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Verrechnung

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Unter Verrechnung ist der Ausgleich oder die Saldierung gegenseitiger Forderungen und Verbindlichkeiten oder gegenseitiger Kosten oder Erträge zu verstehen.

Allgemeines

Verrechnung ist ein diffuser Begriff, der stets dann benutzt wird, wenn es um die Abrechnung, Anrechnung, Aufrechnung oder den Ausgleich von mindestens zwei gegensätzlichen oder korrespondierenden ökonomischen Größen geht. Wer die Verrechnung (Aufrechnung, Kompensation) erklärt, übt ein aufhebendes Gestaltungsrecht aus, das die Forderungen der Vertragsparteien bis zum Betrag der kleineren Forderung erlöschen lässt.<ref>Carl Joseph Anton Mittermaier, Archiv für die civilistische Praxis, Band 200, 2000, S. 159</ref> Legt man der Verrechnung das Aufrechnungsrecht zugrunde, ist die Verrechnung eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung; der Wille einer der Parteien genügt.<ref>Carl Joseph Anton Mittermaier, Archiv für die civilistische Praxis, Band 200, 2000, S. 159</ref> Eine Verrechnung hat zur Folge, dass bei gegenseitigen Verbindlichkeiten nicht jeder seine eigene Verbindlichkeit zahlen muss, sondern nur ein Vertragspartner, sodass Doppelzahlungen vermieden werden.

Von der Aufrechnung unterscheidet sich die Verrechnung dadurch, dass bei der Aufrechnung nur Forderungen in Betracht kommen, während bei der Verrechnung auch andere Leistungen zugrunde gelegt werden können.<ref>Klaus Peter Berger, Der Aufrechnungsvertrag, 1996, S. 15</ref>

Verrechnungsarten

Verrechnungen gibt es in den verschiedensten Fachgebieten:

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}}{{#if: 39||[Artikel fehlt]}}{{#if: scheckg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 SchG den quer über die Vorderseite gesetzten Vermerk „nur zur Verrechnung“ tragen, wodurch er ausschließlich einem Girokonto gutgeschrieben werden kann, auf welchem er mit dem vorhandenen Saldo verrechnet wird.

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}}{{#if: 355||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} HGB ist eine typische Verrechnungslage. Durch diese Verrechnung von gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten ergibt sich ein Saldo, der nur von einem Geschäftspartner zu erfüllen ist. Wichtigstes Anwendungsgebiet ist das Girokonto.

  • Konzernrecht: Konzernverrechnungsklauseln sollen einen Konzern vor der Insolvenz eines außerhalb des Konzerns stehenden Vertragspartners schützen.<ref>Klaus Peter Berger, Der Aufrechnungsvertrag, 1996, S. 48</ref> Ein Konzernmitglied vereinbart daher in seinen Zahlungsbedingungen, dass Forderungen des Vertragspartners mit Forderungen irgendeines Konzernmitglieds aufgerechnet werden dürfen. Die Konzernverrechnungsklausel ist ein Mittel, dessen sich Großunternehmen mit starker Verhandlungsmacht bedienen, „um Ansprüche gegen zahlungsschwache Schuldner durch Verrechnung mit einer Forderung des Schuldners gegen ein anderes Konzernunternehmen durchzusetzen“.<ref>BGH MDR 1966, 923, 926</ref>
  • Mietrecht: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im März 2018 ausführlich zur Verrechnung von Mietzahlungen (auch von Vorauszahlungen auf die Betriebskosten) Stellung genommen.<ref>BGH, Urteil vom 21. März 2018, Az.: VIII ZR 68/17 = BGH NJW 2018, 3448</ref> Danach ist die Vorschrift des {{#switch: juris
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International

Verrechnung ist in der Schweiz der Rechtsbegriff für die Aufrechnung ({{#switch: ch

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}}{{#if: 120||[Artikel fehlt]}}{{#if: OR||[Gesetz fehlt]}} OR). Schulden sich danach „zwei Personen einander Geldsummen oder andere Leistungen, die ihrem Gegenstande nach gleichartig sind, so kann jede ihre Schuld, insofern beide Forderungen fällig sind, mit ihrer Forderung verrechnen“. Im Konkurs können die Gläubiger gemäß {{#switch: ch

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}}{{#if: 123||[Artikel fehlt]}}{{#if: OR||[Gesetz fehlt]}} OR ihre Forderungen mit denen des Gemeinschuldners verrechnen. Im schweizerischen Konkurs ist eine Verrechnung grundsätzlich zulässig (Art. 123 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 213 Abs. 1 SchKG). Teils wird die Verrechnung gegenüber der Rechtslage außerhalb des Konkurses sogar erleichtert (Art. 208 Abs. 1, 211 Abs. 1 SchKG), teils wird sie jedoch erschwert bzw. untersagt (Art. 213 Abs. 2–4, 214 SchKG).<ref>Marc Hunziker/Michel Pellascio, Repetitorium Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, 2012, S. 275 f.</ref>

Dem internationalen Tauschhandel ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) liegt ein Verrechnungsverfahren zugrunde, das „als System der gewollten Verrechnung mit einer Vielzahl von Partnern unter Verzicht auf den sofortigen Ausgleich von Leistungen durch Zahlungen des Geschäftspartners“ zu qualifizieren ist.<ref>OLG München, Urteil vom 15. Dezember 1993, Az.: 7 U 4442/93; WM 1994, 1226</ref> Beim Barter-Geschäft werden mithin Barzahlungen vermieden, weil Geldmangel oder Devisenmangel besteht. Das gilt auch für die gegenseitige Verrechnung von Waren oder Dienstleistungen bei Kompensationsgeschäften. Verrechnungsverfahren werden auch international beim Clearing und Netting eingesetzt.

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

<references/>

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