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Kolkiejmy

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

Datei:2025-04 Kolkiejmy.jpg
Ortsansicht im Jahr 2025

Kolkiejmy (Vorlage:DeS) ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg). Das Dorf ist Teil des Schulzenamtes Wilczyny (Wolfshagen) in der Gemeinde Srokowo (Drengfurth).

Geographische Lage

Kolkiejmy liegt etwa 19 Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Kętrzyn (Vorlage:DeS), etwa 55 Meter über dem Meeresspiegel. Srokowo liegt 7,5 Kilometer südöstlich, Barciany (Barten) fünf Kilometer südwestlich. Die Staatsgrenze Polens zur russischen Oblast Kaliningrad verläuft neun Kilometer nördlich.

Geschichte

Am 19. Juni 1342 erhielt der Pruße Tulekoyte vom Hochmeister des Deutschen Ordens Ludolf König Grund bei der Siedlung Quolskaym, das 1419 als Kolkaym bezeichnet wurde und wohl Dorf des Cale (prußisch „kalis“: Wels/ „caymis, keims“: Dorf) bedeutet.<ref>Georg Gerullis: Die altpreußischen Ortsnamen. Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Berlin 1922, S. 54</ref> 1785 gab es in dem Dorf vier Häuser, bis 1817 vergrößerte sich die Zahl auf fünf und es lebten 36 Menschen in der Siedlung.

1874 wurde Kollkeim in den neu errichteten Amtsbezirk Jäglack (Vorlage:PlS) im ostpreußischen Kreis Rastenburg eingegliedert,<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Jäglack</ref> und um 1890 wurde das Dorf Teil der polnischen evangelischen Gemeinde in Srokowo.<ref>Swat, 1978, S. 194</ref> Am 14. April 1912 wurde aus dem Vorwerk Kollkeim im Gutsbezirk Jäglack der Gutsbezirk Kollkeim gebildet.<ref name="Jehke"/> In den 1920er-Jahren umfasste das auf die Zucht von Kaltblutpferden orientierte Gut eine Fläche von 320 Hektar und war Eigentum der Familie Siegfried-Jäglack.<ref name="ostpreussen">Kolkiejmy - Kollkeim bei ostpreussen.net</ref>

Am 30. September 1928 gab Kollkeim seine Eigenständigkeit auf und schloss sich mit dem Gutsbezirk Jäglack (mit dem Wohnplatz Alt Jäglack (polnisch Stare Jegławki)) zur neuen Landgemeinde Jäglack zusammen.<ref name="wiki">Kollkeim bei GenWiki</ref>

In Kriegsfolge kam Kollkeim 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und wurde in Kolkiejmy umbenannt. Heute ist es eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Srokowo (Drengfurth) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

1970 wurden 89 Einwohner in Kolkiejmy gezählt. Ab 1973 gehörte die staatliche Landwirtschaftsgenossenschaft (Państwowe Gospodarstwo Rolne) Kolkiejmy zum Schulzenamt Wilczyny (Wolfshagen).<ref>Swat, 1978, S. 194</ref> Das Gutshaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Zeit gut überstanden und befindet sich im Privatbesitz.<ref name="ostpreussen"/> Das Haus verfügt über eine halbkreisförmige Terrasse, welche von vier Pfeilern getragen wird.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Kirche

Bis 1945 war Kollkeim in die Evangelische Pfarrkirche Drengfurth<ref>Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 473</ref> in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche St. Katharina Rastenburg<ref name="wiki"/> mit der Katholischen Kapelle Drengfurth im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Kolkiejmy zur Heilig-Kreuz-Kirche Sokrowo im jetzigen Erzbistum Ermland, außerdem zur Evangelischen Kirche Srokowo, einer Filialkirche der Pfarrei Kętrzyn in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr

Kolkiejmy ist von Wikrowo (Wickerau) aus auf einer Nebenstraße zu erreichen.

Das Dorf besitzt keinen eigenen Bahnanschluss. Die nächste Bahnstation befindet sich im 20 Kilometer südwestlich gelegenen Korsze (Korschen).

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad etwa 90 Kilometer nördlich von Kiemławki Wielkie auf russischem Hoheitsgebiet. Etwa 190 Kilometer westlich liegt der Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig, der der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist. Der Flughafen Szczytno-Szymany liegt etwa 90 Kilometer südlich von Kolkiejmy, dieser hat aber Ende 2006 seinen Flugbetrieb eingestellt.

Weblinks

Literatur

  • Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 194 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Fußnoten

<references/> Vorlage:Navigationsleiste Gmina Srokowo