Burg Hessenstein
| Burg Hessenstein | ||||||
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Luftbild der Jugendburg Hessenstein (2018) | ||||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Ort | Ederbringhausen | |||||
| Entstehungszeit | 1342–1348 | |||||
| Burgentyp | Höhenburg | |||||
| Erhaltungszustand | umgebaut und modernisiert | |||||
| Ständische Stellung | Grafen | |||||
| Geographische Lage | 51° 7′ N, 8° 53′ O
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| Höhenlage | 327 m ü. NHN | |||||
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Die Burg Hessenstein ist eine spätmittelalterliche Burg und heutige Jugendburg bei Ederbringhausen, einem Ortsteil von Vöhl im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen, Deutschland.
Geographische Lage
Die Höhenburg befindet sich in einsamer Waldlage etwa 1,7 km südöstlich von Ederbringhausen auf einem etwa 327 m hohen, südlichen Bergsporn des Kesebergs (431,2 m), auf dessen nördlichem Ausläufer die Ruine Keseburg liegt. Südlich umfließt der Lengelbach Berg und Burg und mündet etwa 500 m westlich der Burg in die Eder, die rund 7 km weiter nördlich bei Herzhausen in den Edersee einmündet. Wanderer erreichen die Burg über den Kellerwaldsteig, den Hugenotten-Waldenserpfad oder den Barbarossaweg.
Geschichte
Die Burg wurde in den Jahren 1342 bis 1348 durch Landgraf Heinrich II. von Hessen auf den Resten der alten „Silburg“ als Ersatz für die von seinem Vater im Jahr 1277 zerstörte Keseburg gebaut, um einen festen Amtssitz für seine örtlichen Vögte zu haben. 1348 wurde die Burg auf Druck des Erzbischofs von Mainz an das Kloster Haina verpfändet. In den darauf folgenden Jahrhunderten residierten verschiedene Burgmannen, Burgherren und Amtmänner auf Hessenstein; so waren z. B. die Gaugreben von Goddelsheim eine Zeitlang als Ministeriale des Klosters Haina vom dortigen Abt als Verwalter auf Hessenstein eingesetzt.
Von 1555 an, nach der Einführung der Reformation in Hessen, war die Burg Sitz des landgräflichen Amtes Hessenstein und wurde von Rentmeistern verwaltet. 1821 wurde auf Burg Hessenstein ein Revierforstverein eingerichtet. Ab 1890 war sie Sitz eines Oberförsters und eines Revierförsters.
Älteste Jugendherberge Hessens
Im Jahr 1922 wurde auf der Burg Hessenstein die erste hessische Jugendherberge des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) eingerichtet. Sie ist damit eine der ältesten Jugendherbergen in Deutschland. Als Herbergsvater fungierte in den 1920er Jahren der auf der Burg ansässige Revierförster. Auf einer Postkarte aus dem Jahr 1926 wird die Burg als „Försterwohnung mit Wandervogel-Herberge“<ref name="Alte Burgpostkarten">Alte Postkarten der Burg Hessenstein. Erste hessische Jugendherberge – Treffpunkt für Gruppen und Schulklassen seit 1922. In: www.jugendburg-hessenstein.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Mai 2016; abgerufen am 13. August 2013.</ref> beworben. Im Jahr 1942 brannte der Wirtschaftsflügel ab. Er wurde 1945 als Revierförster-Dienstgehöft neu errichtet. Durch umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1967 bis 1970 wurde Burg Hessenstein zur zeitgemäßen Jugendherberge ausgebaut. Die Fassaden des Hauptgebäudes und das Torhaus wurden dabei zum Großteil so erhalten, wie sie im 14. Jahrhundert von Heinrich dem Eisernen erbaut worden waren. Im Jahr 1987 wurde ein Verbindungsbau zwischen dem Hauptgebäude und dem Wirtschaftsflügel eingefügt. Am 31. Oktober 2007 schloss der DJH-Landesverband Hessen die Jugendherberge.
Jugendburg mit Bildungsstätte
Nach umfangreichen Baumaßnahmen durch das Land Hessen im Winter 2007/2008, bei denen eine moderne Brandschutzanlage eingebaut wurde, übernahmen der NABU Landesverband Hessen, die Kreishandwerkerschaft und der Landkreis Waldeck-Frankenberg am 1. April 2008 den Betrieb der neuen Jugendburg Hessenstein gGmbH<ref name="Zeitungsberichte der HNA">Zeitungsberichte der HNA. Abgerufen am 13. August 2013.</ref>. Seitdem steht die Einrichtung wieder als Jugendherberge und Tagungsstätte zur Verfügung. Im Jahr 2012 wurde auf der Burg eine Jugendbildungsstätte<ref name="Jugendbildungsstätte">Jugendbildungsstätte. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. August 2013; abgerufen am 13. August 2013.</ref> eingerichtet, die vielfältige Schulklassenprogramme und Bildungsprojekte rund um die Themen Natur, Handwerk und Mittelalter anbietet. Im Winter 2016/2017 wurde die Jugendherberge umfassend renoviert. Im Mittelpunkt der Bauarbeiten standen die Sanierung der sanitären Einrichtungen und der behindertengerechte Ausbau der Burganlage.<ref name="Renovierung">Burg-Renovierung 2016/2017. Abgerufen am 4. Dezember 2016.</ref>
Nutzung bis Herbst 2024
Mit 123 Betten und sechs Tagesräumen stand die Jugendburg Hessenstein Schulklassen, Auszubildenden, Kinder- und Jugendgruppen sowie Familien und Einzelreisenden als Jugendherberge und Tagungsstätte in der Nationalparkregion Kellerwald-Edersee zur Verfügung. Sie besaß das QMJ-Zertifikat des BundesForums Kinder- und Jugendreisen e. V.<ref name="Auszeichnungen">Auszeichnungen und Zertifikate. Abgerufen am 13. August 2013.</ref>, das Siegel „GUT DRAUF – Bewegen, Entspannen, Essen – aber wie“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung<ref name="Gut Drauf">GUT-DRAUF-Zertifikat. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Dezember 2016; abgerufen am 4. Dezember 2016.</ref> und war vom Sozialministerium als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII anerkannt. Die „Hessenstein“ war auch „Zertifizierter Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung“<ref name="Bildungsträger nachhaltige Entwicklung">Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Dezember 2016. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> und offizieller Partner des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Die Einrichtung wurde zudem vom NABU Hessen als „Fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet.
Die Jugendbildungsstätte bot vielfältige Klassenfahrten, Tagesangebote und Ferienfreizeiten zu den Themenschwerpunkten Natur, Handwerk und Mittelalter an. Im konzeptionellen Fokus stand die Bildung für nachhaltige Entwicklung mit den Schlüsselthemen biologische Vielfalt und Lebensstil.<ref name="Bildung für Nachhaltige Entwicklung">Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Abgerufen am 13. August 2013.</ref> So konnten Kinder und Jugendliche als „Naturentdecker“<ref name="Naturentdecker">Bildungsprojekt Naturentdecker. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Juli 2013; abgerufen am 13. August 2013.</ref> auf eine Forschungsreise zur biologischen Vielfalt gehen oder beim „Erlebnisabend Fledermaus“ das Leben der Kobolde der Nacht kennenlernen. In Kooperation mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee und der Naturschutzjugend NAJU Hessen wurde von 2008 bis 2018 das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Stiftung Hessischer Naturschutz geförderte Wildnisbildungs-Projekt „Waldscout – Wildnisexpedition“ durchgeführt.<ref name="Waldscout">Bildungsprojekt Waldscout. Abgerufen am 13. August 2013.</ref> Weitere Bildungskooperationen bestanden mit dem Naturpark Kellerwald-Edersee und dem Geopark Grenzwelten.<ref name="Geopark-Kooperation">Geopark-Kooperation. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. August 2013. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Zum Aufgabenspektrum der Bildungsstätte gehörte zudem die Fortbildung von BFDlern im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im Naturschutz.<ref name="Bundesfreiwilligendienst">Bundesfreiwilligendienst beim NABU. Abgerufen am 4. Dezember 2016.</ref>
Insolvenz
Im Jahr 2024 entwickelte sich der Betrieb der Jugendburg nach einer guten Belegung mit knapp 17.600 Übernachtungen im Vorjahr so weit rückläufig, dass man eine Schließung der Jugendherberge erwägen musste.<ref>Hessens älteste Jugendherberge muss nach 102 Jahren schließen, bei Hessenschau.de eingesehen am 21. November 2024.</ref> Am 1. Oktober 2024 wurde über das Vermögen der Jugendburg Hessenstein gemeinnützige GmbH ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Korbach eröffnet.<ref>Amtsgericht Korbach, Insolvenz Aktenzeichen 10 IN 31/24 bei insolvenzbekanntmachungen.de, eingesehen am 21. November 2024.</ref> Der Herbergsbetrieb wurde zu Ende November 2024 eingestellt.
DJH-Jugendherberge
Zum 1. April 2025 pachtete das DJH Landesverband Hessen die Burg Hessenstein vom Land, um die Jugendherbergstradition auf der Burg fortzuführen. Der Neubetrieb der Herberge begann im Mai 2025.<ref>Erleichterung nach Insolvenz: Älteste Jugendherberge Hessens bleibt erhalten, Online-Artikel der Waldeckischen Landeszeitung auf www.wlz-online.de vom 29. März 2025, abgerufen am 14. April 2025</ref><ref>Burg Hessenstein wieder als Jugendherberge geöffnet, Online-Artikel der Waldeckischen Landeszeitung auf www.wlz-online.de vom 12. Mai 2025, abgerufen am 13. Mai 2025</ref>
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I: Regierungsbezirke Gießen und Kassel, Ausgabe 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 190.
- Karl Hermann Völker (Hrsg.): Ederbringhausen und Burg Hessenstein, Bilder aus der Dorfgeschichte, 2. ergänzte und überarbeitete Auflage 1990, Eigenverlag, Burgwald-Wiesenfeld, S. 23–43.
- Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 144.
- Reinhard Gutbier: Die Burg Hessenstein und ihre bauliche Entwicklung bis etwa 1800. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 81/1970, Neumeister-Verlag, Kassel, S. 89–118.
- Rolf Müller (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 348.
Weblinks
- Website der DJH Burg Hessenstein
- Burg Hessenstein auf burgenwelt.de
- Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Burg Hessenstein. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen.
- Ansicht der Burg Hessenstein, 1850. Historische Ortsansichten, Pläne und Grundrisse. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
<references />
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Burg Eschenbeck |
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Schloss Friedrichstein |
Jagdschloss Friedrichsthal |
Burg Freundetrost |
Burg Fürstenberg |
Burg Fürstenstein |
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Burggut Gemünden (Wohra) |
Junkernhof Gemünden (Wohra) |
Burg Geppenhagen |
Wasserschloss Gershausen |
Burg Goddelsheim |
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Burg Helsen |
Burg Hessenstein |
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Wasserburg Höringhausen |
Ringwall Hünenkeller |
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Wasserburg Huxhohl |
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Kellerburg |
Keseburg |
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Ältere Burg Rhena |
Wasserburg Rhena |
Lusthaus Rhoden |
Schloss Rhoden |
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Haus Sand |
Burgruine Schiffelbach |
Schwalenburg |
Burg Sehlen (Donisse) |
→ Wasserburg Selbach |
Steffenburg |
Steuerburg |
Burg Twiste |
Schloss Vöhl |
Schloss Waldeck |
Wetterburg |
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