen 1994, Koblenz 1998 und 2005, Halle (Saale) 2001, Rostock 2002 und 2004 und Bremen 2006).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Künstlerischer Leiter. (Memento vom 10. August 2019 im Internet Archive) dirigentenforum.de; abgerufen am 24. April 2020.</ref> Außerdem war er im Wintersemester 2005/06 und im Sommersemester 2007 Dozent für Probespielstellen im Orchesterverbund / Sinfoniekonzert am Orchesterzentrum NRW.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prof. Wolf-Dieter Hauschild. (Memento vom 17. Oktober 2021 im Internet Archive) orchesterzentrum.de; abgerufen am 26. April 2020.</ref>

Zu seinen Schülern gehören u. a. Michael Gläser,<ref>Eva Maria Gabler: Mit dem Schliff des Thomanerchores: Das Kapital einer strengen Ausbildung. Michael Gläser sieht in der Selbstdisziplin die Grundlage seiner Karriere. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 100, 3. Mai 1993, S. 44.</ref> Constantin Trinks und Hendrik Vestmann.<ref>Este in Abendroths Fußspuren. Hendrik Vestmann gewinnt Weimarer Wettbewerb für junge Dirigenten. In: Thüringische Landeszeitung, 29. Mai 2006, S. ZCKU129.</ref>

Familie

Wolf-Dieter Hauschild, evangelisch, war seit 1959 verheiratet und Vater zweier Kinder.<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche who’s who. 43. Ausgabe (2004/05). Schmidt-Römhild, Lübeck 2004, ISBN 3-7950-2038-7, S. 534.</ref> Sein Sohn Thomas Hauschild (* 1964) ist Professor für Horn an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.<ref>Detlef Färber: Philharmonie. Junior dirigiert auf seines Vaters Podest. Thomas Hauschild leitet „Klassisches Erbe“. In: Mitteldeutsche Zeitung, 11. Oktober 2003.</ref>

Auszeichnungen

Kulturpreise

  • 1975: Kritikerpreis der Berliner Zeitung für das Dirigat von Petrovics’ Oper Lysistrata an der Deutschen Staatsoper Berlin<ref>»BZ«-Kritikerpreise 1975 verliehen. In: Berliner Zeitung, 27. September 1975, Jg. 31, Ausgabe 230, S. 6.</ref>
  • 1977: Kunstpreis der DDR<ref>Kunstpreis der DDR feierlich verliehen. In: Berliner Zeitung, 14. Mai 1977, Jg. 33, Ausgabe 114, S. 2.</ref>
  • 1984: Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur „für hervorragende Leistungen als Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig und des Rundfunkchores Leipzig sowie für maßstabsetzende Interpretationen der Werke des klassischen Erbes und für die Pflege der zeitgenossischen Musik der DDR auf chorsinfonischem Gebiet“<ref>Hohe Auszeichnungen zum 35. Jahrestag der DDR. In: Neue Zeit, 6. Oktober 1984, Jg. 40, Ausgabe 237, S. 3f.</ref>

Schallplattenpreise

Weitere Ehrungen

Werke (Auswahl)

Hauschild komponierte u. a. folgende Schauspielmusiken:<ref>Werke von Wolf-Dieter Hauschild. theaterzettel-weimar.de; abgerufen am 28. April 2020.</ref>

Diskografie (Auswahl)

Cembalist

Dirigent

Literatur

  • Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dietz, Berlin u. a. 1987, ISBN 3-8012-0121-X, S. 109.
  • Carl Dahlhaus, Hans Heinrich Eggebrecht (Hrsg.): Brockhaus-Riemann-Musiklexikon. In vier Bänden und einem Ergänzungsband. Ergänzungsband: A–Z. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Schott, Mainz 1995, ISBN 3-7957-8359-3.
  • Vera Grützner: Musiker in Brandenburg vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Jaron, Berlin 2004, ISBN 3-89773-507-5, S. 106.
  • Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche who’s who. 43. Ausgabe (2004/05), Schmidt-Römhild, Lübeck 2004, ISBN 3-7950-2038-7, S. 534.
  • Hella Kaden: Hauschild, Wolf-Dieter. In: Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ, DDR. 1945–1990. Band 1: Abendroth–Lyr. Saur, München 1996, ISBN 3-598-11176-2, S. 285.
  • Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 132ff.
  • Wulf Mämpel: Vorhang auf! 25 Jahre Aalto-Oper. Die Essener Oper ist ein Gesamtkunstwerk und Botschafterin der Musik. Hrsg. von Norbert Beleke. Beleke, Essen 2013, ISBN 978-3-8215-0637-1, S. 60 ff.
  • Wolf-Dieter Hausschild in Internationales Biographisches Archiv 14/2005 vom 9. April 2005 (hy), im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Alain Pâris: Klassische Musik im 20. Jahrhundert. Instrumentalisten, Sänger, Dirigenten, Orchester, Chöre. 2., völlig überarbeitete Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, ISBN 3-423-32501-1, S. 342.
  • Axel Schniederjürgen (Red.): Kürschners Musiker-Handbuch. Solisten, Dirigenten, Komponisten, Hochschullehrer. 5. Ausgabe, Saur, München 2006, ISBN 3-598-24212-3, S. 171.
  • Nicolas Slonimsky, Laura Kuhn, Dennis McIntire: Hauschild, Wolf-Dieter. In: Laura Kuhn (Hrsg.): Baker’s Biographical Dictionary of Musicians. Band 3: Haar–Levi. 9. Ausgabe. Schirmer Reference, New York 2001, ISBN 0-02-865528-1, S. 90.

Weblinks

Einzelnachweise

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Hans Zanotelli (1972–1985) | Wolf-Dieter Hauschild (1985–1991) | Carlos Kalmar (1991–1995) | Jörg-Peter Weigle (1995–2002) | Gabriel Feltz (2004–2013) | Dan Ettinger (seit 2015)

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Alfred Szendrei (1924–1931) | Carl Schuricht (1931–1933) | Hans Weisbach (1934–1939) | Reinhold Merten (1939–1940) | Stilllegung des Rundfunksenders (1941–1945) | Heinrich Schachtebeck (1945) | Gerhart Wiesenhütter (1946–1948) | Hermann Abendroth (1949–1956) | Herbert Kegel (1960–1978) | Wolf-Dieter Hauschild (1978–1985) | Max Pommer (1987–1991) | Daniel Nazareth (1992–1996) | Marcello Viotti, Fabio Luisi und Manfred Honeck (1996–1999) | Fabio Luisi (1999–2007) | Jun Märkl (2007–2012) | Kristjan Järvi (seit 2012)

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Heinrich Werlé (1946) | Horst Karl Hessel (1947–1948) | Herbert Kegel (1949–1978) | Wolf-Dieter Hauschild (1978–1980) | Jörg-Peter Weigle (1980–1988) | Gert Frischmuth (1988–1998) | Howard Arman (1998–2013) | Risto Joost (2015–2019) | Philipp Ahmann (2020–2025) | Josep Vila i Casañas (seit 2025)

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