Volkswagen of South Africa
| Volkswagen of South Africa (Pty.) Ltd. | |
|---|---|
| Rechtsform | Property Limited |
| Gründung | 1966 |
| Sitz | Kariega, Südafrika |
| Mitarbeiterzahl | 5600 (Stand 2015)<ref name="wiwo-246506" /> |
| Branche | Automobilindustrie |
| Website | www.vw.co.za |
Volkswagen of South Africa (Pty.) Ltd. ist ein Automobilhersteller mit Sitz in Kariega, Südafrika.
Geschichte
Bereits in den 1930er Jahren hatte der Hersteller Studebaker die Möglichkeiten eines Montagewerks in Südafrika ausgelotet.<ref name="vwsa">Proud History auf www.vw.co.za.</ref> Im Jahr 1947 wurde in Uitenhage (seit 23. Februar 2021 Kariega<ref>Government Gazette/Staatskoerants. Republik Südafrika, 23. Februar 2021, Nr. 44181, Ausgabe 668.</ref>) – nahe Port Elizabeth – ein Montagewerk errichtet.
Etwa zur gleichen Zeit bemühte sich Klaus von Oertzen – ein ehemaliges Führungsmitglied der Auto Union AG – darum, die Montage von DKW-Modellen in Südafrika zu bewerkstelligen. Dieser Versuch blieb trotz seines erheblichen Engagements genauso erfolglos wie sein erster Versuch, Volkswagen-Modelle nach Südafrika zu exportieren.<ref name="nieke">Claudia Nieke: Volkswagen am Kap. Internationalisierung und Netzwerk in Südafrika 1950 bis 1966. 2010, abgerufen am 18. Februar 2019.</ref> Erst nach erneuten Bemühungen und längeren Verhandlungen wurde am 31. August 1951 der erste Käfer bei der South Africa Motor Assemblers and Distributors (SAMAD) in Uitenhage montiert.<ref name="vanwie">Tanja Van Wie: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Celebrating 60 Volkswagen years ( vom 5. September 2012 im Internet Archive), Broschüre von Volkswagen Südafrika aus dem Jahr 2011.</ref>
Volkswagen erwarb 1956 eine Sperrminorität an SAMAD. Zugleich wurde von Oertzen der Vorstandsvorsitzende der SAMAD (ihm sollte 1963 nominell Heinrich Nordhoff folgen). Im Jahr 1966 wurde SAMAD auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Volkswagen of South Africa Limited umbenannt.<ref name="vwsa" /> 1966 hatte SAMAD, an dem die Volkswagenwerk AG damals 63 % der Anteile hielt, rund 2460 Mitarbeiter und verkaufte 21.888 Fahrzeuge.<ref>Wolfsburger Nachrichten. Ausgabe vom 21. November 2017.</ref>
Mit 36.315 Fahrzeugen wurde Volkswagen 1973 erstmals zur meistverkauften Marke in Südafrika.<ref name="vanwie" />
1974 wurde das Werk dann eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns.<ref name="vwsa" />
2011 war das Werk in Uitenhage neben der Tochtergesellschaft in Mexiko das einzige außereuropäische Werk, das Fahrzeuge exportiert.<ref name="vanwie" /> Von 2008 bis 2013 war Volkswagen der Marktführer auf dem südafrikanischen Pkw-Markt.<ref name="vwsa" />
Im Jahr 2015 waren 5600 Mitarbeiter bei Volkswagen of South Africa beschäftigt.<ref name="wiwo-246506">Volkswagen:VW baut Geschäft in Südafrika aus. In: Wirtschaftswoche. 28. August 2015, abgerufen am 22. November 2018.</ref>
Modelle
Die 1947 oder 1948<ref name="nieke" /> gestartete Studebaker-Produktion wurde 1949 in erheblichem Maße um den Austin A40 erweitert, der zuvor bei National Motor Assemblers gebaut worden war.<ref name="motor">M. Compton/T. J. Gallwey: Motor Assemblies Limited. A small South African Assembly Plant that became a major Manufacturer, 2009.</ref> Auch die Auto Union GmbH ließ bei SAMAD produzieren.<ref name="motor" /> Der seit 1951 montierte Käfer war von 1958 bis 1964 sowie in fünf weiteren Jahren bis 1979 das meistverkaufte Fahrzeug in Südafrika. Insgesamt wurden 288 353<ref name="vanwie" /> oder 290.922<ref name="sp1600">Out of Uitenhage. Südafrikanische Käfer-Krönung: der Volkswagen SP 1600, auf Volkswagen Classic.</ref> Fahrzeuge dieser Modellreihe in Südafrika produziert. Davon wurden rund 120.000 Fahrzeuge in die Nachbarländer exportiert.<ref name="sp1600" />
Mit dem SP 1600 lief in Südafrika von 1976 bis 1978 der weltweit leistungsstärkste serienmäßige Käfer vom Band. Er leistete 58 DIN-PS (67 bhp) aus 1,6 Litern Hubraum mit Doppelvergaser.<ref name="sp1600" />
Seit dem Ende der Austin-Montage 1955 wurde auch der Transporter in Südafrika montiert. Er sollte bis 2002 in 264.934 Einheiten hergestellt werden.<ref name="vwsa" /><ref name="vanwie" />
1957 kam der VW Karmann-Ghia dazu, 1963 wurde die Modellpalette um den Typ 3 erweitert (Limousine und Variant, ab 1965 auch die Schrägheckvariante).<ref name="vanwie" /> Die Produktion von Studebaker-Modellen endete mit der Auflösung des Mutterunternehmens 1965.<ref name="vwsa" />
Von 1968 bis 1973 wurde in Südafrika als erstes Modell der Marke Audi der Super 90 in 3640 Exemplaren hergestellt, gefolgt vom Audi 100.<ref name="vwsa" />
Auf Basis eines Vertrags mit der Lawsons Motor Group wurden bei Volkswagen von 1973 bis 1975 Volvo-Modelle hergestellt.<ref name="vwsa" /> Ab 1976 erfolgte zudem die Produktion von Fahrzeugen der Marke Jeep.<ref name="vwsa" />
Die Nachfolge des Käfers trat 1978 der Golf an. Die erste Generation wurde ab 1984 parallel zu den Nachfolgern als Citi Golf hergestellt. Bis August 2009 entstanden 517.384 A1-Modelle (d. h. Golf 1 und Citi Golf zusammen)<ref name="vanwie" /> bzw. 377.484 Citi Golf-Modelle.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Goodbye Citi Golf ( vom 1. Oktober 2016 im Internet Archive), auf: Topcar.co.za vom 3. November 2009.</ref>
Der Jetta wurde in Südafrika als Fox montiert und vermarktet.<ref name="vanwie" />
Das einmillionste Fahrzeug (einschließlich aller Fremdfabrikate) konnte 1986 gefeiert werden, der einmillionste Volkswagen nur ein Jahr später.<ref name="vwsa" />
Von 2006 bis 2008 wurden Seat-Modelle in Südafrika montiert.<ref name="vwsa" /> Bereits zwischen 1998 und 2002 war der Seat Ibiza (6K) in Südafrika als Polo Playa montiert und verkauft worden.<ref>SEAT Ibiza (6K) auf Autocade.net.</ref>
Aktuell wird der Polo VI im Werk gefertigt.<ref>Volkswagen Group South Africa, Ltd. Uitenhage. Abgerufen am 1. Oktober 2020.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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