Vierschanzentournee 1983/84
| Vorlage:SportPicto 32. Vierschanzentournee Datei:Fédération Internationale de Ski Logo.svg | ||
| Sieger | ||
| Tourneesieger | Datei:Flag of East Germany.svg Jens Weißflog | |
| Oberstdorf | Datei:Flag of East Germany.svg Klaus Ostwald | |
| Garmisch-Partenkirchen | Datei:Flag of East Germany.svg Jens Weißflog | |
| Innsbruck | Datei:Flag of East Germany.svg Jens Weißflog | |
| Bischofshofen | Datei:Flag of East Germany.svg Jens Weißflog | |
| Teilnehmer | ||
| Nationen | 18 | |
| Sportler | 116 | |
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Die 32. Vierschanzentournee 1983/84 war eine Station des Skisprung-Weltcups 1983/84, das in Deutschland und Österreich zur Austragung kam.
Das Springen in Oberstdorf fand am 30. Dezember 1983 statt, am 1. Januar 1984 das Springen in Garmisch-Partenkirchen und am 4. Januar 1984 das Springen in Innsbruck. Die Abschlussveranstaltung in Bischofshofen wurde am 6. Januar 1984 durchgeführt.
Modus
Wie in den letzten Jahren traten zum zweiten Durchgang nur noch die besten 50 Springer des ersten Durchganges an. Auf Grund eines neuen Wertungssystems, dass sich mehr am K-Punkt orientierte, sank die Punktezahl zu den Vorjahren. Bei allen vier Springen wurden Weltcuppunkte für die Plätze 1 bis 15 vergeben (Platz 1 = 25 Punkte, Platz 2 = 20 Punkte, Platz 3 =15 Punkte, von Platz 4 bis 15 absteigend 12 Punkte bis 1 Punkt).
Nominierte Athleten
Insgesamt gingen bei den 4 Springen 116 Athleten aus 18 Nationen an den Start. Von den langjährigen Teilnehmern fehlte nur Japan. Mit Ungarn und Spanien waren auch zwei eher exotische Springernationen am Start. Der ÖSV nominierte für die Bewerbe in Innsbruck und Bischofshofen allein 15 zusätzliche meist Nachwuchsathleten.
Austragungsorte
Oberstdorf
Bei wechselnden Winden, die den Anlauf nass und stumpf werden ließen, welcher im zweiten Durchgang verlängert werden musste, konnten der Skiflugweltmeister von 1983, Klaus Ostwald, und Jens Weißflog für die DDR einen souveränen Doppelerfolg feiern. Insgesamt platzierten sich vier DDR-Athleten unter den ersten Zehn.<ref>Neues Deutschland. 31. Dezember 1983, S. 15.</ref> Der sechste Platz von Thomas Klauser beim Auftaktspringen in Oberstdorf sollte schon die beste Platzierung eines bundesdeutschen Springers bei dieser Tournee sein.
- Datum: 30. Dezember 1983.
- Land: Datei:Flag of Germany.svg BR Deutschland
- Schanze: Schattenbergschanze
- Schanzenrekord: 114,5 m Datei:Flag of Canada (Pantone).svg Horst Bulau (1982)
- Zuschauer: 20.000
- ausgeschieden nach dem 1. Durchgang
- 54. Datei:Flag of Germany.svg Joachim Ernst, 55. Datei:Flag of Germany.svg Peter Schwinghammer, 68. Datei:Flag of Germany.svg Wolfgang Steiert, 73. Datei:Flag of Germany.svg Stefan Obinger, 76. Datei:Flag of Germany.svg Christoph Schwarz, 77. Datei:Flag of Germany.svg Lorenz Wegscheider, 79. Datei:Flag of Germany.svg Uli Boll, 81. Datei:Flag of Germany.svg Josef Samek, 86. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Hasslberger und 97. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Ihle
Garmisch-Partenkirchen
Nach einem spannenden Springen mit zwei Schanzenrekorden kam der Sieger erneut aus der DDR. Zunächst führte jedoch Nykänen mit dem neuen Schanzenrekord von 104 m. Im zweiten Durchgang flog jedoch Jens Weißflog noch 4,5 m weiter und ging damit klar in Führung. Da Nykänen im zweiten Durchgang nach verpassten Absprung nur enttäuschende 94,5 m weit sprang, reichte es für ihn am Ende nur für Platz fünf. Der Schweizer Sumi, in Oberstdorf noch 56., wurde etwas überraschend Zweiter. Im bundesdeutschen DSV-Team schrieb die Presse nach dem indiskutablen Abschneiden von Garmisch schon von einer Krise. Hatte in Oberstdorf Thomas Klauser mit dem sechsten Platz die Erwartungen noch halbwegs erfüllt, so hatten sich in Garmisch gerade einmal 2 Springer für den zweiten Durchgang qualifiziert. Dabei sprangen die Plätze 31 und 42 heraus.<ref>Hamburger Abendblatt. 2. Januar 1984, S. 17.</ref> In der Gesamtwertung lagen Weißflog und Ostwald nun mit über 20 Punkten Vorsprung schon fast uneinholbar vor dem Drittplatzierten Nykänen vorn.
- Datum: 1. Januar 1984.
- Land: Datei:Flag of Germany.svg BR Deutschland
- Schanze: Große Olympiaschanze
- Schanzenrekord: 103,5 m Datei:Flag of Norway.svg Steinar Bråten (1983)
- ausgeschieden nach dem 1. Durchgang
- 58. Datei:Flag of Germany.svg Wolfgang Steiert, 59. Datei:Flag of Germany.svg Josef Samek, 60. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Klauser, 64. Datei:Flag of Germany.svg Lorenz Wegscheider, 67. Datei:Flag of Germany.svg Andreas Bauer, 72. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Ihle, 77. Datei:Flag of Germany.svg Uli Boll, 84. Datei:Flag of Germany.svg Peter Schwinghammer, 87. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Hasslberger, 88. Datei:Flag of Germany.svg Christoph Schwarz, 92. Datei:Flag of Germany.svg Joachim Ernst und 94. Datei:Flag of Germany.svg Stefan Obinger
| Rang | Springer | Punkte | Diff. |
|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of East Germany.svg Jens Weißflog | 435,7 | – |
| 2 | Datei:Flag of East Germany.svg Klaus Ostwald | 428,5 | 7,2 |
| 3 | Datei:Flag of Finland icon.svg Matti Nykänen | 406,7 | 29,0 |
| 4 | Datei:Flag of Norway.svg Ole Gunnar Fidjestøl | 400,5 | 35,2 |
| 5 | Datei:Flag of the United States.svg Jeff Hastings | 396,5 | 39,2 |
| 6 | Datei:Flag of the Czech Republic.svg Pavel Ploc | 392,2 | 43,5 |
| 7 | Datei:Flag of Austria.svg Andreas Felder | 390,5 | 45,2 |
| 8 | Datei:Flag of East Germany.svg Holger Freitag | 386,6 | 49,1 |
| 9 | Datei:Flag of Finland icon.svg Pentti Kokkonen | 386,4 | 49,3 |
| 10 | Datei:Flag of Finland icon.svg Jari Puikkonen | 386,3 | 49,4 |
| … | … | … | … |
| 12 | Datei:Flag of East Germany.svg Manfred Deckert | 382,8 | 52,9 |
| 17 | Datei:Flag of East Germany.svg Stefan Stannarius | 371,8 | 63,9 |
| 19 | Datei:Flag of East Germany.svg Matthias Buse | 367,7 | 68,0 |
| 20 | Datei:Flag of East Germany.svg Ulf Findeisen | 363,8 | 71,9 |
| 26 | Datei:Flag of Germany.svg Georg Waldvogel | 356,4 | 79,3 |
| 44 | Datei:Flag of Germany.svg Peter Rohwein | 335,0 | 100,7 |
Innsbruck
Ein turbulentes Springen erlebten 15.000 Zuschauer in Innsbruck. Ob der schnellen Spur musste zweimal der Anlauf verkürzt werden, da eher unterklassige Springer bereits weit über 100 m sprangen. Unterschiedliche Windverhältnisse machten das Springen aber nicht einfacher, so dass sich zum Beispiel der Zweite der Gesamtwertung, Klaus Ostwald, nach dem ersten Durchgang auf Platz 26. wiederfand. Im zweiten Durchgang sprang er jedoch mit 107,5 m neuen Schanzenrekord, den Jens Weißflog allerdings später egalisierte. Dadurch rückte Ostwald noch auf Platz vier der Tageswertung vor.<ref>Neues Deutschland. 5. Januar 1984, S. 7.</ref> Bei den bundesdeutschen Springern konnten sich drei Athleten für den zweiten Durchgang qualifizieren und Peter Rohwein belegte einen guten neunten Platz. In der Gesamtwertung baute Weißflog seinen Vorsprung auf sehr komfortable 31 Punkte aus.
- Datum: 4. Januar 1984.
- Land: Datei:Flag of Austria.svg Österreich
- Schanze: Bergiselschanze
- Schanzenrekord: 107,0 m Datei:Flag of Austria.svg Hubert Neuper (1980)
- Zuschauer: 15.000
- ausgeschieden nach dem 1. Durchgang
- 52. Datei:Flag of Germany.svg Andreas Bauer und Datei:Flag of Germany.svg Thomas Klauser, 69. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Hasslberger sowie 79. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Ihle
Bischofshofen
Am Dreikönigstag holte Jens Weißflog seinen dritten Tagessieg in Folge, wieder mit Schanzenrekord. Mit Sprüngen von 114 und 112 Metern überbot er in beiden Durchgängen den alten Rekord von 110,5 m. Dadurch gewann er die Tageswertung mit fast 20 Punkten Vorsprung.<ref>Neues Deutschland. 7. Januar 1984, S. 15.</ref>
- Datum: 6. Januar 1984.
- Land: Datei:Flag of Austria.svg Österreich
- Schanze: Paul-Außerleitner-Schanze
- Schanzenrekord: 110,5 m Datei:Flag of Norway.svg Olav Hansson (1983)
- ausgeschieden nach dem 1. Durchgang
- 53. Datei:Flag of East Germany.svg Stefan Stannarius, 59. Datei:Flag of Germany.svg Wolfgang Steiert, 62. Datei:Flag of East Germany.svg Manfred Deckert, 63. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Klauser, 67. Datei:Flag of East Germany.svg Ulf Findeisen und 85. Datei:Flag of Germany.svg Thomas Ihle
Tournee-Endstand
Der Oberwiesenthaler Jens Weißflog gewann überlegen die Tournee und hätte auch nach dem alten Wertungssystems die Bestmarke des Vorjahressiegers Matti Nykänen um 9,1 Punkte übertroffen. Hinter den drei Erstplatzierten, die als Einzige konstant in die Top Ten sprangen, hatte jeder Springer mindestens einen „Ausreißer“ nach oben zu verzeichnen. Tragischer Held der Tournee war der Jugoslawe Primož Ulaga, der vor der Tour durchaus zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen war. Trotz dreier Top-Ten-Platzierungen, darunter ein dritter Platz in Innsbruck, konnte er in die Gesamtwertung nicht eingreifen. Durch einen 92. Platz in Oberstdorf platzten schon nach dem ersten Springen alle Träume vom Treppchen.
| Rang | Springer | Gesamt- punkte |
Oberstdorf <ref>FIS-Resultatsliste</ref> |
Garmisch- Partenkirchen <ref>FIS-Resultatsliste</ref> |
Innsbruck <ref>FIS-Resultatsliste</ref> |
Bischofshofen <ref>FIS-Resultatsliste</ref> |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of East Germany.svg Jens Weißflog | 897,9 | 213,5 / 2. | 222,2 / 1. | 224,1 / 1. | 238,1 / 1. |
| 2 | Datei:Flag of East Germany.svg Klaus Ostwald | 842,3 | 220,7 / 1. | 207,8 / 3. | 200,3 / 4. | 213,5 / 5. |
| 3 | Datei:Flag of Finland icon.svg Matti Nykänen | 825,9 | 199,4 / 4. | 207,3 / 5. | 207,6 / 2. | 211,6 / 6. |
| 4 | Datei:Flag of Finland icon.svg Jari Puikkonen | 791,9 | 183,1 / 19. | 203,2 / 6. | 205,4 / 3. | 200,2 / 8. |
| 5 | Datei:Flag of Norway.svg Ole Gunnar Fidjestøl | 790,5 | 199,6 / 3. | 200,9 / 8. | 198,2 / 5. | 191,8 / 16. |
| 6 | Datei:Flag of Norway.svg Per Bergerud | 789,9 | 175,1 / 33. | 198,0 /9. | 197,4 / 6. | 218,9 / 2. |
| 7 | Datei:Flag of the Czech Republic.svg Pavel Ploc | 787,3 | 194,5 / 11. | 197,7 / 11. | 183,8 / 12. | 211,3 / 7. |
| 8 | Datei:Flag of Finland icon.svg Pentti Kokkonen | 768,2 | 192,8 / 13. | 193,6 / 15. | 195,2 / 7. | 186,6 / 23. |
| 9 | Datei:Flag of the United States.svg Jeff Hastings | 761,3 | 188,9 / 14. | 207,6 / 4. | 176,4 / 21. | 188,4 / 20. |
| 10 | Datei:Flag of Austria.svg Andreas Felder | 755,8 | 198,1 / 5. | 192,4 / 17. | 188,9 / 8. | 176,4 / 34. |
| 11 | Datei:Flag of Norway.svg Rolf Åge Berg | 751,9 | 181,0 / 23. | 190,4 / 20. | 180,3 / 13. | 200,2 / 8. |
| 12 | Datei:Flag of East Germany.svg Matthias Buse | 740,0 | 188,4 / 15. | 179,3 / 35. | 173,3 / 26. | 199,0 / 11. |
| 13 | Datei:Flag of Austria.svg Ernst Vettori | 739,1 | 179,9 / 24. | 195,0 / 14. | 178,0 / 19. | 186,2 / 24. |
| 14 | Datei:Flag of Austria.svg Armin Kogler | 738,7 | 176,4 / 30. | 184,3 / 24. | 184,2 / 11. | 193,8 / 14. |
| 15 | Datei:Flag of East Germany.svg Holger Freitag | 737,2 | 195,1 / 10. | 191,5 / 19. | 180,0 / 14. | 170,6 / 43. |
| … | … | … | … | … | … | … |
| 22 | Datei:Flag of Germany.svg Georg Waldvogel | 697,7 | 175,9 / 31. | 180,5 / 31. | 170,0 / 28. | 171,3 / 42. |
| 27 | Datei:Flag of Germany.svg Peter Rohwein | 643,9 | 164,8 / 44. | 170,2 / 42. | 186,9 / 9. | 122,0 / 50. |
| 28 | Datei:Flag of East Germany.svg Manfred Deckert | 641,4 | 195,8 / 8. | 187,0 / 22. | 179,4 / 16. | 79,2 / 62. |
| 30 | Datei:Flag of East Germany.svg Stefan Stannarius | 630,9 | 177,6 / 28. | 193,6 / 15. | 176,2 / 22. | 83,4 / 53. |
| 37 | Datei:Flag of East Germany.svg Ulf Findeisen | 601,2 | 183,1 / 19. | 180,7 / 30. | 161,4 / 39. | 76,0 / 67. |
Literatur
- Manfred Seifert: Sport84. Ein Jahrbuch des DDR-Sports. Sportverlag Berlin, 1984, ISSN 0232-203X, S. 297.
- Neues Deutschland. Nr. 306–308. Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, 1983, ISSN 0323-3375.
- Neues Deutschland. Nr. 1–6. Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, 1984, ISSN 0323-3375.
- Kicker-Sportmagazin. Nr. 1–6. Olympia-Verlag, 1984, ISSN 0023-1290.
Einzelnachweise
<references />
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