Rolf Reuter
Rolf Friedrich Reuter (* 7. Oktober 1926 in Leipzig; † 10. September 2007 in Berlin) war ein deutscher Dirigent und Hochschullehrer, der sich am Anfang seiner Karriere auch kompositorisch und pianistisch betätigte. Er wirkte zunächst an den Opernhäusern Eisenach (1951–1955), Meiningen (1955–1961), Leipzig (1961–1979) und Weimar (1979–1981). Den Höhepunkt seines musikalischen Schaffens hatte er ab 1981 als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin, deren Ehrenmitglied er 1993 wurde. Weitere Akzente setzte er in den 1970er und 1980er Jahren als Gastdirigent an der Deutschen Staatsoper Berlin.
Reuter pflegte ein breites Repertoire vom Barock bis zur Neuen Musik, wobei er insbesondere dem romantischen Genre (Wagner, Pfitzner v. a.) zugeneigt war. Darüber hinaus leistete er einen verdienstvollen Beitrag als Mozart-Interpret und machte sich um die Aufführung zeitgenössischer Musikwerke verdient, so brachte er die Opern Guayana Johnny von Alan Bush und Judith von Siegfried Matthus zur Uraufführung, außerdem setzte er sich für die Musik seines Vaters Fritz Reuter ein.
Wegen kompromittierender Vortragstätigkeiten geriet der Bundesverdienstkreuzträger kurz vor seinem Tod in die öffentliche Kritik.
Leben
Sächsische Herkunft und Studium
Rolf Friedrich<ref name="FrenzelMoser"/> Reuter wurde 1926 als Sohn des Musikwissenschaftlers, Musikerziehers, Komponisten und Kapellmeisters Fritz Reuter (1896–1963) und der Sängerin<ref name="HL">H.L.: Jugendkonzerte im Stundenplan. Weg und Wirken des Generalmusikdirektors Rolf Reuter. In: Neue Zeit, 14. April 1962, Jg. 18, Ausgabe 89, S. 3.</ref> Erna Sophie, geb. Votteler (1896–1968), in Leipzig geboren.<ref>Erich H. Müller (Hrsg.): Deutsches Musiker-Lexikon. W. Limpert-Verlag, Dresden 1929.</ref> Er entstammte „einer liberalen, weltoffenen Familie“.<ref name="Richter"/> Seinen ersten Musikunterricht erhielt er durch seine Eltern;<ref name="Schiederjürgen">Axel Schiederjürgen (Red.): Kürschners Musiker-Handbuch. Solisten, Dirigenten, Komponisten, Hochschullehrer. 5. Ausgabe, Saur, München 2006, ISBN 3-598-24212-3, S. 379.</ref> der Vater lehrte seinerzeit am Landeskonservatorium, am Kirchenmusikalischen Institut und an der Universität Leipzig.<ref name="CPH">Vorlage:CPH.</ref>
Aus beruflichen Gründen<ref name="CPH"/> zog die Familie Ende der 1930er Jahre nach Dresden.<ref name="Antosch"/> Dort besuchte Reuter das humanistische Kreuzgymnasium, wo der nachmalige Opernsänger Theo Adam zu seinen Klassenkameraden gehörte.<ref name="Antosch">Georg Antosch: Mit Inspiration und Leidenschaft. Das Künstlerporträt: Generalmusikdirektor Rolf Reuter. In: Neue Zeit, 27. November 1976, Jg. 32, Ausgabe 283, S. 4.</ref> Zeitweise war er unter Kreuzkantor Rudolf Mauersberger Mitglied des Dresdner Kreuzchors.<ref name="Schiederjürgen"/> Ab dem dreizehnten Lebensjahr erhielt er durch den Dresdner Klarinettenvirtuosen Karl Schütte Unterricht.<ref name="Antosch"/> Außerdem spielte er Klavier und widmete sich dem Jazz.<ref name="Hartlieb">Christine Hartlieb: Um ein Haar den Arztberuf ergriffen. Rolf Reuter dirigiert das Weimarer Hochschulorchester. In: Thüringische Landeszeitung, 15. November 2000.</ref> In Dresden begründete er ein Laienensemble.<ref name="HL"/>
Nach dem Zweiten Weltkrieg holte er sein Abitur nach.<ref name="HL"/> Von 1948 bis 1951 absolvierte er auf Anraten seiner Lehrer<ref name="Hartlieb"/> ein Musikstudium mit dem Hauptfach Dirigieren<ref name="HL"/> an der Staatlichen Akademie für Musik und Theater daselbst.<ref name="FrenzelMoser"/> Neben Ernst Hintze (Dirigieren) gehörten zu seinen Lehrern u. a. Fidelio F. Finke (Komposition) und Herbert Viecenz (Kontrapunkt/Tonsatz<ref name="Lange13">Rolf Reuter, Wolfgang Lange: Auftakt. Gespräche mit Dirigenten: Rolf Reuter im Gespräch mit Wolfgang Lange. In: Theater der Zeit 5/1981, S. 13–15, hier: S. 13.</ref>), Karl Schütte (Klarinette), Theo Other (Klavier) und Herbert Winkler<ref name="Schiederjürgen"/> (Gesang).<ref>Alain Pâris: Klassische Musik im 20. Jahrhundert. Instrumentalisten, Sänger, Dirigenten, Orchester, Chöre. 2., völlig überarbeitete Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, ISBN 3-423-32501-1, S. 648.</ref> Von 1949 bis 1951 gewann ihn die Ausdruckstänzerin und Tanzpädagogin Gret Palucca als pianistischen Improvisator für die staatliche Fachschule für künstlerischen Tanz in Dresden,<ref name="FrenzelMoser"/> wodurch er sich sein Studium finanzieren konnte.<ref name="Antosch"/> Nach eigenen Angaben war er als ehemaliger Kruzianer in seiner Studienzeit eher an Kammermusik interessiert gewesen, wandte sich aber im Zuge seiner späteren Kapellmeisterverpflichtungen mehr und mehr dem Operndirigat zu.<ref>Günter Görtz, Rolf Reuter: Unsere Musik soll die Menschen in ihrer Zukunftsgewißheit stärken. ND-Gespräch mit Professor Rolf Reuter, Komische Oper. In: Neues Deutschland, 28. Juni 1983, Jg. 38, Ausgabe 150, S. 4.</ref>
Berufliche Anfänge in Thüringen
Nach dem Staatsexamen<ref name="Beleke"/> begann er 1951 seine künstlerische Karriere als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Eisenach in Thüringen.<ref name="Lange13"/> Er vertrat den Chordirigenten, komponierte Märchen- und Bühnenmusiken wie Was ihr wollt und Der widerspenstigen Zähmung<ref name="FrenzelMoser">Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. de Gruyter, Berlin 1956, S. 594.</ref> und studierte die Solopartien ein.<ref name="HL"/> In einer „resignativen Phase“, wie er später preisgab, kündigte er allerdings und schrieb sich kurzerhand für ein universitäres Medizinstudium<ref name="Hartlieb"/> ein.<ref name="Lange13"/> Wohl empfand er seine Verpflichtung als Operettendirigent als zu einseitig.<ref name="Hartlieb"/> Der musikalische Oberleiter Horst Förster, der ihn wie auch der damalige Intendant Karl Köther förderte, überredete ihn zu einer letzten Opernaufführung.<ref name="Lange13"/> So debütierte er 1952 als musikalischer Leiter der Bizet-Oper Carmen.<ref name="FrenzelMoser"/> Mit dieser Aufführung<ref name="Lange13"/> überzeugte er so sehr, dass er dem Musikbetrieb weiterhin treu bleiben sollte.<ref name="Hartlieb"/> Von 1953 bis 1955 amtierte er als zweiter Kapellmeister für Oper und Operette.<ref name="FrenzelMoser"/>
Danach wurde er erster Kapellmeister für Oper und Operette am Meininger Theater.<ref name="HL"/> Nach der Premiere von Verdis Falstaff stieg er zum musikalischen Oberleiter auf.<ref name="HL"/> 1961<ref>Georg VK: Kulturnachrichten aus aller Welt. In: Berliner Zeitung, 30. März 1961, Jg. 17, Ausgabe 89, S. 6.</ref> erfolgte seine Ernennung zum Generalmusikdirektor.<ref name="Kosch">Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Band 3: Pallenberg – Singer . De Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-317-00456-8.</ref> Sowohl in Eisenach als auch in Meiningen legte er nach eigenen Angaben ein Fundament für seine späteren Aufgaben.<ref name="Lange13"/> Einerseits pflegte er das klassisch-romantische Repertoire (Albert Lortzing, Richard Wagner, Giuseppe Verdi und Richard Strauss u. a.),<ref name="Antosch"/> andererseits ließ er zeitgenössische Werke von Paul Dessau, Jean Kurt Forest und Erzsébet Szőnyi spielen.<ref name="HL"/> So brachte er 1958<ref>Heinz Wegener: Bibliographie Fritz Reuter. In: Ders. (Red. Bearb.): Gedenkschrift Fritz Reuter (= Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe 15 (1966) 3). S. I-VIII, hier: S. V.</ref> in Meiningen die 3. Sinfonie A-Dur seines Vaters zur Uraufführung.<ref name="Schiederjürgen"/> Ferner förderte er Jugendkonzerte<ref name="HL"/> und arbeitete mit Laienchören zusammen.<ref name="Baumgartner"/> Darüber hinaus integrierte Reuter die nahegelegene Freilichtbühne Steinbach-Langenbach als Spielstätte.<ref name="Baumgartner"/> Rückblickend konnte er sich in seinen Thüringer Jahren ohne Reiseverpflichtungen und auftreibender Repräsentation „absolut auf die künstlerische Arbeit konzentrieren“. Allerdings existierte „eine irritierende provinzielle Selbstgenügsamkeit und ein provinzielles Herabschauen auf großes Theater“, so Reuter.<ref name="Lange13"/> Dennoch hielt er das Vorhandensein von kleinen Orchestern in der DDR für ein Zeichen „einer breiten Musikkultur“ und „für etwas ganz organisch aus der nationalen Tradition Erwachsenes“.<ref name="Lange14">Rolf Reuter, Wolfgang Lange: Auftakt. Gespräche mit Dirigenten: Rolf Reuter im Gespräch mit Wolfgang Lange. In: Theater der Zeit 5/1981, S. 13–15, hier: S. 14.</ref>
Reuter trat bis 1956 dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) bei.<ref name="FrenzelMoser"/>
Generalmusikdirektor in Leipzig
Gewandhauskapellmeister Franz Konwitschny, ein Schüler seines Vaters, holte ihn dann nach Leipzig.<ref name="Richter">Rolf Richter: Erzmusikant und penibler Arbeiter. In: Leipziger Volkszeitung, 12. September 2007, S. 11.</ref> Zunächst erhielt er im November 1961 eine Einladung für die Aufführung der Strauss-Oper Der Rosenkavalier, die wie auch Salome und Arabella bereits zu seinem Bühnenrepertoire in Meiningen gehörte.<ref name="Lange13"/> Danach erhielt er eine Verpflichtung als Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Städtischen Theater<ref name="Lange13"/> (Opernhaus) Leipzig.<ref>[Ohne Titel]. In: Neue Zeit, 4. März 1962, Jg. 18, Ausgabe 54, S. 4.</ref> 1963 wurde er Nachfolger des verstorbenen Generalmusikdirektors Helmut Seydelmann.<ref name="Baumgartner"/> Somit war er von 1964 bis 1973 neben dem reaktivierten Paul Schmitz einer von zwei Generalmusikdirektoren.<ref>Fritz Hennenberg: 300 Jahre Leipziger Oper. Geschichte und Gegenwart. Langen Müller, München 1993, ISBN 3-7844-2432-5, S. 153.</ref> In Leipzig trat Reuter insbesondere als Dirigent italienischer Opern hervor,<ref name="Lange15">Rolf Reuter, Wolfgang Lange: Auftakt. Gespräche mit Dirigenten: Rolf Reuter im Gespräch mit Wolfgang Lange. In: Theater der Zeit 5/1981, S. 13–15, hier: S. 15.</ref> interpretierte aber auch Werke von Gustav Mahler und Anton Bruckner.<ref name="Seeger">Horst Seeger: Das grosse Lexikon der Oper. Über 12000 Stichwörter und Erklärungen. Pawlak, Herrsching 1985, ISBN 3-88199-243-X, S. 465.</ref> Obwohl zeitgenössische Opern seinerzeit aus Repertoiregründen wenig Beachtung fanden,<ref name="Lange15"/> oblag ihm 1966 mit dem Gewandhausorchester die Uraufführung der Oper Guayana Johnny des englischen Komponisten Alan Bush, korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin.<ref name="Schubert">Manfred Schubert: Eine wahre Volksoper. Alan Bushs „Guayana Johnny“ in Leipzig uraufgeführt. In: Berliner Zeitung, 5. Januar 1967, Jg. 23, Ausgabe 5, S. 6.</ref> Die Gastinszenierung übernahm Fritz Bennewitz.<ref name="Schubert"/> Aus England reisten prominente Gäste an wie der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Großbritanniens, John Gollan, und der Präsident der Royal Academy of Music, Sir Thomas Armstrong.<ref>Opernuraufführung. In: Berliner Zeitung, 13. Dezember 1966, Jg. 22, Ausgabe 342, S. 6.</ref> So förderte Reuter auch den sängerischen Nachwuchs wie die bulgarische Sopranistin Anna Tomowa-Sintow.<ref name="Richter"/> Später hob er hervor, dass er mit Ausnahme der Gastspiele des Ensembles 15 Jahre lang keiner Auslandsverpflichtung nachgekommen sei, was bei ihm „Spuren im künstlerisch-psychologischen“ hinterlassen habe.<ref name="Lange13"/>
Ab 1965 verantwortete er die Orchesterleitung und die Dirigierausbildung an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.<ref name="FanghänelBronn"/> Während seiner Amtszeit gab es pro Jahr zwölf Orchesterengagements für Schulkinder.<ref name="FanghänelBronn"/> Außerdem war das Hochschulorchester in vier Abonnementskonzerte eingebunden, die zusammen mit dem Gewandhausorchester und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig abgehalten wurden.<ref name="FanghänelBronn">Christian Fanghänel, Heike Bronn: Von der „Orchesterschule“ zum Hochschul-Sinfonieorchester. In: MT-Journal. Zeitschrift der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, Nr. 26 (2009), Beilage, S. 1–5, hier: S. 4.</ref> In Leipzig wirkte er Hochschulorchester u. a. am Internationalen Bachfest mit.<ref>Dieter Lösker: Wirkungen eines reichen Werkes. Bilanz des II. Internationalen Bachfestes. In: Neue Zeit, 24. September 1970, Jg. 26, Ausgabe 226, S. 4.</ref> 1976 erhielt er eine Professur.<ref name="lvz1999"/>
Erfolglos setzte er sich 1968 neben anderen Leipziger Persönlichkeiten gegen die Sprengung der mittelalterlichen Leipziger Universitätskirche St. Pauli ein.<ref>Thomas Topfstedt: Die bauliche Entwicklung der Universität Leipzig von 1946 bis 1989. In: Michaela Marek, Thomas Topfstedt (Hrsg.): Geschichte der Universität Leipzig 1409–2009. Band 5: Geschichte der Leipziger Universitätsbauten im urbanen Kontext. Herausgegeben im Auftrag des Rektors der Universität Leipzig Fanz Häuser von der Senatskommission zur Erforschung der Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-86583-305-1, S. 441–514, hier: S. 488.</ref> 1977 gehörte er neben Thomas Sanderling und Wolf-Dieter Hauschild, der die Stelle bekam, zu den Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Chefdirigenten des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig, Herbert Kegel.<ref>Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 133.</ref> Eine weitere Karriere in Sachsen aber blieb ihm wegen der starken Künstlerpersönlichkeiten Kurt Masur (Gewandhausorchester Leipzig) und Herbert Blomstedt (Sächsische Staatskapelle Dresden) verwehrt, sodass Weimar sein „Sprungbrett“ werden sollte.<ref name="Blech">Volker Blech: Dirigent Rolf Reuter 80jährig gestorben. In Berlin prägte er die Komische Oper mit. In: Berliner Morgenpost, 12. September 2007, Nr. 249, S. 23.</ref>
Zwischenstation in Weimar
1979 wurde er als Generalmusikdirektor zugleich Chefdirigent der Weimarischen Staatskapelle und musikalischer Oberleiter des Deutschen Nationaltheaters.<ref>Horst Schiefelbein: Liszt, Wagner, Strauss und junge DDR-Musik. Gespräch mit Generalmusikdirektor Prof. Rolf Reuter. In: Neues Deutschland, 3. Januar 1980, Jg. 35 / Ausgabe 2, S. 4.</ref> In Weimar setzte er sich vor allem für die Werke von Franz Liszt und Richard Wagner ein.<ref name="John"/> Außerdem brachte er hier die Sinfonietta in A von Joachim Thurm<ref>K.R.: Uraufführungen neuer Musikwerke am Weimarer Theater. In: Neues Deutschland, 29. März 1980, Jg. 35, Ausgabe 76, S. 4.</ref> und 1981 – bereits nach seinem Wechsel an die Komische Oper Berlin – die 1. Sinfonie von Erhard Ragwitz zur Uraufführung.<ref>1. Sinfonie von Ragwitz mit Erfolg uraufgeführt. In: Neue Zeit, 22. April 1981, Jg. 37, Ausgabe 95, S. 1.</ref> Konzertreisen führten den Klangkörper auch nach Italien.<ref name="John"/> Wegen der zunehmenden Nachfrage nach Konzertkarten führte er 1980 die Wiederholung (je donnerstags und freitags) von Sinfoniekonzerten ein.<ref name="John">Hans John: Musikstadt Weimar. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, S. 113.</ref> Außerdem etablierte er Schulkonzerte.<ref name="Klingbeil"/> 1981 gab er mit Liszts Graner Messe sein vorerst letztes Konzert in Weimar.<ref>Wolfram Huschke: Zukunft Musik. Eine Geschichte der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Böhlau, Köln u. a. 2006, ISBN 3-412-30905-2, S. 395.</ref> Überaus positiv sprach er rückblickend über seine Weimarer Jahre, in denen das „vitale Musikleben, die stark ausgeprägte Musiktradition, die das kulturelle Klima bestimmte, das ungeheure Interesse das Publikum an allem“ großen Eindruck auf ihn machten. Er empfand diese als die „ungetrübtesten Jahre“ seines bisherigen Werdegangs.<ref name="Lange14"/>
Im gleichen Jahr seiner Dirigierverpflichtung wurde er Professor an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar.<ref name="Schiederjürgen"/> Er leitete die dortige Dirigierklasse und das Hochschulorchester.<ref name="Klingbeil"/> 1981 und 1988 war er Gastprofessor am „Internationale Musikseminar“ in Weimar.<ref>Wolfram Huschke: Zukunft Musik. Eine Geschichte der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Böhlau, Köln u. a. 2006, ISBN 3-412-30905-2, S. 466.</ref>
Generalmusikdirektor an der Komischen Oper
Nach seinem Debüt 1975<ref name="Klingbeil">Klaus Klingbeil: Hier fühle ich mich sehr wohl. Gespräch mit Professor Rolf Reuter, Chefdirigent der Komischen Oper Berlin. In: Berliner Zeitung, 7. Juli 1981, Jg. 37, Ausgabe 158, S. 7.</ref> an der Deutschen Staatsoper Berlin mit Puccinis Madama Butterfly wurden ihm zahlreiche weitere Gastdirigate zugetragen,<ref name="Antosch" /> darunter Wagners Meistersinger von Nürnberg und Tristan und Isolde, Verdis Otello, Puccinis Turandot und Tosca sowie Webers Freischütz.<ref name="Lange13" /> 1978 dirigierte er die von dem Bolschoi-Regisseur Boris Pokrowski inszenierte Opernpremiere Fürst Igor von Alexander Borodin.<ref>Manfred Haedler: Verzeichnis der Ur- und Erstaufführungen von Opern und Singspielen 1742–1884 sowie aller Premieren 1885–1992. In: Georg Quander (Hrsg.): 250 Jahre Opernhaus Unter den Linden. Apollini et musis. Propyläen, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-549-05209-X, S. 379–465, hier: S. 458.</ref> Dafür wurde er 1979 mit dem Kritikerpreis der Berliner Zeitung ausgezeichnet.<ref name="Kritikerpreis" /> 1981 fand unter seiner Leitung die Wiederaufführung der Oper Der Schmied von Gent von Franz Schreker statt; die Inszenierung übernahm Erhard Fischer.<ref>Norbert Miller: Kein Spielraum in Himmel und Hölle. Franz Schrekers letzte Oper „Der Schmied von Gent“ in Ostberlin wiederaufgeführt. In: Süddeutsche Zeitung, 9. Juli 1981, Nr. 154, S. 29.</ref> Der Musikkritiker Manfred Schubert wertete die DDR-Erstaufführung als eine Art „Wiedergutmachung“, denn die Nationalsozialisten lösten bei der Uraufführung 1932 einen „antisemitischen Skandal“ aus, woraufhin das Werk nach nur wenigen Aufführungen wieder abgesetzt wurde.<ref>Manfred Schubert: Rechtfertigung für einen zu Unrecht Vergessenen. DDR-Erstaufführung von Schrekers „Schmied von Gent“ in der Staatsoper. In: Berliner Zeitung, 9. Juli 1981, Jg. 37, Ausgabe 160, S. 7.</ref> 1987 gestaltete Reuter das Festkonzert im Berliner Schauspielhaus anlässlich der Eröffnung der Feierlichkeiten zu 750 Jahre Berlin mit.<ref>750-Jahr-Feier Berlins mit festlichem Konzert am Neujahrsabend glanzvoll eingeleitet. In: Berliner Zeitung, 2. Januar 1987, Jg. 43, Ausgabe 1, S. 1f.</ref>
Im Februar 1981 holte man ihn zusammen mit Werner Rackwitz (Intendant), Harry Kupfer (Chefregisseur) und Hans-Jochen Genzel (Chefdramaturg) in das neue Leitungsteam der Komischen Oper Berlin.<ref name="Genzel214">Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 214.</ref> Reuter war Chefdirigent und musikalischer Oberleiter<ref name="Baumgartner">Gabriele Baumgartner: Reuter, Rolf. In: Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 2: Maaßen–Zylla. Nachtrag zu Band 1, K. G. Saur, München 1997, ISBN 3-598-11177-0, S. 708.</ref> und gestaltete mehrere Musiktheaterproduktionen mit.<ref>Hans-Jochen Genzel: Musiktheater gestern und morgen. In: Ders. (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 37–49, hier: S. 49.</ref> Dabei arbeitete er u. a. mit dem Countertenor Jochen Kowalski und der Sopranistin Dagmar Schellenberger zusammen.<ref name="Blech" /> Nach dem Musikwissenschaftler Thomas Schipperges „setzte er in den 80er und frühen 90er Jahren inhaltliche und qualitative Maßstäbe“ mit seinem breiten Repertoire.<ref>Thomas Schipperges: „Mein G’müt ist mir verwirret“. Zum Tod von Rolf Reuter (1926–2007). In: MT-Journal. Zeitschrift der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig, Nr. 24 (2008), S. 60.</ref> Im Oktober 1981 übernahm er die musikalische Leitung bei Wagners Meistersinger von Nürnberg, der Antrittsinszenierung von Harry Kupfer.<ref name="Genzel214" /> Während die Aufführung im Neuen Deutschland von Hansjürgen Schaefer gefeiert wurde und die Berliner Zeitung entsprechend ihren Kritikerpreis 1982 in den Kategorien Ensembleleistung, Regie, Dirigat und sängerisch-darstellerische Leistungen vergab,<ref name="Kritikerpreis1982" /> resümierte der Münchner Opernkritiker Jens Wendland in der Süddeutschen Zeitung kritisch: „Der neue Chefdirigent Rolf Reuter versuchte in der schallschluckenden, problematischen Akustik des Hauses, mit einem stimmlich ziemlich angestrengten Ensemble der Regie mit großer klanglicher Farbigkeit, zusprechender, nerviger Dramatik zu entsprechen. Aber er faßte die Partitur oft viel zu kurz, zu harmlos singspielhaft. Die musikalischen Schwächen der Komischen Oper haben die neuen Leute einstweilen wohl auch übernommen.“<ref>Jens Wendland: Die Meistersinger ziehen in die Komische OperÜberfälliger Repertoire-Gewinn: Harry Kupfers Wagner-Inszenierung in Ostberlin. In: Süddeutsche Zeitung, 6. Oktober 1981, Nr. 229, S. 11.</ref> Im Zeitraum von 1982 bis 1987 dirigierte Reuter einen Opern-Zyklus<ref>Thomas Feist, Rolf Reuter: „Ich mag bei Mozart die Abgründe, die Ecken und die Kanten“. Im Gespräch mit Prof. Rolf Reuter, Chefdirigent der Komischen Oper. In: Berliner Zeitung, 26. Januar 1991, Jg. 47, Ausgabe 22, S. 13.</ref> mit den fünf Hauptwerken von Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail,<ref name="Genzel222">Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 222.</ref> Die Zauberflöte,<ref name="Genzel224">Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 224.</ref> Die Hochzeit des Figaro,<ref name="Genzel224" /> Idomeneo<ref name="Genzel225">Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 225.</ref> und Don Giovanni.<ref name="Genzel224" /> Darüber hinaus übernahm er die musikalische Leitung bei Puccinis La Bohème,<ref name="Genzel222" /> Verdis Rigoletto,<ref name="Genzel223">Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 223.</ref> Mussorgskis Boris Godunow,<ref name="Genzel223" /> Smetanas Verkaufte Braut,<ref name="Genzel223" /> Tschaikowskis Eugen Onegin,<ref name="Genzel224" /> Dargomyschskis Der steinerne Gast,<ref name="Genzel224" /> Schönbergs Erwartung<ref name="Genzel224" /> und Bizets Carmen.<ref name="Genzel225" /> 1985 verantwortete er die Uraufführung der Oper Judith von Siegfried Matthus.<ref>Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 215.</ref> Am 1. Oktober 1989 führte er den Freischütz von Webers auf, wobei der westdeutsche Regisseur Günter Krämer die Inszenierung vornahm.<ref name="Feddersen">Dieter Feddersen: Förderkreis Freunde der Komischen Oper e. V. – Bindeglied zwischen Theater und Besuchern. In: Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 66–72, hier: S. 67.</ref> Der Frankfurter Jurist und stellvertretende Fördervereinsvorsitzende Dieter Feddersen erkannte in der Aufführung „versteckte politische Anspielungen“.<ref name="Feddersen" /> 1990 regte Reuter die Gründung eines Fördervereins an.<ref>Dieter Feddersen: Förderkreis Freunde der Komischen Oper e. V. – Bindeglied zwischen Theater und Besuchern. In: Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 66–72, hier: S. 68.</ref> 1992 folgte mit der Oper Desdemona und ihre Schwestern eine weitere Matthus-Uraufführung, die in Kooperation mit den Schwetzinger Festspielen und der Deutschen Oper Berlin von Götz Friedrich inszeniert wurde.<ref>Götz Friedrich: Volksoper. In: Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 95–99, hier: S. 98.</ref> Zahlreiche Gastspiele führten das Opernensemble während seiner Amtszeit durchs In- und Ausland.<ref>Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 228f.</ref>
Daneben trat Reuter auch als Konzertdirigent hervor, etwa bei den DDR-Musiktagen, den Berliner Festtagen und den Sinfoniekonzerten der Komischen Oper, wo er mehrere Orchesterwerke zur Uraufführung brachte: 1982 das Berliner Divertimento für Orchester von Ernst Hermann Meyer und das Doppelkonzert für Violoncello, Harfe und Orchester (mit Regina und Gerhard Herwig) von Georg Katzer,<ref>Hans-Peter Müller: Heiteres, Ernstes und Anklagendes. DDR-Musiktage mit Uraufführungen eröffnet. In: Berliner Zeitung, 20. Februar 1982, Jg. 38, Ausgabe 43, S. 7.</ref> 1983 die Sieben Gesänge für Kontraalt, Gitarre und Orchester nach Texten von Federico Garcia Lorca (mit Maria Farantouri und Costas Cotsiolis) von Mikis Theodorakis,<ref>Festliches Konzert mit Uraufführung. In: Neue Zeit, 1. Oktober 1983, Jg. 39, Ausgabe 232, S. 2.</ref> 1985 „Musik zu Bach“ für Orchester von Ruth Zechlin<ref>Konzert von Ruth Zechlin in Berlin uraufgeführt. In: Neues Deutschland, 2. März 1985, Jg. 40, Ausgabe 52, S. 4.</ref> und Neun Bagatellen für Streichorchester von Reiner Bredemeyer,<ref>wh: Ekstatisch freudig und äußerst konzentriert. Uraufführung im Konzert der Komischen Oper. In: Neue Zeit, 10. Oktober 1985, Jg. 41, Ausgabe 237, S. 4.</ref> 1989 das Violoncellokonzert „Heterophonie“ (mit Jan Vogler<ref>Vorhaben der neuen Saison der Komischen Oper. In: Neue Zeit, 29. September 1989, Jg. 45, Ausgabe 230, S. 4.</ref>) von Thomas Reuter<ref>Uraufführung bei Berliner Festtagen. Programme mit renommierten Künstlern und Orchestern. In: Neues Deutschland, 18. Oktober 1989, Jg. 44, Ausgabe 245, S. 1.</ref> und 1991 „Vorwahl 522“ (Kein Anschluss unter dieser Nummer?) für Kammerorchester von Reiner Bredemeyer.<ref>Nina Noeske: Musikalische Dekonstruktion. Neue Instrumentalmusik in der DDR (= KlangZeiten. Bd. 3). Böhlau, Köln u. a. 2007, ISBN 3-412-20045-X, S. 167f./Fn. 177.</ref> Außerdem verhalf er Hans Werner Henzes Klarinettenkonzert „Le Miracle de la Rose“ (mit Oskar Michallik) zur DDR-Erstaufführung (1984).<ref>Henze-Konzert in der DDR erstaufgeführt. In: Berliner Zeitung, 6. Oktober 1984, Jg. 40, Ausgabe 237, S. 10.</ref> Anlässlich des 150. Geburtstages von Johannes Brahms dirigierte er 1983 dessen Violinkonzert, wobei als Solist der russische Violinvirtuose Igor Oistrach gewonnen wurde.<ref>Stürmischer Beifall für Konzert von Igor Oistrach. In: Neues Deutschland, 23. April 1983, Jg. 38, Ausgabe 95, S. 4.</ref> Im Sommer 1993 nahm er mit Liszts Faust-Sinfonie seinen Abschied als musikalischer Leiter der Komischen Oper Berlin.<ref>Werner Schönsee: Faustisches in großer Eindringlichkeit. Abschied Rolf Reuters als Musikchef der Komischen Oper Berlin. In: Neue Zeit, 21. Juni 1993, Jg. 49, Ausgabe 141, S. 12.</ref> Dennoch blieb er dem Haus bis zur Amtsübernahme seines Nachfolgers, Yakov Kreizberg, 1994 als ständiger Dirigent erhalten.<ref>Dieter Feddersen: Förderkreis Freunde der Komischen Oper e. V. – Bindeglied zwischen Theater und Besuchern. In: Hans-Jochen Genzel (Red.): Die Komische Oper. Hrsg. von der Komischen Oper, Nicolai, Berlin 1997, ISBN 3-87584-656-7, S. 66–72, hier: S. 71.</ref>
Während der Wendezeit am 5. November 1989<ref>Horst Richter: „Präzision, Ausdruck und Feuer“. Von der kurbrandenburgischen Capella zur Staatskapelle Berlin. In: Georg Quander (Hrsg.): 250 Jahre Opernhaus Unter den Linden. Apollini et musis. Propyläen, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-549-05209-X, S. 277–292, hier: S. 291.</ref> trat er auf Vermittlung des Trompeters Rainer Auerbach beim von der Staatskapelle Berlin organisierten „Konzert gegen Gewalt“ (gemeint war das Ministerium für Staatssicherheit<ref>Horst Richter: „Präzision, Ausdruck und Feuer“. Von der kurbrandenburgischen Capella zur Staatskapelle Berlin. In: Georg Quander (Hrsg.): 250 Jahre Opernhaus Unter den Linden. Apollini et musis. Propyläen, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-549-05209-X, S. 277–292, hier: S. 289.</ref>) in der Gethsemanekirche in Berlin-Prenzlauer Berg mit Bachs „Air“ aus der 3. Orchestersuite und Beethovens 3. Sinfonie („Eroica“) auf. Überliefert ist seine dort getätigte öffentliche Forderung: „Die Mauer muss weg“.<ref>Gustav Seibt: Wir sind Helden. Ein denkwürdiger Abend in der Berliner Gethsemanekirche: Wie im stürmischen Herbst 1989 spielt die Staatskapelle Ludwig van Beethovens „Eroica“. Die Wiederaufführung an derselben Stelle könnte bewegender nicht sein – sie gerät zur Hymne auf die Bürgerrechtler der untergegangenen DDR. In: Süddeutsche Zeitung, 4. November 2009, S. 3.</ref> Am 22. Februar 1990 veröffentlichte er in der Berliner Zeitung den Artikel „Einheitsgedanke als Naturkraft“. Darin sprach er sich für die deutsche Wiedervereinigung auf demokratischem Wege aus.<ref>Rolf Reuter: Einheitsgedanke als Naturkraft. Politiker müssen klar Stellung beziehen zur nationalen Aufgabe der Deutschen. In: Berliner Zeitung, 22. Februar 1990, Jg. 46, Ausgabe 45, S. 9.</ref> In einer Erwiderung auf einen Beitrag des Operndirektors des Theaters der Stadt Cottbus Dieter Reuscher in der Fachzeitschrift Theater der Zeit formulierte Reuter im Sommer 1990: „Was würde aller ‚Wohlstand‘, alle ‚Demokratie‘ nützen, wäre der Erhalt und die Entwicklung der Kultur nicht das oberste Ziel? Diese Kultur ist ein Kontinuum, welches sowohl als historische Entwicklung durch die Jahrtausende als auch gegenwärtig als weltweite Verbindung aller Kulturzentren kräftig wirkt. Jeder einzelne ist aufgerufen, diese Kultur im kleinen als Kontinuum zu erkennen, zu erhalten und zu entwickeln.“<ref>Rolf Reuter: Zerschlagen ist leicht…. In: Theater der Zeit 6/1990, S. 2.</ref>
Ab 1981 lehrte er an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin,<ref name="Klingbeil" /> zuletzt war er dort Honorarprofessor für Dirigieren.<ref name="Schiederjürgen" /> Der Berliner Reuter-Schüler Jurowski erinnerte sich 2007 wie folgt an seine Studienzeit zurück: Reuter „ließ immer die Meinung der Anderen gelten. Seine Auffassung, ob es um Musik, um Philosophie oder Politik ging, wurde uns nie aufgezwungen.“ Man konnte ihm nie „Intoleranz gegenüber anderen Meinungen, aber auch Rassen und Kulturen“ vorwerfen.<ref name="Jurowski" /> Weitere Lehrverpflichtungen hatte Reuter an der Hochschule für Musik und Theater München und dem Conservatoire de Lyon inne.<ref name="Schiederjürgen" /> 1993 war er als Gründungsrektor der Hochschule für Musik und Theater Rostock im Gespräch;<ref>Peter Gerds: Universitäten am Katzentisch. Österreichische Wissenschaftler warnen in Rostock vor Folgen rigorosen Sparens. In: Neue Zeit, 26. April 1993, Jg. 49, Ausgabe 96, S. 21.</ref> das Amt erhielt 1994 der ehemalige Kölner Professor Wilfried Jochims.
Nach seiner Musikdirektorenzeit
Nach der Wende wurde er Beiratsmitglied des Freundeskreises Neubrandenburger Philharmonie/Marienkirche e. V.<ref>Christine Schulz: Harmonischer Dreiklang im Norden. Die Neubrandenburger Philharmonie mit Chefdirigentin Romely Pfund auf der Suche nach Zukunftschancen. In: Neue Zeit, 30. März 1991, Jg. 47, Ausgabe 75, S. 13.</ref> Außerdem trat er dem Trägerverein Internationale Musikakademie zur Förderung musikalisch Hochbegabter in Deutschland e. V. bei, der von seiner Frau gegründet worden war,<ref>Die Akademie, int-musikakademie.org, abgerufen am 6. April 2020.</ref> und engagierte sich im künstlerischen Kuratorium des Internationalen Festivals junger Opernsänger an der Kammeroper Schloss Rheinsberg.<ref>Ulrike Petzold: Die Gärtnerin probt ihre Liebe. Ein Autokonzern sponsert junge Stimmen, Internationaler Opern-Workshop in Rheinsberg. In: Neue Zeit, 16. August 1991, Jg. 47, Ausgabe 190, S. 3.</ref> Zur Eröffnung des Schlosstheaters Rheinsberg 1999 dirigierte er<ref name="Schiederjürgen"/> die Uraufführung der Kammeroper Kronprinz Friedrich von Siegfried Matthus.<ref>Robert Rauh: Fontanes Ruppiner Land. Neue Wanderungen durch die Mark Brandenburg. edition q im be.bra verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-86124-723-4, S. 117.</ref> 2000 brachte er gemeinsam mit seiner Tochter Sophia Reuter und dem Orchester des Sorbischen National-Ensembles das Violinkonzert von Heinz Roy, einem Schüler seines Vaters, zur Uraufführung.<ref>Crista Vogel: Genussreicher Abend im Rathaus. In: Sächsische Zeitung, 28. März 2000, S. 10.</ref>
In den 1990er Jahren leitete er das „Seminar für junge Operndirigenten“ des Deutschen Musikrates in Altenburg.<ref name="lvz1999">Bekannter Operndirigent kommt an das Altenburg-Geraer Theater. In: Leipziger Volkszeitung, 12. Juli 1999, S. 11.</ref> Auf Wunsch des designierten Generalintendanten und Geschäftsführers René Serge Mund war er ab der Spielzeit 2000/01 als Generalmusikdirektor des Theaters Altenburg-Gera vorgesehen. Nach Kontroversen mit dem Philharmonischen Orchester Gera trat er sein Amt nicht an. Stattdessen wurde Gabriel Feltz GMD.<ref>Generalintendant Serge Mund folgte der Empfehlung der Theater-Musiker. In: Leipziger Volkszeitung, 25. April 2001, S. 15.</ref>
In der Spielzeit 2003/04 kehrte er als Gastdirigent zurück an das Deutsche Nationaltheater Weimar.<ref name="Schiederjürgen"/>
Familie
Reuter, evangelisch,<ref name="Beleke"/> war in erster Ehe mit der Koloratursängerin Anemone Rau verheiratet,<ref name="FrenzelMoser"/> in zweiter mit der Musikwissenschaftlerin Claudia Reuter, geb. Herzfeld.<ref name="Beleke">Norbert Beleke (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 45. Ausgabe (2006/07), Schmidt-Römhild, Lübeck 2006, ISBN 3-7950-2042-5, S. 1069.</ref> Er war Vater von vier Kindern: der Komponist, Chorleiter und Pianist Thomas Reuter (* 1952), die Cellistin Anna Niebuhr, die Geigerin und Bratschistin Sophia Reuter (* 1971) und die Geigerin Agnes Reuter (* 1975).<ref name="Beleke"/> Zuletzt lebte Reuter in Berlin-Schönholz.<ref>Peter Uehling: Mit Hilfe der Musik kleinste Samenkörner säen. Der Berliner Dirigent Rolf Reuter ist gestorben. In: Berliner Zeitung, Ausgabe 213, 12. September 2007, S. 34.</ref> Nach schwerer Krankheit verstarb er 2007 in Berlin.<ref>Uwe Friedrich: Der Humanist. Berliner Dirigent Rolf Reuter gestorben. In: Der Tagesspiegel, Nr. 19665, 12. September 2007, S. 27.</ref> Sein Grab befindet sich auf dem Inneren Plauenschen Friedhof in Dresden-Plauen.<ref>Dirigent Rolf Reuter wird in Dresden beigesetzt. In: Leipziger Volkszeitung, 19. September 2007, S. 11.</ref>
Briefe Reuters sind u. a. in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Monacensia der Münchner Stadtbibliothek überliefert.
Kritik
Kurz vor seinem Tod geriet Rolf Reuter in öffentliche Kritik. So berichteten am 26. Juli 2007 als Erstes die Berliner Zeitung und die tageszeitung<ref>Felix Lee: Rechter Rand: SPD bläst Dirigenten den Marsch. In: die Tageszeitung, 26. Juli 2007.</ref> über den Kontakt des Dirigenten in rechtsextreme Kreise seit Mitte der 1990er Jahre. Die Berichterstattung stützte sich auf Recherchen des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin. Auch überregionale Medien wie Der Spiegel griffen das Thema auf.<ref name="Spiegel"/> Demnach hielt Reuter im Mai 2006 beim rechtsextremen Freundeskreis Ulrich von Hutten etwa das Referat „Das Volkslied als Mutterboden der musikalischen Hochkultur“.<ref name="Spiegel"/> Zur gleichen Zeit referierte dort auch die Freundeskreisgründerin Lisbeth Grolitsch.<ref name="Spiegel"/> Seit 2001 sei er wiederholt bei der vom Verfassungsschutz beobachteten Deutschen Kulturgemeinschaft zu Gast gewesen.<ref name="Spiegel"/> Darüber hinaus habe er Solidaritätsadressen für die rechtsextremen Verleger Andreas Röhler und Wigbert Grabert unterschrieben.<ref name="Spiegel"/> Der Berliner Abgeordnete Tom Schreiber (SPD) forderte die Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes und der Ehrenmitgliedschaft der Komischen Oper.<ref name="Spiegel">Rechtsextremismus-Verdacht. Dirigent soll Bundesverdienstkreuz zurückgeben. In: Der Spiegel, 26. Juli 2007.</ref>
In einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung vom 2. August 2007 nahm ihn sein ehemaliger Schüler Wladimir Jurowski gegen den Rechtsradikalismusvorwurf in Schutz.<ref name="Jurowski"/> Er verglich die laufende Berichterstattung mit Pressekampagnen in der DDR und der Sowjetunion, „wo Leute plötzlich als Verbrecher dargestellt wurden, bevor ihnen die Schuld nachgewiesen werden konnte“.<ref name="Jurowski"/> Jurowski ließ allenfalls zu, dass sich Reuter aus Naivität in das rechtsextreme Milieu begeben habe, „um dort dem heutigen Geist der Unkultur etwas entgegenzusetzen“.<ref name="Jurowski"/> Weiterhin nahm er an, dass sich Reuter „dort eher verstanden“ fühlte und sich darum „vereinnahmen, instrumentalisieren“ ließ.<ref name="Jurowski"/> Nach dem Anliegen der Kampagne gefragt, sprach Jurowski von Rufschädigung.<ref name="Jurowski"/>
Zwei Tage darauf gab Reuter die vorgehaltenen Kontakte zu und distanzierte sich von deren politischen Ansichten, was in Form einer Erklärung geschah.<ref>Musik: Reuter gibt Kontakte zu Rechtsextremisten zu und distanziert sich. In: Die Welt, 4. August 2007, Nr. 180, S. 23.</ref> Eine Prüfung durch das Bundespräsidialamt in Abstimmung mit der Berliner Senatskanzlei und dem Bundesinnenministeriums ergab Anfang September 2007, dass die Voraussetzungen für ein Verfahren zum Entzug der Auszeichnung nicht gegeben seien.<ref>Früherer Generalmusikdirektor Reuter darf Verdienstkreuz behalten. In: Die Welt, 7. September 2007, Nr. 209, S. 34.</ref> Nach Einschätzung Wolfgang Osthoffs (2008) griffen die Medien eine Denunziation auf.<ref name="Osthoff10"/> Reuter sei ein Patriot bzw. Wertkonservativer gewesen.<ref name="Osthoff10"/> Er habe sich der „political correctness“ nicht beugen wollen, dennoch habe er keineswegs Rechts- oder Linksextremismus geteilt.<ref name="Osthoff10"/>
Seine Parteinahme für Hans Pfitzner „führte indirekt auch zu den Schlagzeilen“ von 2007, wie die Musikjournalistin Eleonore Büning in seinem Nachruf bemerkte.<ref>Eleonore Büning: Von der Pike auf. Dirigent Rolf Reuter gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. September 2007, Nr. 212, S. 37.</ref> Bereits 1994 kam es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu einer Auseinandersetzung mit dem Germanisten und Thomas-Mann-Forscher Hans Rudolf Vaget. Dieser sah in Hans Pfitzner den „eigentlichen Kopf der Thomas-Mann-Gegner“ in München und rekapitulierte einen zeitgenössischen Zeitungsartikel, in dem die „antisemitische Hetze gegen Bruno Walter“ mit dem Hans-Pfitzner-Verein für deutsche Tonkunst in Zusammenhang gebracht worden war.<ref>Hans Rudolf Vaget: Präludium in München. Bruno Walter und die Vertreibung Thomas Manns. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Mai 1994, Nr. 111, S. B1.</ref> Reuter, seines Zeichens Präsident der Hans-Pfitzner-Gesellschaft, warf ihm daraufhin eine „Verzeichnung“ der Dinge vor.<ref>Rolf Reuter: Thomas Mann – Bruno Walter – Hans Pfitzner. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Juni 1994, Nr. 128, S. 9.</ref> Als „Exkulpationstendenzen der Pfitzner-Gemeinde“ wertete schließlich Vaget die Replik Reuters.<ref> Hans Rudolf Vaget: Exkulpationstendenzen der Pfitzner-Gemeinde. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juni 1994, Nr. 144, S. 8.</ref> Die Theaterwissenschaftlerin Sabine Busch (2001) bezeichnete die Annahme einer Pfitzner’schen Initiatorenschaft als „einen der widerstandsfähigsten Irrtümer im gängigen Pfitzner-Bild“. Vielmehr sei der Bayerische Staatsoperndirektor Hans Knappertsbusch als Urheber anzusehen.<ref>Sabine Busch: Hans Pfitzner und der Nationalsozialismus (= M-&-P-Schriftenreihe für Wissenschaft und Forschung: Musik). Metzler, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 3-476-45288-3, S. 167/Fn. 412.</ref>
Bedeutung
Rolf Reuter gehörte wie Kurt Masur und Kurt Sanderling zur Nachfolgegeneration der älteren Dirigenten der DDR.<ref>Bernhard Uske: Gärtner in blühender Landschaft. Die Dirigenten der DDR – Teil II. In: Fono Forum 5/1996, S. 26–33, hier: S. 30.</ref> Er bewunderte insbesondere den Dirigenten Wilhelm Furtwängler, aber auch Igor Markevitch für dessen Stil und Fitness.<ref name="Holmes">John L. Holmes: Conductors on Record. Greenwood Press, Westport 1982, ISBN 0-575-02781-9, S. 537.</ref> Nach dem Musikwissenschaftler Wolfgang Osthoff (2008) „verkörperte [er] als Musiker den immer seltner werdenden Typ des soliden deutschen Kapellmeisters, der von der Piecke [sic!] auf sein Handwerk gelernt hat. Damit […] gelangte er nicht in die Glitzerspalten des Feuilletons“.<ref name="Osthoff10">Wolfgang Osthoff: Rolf Reuter (1926–2007). In: Mitteilungen der Hans Pfitzner-Gesellschaft N.F. 68 (2008), S. 9–12, hier: S. 10.</ref> Reuter entstammte „Kreisen, die man als konservativ bezeichnen könnte, die vom Gedankengut der deutschen Romantik beeinflusst waren“, so Wladimir Jurowski (2007).<ref name="Jurowski"/> Einerseits stand er Carl Orff äußerst ablehnend gegenüber, andererseits verehrte er Hans Pfitzner, zugleich verteidigte er die Zweite Wiener Schule sowie den Komponisten Paul Hindemith.<ref name="Jurowski"/> Reuter schätzte darüber hinaus u. a. Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Mahler und Dmitri Schostakowitsch.<ref name="Jurowski">Wladimir Jurowski, Jürgen Kleindienst: Interview: „Verwunderung, dann Entrüstung“. Vladimir Jurowski, Chef des London Philharmonic Orchestra, nimmt seinen Lehrer Rolf Reuter in Schutz. In: Leipziger Volkszeitung, 2. August 2007, S. 10.</ref> Der Opernforscher Ernst Krause nahm ihn als Romantiker, der gleichwohl „eine eifrige Stütze Mozarts“ war, wahr. Darüber hinaus setzte sich Reuter für die zeitgenössische Musik ein.<ref>Ernst Krause: Dirigentenprofile – Bilanz von vierzig Opernjahren. Von Wilhelm Furtwängler bis Ude Nissen. In: Theater der Zeit, S. 9–12, hier: S. 12.</ref> Für den Musikkritiker Hansjürgen Schaefer war er „dem Neuen [...] auf der Spur, der Oper, Chorsinfonik und Sinfonik des 19. Jahrhunderts“.<ref name="Schaefer1986"/> Ebenso sei er der Musik von Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart zugeneigt gewesen.<ref name="Schaefer1986">Hansjürgen Schaefer: Gültige Leistungen in der Oper und im Konzertsaal. Dem Dirigenten Prof. Rolf Reuter zum Sechzigsten. In: Neues Deutschland, 9. Oktober 1986, Jg. 41, Ausgabe 238, S. 4.</ref> Reuter hielt die Barockoper für vollkommen unerschlossen und forderte daraufhin die Berücksichtigung von Komponisten wie Johann Wolfgang Franck, Heinrich Ignaz Franz Biber, Georg Anton Benda und Philipp Heinrich Erlebach ein.<ref name="Lange14f">Rolf Reuter, Wolfgang Lange: Auftakt. Gespräche mit Dirigenten: Rolf Reuter im Gespräch mit Wolfgang Lange. In: Theater der Zeit 5/1981, S. 13–15, hier: S. 14f.</ref> An anderer Stelle nannte er zusätzlich Johann Adolph Hasse sowie die „musikalische Tagesware“ von Johann Adolfph Scheibe und Ignaz Umlauf, die das Publikum mit „Einfachheit und Heiterkeit“ begeisterten. Die Opern und Singspiele dieser Zeit stützten sich auf die Forderungen der Aufklärung, die bis in die Jetztzeit relevant seien.<ref>Joachim Herz, Rolf Reuter, Günter Lohse, Otmar Suitner, Roland Wambeck, Albrecht Hofmann, Rainer Wenke, Heinz Struve, Carl Heinz Erkrath, Ude Nissen und Klaus Kahl: Vergessene Werke – verlorene Werte. Umfrage unter Regisseuren und Dirigenten (2). In: Theater der Zeit 7/1983, S. 16–18, hier: S. 17f.</ref> Anfang der 1980er Jahre forderte er die flächendeckende Etablierung des Faches historische Aufführungspraxis an den Musikhochschulen der DDR.<ref>Rolf Reuter: Ignoranz gesicherter Erkenntnisse? Ein Diskussionsbeitrag. In: Theater der Zeit 12/1982, S. 46f.</ref>
Im In- und Ausland trat er vielfältig als Opern- und Konzertdirigent hervor,<ref name="Osthoff10"/> so führten ihn Gastdirigate ab Mitte der 1970er Jahre u. a. an das Nationaltheater München,<ref name="Antosch"/> das Palais Garnier in Paris,<ref>"Rolf Reuter" (Les Archives du spectacle), lesarchivesduspectacle.net, abgerufen am 26. März 2020.</ref> das Royal Opera House in Covent Garden, London,<ref>Performance Database Search Results "Rolf Reuter" (Royal Opera House Collections), rohcollections.org.uk, abgerufen am 26. März 2020.</ref> das Teatro Colón in Buenos Aires,<ref>Rolf Reuter dirigiert am Teatro Colon. In: Berliner Zeitung, 12. Juli 1986, Jg. 42, Ausgabe 163, S. 7.</ref> das Teatro Comunale di Bologna,<ref>Ernst Krause: Erfolg für „Fidelio“ im Lande des Belcanto. Rolf Reuter dirigierte Beethovens Oper am Teatro Comunale in Bologna. In: Neues Deutschland, 9. April 1987, Jg. 42, Ausgabe 84, S. 4.</ref> das Staatstheater am Gärtnerplatz in München<ref>Livia Neugebauer: Hochburg der großen Oper. Das Münchner Musikleben floriert trotz der Rekonstruktion des Nationaltheaters. In: Neue Zeit, 13. April 1993, Jg. 49, Ausgabe 85, S. 12.</ref> und das Staatstheater Mainz.<ref>Ellen Kohlhaas: Heiterer Geschlechterkampf. Premiere von "La finta semplice" am Staatstheater Mainz. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juni 1998, Nr. 130, S. 52.</ref> Mit dem Deutschen Theater Berlin gastierte er 1986 im Maly-Theater in Moskau und im Wyborg-Kulturpalast in Leningrad.<ref>Deutsches Theater in Moskau und Leningrad. In: Neue Zeit, 18. November 1986, Jg. 42, Ausgabe 272, S. 4.</ref> 1992 folgte er mit der Oper Leipzig als erstem Opernensemble aus den neuen Bundesländern einer Einladung nach Israel.<ref>Leipziger Oper zu Gast in Israel. In: Berliner Zeitung, 2. Juni 1992, Jg. 48, Ausgabe 127, S. 13.</ref> Wiederholt trat er mit Rundfunkorchestern wie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks,<ref>Karl Schumann: Szene am regulierten Bach. Rolf Reuter beim Rundfunk-Symphoniekonzert in München. In: Süddetsche Zeitung, 12./13. Februar 1983, Nr. 35, S. 16; Albrecht Roeseler: Debüt einer grandiosen Pianistin. Cecile Licad und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. In: Süddeutsche Zeitung, 22./23. Dezember 1984, Nr. 296, S. 16.</ref> dem Nouvel Orchestre Philharmonique de Radio-France<ref>DDR-Kultur hat viele Freunde in Frankreich. In: Neues Deutschland, 28. Juli 1979, Jg. 34, Ausgabe 176, S. 4; In Paris dirigiert. In: Berliner Zeitung, 11. November 1986, Jg. 42, Ausgabe 266, S. 7; Beifall für Berliner Generalmusikdirektor. In: Neues Deutschland, 29. Februar 1988, Jg. 43, Ausgabe 50, S. 4.</ref> und dem MDR-Sinfonieorchester auf.<ref>Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 161.</ref> Darüber hinaus dirigierte er u. a. das Gewandhausorchester Leipzig, die Sächsische Staatskapelle Dresden,<ref>Uraufführung der Streichermusik in 3 Teilen von Günter Neubert am 9. April 1969, vgl. Deutscher Komponistenverband (Hrsg.): Komponisten der Gegenwart im Deutschen Komponistenverband. Ein Handbuch. 5. Auflage, ConBrio Verlags-Gesellschaft, Regensburg 2000, ISBN 3-932581-34-2 (online).</ref> die Dresdner Philharmonie, das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra<ref>Dirigent der Komischen Oper gastierte in Japan. In: Berliner Zeitung, 25. Juni 1984, Jg. 40, Ausgabe 148, S. 2.</ref> und das Niederösterreichische Tonkünstler-Orchester.<ref>Suchergebnisse "rolf reuter" im Veranstaltungsarchiv des Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchesters, test.tonkuenstler.at, abgerufen am 2. April 2020.</ref>
Reuter war an mehreren Rundfunk- und LP/CD-Produktionen beteiligt.<ref name="Schiederjürgen"/> Beim Bayerischen Rundfunk spielte er 1976 anlässlich des 80. Geburtstages seines Vaters dessen 3. Sinfonie und Siegfried Kurz’ Hornkonzert mit den Münchner Philharmonikern und dem Hornisten Peter Damm ein.<ref name="Antosch"/> Beim Plattenlabel Eterna veröffentlichte er u. a. Einspielungen der Musik zu Goethes Trauerspiel Egmont von Ludwig van Beethoven, der Kantate Die Lügengeschichte vom Schwarzen Pferd von Max Butting und von Musikwerken seines Vaters.<ref name="Holmes"/> Er legte folgende Opern-Gesamtaufnahmen vor: Der fliegende Holländer von Richard Wagner (1964),<ref>Karsten Steiger: Opern-Diskographie: Verzeichnis aller Audio- und Video-Gesamtaufnahmen. 2., vollständig aktualisierte und erweiterte Ausgabe, Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-11784-8, S. 694.</ref> Prometheus von Rudolf Wagner-Régeny (1984),<ref>Karsten Steiger: Opern-Diskographie: Verzeichnis aller Audio- und Video-Gesamtaufnahmen. 2., vollständig aktualisierte und erweiterte Ausgabe, Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-11784-8, S. 597.</ref> Judith von Siegfried Matthus (1986)<ref>Karsten Steiger: Opern-Diskographie: Verzeichnis aller Audio- und Video-Gesamtaufnahmen. 2., vollständig aktualisierte und erweiterte Ausgabe, Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-11784-8, S. 263.</ref> und Das Herz von Hans Pfitzner (1993).<ref>Karsten Steiger: Opern-Diskographie: Verzeichnis aller Audio- und Video-Gesamtaufnahmen. 2., vollständig aktualisierte und erweiterte Ausgabe, Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-11784-8, S. 336.</ref> Nach dem Musikpublizisten und Karajan-Biografen Peter Uehling war sein Werdegang dennoch „frei von spektakulären Höhepunkten oder Durchbrüchen. Seine Diskografie ist schmal und in ihrem Nebeneinander von Händel und Berlioz wenig signifikant“.<ref>Peter Uehling: Mit Hilfe der Musik kleinste Samenkörner säen. Der Berliner Dirigent Rolf Reuter ist gestorben. In: Berliner Zeitung, Ausgabe 213, 12. September 2007, S. 34.</ref>
Nach dem Leipziger Musikwissenschaftler Werner Wolf setzte sich Reuter „vehement für verkannte Komponisten und zu Unrecht vernachlässigte Werke ein“, so auch für Hans Pfitzner.<ref>Werner Wolf: Pfitzner im Gewandhaus. Rolf Reuters Engagement für Seltenes. In: Leipziger Volkszeitung, 7. April 2001, S. 9.</ref> Gerald Felber, Musikredakteur der Berliner Zeitung, attestierte Reuter eine „verpflichtende[] Ambition, den umstrittenen Tonsetzer nach Kräften ins öffentliche Bewußtsein zu heben“.<ref>Gerald Felber: Emotion ohne veräußerlichte Deklamatorik. Orchester der Komischen Oper unter Rolf Reuter spielte Pfitzner. In: Berliner Zeitung, 16. November 1991, Jg. 47, Ausgabe 268, S. 21.</ref> Damit reihte er sich bei anderen deutschsprachigen Dirigenten wie Christian Thielemann, Werner Andreas Albert und Martin Sieghart ein.<ref>Günter Buhles: Pfitzner, Hans. Orchesterlieder. In: das Orchester 05/2011, S. 74.</ref> Bereits zu DDR-Zeiten leitete Reuter Aufführungen von Pfitzner-Werken wie der romantischen Kantate Von deutscher Seele, der „DDR-Kulturpolitiker mit großer Skepsis gegenüberstanden“ (Jörg Clemen).<ref>Steffen Lieberwirth (Hrsg.): Mitteldeutscher Rundfunk. Die Geschichte des Sinfonieorchesters. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks verfasst von Jörg Clemen, Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-09-1, S. 141.</ref> Von 1990 bis 1998 war Reuter Präsident – als erster DDR-Bürger einer gesamtdeutschen Organisation – und bis zu seinem Tod Präsidiumsmitglied der sich zuvor in Schieflage befundenen Hans-Pfitzner-Gesellschaft.<ref name="Osthoff9">Wolfgang Osthoff: Rolf Reuter (1926–2007). In: Mitteilungen der Hans Pfitzner-Gesellschaft N.F. 68 (2008), S. 9–12, hier: S. 9.</ref> Als bedeutend wird in diesem Zusammenhang seine Rudolstädter Wiederaufführung von 1993 der letzten Pfitzner-Oper Das Herz angesehen.<ref name="Osthoff9"/> Der Regisseur Peter P. Pachl nahm sich dieser – nach Dortmund 1954 – zweiten Nachkriegsinszenierung an. Die Aufführung ist „auf CD dokumentiert und somit grundlegend für die weitere Rezeption“.<ref>Sabine Busch-Frank: Worte oder Werke? Hans Pfitzners Judenbild in seinen Opern. Die Rose vom Liebesgarten und Das Herz. In: Hans-Peter Bayerdörfer, Jens Malte Fischer (Hrsg.): Judenrollen. Darstellungsformen im europäischen Theater von der Restauration bis zur Zwischenkriegszeit (= Conditio Judaica. Bd. 70). Niemeyer, Tübingen 2008, ISBN 978-3-484-65170-8, S. 165–178, hier: S. 176.</ref>
Auch machte er sich als Orchestererzieher verdient,<ref name="Osthoff10"/> wobei der nachmalige Thomaskantor, Georg Christoph Biller,<ref>Wolfgang Langner: Der Gewandhauschor zu Leipzig. Von den Anfängen bis 2000. Sax-Verlag, Beucha 2005, ISBN 3-934544-72-X, S. 162.</ref> und der Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra, Wladimir Jurowski,<ref>Julia Spinola: Die großen Dirigenten unserer Zeit. Mit ausführlichem Lexikonteil. Henschel, Berlin 2005, ISBN 3-89487-480-5, S. 240.</ref> zu seinen prominentesten Schülern gehörten. Darüber hinaus unterrichtete er u. a. Claus Peter Flor,<ref>Julia Spinola: Die großen Dirigenten unserer Zeit. Mit ausführlichem Lexikonteil. Henschel, Berlin 2005, ISBN 3-89487-480-5, S. 221.</ref> Eckehard Mayer<ref>Thomas Kupsch: Neue Musik am Staatsschauspiel Dresden. Die Komponisten Rainer Kunad, Thomas Hertel und Eckehard Mayer als Leiter der Schauspielmusik im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. In: Matthias Herrmann, Hanns-Werner Heister (Hrsg.): Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert. Bericht über das vom Dresdner Zentrum für Zeitgenössische Musik und vom Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden veranstaltete Kolloquium (= Musik in Dresden. Bd. 6). Teil 3: 1966–1999. Laaber, Laaber 2004, ISBN 3-89007-511-8, S. 201–210, hier: S. 208.</ref> und Reinhard Seehafer.<ref>Arno Zähringer: Musik als Bindeglied zwischen den Menschen. Intendant Reinhard Seehafer feierte am Donnerstag seinen 60. Geburtstag. In: Volksstimme, 7. September 2018, S. 10.</ref> Stefan Sanderling war ein Assistent Reuters an der Komischen Oper Berlin.<ref>Livia Neugebauer: Nach Höhenflug nun glückliche Landung. Begegnung mit dem Dirigenten Stefan Sanderling. In: Neue Zeit, 11. August 1990, Jg. 46, Ausgabe 186, S. 11.</ref> Ferner war er Lehrer der Dirigentinnen Yuuko Amanuma,<ref>Internationaler Arbeitskreis Archiv Frau und Musik (Hrsg.): Europäischer Dirigentinnenreader (= Schriftenreihe des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik. Bd. 4). Furore-Verlag, Kassel 2003, ISBN 3-927327-55-7, S. 10.</ref> Shi-Yeon Sung<ref>Wolfgang Sander: Die Frau am Dirigentenpult. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. April 2007, Nr. 100, S. 44.</ref> und Johanna Weitkamp.<ref>Internationaler Arbeitskreis Archiv Frau und Musik (Hrsg.): Europäischer Dirigentinnenreader (= Schriftenreihe des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik. Bd. 4). Furore-Verlag, Kassel 2003, ISBN 3-927327-55-7, S. 180.</ref>
Auszeichnungen
- 19??: Kunstpreis der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft für die Einstudierung von Borodins Fürst Igor<ref name="Klingbeil"/>
- 1979: Kritikerpreis der Berliner Zeitung für das Dirigat von Borodins Fürst Igor in der Deutschen Staatsoper<ref name="Kritikerpreis">BZ-Kritikerpreis 1979 verliehen. In: Berliner Zeitung, 29. September 1979, Jg. 35, Ausgabe 230, S. 10.</ref>
- 1980: Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur<ref name="Buch">Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dietz, Berlin u. a. 1987, ISBN 3-8012-0121-X, S. 260.</ref>
- 1982: Kritikerpreis der Berliner Zeitung für das Dirigat von Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, Mozarts Die Entführung aus dem Serail und Puccinis La Bohème in der Komischen Oper Berlin<ref name="Kritikerpreis1982">BZ-Kritikerpreis 1982 verliehen. In: Berliner Zeitung, 2. Oktober 1982, Jg. 38, Ausgabe 232, S. 7.</ref>
- 1983: Vaterländischer Verdienstorden<ref name="Schiederjürgen"/> in Silber
- 1986: Franz-Liszt-Plakette der Ungarischen Volksrepublik<ref name="Schiederjürgen"/>
- 1986: Nationalpreis der DDR II. Klasse für Kunst und Literatur<ref>Hohe Auszeichnungen verliehen. In: Berliner Zeitung, 8. Oktober 1986, Jg. 42, Ausgabe 237, S. 4.</ref>
- 1993: Ehrenmitglied der Komischen Oper Berlin<ref>Ehrenmitglieder an der Komischen Oper. In: Berliner Zeitung, 7. Juli 1993, Jg. 49, Ausgabe 156, S. 25.</ref>
- 1993: Ehrenmitglied der Oper Leipzig<ref name="Beleke"/>
- 2000: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse<ref>hema: Taktsicher. In: Der Tagesspiegel, Nr. 17209, 22. Oktober 2000, S. 13.</ref>
Diskographie (Auswahl)
- Fritz Reuter: Sonate für Violine und Klavier (Lausitzer Sonate) / Phantastische Suite für Flöte und Klavier op. 6 / Der Hase und Der Igel (Eterna/Nova, 1965) mit Barbara Reuter-Rau, Heinz Fügner, Ursula Wendler-Reuter und dem Gewandhausorchester Leipzig – Aufnahmen von 1963 und 1964 (Rolf Reuter als Pianist und Dirigent)
- Ludwig van Beethoven: Egmont (Eterna, 1968) mit dem Gewandhausorchester Leipzig
- Erhard Ragwitz: Sinfonie Nr. 1 op. 45 u. a. (Nova, 1984) mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin – Aufnahme von 1983
- Ernst Hermann Meyer: Berliner Divertimento / Divertimento Concertante (Nova, 1987) mit Manfred Michel und dem Orchester der Komischen Oper Berlin – Aufnahmen von 1984 und 1985
- Rudolf Wagner-Régeny: Prometheus (Nova, 1986) mit dem Frauenchor und dem Orchester der Komischen Oper Berlin – Aufnahme von 1984
- Siegfried Matthus: Judith (Eterna/Berlin Classics, 1987/1998) mit dem Männerchor des Rundfunkchores Berlin, Chorsolisten und dem Orchester der Komischen Oper Berlin – Aufnahme von 1986
- Siegfried Matthus: Konzert für Trompete, Pauken und Orchester / Hyperion-Fragmente (Nova, 1988) mit Ludwig Güttler, Andreas Aigmüller und der Dresdner Philharmonie – Aufnahmen von 1984 und 1986
- Hector Berlioz: Symphonie fantastique (Deutsche Schallplatten/Berlin Classics, 1990/2006) mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin
- Hans Pfitzner: Das Herz (Marco Polo, 1994) mit dem Chor des Thüringer Landestheaters Rudolstadt und den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt – Aufnahme von 1993
- Hans Pfitzner: Das dunkle Reich / Der Blumen Rache / Fons Salutifer (cpo, 1998) mit dem Rundfunkchor Berlin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin – Aufnahme von 1993
- Hector Berlioz: Lélio oder die Rückkehr ins Leben (Berlin Classics, 1994) mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin – Aufnahme von 1988
- Georg Friedrich Händel: L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato (Berlin Classics, 1995) mit dem Rundfunkchor Berlin und dem Orchester der Komischen Oper Berlin u. a. – Aufnahme von 1987
- Arcangelo Corelli, Georg Philipp Telemann, Philipp Heinrich Erlebach, Giuseppe Tartini, Pietro Locatelli: Festliche Weihnachtskonzerte (Deutsche Schallplatten, 2000) mit dem Thüringer Kammerorchester Weimar
- Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade im Park (Deutsche Schallplatten, 2002) mit dem Thüringer Kammerorchester Weimar u. a.
Filmographie
- Der fliegende Holländer. DDR 1964, Spielfilm (mit dem Chor und Orchester des Leipziger Gewandhauses).
Literatur
- Gabriele Baumgartner: Reuter, Rolf. In: Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 2: Maaßen–Zylla. Nachtrag zu Band 1, K. G. Saur, München 1997, ISBN 3-598-11177-0, S. 708.
- Norbert Beleke (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 45. Ausgabe (2006/07), Schmidt-Römhild, Lübeck 2006, ISBN 3-7950-2042-5, S. 1069.
- Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dietz, Berlin u. a. 1987, ISBN 3-8012-0121-X, S. 260.
- David M. Cummings (Hrsg.): International Who’s Who in Music and Musician’s Directory (in the Classical and Light Classical Fields). 17. Ausgabe (2000/01), Melrose Press, Cambridge 2000, ISBN 0-948875-53-4, S. 537.
- Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. de Gruyter, Berlin 1956, S. 594.
- John L. Holmes: Conductors on Record. Greenwood Press, Westport 1982, ISBN 0-575-02781-9, S. 537.
- Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Band 3: Pallenberg – Singer . De Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-317-00456-8.
- Wolfgang Osthoff: Rolf Reuter (1926–2007). In: Mitteilungen der Hans Pfitzner-Gesellschaft N.F. 68 (2008), S. 9–12.
- Alain Pâris: Klassische Musik im 20. Jahrhundert. Instrumentalisten, Sänger, Dirigenten, Orchester, Chöre. 2., völlig überarbeitete Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, ISBN 3-423-32501-1, S. 648.
- Axel Schiederjürgen (Red.): Kürschners Musiker-Handbuch. Solisten, Dirigenten, Komponisten, Hochschullehrer. 5. Ausgabe, Saur, München 2006, ISBN 3-598-24212-3, S. 379.
- Horst Seeger: Das grosse Lexikon der Oper. Über 12000 Stichwörter und Erklärungen. Pawlak, Herrsching 1985, ISBN 3-88199-243-X, S. 465.
- Nicolas Slonimsky, Laura Kuhn, Dennis McIntire: Reuter, Rolf. In: Laura Kuhn (Hrsg.): Baker’s Biographical Dictionary of Musicians. Band 5: Pisc–Stra. 9. Ausgabe, Schirmer Reference, New York 2001, ISBN 0-02-865530-3, S. 167.
Weblinks
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Einzelnachweise
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