Zum Inhalt springen

Wasserschloss Eilhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Koordinaten: 51° 26′ 21″ N, 8° 57′ 10″ O

 {{#coordinates:51,4392|8,9528|primary
   |dim=3000
   |globe=
   |name=
   |region=DE-HE
   |type=building

}}

Karte: Hessen
Wasserschloss Eilhausen

Das Wasserschloss Eilhausen ist eine abgegangene Wasserburg in der Gemarkung des Bad Arolsener Stadtteils Kohlgrund im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Heute existieren keinerlei Reste mehr.

Geographie

Das Anwesen befand sich an der Stelle des landwirtschaftlich genutzten Guts Eilhausen etwa 8 km nordnordwestlich der Kernstadt von Bad Arolsen und etwa 800 m nordöstlich von Kohlgrund auf 260 m Höhe über NHN auf einem inselartig von der Orpe umflossenen Grundstück. Die Landesstraße L 3198 führt im Bogen unmittelbar östlich und nördlich um dieses Grundstück herum.

Geschichte

Datei:Gut Eilhausen Stallgebäude P1740681.jpg
Gut Eilhausen, altes Stallgebäude (2021)

Der Kern der ursprünglichen Anlage wurde von der Abtei Corvey errichtet und im Jahre 1125 erstmals schriftlich erwähnt. Ab 1339 besaßen die Grafen von Waldeck Eilhausen als Corveyer Lehen. Im Jahre 1537 wurde Eilhausen noch als Meierei mit rund 347 Morgen Größe erwähnt. Im gleichen Jahr, bei der Teilung der Grafschaft Waldeck-Eisenberg unter den Söhnen Philipps III. zwischen Wolrad II. von Waldeck-Eisenberg und Johann I. von Waldeck-Landau, wurde jedoch erstmals auch das „Haus Eilhausen“ erwähnt.<ref>Hessisches Staatsarchiv Marburg, Bestand 115/27, Nr. 40 Inventar des 'Hauses' Eilhausen</ref> Der in Eilhausen geborene Wolrad II. hatte dort den Bau der von der Orpe und einer Gräfte umflossenen Wasserburg begonnen. Die genauen Daten des Schlossbaues sind nicht bekannt, aber an einem ehemaligen Stallgebäude ist das Jahr 1542 eingraviert, und vermutlich wurde das Schloss um 1539 fertiggestellt. Fast 30 Jahre lang, von 1547 bis zu seinem Tod im Jahre 1578, war das Schloss Residenz Wolrads.

Datei:Gut Eilhausen, Wappen am Stallgebäude P1740685.jpg
Jahreszahl 1542 und Waldecker Wappen am alten Stallgebäude

Ab 1538 war das Schloss auch Sitz des waldeckischen Amtmannes für das bis 1814 bestehende Amt Eilhausen.<ref>„Eilhußen Schloß vnd Ampt“ (Landregister, zitiert bei Heinrich Bodenhausen (Hrsg.): Kohlgrund: Geschichte eines Dorfes im Roten Land, 1537—2011. Waldeckischer Geschichtsverein, Bad Arolsen, 2011, S. 91)</ref><ref>Schloss und Amt Eilhausen (1595) [Hessisches Staatsarchiv Marburg, Bestand 127 Nr. 1]</ref>

In Matthäus Merians 1655 veröffentlichter Topographia Hassiae et Regionum Vicinarum heißt es: „Eilhausen ist ein schön Schloß / welches das Wasser Urba gleichsamb theilet.“<ref>Matthäus Merian: Topographia Hassiae, Frankfurt am Mayn, Matthäus Merians Erben, 1655, S. 18</ref> Aber bereits 1656 beauftragte Graf Georg Friedrich den holländischen Zimmer- und Baumeister Peter Jeanson, der von 1647 bis 1654 das Schloss Rhoden erbaut hatte, mit einer grundlegenden Erneuerung des Schlosses. Im Verlauf dieser Arbeiten wurden auch neue Wirtschaftsbauten errichtet und eine Allee in Richtung Kohlgrund angelegt.

Abgang

Der waldeckische Wirkliche Rat und spätere Kanzler Friedrich August von Klettenberg<ref>Kanzler 1733 – 1740</ref> schrieb 1713 im von ihm verfassten Waldeckischen Helden- und Regentensaal .....: „Elhusen ist ein schönes Gräfliches Schloß, so den Fluß, die Urb, gleichsam voneinander theilet.“<ref>Reichs-Gräflich-Waldeckischer Helden- und Regenten-Saal, ...., Hocker, Frankfurt, 1713</ref> In der aktualisierten handschriftlichen Version von 1738 hieß es dann jedoch nur noch: „ein ehemaliges, schönes lustig gelegenes gräfl. Wald. Schloß.“<ref>Friedrich August von Klettenberg: Waldeckischer Helden- und Regentensaal .... (Manuskript in: HStAM Bestand 147/1).</ref> Die Anlage war zu dieser Zeit offensichtlich bereits abgebrochen und an gleicher Stelle wurde eine Meierei errichtet. Der Wassergraben wurde 1750 verfüllt. Im 1753 aufgestellten Brandkataster ist das Schloss nicht mehr erwähnt, lediglich das zur Meierei gehörige Wohnhaus. Dies wurde 1816 wegen Baufälligkeit abgetragen und durch das von Baudirektor Friedrich Theodor Escher (1768–1832) errichtete heutige Herrenhaus ersetzt, einen zweigeschossigen verputzten Fachwerkbau mit Mansardwalmdach und zentralem Zwerchhaus an der Südwestseite.

Fußnoten

<references />

Literatur

  • Gottfried Ganßauge, Walter Kramm, Wolfgang Medding: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel. Neue Folge Band 2: Kreis der Twiste. Elwert, Marburg, 1938, S. 139 f.
  • Ulrich Bockshammer: Ältere Territorialgeschichte der Grafschaft Waldeck, Elwert, Marburg, 1958, S. 181
  • Heinrich Bodenhausen (Hrsg.): Kohlgrund: Geschichte eines Dorfes im Roten Land, 1537—2011. Waldeckischer Geschichtsverein, Bad Arolsen, 2011, S. 90ff.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 112 f.

Weblinks

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Burg Adorf | Residenzschloss Arolsen | Neues Schloss Arolsen | Aulesburg | Burg am Backofen | Alte Burg Battenberg | Neuburg Battenberg | Schloss Bergheim | Burg Bornighausen | Burg Braunsen | Burg Bring | Burg Brobeck | Burg Buhlen | Schloss Christiansburg | Burg Deisfeld | Ehrenburg | Burg Eifa | Herrenhaus Eilhausen | Wasserschloss Eilhausen | Burgruine Eisenberg | Wasserburg Ellershausen | Burg Esbeck | Burg Eschenbeck | Fetzgesburg | Burg Frankenberg | Burg Freienhagen | Schloss Friedrichstein | Jagdschloss Friedrichsthal | Burg Freundetrost | Burg Fürstenberg | Burg Fürstenstein | Burg Gemünden (Wohra) | Burggut Gemünden (Wohra) | Junkernhof Gemünden (Wohra) | Burg Geppenhagen | Wasserschloss Gershausen | Burg Goddelsheim | Burgring Goddelsheim | Großes Haus (Thalitter) | Burg Grimmenstein | Burg Hartenstein | Burg Hatzfeld | Burg Helmighausen | Burg Helsen | Burg Hessenstein | Höckelsburg | Haus Hohencampf | Schloss Höhnscheid | Wasserburg Höringhausen | Ringwall Hünenkeller | Hünselburg | Wasserburg Huxhohl | Itterburg | Jägersburg | Haus Kampf | Kellerburg | Keseburg | Kleudelburg | Burg Korbach | Kugelsburg | Schloss Landau | Hof Lauterbach | Wasserburg Lengefeld | Burg Lichtenfels | Burgstall Linne | Schloss Louisenthal | → Rittergut Malberg | Burgstall Mederike | Burg Meineringhausen | Burg Mengeringhausen | Mückenburg | Neu-Jägersdorf | Burg Nieder-Waroldern | Burg Nordenbeck | Burg Nuhn | Obere Burg | Burg Ober-Ense | Burgstall Panzenberg | Schloss Reckenberg | Burg Reckeringhausen | Ältere Burg Rhena | Wasserburg Rhena | Lusthaus Rhoden | Schloss Rhoden | Burg Rosenthal | Haus Sand | Burgruine Schiffelbach | Schwalenburg | Burg Sehlen (Donisse) | → Wasserburg Selbach | Steffenburg | Steuerburg | Burg Twiste | Schloss Vöhl | Schloss Waldeck | Wetterburg | Burg Wolkersdorf | Jagdschloss Wolkersdorf
(Mit „→“ markierte Objekte haben keinen eigenen Artikel.)

Vorlage:Klappleiste/Ende