Wikrowo (Srokowo)
Wikrowo (Vorlage:DeS) ist ein kleiner Ort in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zum Schulzenamt (Vorlage:PlS) Kosakowo (Marienthal), Gemeinde Srokowo (Drengfurth) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg).
Geographische Lage
Wikrowo liegt im Norden Polens, etwa zehn Kilometer südlich der Staatsgrenze zum russischen Oblast Kaliningrad im historischen Ostpreußen. Bis zur Kreisstadt Kętrzyn (Vorlage:DeS) sind es 17 Kilometer in südlicher Richtung.
Geschichte
Das heutige Wikrowo<ref>Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Wickerau</ref><ref>Wickerau gilt als Stammsitz der Familie von Saucken. Gemeint ist aber wohl der gleichnamige Ort im Kreis Preußisch Holland, heute Wikrowo (Pasłęk)</ref>, vor 1908 Wückerau, wurde vermutlich 1403 durch Thomas Wickerau<ref>Tomasz Wickerau</ref> angelegt. Es bestand zu dieser Zeit aus zwei Rittergütern, die nach Kulmer Recht angelegt waren und dem Prussen Jorge Clugene gehörten.<ref name="Swat238" /> Im 18./19. Jahrhundert wurde ein Vorwerk errichtet.<ref name="Srokowo" /> 1785 wurde Wückerau als adliges Gut mit sechs Feuerstellen erwähnt.<ref name="wiki">Wickerau (Landkreis Rastenburg) bei GenWiki</ref> und 1817 wurden in der Ortschaft elf Wohngebäude mit 94 Einwohnern gezählt.
Als 1874 der Amtsbezirk Baumgarten (Vorlage:PlS) im ostpreußischen Kreis Rastenburg entstand, wurde der Gutsbezirk Wückerau eingegliedert.<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Baumgarten</ref> 1905 zählte der Ort 83, 1910 bereits 100 Einwohner.<ref name="wiki" /> Am 30. September 1928 gab Wickerau seine Eigenständigkeit auf und schloss sich mit den Gutsbezirken Baumgarten und Lenzkeim (polnisch Łęsk) zur neuen Landgemeinde Baumgarten zusammen.<ref name="Jehke" />
1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, marschierte die Rote Armee in die Gegend ein. Als Folge des Krieges wurde Wickerau als „Wikrowo“ Teil der Volksrepublik Polen. Das Vorwerk wurde im Verlauf des Krieges zerstört.<ref name="Srokowo" /> 1970 wurden in dem Dorf 90 Einwohner gezählt. 1973 wurde das Dorf Teil des Schulzenamtes Kosakowo in der Gemeinde Srokowo.<ref name="Swat238" />
Heute ist Wikrowo nur noch ein „Przysiółek osady Kolkiejmy“ (ein „Weiler der Siedlung Kolkiejmy“) innerhalb der Gmina Srokowo.
Kirche
Bis 1945 war Wickerau in die evangelische Kirche Barten<ref>Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 473</ref> in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die katholische Kirche St. Katharina in Rastenburg<ref name="wiki" /> im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute gehört Wikrowo zur katholischen Pfarrei Barciany im jetzigen Erzbistum Ermland sowie zur evangelischen Gemeinde in Barciany, einer Filialgemeinde der Johanneskirche Kętrzyn in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Das Dorf Wikrowo liegt an einer von Srokowo kommenden Nebenstraße. Diese mündet wenige Kilometer westlich in Barciany in die Woiwodschaftsstraße 591 (einstige deutsche Reichsstraße 141). Außerdem ist Wikrowo mit den Nachbarorten Kolkiejmy (Kollkeim), Jankowice (Jankenwalde) und Ogródki (Baumgarten) verbunden.
Der Ort verfügt über keinen eigenen Bahnanschluss. Der nächste Bahnhof befindet sich 17 Kilometer südlich in Kętrzyn, wo es Direktverbindungen nach Korsze (Korschen) und Białystok gibt. Bis 1945 war Wickerau selber Bahnstation und lag an der Bahnstrecke Barten–Nordenburg der Rastenburger Kleinbahnen. Die Strecke wurde nicht wieder aktiviert.
Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad, der sich etwa 90 Kilometer nordwestlich auf russischem Hoheitsgebiet befindet. Der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist der etwa 190 Kilometer westlich befindliche Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig.
Verweise
Weblinks
Literatur
- Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 237–238 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).
Einzelnachweise
<references> <ref name="Swat238"> Tadeusz Swat: Dzieje Wsi in Kętrzyn: Z dziejów miasta i okolic, Olsztyn 1978, S. 238 </ref> <ref name="Srokowo"> Vorlage:Webarchiv, Website der Gemeinde Srokowo. </ref> </references> Vorlage:Navigationsleiste Gmina Srokowo