Würm (Nagold)
Die Würm ist ein etwa 53 Kilometer langer Fluss durch das Gäu in Baden-Württemberg, der im Schönbuch entspringt und nach einem Lauf nach Nordwesten durch die Oberen Gäue und zuletzt auch den Schwarzwald bei Pforzheim von rechts und Südosten in die unterste Nagold mündet.
Name
Der Fluss wurde 1342 („uf der Wirme“) erstmals schriftlich erwähnt. Meist geht man davon aus, dass der Name vorgermanischen Ursprungs ist und mit dem indogermanischen Wort *uer- „feucht, nass“ in Verbindung steht. Alternativ könnte er sich vom germanischen Adjektiv *werma- „warm“ im Sinne einer Stellenbezeichnung „wo es warm ist“ ableiten.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>
Geographie
Verlauf
Die Würm entsteht aus zwei Quellbächen, die im Schönbuch südlich von Hildrizhausen („Hildrizhauser Würm“) und südlich von Altdorf („Altdorfer Würm“) entspringen. Wenige Kilometer nach deren Vereinigung tritt sie bei Ehningen in die Oberen Gäue ein, die sie in gering eingesenktem, windungsreichem Tal in nordnordwestlicher Richtung durchfließt. Um Weil der Stadt, dem bedeutendsten Ort an ihren Ufern, ist das Tal weiträumig und offen. Bei Tiefenbronn-Mühlhausen erreicht sie den von zusammenhängendem Nadelwald geprägten Naturraum der Schwarzwald-Randplatten. Im weiteren Verlauf werden die Hänge des gewundenen Tals allmählich höher, bis die Würm am südlichen Stadtrand von Pforzheim im Nordschwarzwald in die Nagold fließt, kurz vor deren eigener Mündung in die Enz. Vorlage:Absatz
Zuflüsse
Liste der Zuflüsse und Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Seen von der Quelle zur Mündung. Länge<ref name="GeNe-Länge" group="LUBW" />, Seefläche<ref name="SG-Seefläche" group="LUBW" />, Einzugsgebiet<ref name="BEZG-EZG" group="LUBW" />, Höhe<ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW" /> in der Regel nach der Onlinekarte des LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Auswahl. Mühlkanäle werden meist nicht mit aufgeführt.
Zusammenfluss der beiden Quellbäche zwischen Hildrizhausen und Ehningen-Mauren auf unter Vorlage:Höhe.
- Hildrizhauser Würm, linker und südwestlicher Hauptstrang-Oberlauf, 3,7 km und 5,7 km². Oberste Quelle Würmursprung auf etwa Vorlage:Höhe an einem Feldwegstern vor dem Hahnenbühl-Wald südlich von Hildrizhausen im Schönbuch.
- Altdorfer Würm, rechter und südöstlicher Quellbach, 4,6 km und 8,2 km². Oberste Quelle auf etwa Vorlage:Höhe eben noch im Waldgewann Schwendehau südlich von Altdorf. Eine andere Quelle auf etwa Vorlage:Höhe davor am Hangfuß des Flurhügels Erzberger liegt näher am Ort und wird auf Karten, wie der Ursprung der Hildrizhauer Würm, ebenfalls mit Würmursprung bezeichnet, ihr ebenfalls Altdorfer Würm genannter Ast ist deutlich kürzer.
- Ludlensbach, von rechts und Osten auf etwa Vorlage:Höhe, 2,0 km. Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe an einer Feldwegunterführung unter der B 464.
Zwischen diesem und dem nächsten Zulauf schwenkt die Würm nach links auf ihren großmaßstäblich beständigen Nordwestkurs. - (Bach aus dem Wald Ketterlenshalde), von links und Westen auf etwa Vorlage:Höhe fast gegenüber Mauren, 1,7 km. Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe im Waldgewann Sumpfwiesenbuckel. Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Durchläuft kurz vor der Mündung einen 0,6 ha großen Weiher.
- Glemsbach, von rechts und Ostnordosten auf Vorlage:Höhe<ref name="TK-Blau-Höhe" group="LUBW" /> im Maurener Tal etwa einen halben Kilometer vor der Unterquerung der A 81, 1,9 km. Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe an einer Waldweggabel nordwestlich des Hörnles. Unbeständiger Oberlauf von weiteren ca. 0,3 km<ref name="TK-abgemessen-Länge" group="LUBW" /> Länge, der an einer Quelle an der Nordostseite der B 464 auf etwa Vorlage:Höhe entsteht. Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Durchläuft kurz vor der Mündung einen 0,8 ha großen Weiher.
- Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Zwei Weiher linksseits gegenüber der Mündung des vorigen, zusammen 0,2 ha.
- Krebsbach, von links und Süden am Ortskern von Ehningen, 12,2 km auf dem Hauptstrang mit dem längeren Quellast Hungergraben und 44,6 km².<ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW" /> Der Hungergraben entsteht weit im Westen auf etwa Vorlage:Höhe am Südostrand von Deckenpfronn.
Kurz nach Verlassen des Ehninger Siedlungsbereichs tritt die Würm in ihr enges Muschelkalktal ein. - Aid, von links und Westen auf Vorlage:Höhe<ref name="TK-Blau-Höhe" group="LUBW" /> in Aidlingen an der Straßenbrücke der Talstraße, 10,8 km auf dem Hauptstrang mit dem linken Quellbach Irm und 46,8 km².<ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW" /> Die auch Sau genannte Irm entsteht auf etwa Vorlage:Höhe an der Spitze der Flurbucht Birklen im Wald südwestlich von Gechingen. Am kürzeren rechten Quellbach Aischbach gibt es einen Aischursprung.<ref name="LUBW-TK-Aischursprung" group="LUBW" />
Von diesem Zufluss an abwärts setzt ein sehr flussmäanderreicher Abschnitt der Würm ein. - Schwippe, von rechts und Südosten an der Ölmühle des Stadtteils Schafhausen von Weil der Stadt auf etwa Vorlage:Höhe, 18,0 km auf dem Hauptstrang (linker) Diebskarrenbach – Goldbach – Schwippe und 85,3 km².<ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW" /> Der Hauptstrang entsteht im Wald nordöstlich von Sindelfingen wenig südlich des Autobahnkreuzes Stuttgart neben der K 1055 auf etwa Vorlage:Höhe.
- Altbach, von links auf Vorlage:Höhe<ref name="TK-Blau-Höhe" group="LUBW" /> weniger als 200 Meter nach dem vorigen, 5,4 km und 9,7 km². Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe am Fuß des Dittenbergs bei den Sportplätzen von Ostelsheim.
- Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Zwei Weiher linksseits auf etwa Vorlage:Höhe gegenüber den ersten sporadischen Häusern von Weil der Stadt, zusammen 1,2 ha.
- Talackerbach, von links und Westen auf etwa Vorlage:Höhe am Südrand von Weil der Stadt, 6,9 km und 13,8 km². Entfließt auf etwa Vorlage:Höhe der Deponie westlich von Simmozheim.
- Rankbach, von rechts und Nordosten auf Vorlage:Höhe<ref name="TK-Blau-Höhe" group="LUBW" /> am Nordrand von Weil der Stadt, 16,7 km und 52,0 km².<ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW" /> Entsteht auf unter Vorlage:Höhe im Waldgebiet zwischen Magstadt im Westen und Vaihingen-Büsnau im Osten neben der A 8.
- Burggraben, von links und Westen auf etwa Vorlage:Höhe an der Riemenmühle von Weil der Stadt, 2,6 km und 3,5 km². Entsteht auf über Vorlage:Höhe an der ehemaligen Kirche von Münklingen.
- Rotgraben, von links und Südwesten auf unter Vorlage:Höhe in Hausen an der Würm, 1,5 km und 1,3 km². Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe am Eisberg.
- Kotzenbach oder Zieselbach, von rechts und Osten auf Vorlage:Höhe<ref name="TK-Blau-Höhe" group="LUBW" /> vor der Hausener Frohnmühle, 5,2 km und 17,0 km². Entsteht auf über Vorlage:Höhe in den Oberen Ziegelwiesen von Heimsheim.
- Stadelbach, auf einem Abschnitt auch Seegraben genannt, von rechts und Nordosten auf über Vorlage:Höhe ungefähr einen Kilometer unterhalb von Mühlhausen an der Würm, 5,4 km und 6,7 km². Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe etwas östlich von Friolzheim neben der A 8,
- Talbach, bis zur Waldklinge vor der Mündung Welzgraben, von links und Südwesten auf etwa Vorlage:Höhe etwa hundert Meter nach dem vorigen, 4,7 km und 5,8 km². Entsteht auf unter Vorlage:Höhe am Waldrand zum Dreiviertelshau nordwestlich von Neuhausen.
- Schwillbach, von rechts und Nordosten auf etwa Vorlage:Höhe zu Füßen von Tiefenbronn auf dem rechten Talhang, 2,9 km und 5,2 km². Entsteht auf unter Vorlage:Höhe im Waldgewann Stockhau nördlich von Tiefenbronn.
- Seewiesenbach, von links und Südwesten auf etwa Vorlage:Höhe unter der Burg Steinegg bei Neuhausen-Steinegg, 2,9 km. Entfließt auf etwa Vorlage:Höhe einem Waldweiher im Linsenbusch südwestlich von Neuhausen-Hamberg.
- (Bach aus der Immelsklinge), von rechts und Norden auf über Vorlage:Höhe nördlich von Neuhausen-Hamberg, 2,2 km. Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe in der Mitte des großen Waldgebietes Schieß zwischen Seilers Kreuz und Brenntenhau.
- (Bach aus der Dollbronnerklinge), von links und Südwesten auf über Vorlage:Höhe an der Würmbrücke vor der Liebenecker Sägmühle des Pforzheimer Stadtteils Würm, 2,6 km und 3,6 km². Entsteht auf etwa Vorlage:Höhe am Nordostrand von Neuhausen-Schellbronn.
- (Bach aus der Drehklinge), von rechts und Osten auf etwa Vorlage:Höhe zu Füßen des beginnenden Stadtteils Würm über dem Gegenhang, 3,8 km und 3,1 km². Entsteht im mittleren Schieß zwischen den Gewannen Schwabeneck und Schmierofen.
- Lettenbach, von rechts und Osten auf etwa Vorlage:Höhe gegenüber dem nördlichen Würm, 4,7 km und 13,8 km². Entsteht auf unter Vorlage:Höhe im mittleren Schieß im Gewann Schwarze Tannen.
Mündung der Würm auf unter Vorlage:Höhe beim Kupferhammer und gegenüber der Südweststadt von Pforzheim von rechts und Südosten in den letzten Linksbogen der Nagold vor deren eigener Mündung in die Enz. Die Würm ist hier mit ihrem Hauptast Hildrizhauser Würm 53,4 km lang und hat ein 417,8 km²<ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW" /> großes Einzugsgebiet.
Orte entlang der Würm
Von der Quelle zur Mündung fließt die Würm durch folgende Orte:
- Hildrizhausen
- Altdorf
- Mauren
- Ehningen
- Aidlingen
- Dätzingen
- Schafhausen
- Weil der Stadt
- Merklingen
- Hausen an der Würm
- Mühlhausen an der Würm
- Würm
- Pforzheim
Daten
Die Würm ist 53,4 Kilometer lang und führt aus einem 418,3 km² umfassenden Einzugsgebiet der Nagold eine Wassermenge von im Mittel rund 3 m³/s zu;Vorlage:GeoQuelle sie ist damit nach Volumen, Länge und Einzugsgebiet der größte Nebenfluss der Nagold. Ihr Gefälle zwischen Quelle und Mündung beträgt ungefähr 250 Meter.
Verkehr
Seit 2009 zieht der 49 km lange Würmtalradweg durch das gesamte Würmtal.
Bei Ehningen überquert die Bundesautobahn 81 mit der Würmtalbrücke das Würmtal.
Auf ihrem Lauf wird die Würm an zwei Stellen von Eisenbahnstrecken überquert:
- In Ehningen südwestlich des Bahnhofs von der Bahnstrecke Stuttgart–Horb
- Am nordöstlichen Rand von Weil der Stadt von der Bahnstrecke Stuttgart–Calw, die zuvor von Grafenau-Dätzingen bis Weil der Stadt links des Flüsschens meist in leichter Hanglage das Tal der Würm nutzt.
Siehe auch
- Liste der Zuflüsse der Nagold
- Unteres Würmtal (Naturschutzgebiet)
Einzelnachweise
LUBW
Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Würm
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Vorlage:GeoQuelle
<references group="LUBW">
Höhe:
<ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW">Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref> <ref name="TK-Blau-Höhe" group="LUBW">Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>
Länge:
<ref name="GeNe-Länge" group="LUBW">Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN).</ref> <ref name="TK-abgemessen-Länge" group="LUBW">Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>
EZG:
<ref name="BEZG-EZG" group="LUBW">Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).</ref> <ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW">Einzugsgebiet aufsummiert aus den Teileinzugsgebieten nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).</ref>
Seefläche:
<ref name="SG-Seefläche" group="LUBW">Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer.</ref>
Sonstige:
<ref name="LUBW-TK-Aischursprung" group="LUBW">Beschriftung Aischursprung in Blau auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>
</references>
Andere Belege
<references>
<ref name="BfL-170">Vorlage:GeoQuelle</ref>
</references>
Literatur
- Alfred Lutz: Schönes Würmtal. Mit Bildern und historischen Beschreibungen seiner Gemeinden vom Schönbuch bis Pforzheim. Heimsheim, Jost-Jetter Verlag 1992, ISBN 3-931388-00-X.
Weblinks
- Wikipedia:Maximale Seitengröße durch Vorlageneinbindungen überschritten
- Fluss im Schwarzwald
- Fließgewässer im Landkreis Böblingen
- Fließgewässer im Enzkreis
- Gewässer in Pforzheim
- Geographie (Schönbuch)
- Geographie (Hildrizhausen)
- Geographie (Altdorf, Landkreis Böblingen)
- Geographie (Ehningen)
- Geographie (Aidlingen)
- Geographie (Grafenau, Württemberg)
- Geographie (Weil der Stadt)
- Geographie (Tiefenbronn)
- Würm (Nagold)