Förderseil

Als Förderseil<ref name="Quelle 3" /> oder auch Schachtförderseil<ref name="Quelle 22" /> bezeichnet man im Bergbau ein Maschinenelement, das die von der Fördermaschine erzeugte Drehbewegung auf den Fördergutträger überträgt.<ref name="Quelle 3" /> Förderseile werden im Bergbau zum Heben und Senken von Lasten in hauptsächlich senkrechter Richtung in Schächten, Blindschächten und dergleichen verwendet.<ref name="Quelle 24" /> Förderseile, die im Bergbau verwendet werden, müssen nach den anerkannten Regeln der Technik hergestellt werden.<ref name="Quelle 0" /> Sie gelten als biegeweich und können deshalb nur Zugkräfte übertragen.<ref name="Quelle 38" /> Bei Luftseilbahnen sind Förderseile eine Kombination aus Zugseil und Tragseil.<ref name="Quelle 33" /> Erst mithilfe von Förderseilen konnten Einseilumlaufbahnen realisiert werden.<ref name="Quelle 19" /> Fahrbetriebsmittel (Sessel, Gondeln, Lastgehänge) werden dabei entweder fix verschraubt angeklemmt oder variabel in den Stationen an- und abgeklemmt.<ref name="Quelle 20" />
Geschichte

Die Entwicklung vom direkten Abbau oberflächennaher Rohstoffe über Schurfpingen zu Schächten erforderte eine Möglichkeit der Lastenförderung ohne aufwändige direkte Weitergabe von Hand zu Hand beziehungsweise über Lastengänger.<ref name="Quelle 34" /> So wurden bereits sehr früh Seile aus Pflanzenfasern, gedrehtem Leder oder ähnlichem verwendet,<ref name="Quelle 44" /> um die ebenfalls fortwährend spezialisierten Gefäße für Fördergut oder Wasser anzuheben und abzusenken.<ref name="Quelle 37" /> In vielen Bergwerken stellte das Ein- und Ausfahren der Bergleute am Seil einen alltäglichen Anblick dar.<ref name="Quelle 35" /> Dabei saß der Bergmann entweder auf einem Knebel oder in einer Seilschlaufe.<ref name="Quelle 7" /> Wurden Förderseile anfänglich zweifellos direkt per Hand bewegt, schritt auch die Entwicklung der Seilantriebe rasch über Handhaspeln, Göpel und Wasserräder zu immer spezialisierteren Fördermaschinen fort.<ref name= "Quelle 36" />
War noch im späten Mittelalter die praktikable Teufe eines Förderschachtes hauptsächlich durch die Qualität verfügbarer Seile<ref name="Quelle 35" /> und mithin durch deren ungünstiges Verhältnis von Eigengewicht zu Reißfestigkeit<ref name="Quelle 44" /> neben der Leistung der hauptsächlich verwendeten Handhaspeln begrenzt,<ref name= "Quelle 36" /> so ermöglichte die Entwicklung gleichmäßig geschmiedeter Ketten und hauptsächlich der Drahtseile bisher ungeahnte nutzbare Teufen durchgehender Schächte<ref name="Quelle 35" /> und bedingte so stets größer werdende Anforderungen an verwendete Fördereinrichtungen und deren Antriebe.<ref name="Quelle 1" /> Sehr gefürchtet sind Förderseilbrüche, insbesondere bei Seilfahrtschächten.<ref name="Quelle 47" /> Förderseile unterliegen daher einer regelmäßigen strengen Kontrolle.<ref name="Quelle 39" /> In der Vergangenheit führten Seilbrüche vor der flächendeckenden Anwendung besonderer Lastfangvorrichtungen oft zu teilweise schweren Bergwerksunglücken.<ref name="Quelle 2" />
Seilmaterialien
Förderseile werden, je nach Nutzung, aus verschiedenen Materialien gefertigt.<ref name="Quelle 11" /> Früher wurden Förderseile aus Naturfasern wie Hanf oder Aloe hergestellt.<ref name="Quelle 45" /> Später ging man dazu über, geschmiedete Ketten in der Schachtförderung einzusetzen.<ref name="Quelle 43" /> Im Jahr 1834 erfand Oberbergrat Albert in Clausthal das erste Drahtseil.<ref name= "Quelle 36" /> Diese Seilart verdrängte nach und nach die bis dahin im Bergbau verwendeten Hanfseile<ref name="Quelle 8" /> und Ketten.<ref name= "Quelle 36" />
Hanf
Förderseile aus Hanf wurden früher insbesondere in Belgien und Frankreich verwendet<ref name="Quelle 45" /> und aus gehecheltem Hanf hergestellt, der zu Fäden oder Garn versponnen und danach zu Litzen verdreht wurde.<ref name="Quelle 11" /> Die Litzen wurden anschließend zu Rundseilen verdreht.<ref name="Quelle 41" /> Diese Rundseile wurden bei der Haspelförderung verwendet.<ref name="Quelle 43" /> Die in der Schachtförderung eingesetzten Hanfseile bestanden in der Regel aus drei Litzen.<ref name="Quelle 48" /> Oftmals wurden für die Schachtförderung auch Bandseile aus vernähten Rundseilen verwendet.<ref name="Quelle 43" /> Besonders starke Seile wurden aus mehr als vier Litzen hergestellt und hatten eine Hanfseele, um die die Litzen in einem Drehungswinkel von 30 bis 50 Grad gewunden wurden.<ref name="Quelle 11" /> Die Reißkraft der Hanfseile hing von der Hanfqualität,<ref group="ANM" name="Anm. WoWe 1." /> der Intensität des Hechelns<ref group="ANM" name="Anm. WoWe 2." /> und teilweise auch von der Fadenerzeugung ab.<ref name="Quelle 49" />
| Hanfart | Durchmesser mm |
Gewicht kg / Meter |
Tragfähigkeit / kg Seilsicherheitsfaktor 8 |
|---|---|---|---|
| Russischer Reinhanf | 52 | 1,9 | 2226 |
| Reiner Schleißhanf | 1,95 | 2493 | |
| Badischer Schleißhanf | 1,95 | 2783 | |
| Russischer Reinhanf | 100 | 7 | 5163 |
| Reiner Schleißhanf | 7,2 | 5887 | |
| Badischer Schleißhanf | 7,2 | 6476 |
Nachteilig bei Hanfseilen ist die, insbesondere bei Beachtung der Seilsicherheit, relativ geringe Tragfähigkeit.<ref name="Quelle 45" /> Wenn Hanfseile in nassen Schächten eingesetzt werden, müssen sie einen Fäulnisschutz erhalten.<ref name="Quelle 11" /> Dieser besteht entweder aus Karbolineum oder aus destilliertem Steinkohlenteer, mit dem die Seile getränkt werden.<ref name="Quelle 48" /> Dies verringert zwar die Tragkraft des Seiles, jedoch wird die Nutzungsdauer gesteigert.<ref name="Quelle 11" /> Nachteilig sind bei diesen Seilen zudem die hohen Kosten, weshalb man sich in bestimmten Bergrevieren, wie z. B. dem Harzer Bergrevier, nach Alternativen umsah und anstelle der Hanfseile geschmiedete Ketten bevorzugte.<ref name="Quelle 43" />
Aloefasern
Auch Aloefasern wurden früher im belgischen und französischen Bergbau als Förderseile verwendet.<ref name="Quelle 45" /> Hier waren insbesondere platte Aloeseile sehr verbreitet, während runde Aloeseile selten zur Anwendung kamen.<ref name="Quelle 11" /> Hergestellt wurden diese Seile aus den Fasern der Agave americana.<ref name="Quelle 43" /> Seile aus Aloe sind ungeteert etwa elf<ref name="Quelle 43" /> bis 12,5 %<ref name="Quelle 41" /> leichter als Hanfseile<ref name="Quelle 43" /> Zudem haben sie eine regelmäßigere Faser als Hanfseile.<ref name="Quelle 41" /> Außerdem sind sie in nassen Schächten haltbarer als Hanfseile.<ref name="Quelle 43" /> Seile aus diesen Fasern müssen ebenso wie Hanfseile mit einem Fäulnisschutz aus Teer versehen werden und nehmen durch das Tränken mit Teer etwa 13 % an Gewicht zu, bei Hanfseilen sind es etwa 17 %.<ref name="Quelle 11" /> Nachteilig ist bei Aloeseilen, dass sie eine geringere Zugfestigkeit als Hanfseile haben.<ref name="Quelle 43" /> Werden Aloeseile in trockenen Schächten oder bei trockener Witterung eingesetzt, dehnen sie sich sehr stark aus und werden leicht biegsam,<ref group="ANM" name="Anm. Serl." /> so dass die Verbindungsnähte aufreißen.<ref name="Quelle 11" />
Eisenketten
Aus Kostengründen ging man im Laufe der Jahre dazu über, anstelle der Förderseile aus Naturfasern Ketten als Zugmittel bei der Schachtförderung zu verwenden.<ref name="Quelle 35" /> Diese sogenannten Kettenseile wurden aus geschmiedeten Kettengliedern<ref group="ANM" name="Anm. Liess." /> hergestellt.<ref name= "Quelle 36" /> In Schächten mit geringerer Teufe hatten Ketten gegenüber Seilen aus Naturfasern eine größere Haltbarkeit.<ref name="Quelle 35" /> Da die einzelnen Kettenglieder an den Umlenkrollen auch auf Biegung beansprucht werden, werden sie im Laufe der Betriebszeit an den Druckstellen spröde.<ref name="Quelle 43" /> Dies führte häufig dazu, dass Kettenglieder brachen.<ref name="Quelle 50" /> Durch den Bruch eines einzelnen Kettengliedes versagt die ganze Kette.<ref name="Quelle 44" /> Insbesondere die ruckartige Belastung, die dann entstand, wenn die Fördertonnen an Engstellen aufsetzten und sich ruckartig lösten, führten zu häufigen Kettenbrüchen.<ref name="Quelle 35" /> Dadurch kam es häufig zu schweren Unfällen mit zum Teil entsprechenden Schäden.<ref name="Quelle 50" /> Durch den Absturz der Fördertonnen kam es zu Schäden an der Schachtzimmerung und auch zu Unfällen mit Personenschaden.<ref name="Quelle 35" />
Ein weiterer Nachteil der eisernen Ketten war ihr hohes Gewicht, was Kettenseile nur für Teufen bis 400 Meter nutzbar machte.<ref name= "Quelle 36" /> Insbesondere bei tieferen Schächten wog das Kettenseil mehr als die mit Erz gefüllte Tonne.<ref name="Quelle 35" /> In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Kettenglieder aus gezogenem Eisendraht gefertigt und hatten dadurch eine höhere Tragfähigkeit.<ref name= "Quelle 36" /> Letztendlich konnten sich Ketten nicht durchsetzen und man ging eine Zeitlang wieder zu den alten Hanfseilen zurück.<ref name="Quelle 35" /> Das lag insbesondere daran, dass auch die neuartigen Ketten bei Teufen von mehr als 500 m versagten und häufig mit entsprechenden Folgen brachen.<ref name= "Quelle 36" /> Mit Erfindung des Drahtseiles wurden Ketten nach und nach als Schachtförderseile verdrängt.<ref name="Quelle 35" /> Man verwendete sie nur noch als Schurz- oder Zwieselketten zur Verbindung des Förderseiles mit dem Fördergefäß.<ref name="Quelle 43" />
Eisendraht
Aufgrund der Nachteile von Eisenketten und Seilen aus Naturfasern forschte man nach besseren Lösungen für den Bergbau.<ref name="Quelle 44" /> Drahtseile sind das Ergebnis der Forschung nach Seilen aus tragfähigeren Materialien, die zugleich weniger voluminös sind als andere Seilmaterialien.<ref name="Quelle 51" /> Drahtseile haben bei gleicher Bruchfestigkeit nur ein Achtel des Gewichtes einer Kette.<ref name="Quelle 48" /> Des Weiteren spart man mit dem Drahtseil gegenüber der Seilkette etwa zwei Drittel der Breite auf dem Seilkorb ein, was wiederum dazu führt, dass man bei gleicher Antriebsleistung Seilkörbe mit größerem Durchmesser<ref group="ANM" name="Anm. MASchu." /> verwenden kann.<ref name="Quelle 44" /> Sie sind zudem bei gleichem Durchmesser um ein Mehrfaches tragfähiger als Seile aus Naturfasern.<ref name="Quelle 51" /> Drahtseile sind beständiger gegen Umwelteinflüsse als Hanfseile.<ref name="Quelle 44" /> Zudem konnten Drahtseile wesentlich günstiger hergestellt werden als Seile aus Naturfasern.<ref name= "Quelle 36" /> Letztendlich haben Drahtseile gegenüber der Kette eine größere Laufruhe.<ref name="Quelle 48" /> Da Drahtseile im Bereich der Zeitstandfestigkeit arbeiten, haben aber auch sie nur eine begrenzte Lebensdauer.<ref name="Quelle 52" /> Für die Herstellung der Drahtseile werden verschiedene Metalle wie Eisen, Stahl, Flusseisen oder Bronzestahl verwendet.<ref name="Quelle 43" /> Bis zum Ende der 1960er-Jahre verwendete man im Bergbau Drahtseile aus weichem Eisendraht, die mit einer größeren Anzahl dünnerer Drähte mit 1–2 mm Stärke versehen waren.<ref name="Quelle 24" /> Heute werden im Bergbau nahezu ausschließlich aus einer Vielzahl kaltgezogener Litzen bestehende Drahtseile verwendet, wobei der durchschnittliche Litzendurchmesser etwa bei 2,5 mm liegt.<ref name="Quelle 25" /> Um die Drähte vor Rost zu schützen, werden die einzelnen Drähte verzinkt.<ref name="Quelle 45" /> Zudem müssen die Seile in regelmäßigen Abständen (je nach Belastung etwa alle vier Wochen) mit einem speziellen säurefreien Seilschmiermittel geschmiert werden.<ref name="Quelle 11" /><ref name="Quelle 45" />
Seilarten
Man unterscheidet bei Förderseilen anhand der äußeren Form folgende Seile: Rundseile und Flachseile.<ref name="Quelle 42" /> Bei den Rundseilen unterscheidet man Rundlitzenseile und Dreikantlitzenseile.<ref name="Quelle 9" /> Flachseile sind geflochtene, einfach oder doppelt genähte Seile, die überwiegend als Unterseil verwendet werden.<ref name="Quelle 9" /> Dreikantlitzenseile und Flachlitzenseile gehören zur Gruppe der Formlitzenseile.<ref name="Quelle 56" /> Anhand des Verwendungszwecks werden Förderseile unterteilt in Oberseile und Unterseile.<ref name="Quelle 3" />
Rundseile
In der Schachtförderung werden überwiegend Rundseile verwendet.<ref name="Quelle 39" /> Für diese Seile werden vier bis acht einzelne Drähte zu einer Litze verflochten.<ref name="Quelle 11" /> Mehrere dieser Litzen werden zusammen mit einer Seileinlage<ref group="ANM" name="Anm. LiuBi." /> zu einem Seil geschlagen.<ref name="Quelle 39" /> Diese Seile werden als Rundlitzenseile bezeichnet.<ref name="Quelle 9" /> Sie sind die wohl wichtigsten Seile für Schachtförderanlagen.<ref name="Quelle 39" /> Die einzelnen Drähte und Litzen müssen sehr dicht ohne Spielraum geflochten werden, damit es nicht zu einer starken Abnutzung durch gegenseitiges Reiben kommt.<ref name="Quelle 43" /> Je nach Schlagrichtung der Litzen werden die jeweiligen Seile in linksgängige oder rechtsgängige Seile unterschieden.<ref name="Quelle 39" /> Rundlitzenseile, bei denen die Schlagrichtung der Drähte der der Litzen entspricht, nennt man Gleichschlagseile.<ref name="Quelle 3" /> Rundlitzenseile, bei denen die Schlagrichtung der Drähte und der Litzen entgegensetzt verläuft, nennt man Kreuzschlagseile.<ref name="Quelle 13" /> Seile, die Kombination aus beiden Schlagarten haben, bezeichnet man als Wechselschlagseile.<ref name="Quelle 3" />
Flachseile
Flachseile, auch Bandseile genannt, sind Seile, die in der Regel aus mehreren vierlitzigen Einzelseilen flach zusammengefügt werden.<ref name="Quelle 3" /> Sie werden aus sechs kleinen,<ref name="Quelle 45" /> teilweise sogar zehn kleinen Seilen,<ref name="Quelle 3" /> den Schenkeln, hergestellt, indem die kleinen Seile nebeneinandergelegt werden und durch Nählitzen oder Nähdrähte zu einem breiten Seil zusammengefügt werden.<ref name="Quelle 45" /> Um einem einseitigen Drall zu unterbinden, werden die einzelnen Seile mit unterschiedlichen Schlagrichtung gefertigt.<ref name="Quelle 46" /> Dies erfolgt dann so, dass stets die Windungen der Drähte bzw. Fasern von zwei benachbarten Schenkeln im entgegensetzten Sinn verlaufen.<ref name="Quelle 45" /> Oftmals werden Bandseile so erstellt, dass sie acht Schenkel und somit 32 Traglitzen haben.<ref name="Quelle 15" /> Aufgrund ihrer Konstruktion lassen sich Flachseile relativ problemlos in mehreren Lagen übereinander aufwickeln.<ref name="Quelle 46" /> Allerdings sind sie für größere Lasten nicht geeignet, da die gleichmäßige Verteilung der Last auf die einzelnen Schenkel zu schwierig ist.<ref name="Quelle 45" /> Zudem neigen Flachseile zu starken Verformungen.<ref name="Quelle 42" /> Des Weiteren ist die Betriebsdauer bei Bandseilen, trotz anders lautender Berechnung, deutlich geringer als die Betriebsdauer von Rundseilen.<ref name="Quelle 51" /> Bandseile werden aufgrund ihrer Nachteile in der Schachtförderung nur für Sonderfälle genutzt.<ref name="Quelle 15" /> Ihr Einsatz liegt überwiegend im Bereich des Schachtabteufens.<ref name="Quelle 45" /> Dort werden sie als Förderseile für Bobinen verwendet.<ref name="Quelle 46" /> Hier ist ihre Drallfreiheit von großem Vorteil und wird sehr geschätzt.<ref name="Quelle 45" /> Des Weiteren werden Flachseile als Unterseil bei Treibscheibenförderanlagen genutzt.<ref name="Quelle 1" />
Verjüngte Seile
Der Einfluss des Eigengewichts nimmt bei jedem Förderseil bis zum unten im Füllort stehenden Fördergutträger ab.<ref name="Quelle 28" /> Das hat zur Folge, dass die Nutzlast und das Gewicht des Förderkorbes oder des Fördergefäßes zwar das Seil auf der vollen Länge belasten, das volle Seilgewicht muss jedoch nur vom oberen Seilquerschnitt getragen werden.<ref name="Quelle 22" /> Da das Eigengewicht nach unten hin immer geringer wird, ist es möglich, dieses auch auf das Seil zu übertragen und das Seil nach unten hin mit einem geringeren Querschnitt<ref group="ANM" name="Anm. FriSchmi." /> auszustatten.<ref name="Quelle 28" /> Dadurch werden die Seile bei gleicher Tragfähigkeit trotzdem leichter.<ref name="Quelle 24" /> Allerdings machen sich diese Vorteile wesentlich erst ab einer Teufe von über 500 m wesentlich bemerkbar.<ref name="Quelle 43" /> Insbesondere bei Seilen aus Pflanzenfasern wie Hanf oder Aloe, bei denen das spezifische Gewicht im Verhältnis zur Tragfähigkeit sehr groß ist, bringt das verjüngen der Seile große Gewichtsvorteile.<ref name="Quelle 28" /> Ohne das Verjüngen der Seile liegt bei Seilen aus Aloefasern die Grenzteufe für nicht verjüngte Seile bereits bei 600 Metern.<ref name="Quelle 41" /> Seile aus Hanf mit nicht verjüngtem Querschnitt können ab einer Teufe von 800 Metern nicht mehr als Förderseil gebraucht werden.<ref name="Quelle 43" />
| Stufe | Seillänge / m | Seilquerschnitt / mm2 | Seilgewicht / kg |
|---|---|---|---|
| 1 0–200 m |
200 | 1365 | 2.744 |
| 2 200–400 m |
200 | 1182 | 2.380 |
| 3 400–600 m |
200 | 1024 | 2.048 |
| 4 600–800 m |
200 | 887 | 1.774 |
| 5 800–1000 m |
200 | 769 | 1.538 |
| Summe | 1000 | — | 10.484 |
| Vergleichseil nicht verjüngt |
1000 | 2000 | 20.000 |
Drahtseile können ohne Verjüngen des Querschnitts, bei entsprechender Seilsicherheit, bis zu einer Teufe von etwa 1500 Metern verwendet werden.<ref name="Quelle 41" /> Zum Verjüngen des Querschnittes werden diese Seile durch Einflechten von immer schwächer werdenden Drähten mit einer kontinuierlichen Verringerung der Drahtzahl hergestellt.<ref name="Quelle 28" /> Im Laufe der Jahre war man in der Lage, Seile mit kontinuierlich abnehmendem Querschnitt herzustellen.<ref name="Quelle 41" /> Es können sowohl Rundseile als auch Flachseile als verjüngte Seile hergestellt werden.<ref name="Quelle 28" /> Allerdings gibt es für verjüngte Seile keine festen Ausführungsformen die in Tabellen der Hersteller aufgeführt werden, sondern das entsprechende verjüngte Seil muss für jeden Anwendungsfall speziell hergestellt werden.<ref name="Quelle 22" /> Durch verjüngte Seile kann die Grenzteufe einer Schachtförderanlage vergrößert werden.<ref name="Quelle 24" /> Im Laufe der Jahre haben verjüngte Seile an Bedeutung verloren, da sie nur bei Bobinen und nicht bei Treibscheiben oder bei zylindrischen Trommeln eingesetzt werden können.<ref name="Quelle 22" />
Auswahlkriterien
Je nach Einsatz des Förderseils sind verschiedene Kriterien bei der Seilauswahl zu berücksichtigen:
- Anzahl der Seile (Einseil- oder Mehrseilförderung)
- Korrosionsgefahr
- Dralleigenschaften der verschiedenen Seilmacharten
- notwendiger Seildurchmesser
Quelle:<ref name="Quelle 6" />
Anzahl der Seile
Je nach Anforderung an eine Schachtförderanlage wird diese als Einseil- oder Mehrseilanlage ausgeführt.<ref name= "Quelle 60" /> Die Anzahl der erforderlichen Seile ergibt sich aus der Grenzteufe oder der Grenzlast.<ref name="Quelle 5" /> Einseilförderungen müssen mit drehungsarmen Förderseilen ausgestattet sein, ansonsten müssen die Abstände im Fördertrum zwischen den Fördergefäßen und/oder dem Gegengewicht größer sein.<ref name="Quelle 0" /> Ab einer Nutzlast von 28 Tonnen oder einer Grenzteufe von 2000 Metern, vielfach auch schon bei 1400 Metern, muss die Mehrseilförderung angewendet werden.<ref name="Quelle 16" /> Die Hauptgründe sind der stark steigende Seilquerschnitt und die daraus folgenden größeren Biegeradien des Förderseils.<ref name="Quelle 26" /> Durch die großen Seildurchmesser, die bei der Einseilförderung erforderlich werden, wird das Förderseil sehr steif.<ref name= "Quelle 61" /> Bedingt durch die größeren Biegeradien müssen Seilträger und Seilscheiben mit einem größeren Nenndurchmesser verwendet werden.<ref name="Quelle 31" /> Größere Seilträger erfordern wiederum ein höheres Drehmoment und lassen nur geringere Drehzahlen zu.<ref name="Quelle 5" /> Für höhere Drehmomente benötigt man stärkere Elektromotoren, außerdem muss die gesamte Konstruktion verstärkt werden.<ref name="Quelle 24" /> Dies alles führt zu steigenden Investitionskosten.<ref name="Quelle 3" /> Mehrseilförderungen haben zudem gegenüber Einseilförderungen den Vorteil einer geringeren Ausfallrate und somit einer höheren Sicherheit.<ref name="Quelle 32" /> Mehrseilförderungen sind nur bei der Treibscheibenförderung und der Trommelförderung anwendbar, bei der Bobinenförderung ist nur die Einseilförderung möglich.<ref name="Quelle 3" />
Korrosionsgefahr
In Schächten, in denen insbesondere saure Schachtwässer vorkommen besteht für die Seile Korrosionsgefahr.<ref name="Quelle 11" /> Dadurch können die Förderseile geschwächt werden.<ref name="Quelle 39" /> Dies hat zur Folge, dass sie ihren betrieblichen Belastungen nicht mehr genügend entsprechen.<ref name="Quelle 29" /> Um dieses zu verhindern, gibt es die Möglichkeiten des passiven und des aktiven Korrosionsschutzes.<ref name="Quelle 58" /> Die Möglichkeit des Tränkens der im Seil befindlichen Hanfseele mit geeigneten Fetten reicht oftmals nicht aus, zumal die Tränkflüssigkeit sich kaum wirksam auf das nasse Seil aufbringen lässt.<ref name="Quelle 25" /> Eine Möglichkeit ist es, dass in diesen Schächten geeignete Seile, anstelle aus Eisendraht solche Gussstahldraht, verwendet werden.<ref name="Quelle 11" /> Weitere passive Korrosionsschutzmaßnahmen sind das Aufbringen von metallischen Überzügen oder nicht metallischen Überzügen wie Keramik oder Emaille.<ref name="Quelle 58" /> Bewährt haben sich hier der Schutz durch Galvanisieren oder Verzinken.<ref name="Quelle 11" /> Das Aufbringen von Aluminium hat sich in der Praxis weniger bewährt.<ref name="Quelle 58" />
Dralleigenschaften
Als Drall bezeichnet man bei Förderseilen das Bestreben desselben, sich aufzudrehen.<ref name="Quelle 3" /> Man unterscheidet bei Förderseilen zwischen dem Herstellungsdrall und dem Belastungsdrall.<ref name="Quelle 46" /> Der Herstellungsdrall entsteht beim Schlagen der Drähte zu Litzen und dieser wiederum zu Seilen.<ref name="Quelle 3" /> Dabei gilt, je stärker der Drall, umso runder wird das Seil; allerdings wird auch später das belastete Seil umso stärker in Anspruch genommen.<ref name="Quelle 43" /> Aus diesem Grund ist man bestrebt, möglichst drallarme Seile herzustellen.<ref name="Quelle 39" /> Drallarme Förderseile werden als Kreuzschlagseile gefertigt.<ref name="Quelle 45" /> Allerdings besteht bei dickeren Seilen das Problem, sie gleichzeitig drallarm und zugleich fest zu fertigen.<ref name="Quelle 30" /> Der Belastungsdrall entsteht aus der auf die Litzen und Drähte im geraden Seil wirkenden Kräfte.<ref name="Quelle 46" /> Dabei wirkt eine Kraft in Richtung der Litzen, die dadurch auf Zug beansprucht werden, und eine Kraft wirkt horizontal und hat das Bestreben, aufzudrehen.<ref name="Quelle 29" /> Um den Belastungsdrall zu unterbinden, muss der Flechtsinn der Drähte, Litzen oder Schenkel gewechselt werden, indem rechtsdrehende und linksdrehende Drähte sich gegenseitig in ihrer Drallwirkung ausgleichen.<ref name="Quelle 46" />
Notwendiger Seildurchmesser
Der erforderliche Seildurchmesser bzw. Seilquerschnitt hängt von der zu hebenden Last (Nutzlast und Totlast) und der Förderteufe ab.<ref name="Quelle 11" /> Er wird aus der rechnerisch zu ermittelnden Seilbelastung ermittelt.<ref name="Quelle 10" /> Der notwendige Seilnenndurchmesser muss nach den anerkannten Regeln der Technik bestimmt und ermittelt werden.<ref name="Quelle 39" /> Hierbei muss die vorgeschriebene Seilsicherheit berücksichtigt werden.<ref name="Quelle 23" /> Da das Eigengewicht des Förderseils mit zunehmender Teufe größer wird, hat die Teufe einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Seildurchmesser.<ref name="Quelle 11" /> Die zulässigen Lasten der jeweiligen Seildurchmesser werden von den Seilherstellern in entsprechenden Tabellen aufgeführt.<ref name="Quelle 52" /> Letztendlich hat auch die Bruchfestigkeit des verwendeten Baustoffes einen Einfluss auf den Seilnenndurchmesser des jeweiligen Förderseiles.<ref name="Quelle 28" />
Bruchkraft des Förderseils
Damit die Seilbelastung richtig bestimmt werden kann, muss die Bruchkraft des Förderseils nachgewiesen werden.<ref name="Quelle 28" /> In der Technik unterscheidet man drei Arten der Seilbruchkraftbestimmung:<ref name="Quelle 0" />
- ermittelte Bruchkraft <math>F_e</math>
- rechnerische Bruchkraft <math>F_r</math><ref name="Quelle 56" />
- wirkliche Bruchkraft <math>F_w</math><ref name="Quelle 53" />
Die ermittelte Bruchkraft <math>F_e</math> wird aus der Summe der tatsächlich ermittelten Einzelbruchkräfte der Drähte gebildet.<ref name="Quelle 29" />
Die rechnerische Bruchkraft <math>F_r</math> ist eine Größe, die in der Planung als Grundlage für die Seilauswahl dient.<ref name="Quelle 53" /> Die rechnerische Bruchkraft ist das aus dem metallischen Querschnitt <math>A_m</math> (<math>mm^2</math>) und der Nennfestigkeit des Einzeldrahtes <math>R_0</math> (<math>N/mm^2</math>) ermittelte Produkt.<ref name="Quelle 56" />
Dabei gilt die Formel:
- <math>F_\text{r} = R_\text{0}\cdot A_\text{m}</math>
Aus Sicherheitsgründen muss die rechnerische Bruchkraft <math>F_r</math> des Förderseils (Mindestbruchkraft) um den Seilsicherheitsfaktor <math>S</math> größer sein als die größte statische Seillast <math>F_\text{stat,1}</math>.
Die wirkliche Bruchkraft <math>F_w</math> ist die auf dem Prüfstand ermittelte tatsächliche Bruchkraft des Förderseils.<ref name="Quelle 0" />
Seileinband
Damit Förderseile an den Seilenden weitestgehend geschont werden, wird an den Seilenden ein sogenannter Seileinband angebracht.<ref name="Quelle 15" /> Dieser gestattet eine zuverlässige Befestigung des Seiles.<ref name="Quelle 21" /> Der Seileinband kann unterschiedlich gestaltet werden.<ref name="Quelle 15" /> Als Möglichkeiten zur Gestaltung des Seileinbandes gibt es die Verwendung von Seilklemmen, die Verwendung von Klemmkauschen, das Spleißen des Seiles und das Aufflechten der Seilenden mit anschließendem Vergießen in konischen Buchsen (Muffen)<ref name="Quelle 3" /> Seilklemmen sind einfache Befestigungsmöglichkeiten für das Förderseil, sie können auch ohne Seileinband verwendet werden.<ref name="Quelle 15" /> Klemmkauschen sind so konstruiert, dass sich das Förderseil selbsttätig festzieht wenn das Kauschenherz in das Kauschengehäuse eingezogen wird.<ref name="Quelle 39" /> Zur Befestigung des Oberseils an den Förderkorb oder das Fördergefäß verwendet man im Bergbau Zwischengeschirre.<ref name="Quelle 40" /> Unterseile werden stets mit einem gewöhnlichen, jedoch für Flachseile geeigneten, Kauscheneinband an der unteren Seite des Fördergutträgers befestigt.<ref name="Quelle 42" />
Oberseile
Als Oberseile werden bei Schachtförderanlagen überwiegend Rundseile verwendet.<ref name="Quelle 23" /> Da diese Seile besonders starken Belastungen ausgesetzt sind, müssen sie bestimmte Sicherheitskriterien erfüllen.<ref name="Quelle 30" /> Die Tragfähigkeit der Seile muss bei Seilfahrtanlagen der 9,5-fachen Nennlast entsprechen.<ref name="Quelle 2" /> Bei reinen Materialschächten muss die Belastbarkeit der 7,5-fachen Nennlast entsprechen.<ref name="Quelle 21" /> Dabei entspricht die Nennlast der Nutzlast plus dem Eigengewicht der Förderkörbe und Seile.<ref name="Quelle 2" /> Das Förderseil wird in der Regel jedoch nicht direkt mit dem Förderkorb verbunden.<ref name="Quelle 5" />
Anforderungen
An Förderseile werden folgende sicherheitsrelevanten Anforderungen gestellt:<ref name="Quelle 12" />
- ausreichende Lebensdauer
- ausreichende und zugleich begrenzte Treibfähigkeit
- zuverlässige Erkennbarkeit der Ablegereife
Seilführung
Bei der Treibscheibenförderung wird das Förderseil über die Treibscheibe (Koepescheibe) zu den Förderkörben, welche am Förderseil hängen, geführt.<ref name="Quelle 13" /> Zum Ausgleich des Seilgewichtes muss unter den Körben ein Unterseil angebracht sein.<ref name="Quelle 3" /> Ohne dieses würde das Oberseil durch das Eigengewicht auf der Treibscheibe rutschen.<ref name="Quelle 15" />
Bei Trommelfördermaschinen wird auf je einer Trommel ein Seil auf- und das andere abgewickelt.<ref name="Quelle 15" /> Bei Trommelförderungen werden die Förderseile anders belastet als bei der Treibscheibenförderung.<ref name="Quelle 13" />
Bei Bobinen ist der große Vorteil die völlige Drallfreiheit der Seile, weshalb diese Bauart speziell beim Abteufen von Schächten verwendet wird.<ref name="Quelle 15" /> Nachteilig ist die starke Beanspruchung und dadurch Abnutzung der Seile.<ref name="Quelle 13" />
Seilumlenkung
Bei Aufstellung der Fördermaschine als sogenannte Flurfördermaschine neben dem Schacht müssen die Förderseile über die Seilscheiben, welche sich im Fördergerüst von Tagesschächten befinden, umgelenkt werden.<ref name="Quelle 1" /> Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Seilablenkung zwischen Seilträger und Seilscheibe möglichst gering bleibt, da diese einen großen Einfluss auf die Seillebensdauer hat.<ref name="Quelle 30" /> Seilscheiben sind Rillenräder, über welche die von der Fördermaschine kommenden Förderseile zu den Förderkörben geführt werden.<ref name="Quelle 14" /> Bei Aufstellung der Fördermaschine über dem Schacht als Turmfördermaschine ist lediglich eine Ablenkscheibe zur Vergrößerung des Umschlingungswinkels an der Treibscheibe und Verringerung des seitlichen Abstandes der Fördertrümer erforderlich.<ref name="Quelle 3" />
Auswirkung des Seildurchmessers
Der Seildurchmesser hat eine direkte Auswirkung auf die Größe der Seilscheibe und der Umlenkscheibe.<ref name="Quelle 55" /> So muss der Nenndurchmesser von Seilscheiben und Umlenkscheiben bei Rundseilen wenigstens dem vierzigfachen Seilnenndurchmesser<ref group="ANM" name="Anm. Feyr." /> entsprechen, jedoch mindestens 0,6 Meter.<ref name="Quelle 39" /> Bei verschlossenen Seilen muss der Nenndurchmesser der Seilscheiben und Umlenkscheiben wenigstens dem hundertzwanzigfachen Seilnenndurchmesser entsprechen.<ref name="Quelle 0" /> Bei Flachseilen muss der Nenndurchmesser der Seilscheiben und Umlenkscheiben wenigstens das Sechzigfache der Seilnenndicke betragen.<ref name="Quelle 15" /><ref name="Quelle 0" /> Diese Anforderungen erklären auch, warum Seilscheiben Ausmaße von mehr als fünf Metern haben.<ref name="Quelle 55" /> Da mit zunehmender Teufe und höherer Nutzlast immer größere Seilnenndurchmesser erforderlich werden, müssen zwangsläufig auch Seilscheiben mit größerem Nenndurchmesser eingesetzt werden.<ref name="Quelle 39" /> Allerdings lässt sich der Seilscheibendurchmesser nicht beliebig vergrößern.<ref name="Quelle 4" /> Deshalb werden Förderanlagen des Öfteren mit Mehrseilförderungen ausgestattet. Bei der Überschreitung von bestimmten Grenzlasten oder Grenzteufen ist der Übergang zur Mehrseiltechnik zwingend erforderlich.<ref name="Quelle 5" />
Seilbelastung
Oberseile sind im Betrieb den unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt.<ref name="Quelle 39" /> Aufgrund der unterschiedlichen Rillen im Seilträger und in den Umlenkscheiben kommt es zu wechselnden Seilverformungen des Förderseils.<ref name="Quelle 54" /> Da die Seildrähte und Fasern gegeneinander verschiebbar sind, ist der Lauf des Förderseils allerdings leicht möglich.<ref name="Quelle 14" /> Trotzdem treten bei ungünstigen Rillenkombinationen (z. B. Keilrille in der Treibscheibe und Rundrille in der Umlenkscheibe) in den Seilen wechselnde Ovalisierungsspannungen auf, die einen Einfluss auf die Lebensdauer der Förderseile haben.<ref name="Quelle 39" /> Eine weitere Beanspruchung stellt der zwischen Treibscheibe und Förderseil auftretende Schlupf dar.<ref name="Quelle 14" /> Zusätzliche Belastungen für Förderseile stellen feuchte Schächte mit sauren Wässern dar, hier müssen verzinkte oder galvanisierte Seile verwendet werden.<ref name="Quelle 11" /> Bei starker mechanischer Beanspruchung der Förderseile und damit verbundenen kürzeren Aufliegezeiten können auch blanke Stahlseile verwendet werden.<ref name="Quelle 17" /> Am meisten werden die Förderseile in der Nähe der Korbaufhängung belastet.<ref name="Quelle 26" /> Dies liegt daran das sich in diesem Bereich des Seiles die Einflüsse der Beschleunigung und / oder Verzögerung besonders stark bemerkbar machen.<ref name="Quelle 27" />
Seilschäden
Seilschäden beeinträchtigen die Betriebssicherheit und Belastungsfähigkeit des Förderseils.<ref name="Quelle 39" /> Insbesondere Drahtseile werden durch schwellende Spannungen, Verschleiß und Korrosion beansprucht.<ref name="Quelle 63" /> Die Schäden, die dabei entstehen, können sehr unterschiedlich sein und unterschiedliche Gründe haben.<ref name="Quelle 62" /> Die am häufigsten an Förderseilen auftretenden Schäden sind der Gewaltbruch durch Überschreitung der statischen Festigkeit des Seiles und der durch den Betrieb entstehende Ermüdungsbruch.<ref name="Quelle 39" /> Wobei man zwischen Drahtbrüche und Litzenbrüchen unterscheidet.<ref name="Quelle 63" /> Hohe Schwellspannungen führen häufig zur Überlastung einzelner Drähte und somit zu Drahtermüdungen.<ref name= "Quelle 64" /> Hervorgerufen werden viele Seilschäden beim Lauf über die Seilscheiben oder beim Aufwickeln auf die Seiltrommel.<ref name="Quelle 62" /> Neben den Draht- und Litzenbrüchen kommt es durch die ständig wechselnden Belastungen des Seiles auch zu lokal auftretenden Verformungen.<ref name="Quelle 39" /> Weitere Seilschäden entstehen durch Korrosion.<ref name="Quelle 63" /> Korrodierte Förderseile verlieren an Bruchkraft und Flexibilität und es kommt durch Korrosion auf der Seiloberfläche sehr schnell zu Ermüdungsrissen.<ref name="Quelle 62" /> Letztendlich können Seilschäden auch durch Verschleiß entstehen.<ref name="Quelle 63" /> Ursache dieser Schäden ist oftmals eine mangelhafte Seilschmierung.<ref name="Quelle 39" /> Bei starker Seilverformung oder bei einem Litzenbruch muss das Seil ausgewechselt werden.<ref name="Quelle 63" />
Unterseile
Als Unterseil wird das in der Schacht-Förderung zum Seilgewichtsausgleich dienende zwischen zwei wechselseitig auf- und abbewegten Fördergefäßen hängende Seil bezeichnet.<ref name="Quelle 57" /><ref name="Quelle 3" />
Da wirtschaftlicher Betrieb einer Schachtförderung stark von relativ gleichmäßiger Auslastung abhängt, wurde sehr früh die Möglichkeit des Gewichtsausgleichs der Fördergefäße dadurch erkannt, dass nicht einseitig ein Seil mit daran hängendem Gefäß auf- und abgespult, sondern bei durchlaufendem Seil automatisch ein Gefäß gehoben und das andere gesenkt wird.<ref name="Quelle 42" /> Steht jedoch ein Gefäß im Tiefst-, das andere im Höchststand, wirken durch das Eigengewicht des Seiles bedingt stark unterschiedliche Kräfte auf den Aufhängepunkt des Seiles ein.<ref name="Quelle 4" /> Dieser Unterschied kann durch ein mehr oder weniger frei unter den beiden hängendes, diese verbindendes Seil, das Unterseil, beseitigt werden.<ref name= "Quelle 59" />
Als Unterseile werden überwiegend Flachseile verwendet.<ref name="Quelle 46" /> Abgelegte Oberseile dürfen unter bestimmten Voraussetzungen noch als Unterseil verwendet<ref group="ANM" name="Anm. Fritzsch 1." /> werden.<ref name="Quelle 0" /> Neben dem Ausgleich des Seilgewichtes wird durch das Unterseil auch die Gefahr eines Seilrutsches verringert.<ref name="Quelle 42" /> Haben Unterseile die 5-fache Sicherheit gegenüber dem Eigengewicht unterschritten, oder werden bei ihnen Anzeichen festgestellt, dass die rechnerische Bruchkraft um mehr als 30 % vermindert ist, dürfen sie aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet werden.<ref name="Quelle 0" /> Werden für das Unterseil große Seildurchmesser erforderlich, so geht man häufig dazu über mehrere dünne Unterseile<ref group="ANM" name="Anm. KommEu." /> zu benutzen.<ref name= "Quelle 59" />
Sicherheit
Zur Vermeidung von schweren Unglücksfällen ist für Förderseile ein Sicherheitsfaktor vorgeschrieben, der ein Mehrfaches der zulässigen Belastung des Seiles betragen muss.<ref name="Quelle 47" /> Des Weiteren sind regelmäßige und zuverlässige Inspektionen ein absolutes Muss, um die Sicherheit von Förderseilen zu gewährleisten.<ref name="Quelle 21" /> Aus Sicherheitsgründen müssen Förderseile im Bergbau arbeitstäglich von einer fachkundigen Person überprüft werden.<ref name="Quelle 27" /> Außerdem muss in regelmäßigen Abständen das Seil von einem Sachverständigen geprüft werden.<ref name="Quelle 2" /> Die Seile werden bei den Inspektionen durch visuelle und taktile Prüfungen überwacht.<ref name="Quelle 39" /> Dabei werden sichtbare Drahtbrüche pro Bezugslänge gezählt.<ref name="Quelle 2" /> Es wird der Seildurchmesser geprüft und gegebenenfalls die Schlaglänge.<ref name="Quelle 18" /> Eine weitere Kontrolle ist die qualitative Beurteilung hinsichtlich Seilverformungen, Korrosion und Verschleiß.<ref name="Quelle 39" /> Zwecks Erkennung der Ablegereife wird auch noch die Aufliegezeit des Förderseils berücksichtigt.<ref name="Quelle 2" /> Für höhere Anforderungen an die Sicherheit werden Förderseile in regelmäßigen Abständen auf innere Seilschäden, je nach Erfordernis, mittels spezieller Messmethoden (z. B. magnetinduktive Seilprüfung) begutachtet.<ref name="Quelle 39" /> Durch diese Messmethode lassen sich der Ausgangsort und der Verlauf dieser Seilschäden im Seilinneren ermitteln.<ref name="Quelle 65" /> Hierzu reichen visuelle und taktile Prüfungen nicht aus.<ref name="Quelle 18" />
Weblinks
- Förderseil BW Lohberg (zuletzt abgerufen am 20. Februar 2013)
- Förderseil auf Fördermaschine (zuletzt abgerufen am 20. Februar 2013)
- Gesetzliche Vorgaben zur Seilprüfung (Abgerufen per Webarchive am 20. Februar 2013)
- 100 Jahre Seilprüfstelle (zuletzt abgerufen am 20. Februar 2013)
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="Quelle 0">Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS). Verlag Hermann Bellmann, Dortmund 2005, Ziffer 2.4.7, 6.1.1–6.9.4.</ref> <ref name="Quelle 1">Fritz Schmidt: 50 Jahre Koepeförderung. In: Glückauf, Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift. Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund (Hrsg.), Nr. 35, 64. Jahrgang, 1. September 1928, S. 1173–1179.</ref> <ref name="Quelle 2">Winfried Sindern, Olivier Gronau: Stahldrahtseile – bewährte Leistungsträger von Schachtförderanlagen. In: Ring Deutscher Bergingenieure e. V. (Hrsg.): Bergbau. 61. Jahrgang, Nr. 4, Makossa Druck und Medien GmbH, Gelsenkirchen April 2010, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0342-5681|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1
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}}, S. 155–164.</ref> <ref name="Quelle 3">Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.</ref> <ref name="Quelle 4">Julius Ritter von Hauer: Die Fördermaschinen der Bergwerke. Dritte vermehrte Auflage. Mit einem Atlas von 61 Lithographirten Tafeln, , Verlag von Arthur Felix, Leipzig 1885, S. 3–19.</ref> <ref name="Quelle 5">Fördertechnik im Steinkohlenbergbau Untertage. Informationstagung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Band 1, Luxemburg 1978, Druck Verlag Glückauf GmbH, S. 344–347, 349–353.</ref> <ref name="Quelle 6">Paul Burgwinkel: Mehrseilförderanlagen. Fachskript RWTH, Ziffer 3.6. Tragmittel, Seile.</ref> <ref name="Quelle 7">Georg Agricola: Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen. In Kommission VDI-Verlag GmbH, Berlin, S. 142, 143, 123–125, 131–137.</ref> <ref name="Quelle 8">Andreas Klöpfer: Untersuchung zur Lebensdauer von zugschwellbeanspruchten Drahtseilen. Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart, Dissertation Juni 2002 Online (abgerufen am 4. Juni 2012), S. 41–56.</ref> <ref name="Quelle 9">Reinald Skiba: Taschenbuch Betriebliche Sicherheitstechnik. 3. Auflage, Erich Schmidt Verlag, Regensburg und Münster 1991, ISBN 3-503-02943-5, S. 356–369.</ref> <ref name="Quelle 10">Gustav Köhler: Lehrbuch der Bergbaukunde. 2. Auflage, Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig 1887, S. 370–377.</ref> <ref name="Quelle 11">Albert Serlo: Leitfaden der Bergbaukunde. Zweiter Band. Vierte verbesserte und bis auf die neueste Zeit ergänzte Auflage, mit 745 in den Text gedruckten Holzschnitten und 38 Lithographirten Tafeln, Verlag von Julius Springer, Berlin 1884, S. 138–142.</ref> <ref name="Quelle 12">Wolfram Vogel: Anforderungen an Tragmittel in der heutigen Aufzugtechnik. Universität Stuttgart, Institut für Fördertechnik und Logistik.</ref> <ref name="Quelle 13">H. Hoffmann, C. Hoffmann: Lehrbuch der Bergwerksmaschinen (Kraft und Arbeitsmaschinen). 3. Auflage, Springer Verlag OHG, Berlin 1941, S. 216–218, 226–236.</ref> <ref name="Quelle 14">Oliver Berner: Lebensdauer von Drahtseilen in Treibscheibenaufzügen bei der Kombination von Rillenprofilen. Genehmigte Dissertation an der Fakultät Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik dem Institut für Fördertechnik und Logistik, Stuttgart 2011, S. 21–45.</ref> <ref name="Quelle 15">H. Hoffmann, C. Hoffmann: Lehrbuch der Bergwerksmaschinen (Kraft und Arbeitsmaschinen). Zweite verbesserte und erweiterte Auflage. Mit 547 Textabbildungen, Verlag von Julius Springer, Berlin 1931, S. 204–209, 211, 212, 217–222.</ref> <ref name="Quelle 16">Paul Burgwinkel: Mehrseilförderanlagen. Fachskript RWTH.</ref> <ref name="Quelle 17">Technische Anforderungen an Schacht und Schrägförderanlagen (TAS) Ziffern 6. Seile und 6.1.7. Anforderungen bei besonderen Betriebsbedingungen.</ref> <ref name="Quelle 18">Seilsicherheit – weltweit. In Durchblick Heft Nr. 10, Herbst 2004.</ref> <ref name="Quelle 19">Paul Stephan: Die Drahtseilbahnen. Ihr Aufbau und ihre Verwendung, zweite umgearbeitete Auflage, Springer Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin Heidelberg 1914.</ref> <ref name="Quelle 20">Eugen Czitary: Seilschwebebahnen. Zweite Auflage, Springer Verlag, Wien 1962.</ref> <ref name="Quelle 21">B. W. Boki, Gregor Panschin: Bergbaukunde. Kulturfond der DDR (Hrsg.), Verlag Technik Berlin, Berlin 1952, S. 554–560.</ref> <ref name="Quelle 22">Alfred Wyszomirski: Die Drahtseile als Schachtförderseile. Mit 30 Textabbildungen. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 1920, S. 12.</ref> <ref name="Quelle 23">F. Baumann, Warmbrunn: Die Sicherheitsfaktor der Schachtförderseile. In: Glückauf, Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift. Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund (Hrsg.), Nr. 35, 50. Jahrgang, 15. August 1914, S. 1293–1298.</ref> <ref name="Quelle 24">Otto Kammerer - Charlottenburg: Die Technik der Lastenförderung einst und jetzt. Eine Studie über die Entwicklung der Hebemaschinen und ihren Einfluß auf Wirtschaftsleben und Kulturgeschichte. Mit Schmuck von O. Blümel - München, Druck und Verlag von R. Oldenbourg, München und Berlin 1907, S. 57–66.</ref> <ref name="Quelle 25">H. Herbst: Praktische Winke für die Wahl zweckmäßiger Förderseilmacharten. In: Glückauf, Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift. Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund (Hrsg.), Nr. 28, 58. Jahrgang, 15. Oktober 1922, S. 867–872.</ref> <ref name="Quelle 26">F. Mechtold: Hebe- und Förderanlagen; Grundlagen - Bauarten - Anwendungen. 5. völlig neubearbeitete und stark erweiterte Auflage. Mit 568 Abbildungen, Springer Verlag Berlin-Heidelberg-New York, Berlin 1969, S. 499, 502–504.</ref> <ref name="Quelle 27">Heinrich Aumund, Fritz Mechtold: Hebe- und Förderanlagen. Ein Lehrbuch für Studierende und Ingenieure. Vierte neubearbeitete und erweiterte Auflage, mit 312 Abbildungen, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1958, S. 270–272, 282.</ref> <ref name="Quelle 28">Fritz Schmidt: Die Schachtfördermaschinen. Erster Teil. Die Grundlagen des Fördermaschinenwesens. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage, mit 178 Abbildungen im Text, Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin Heidelberg 1923, S. 126–132.</ref> <ref name="Quelle 29">Richard Meebold: Die Drahtseile in der Praxis. Mit 75 Abbildungen im Text. Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin 1938, S. 13–15, 21, 22.</ref> <ref name="Quelle 30">Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Erhaltung des Sicherheitsstandards und Verbesserung der Sicherheit von hochbeanspruchten Litzenförderseilen in Treibscheibenanlagen. Ständiger Ausschuss für die Betriebssicherheit und den Gesundheitsschutz im Steinkohlenbergbau und in den anderen mineralgewinnenden Industriezweigen. Bericht der Arbeitsgruppe aus dem Jahr 1978, Luxembourg 1979, S. 1–3, 8–12.</ref> <ref name="Quelle 31">Thomas Kuczera: Ermittlung der Beanspruchung großer Seilscheiben. Genehmigte Dissertationsschrift an der Fakultät Konstruktions-, Produktions-, und Fahrzeugtechnik der Universität Stuttgart, Stuttgart 2012, S. 16, 23, 24, 26.</ref> <ref name="Quelle 32">Martin Scheffler (Hrsg.), Klaus Feyrer, Karl Matthias: Fördermaschinen, Hebezeuge, Aufzüge, Flurförderzeuge. Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Wiesbaden 1998, ISBN 978-3-663-16319-0, S. 267–269.</ref> <ref name="Quelle 33">Konstantin Kühner: Beitrag zur Beurteilung der Schädigung von Seilbahnseilen durch Drehung und Verdrehung im Betrieb. Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart, Dissertation an der Fakultät Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik der Universität Stuttgart, Stuttgart 2017, S. 3, 4, 17, 29, 121, 122.</ref> <ref name="Quelle 34">Friedrich Freise: Geschichte der Bergbau- und Hüttentechnik. Erster Band: das Altertum, mit 87 Textfiguren, Verlag von Julius Springer, Berlin 1908, S. 40, 41.</ref> <ref name="Quelle 35">Wolfgang Lampe, Kai Rückbrodt: 175 Jahre Drahtseil – eine Erinnerung an Oberbergrat Alberts Erfindung. In: Ring Deutscher Bergingenieure e. V. (Hrsg.): Bergbau. Makossa Druck und Medien GmbH, Gelsenkirchen Juni 2010, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0342-5681|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1
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}}, S. 260–263.</ref> <ref name= "Quelle 36">Wilfried Liessmann: Historischer Bergbau im Harz. Kurzführer. 3. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Springer Verlag, Berlin und Heidelberg 2010, ISBN 978-3-540-31327-4, S. 81, 84–86.</ref> <ref name="Quelle 37">Otfried Wagenbreth, Eberhard Wächtler (Hrsg.): Der Freiberger Bergbau. Technische Denkmale und Geschichte. 2. Auflage, Springer Verlag, Leipzig 1988, ISBN 978-3-662-44764-2, S. 33, 34, 37, 38.</ref> <ref name="Quelle 38">Karl-Heinrich Grote, Jörg Feldhusen: Dubbel Taschenbuch für den Maschinenbau. 22. Auflage. Mit mehr als 3000 Abbildungen und Tabellen, Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2007, ISBN 978-3-540-49714-1, S. B9, B 10.</ref> <ref name="Quelle 39">Liu Bin: Schachtförderanlagen deren Auslegung Konstruktion und Sicherheitsnormen. Diplomarbeit am Lehrstuhl für Fördertechnik und Konstruktionslehre der Montanuniversität Leoben, Leoben 2015, S. 32–136, 40, 41, 47–55.</ref> <ref name="Quelle 40">Verein für bergbauliche Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund in Gemeinschaft mit der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und dem Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat (Hrsg.): Die Entwicklung des Niederrheinisch-Westfälischen Steinkohlen-Bergbaues in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Band III: Stollen, Schächte. Mit 374 Textfiguren und 8 Tafeln, Springer Verlag, Heidelberg/Berlin 1903, S. 99.</ref> <ref name="Quelle 41">CH. Demanet, C. Leybold: Der Betrieb der Steinkohlenbergwerke. Mit 475 Holzstichen. Übersetzt und mit einzelnen Anmerkungen versehen, Druck und Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1885, S. 550–559.</ref> <ref name="Quelle 42">Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Erster Band. Neunte völlig neubearbeitete Auflage, mit 584 Abbildungen und einer farbigen Tafel, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1955, S. 478, 479, 486, 492, 516.</ref> <ref name="Quelle 43">Gustav Köhler: Lehrbuch der Bergbaukunde. Sechste verbesserte Auflage. Mit 728 Textfiguren und 9 lithographirten Tafeln, , Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig 1903, S. 417–426.</ref> <ref name="Quelle 44">Martin Schulze: Kompatibilität von Faserseil und mehrlagig bewickelter Seiltrommel. Genehmigte Dissertationsschrift an der Fakultät für Mathematik/Informatik und Maschinenbau der Universität Clausthal, Clausthal 2019, S. 3–9.</ref> <ref name="Quelle 45">Fritz Heise, Fritz Herbst: Kurzer Leitfaden der Bergbaukunde. Dritte, verbesserte Auflage. Mit 386 Abbildungen im Text, Verlag von Julius Springer, Berlin 1932, S. 202–204.</ref> <ref name="Quelle 46">Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Zweiter Band. Siebente Auflage, mit 742 Abbildungen im Text, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1950, S. 553–558.</ref> <ref name="Quelle 47">Albert Serlo: Ergänzungsband zum Leitfaden der Bergbaukunde. Nach den neuesten Fortschritten bearbeitet. Mit 93 in den Text gedruckten Holzschnitten und 20 Figuren auf 6 lithographirten Tafeln, Verlag von Julius Springer, Berlin 1872, S. 142.</ref> <ref name="Quelle 48">Hugo Bethmann: Die Hebezeuge. Berechnung und Konstruktion der Elemente, Flaschenzüge, Winden und Krane. Dritte neu bearbeitete Auflage, mit über 1300 Textabbildungen, 15 Tafeln und 114 Tabellen, Druck und Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1915, S. 1–3.</ref> <ref name="Quelle 49">Wolfgang Weber: Hanfförderseile im 18. - 19. Jahrhundert, Herstellung und Festigkeit. In: Verein der Freunde des Bergbaues in Graubünden (Hrsg.), Bergknappe, Nr. 92, 24. Jahrgang, Februar 2000, Buchdruckerei Davos AG, S. 30–35.</ref> <ref name="Quelle 50">Günther Philip: Ohne Ketten keine Kohle, ohne Kohle keine Ketteninnovation. In: Gesamtverband Steinkohle e. V. Essen (Hrsg.), Mining Report Glückauf, Fachzeitschrift für Bergbau, Rohstoffe und Energie, Nr. 6, 154. Jahrgang, Dezember 2018, ISSN 2195-6529, Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, S. 492, 493.</ref> <ref name="Quelle 51">Josef Hrabak: Die Drahtseile. Alles Nothwendige zur richtigen Beurtheilung, Construktion und Berechnung derselben. Eine der Praxis angepasste wissenschaftliche Abhandlung, mit 72 Textfiguren und 14 Tafeln, Verlag von Julius Springer, Berlin 1902, S. 1, 2, 138–141.</ref> <ref name="Quelle 52">Roland Verreet: Die Berechnung der Lebensdauer von laufenden Drahtseilen. Ingenieurbüro für Drahtseiltechnik Wire Rope Technology Aachen GmbH (Hrsg.). Aachen 2018, S. 4–11.</ref> <ref name="Quelle 53">Björn Ernst: Zum Einfluss von Verdrehungen auf die Eigenschaften zugschwellbelasteter Drahtseile. Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart, Dissertation an der Fakultät Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik der Universität Stuttgart, Stuttgart 2012, S. 38–44, 57–60.</ref> <ref name="Quelle 54">Handbuch Stahldrahtseile Seilarten, Seilkonstruktionen, Klassifizierung, Ausführung des Seiles. Online. (zuletzt abgerufen am 6. Januar 2023) (PDF-Datei; 553 kB), S. 4–26.</ref> <ref name="Quelle 55">H. Hoffmann: Lehrbuch der Bergwerksmaschinen (Kraft und Arbeitsmaschinen). 1. Auflage. Mit 523 Textabbildungen, Springer Verlag GmbH, Berlin 1926, S. 170–177.</ref> <ref name="Quelle 56">Klaus Feyrer: Drahtseile. Bemessung, Betrieb, Sicherheit. Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage. Mit 288 Abbildungen, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, Berlin 1994, ISBN 3-540-67829-8, S. 39, 41–43.</ref> <ref name="Quelle 57">Tilo Cramm, Joachim Huske: Bergmannssprache im Ruhrrevier. Auswahl und Erläuterung einiger, vornehmlich älterer Ausdrücke der Bergmannssprache im Steinkohlenbergbau an der Ruhr. 5. Auflage, Regio Verlag, Werne 2002, ISBN 3-929158-14-0.</ref> <ref name="Quelle 58">K. Sczepanski: Untersuchungen zu den Möglichkeiten eines verbesserten Korrosionsschutzes von Schachtförderseilen durch neuartige Zink-Aluminium-Überzüge. In: Technische Forschung Kohle. Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.), Generaldirektion Energie, Forschungsvereinbarung Nr. 7220-AE 128, Schlussbericht, Bochum 1992, S. 8, 9, 12, 14.</ref> <ref name= "Quelle 59">Slonia, Stuehler: Studie über sicherheitliche Probleme bei Seilführung. In: Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Ständiger Ausschuss für die Betriebssicherheit und den Gesundheitsschutz im Steinkohlenbergbau und in den anderen mineralgewinnenden Industriezweigen, Abschlussbericht, Luxembourg 1980, S. 39–41.</ref> <ref name= "Quelle 60">H. Arnold, D. Fuchs, H. Nöller, E. Ulrich: Untersuchungen zur Leistungssteigerung der Hauptschacht-, Blindschacht- und Abteufförderanlagen durch Totgewichtsverringerung. In: Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Technische Forschung Kohle, Abschlussbericht, Bochum 1980, S. 4, 5.</ref> <ref name= "Quelle 61">J. Maercks, W. Ostermann: Bergbaumechanik. Lehrbuch für bergmännische Lehranstalten, Handbuch für den praktischen Betrieb. Sechste verbesserte Auflage, mit 410 Abbildungen, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1960, S. 344.</ref> <ref name="Quelle 62">Roland Verreet: Drahtseile vor Gericht. Ingenieurbüro für Drahtseiltechnik Wire Rope Technology Aachen GmbH (Hrsg.). Aachen 2005, S. 3–43.</ref> <ref name="Quelle 63">Karl-Heinz Wehking: Technisches Handbuch Logistik 1. Fördertechnik, Materialfluss, Intralogistik. Unter Mitarbeit von internen Autoren des Institutes für Fördertechnik und Logistik, Springer Vieweg Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-662-60866-1, S. 179, 180.</ref> <ref name= "Quelle 64">M. Setzer: Feststellung der an die Dauerfestigkeit von Drähten, Litzen und Seilen für Schachtfördereinrichtungen zu stellenden Anforderungen. In: Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Technische Forschung Kohle, Forschungsbericht der Seilprüfstelle, Bochum 1977, S. 31, 34.</ref> <ref name="Quelle 65">Oliver Reinelt: Zum Einfluss der Querbeanspruchung auf die Lebensdauer drehungsarmer Seile. Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart, Dissertation an der Fakultät Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik der Universität Stuttgart, Stuttgart 2015, S. 42.</ref>
</references>
Anmerkungen
<references group="ANM">
<ref group="ANM" name="Anm. LiuBi.">Als Seileinlage werden Faserstoffe wie Hanf oder Kunststoff verwendet. Es können auch einzelne Stahllitzen als Seileinlage dienen. (Quelle: Liu Bin: Schachtförderanlagen deren Auslegung Konstruktion und Sicherheitsnormen.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. WoWe 1.">Die Hanfqualität lässt sich vom Seiler jedoch nur sehr wenig beeinflussen. (Quelle: Wolfgang Weber: Hanfförderseile im 18. - 19. Jahrhundert, Herstellung und Festigkeit.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. WoWe 2.">Das Hecheln, als erster Verarbeitungsschritt des Hanfes, hat einen großen Einfluss auf die Festigkeit des späteren Hanfseiles. Beim Hecheln werden die kurzen Fasern des Hanfes von den langen Fasern getrennt. Wird Hanf sehr gut ausgehechelt, steigt die Fadenfestigkeit. Zugleich hat man aber auch mehr Abfall und somit wird das spätere Produkt auch deutlich teurer. (Quelle: Wolfgang Weber: Hanfförderseile im 18. - 19. Jahrhundert, Herstellung und Festigkeit.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Serl.">Damit dieses vermieden werden kann, müssen die Seile in regelmäßigen Abständen von drei Monaten mit heißem Öl und Ochsenfett eingeschmiert werden. Eine andere Methode wurde auf der Zeche Graf Beust angewendet. Hier wurde das flache Förderseil kontinuierlich mittels Brausen auf der gesamten Breite mit Wasser befeuchtet und blieb dadurch fest und behielt seine Haltbarkeit. (Quelle: Albert Serlo: Leitfaden der Bergbaukunde. Zweiter Band.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Liess.">Die einzelnen Kettenglieder bestanden aus geschmiedetem Stabeisen. (Quelle: Wilfried Liessmann: Historischer Bergbau im Harz.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. MASchu.">Durch den größeren Trommeldurchmesser lässt sich eine größere Seillänge pro Umdrehung auf der Trommel speichern. Dies hat zur Folge, dass das Seil einlagig auf der Trommel aufgewickelt (gespeichert) werden kann. Zudem wird das Seil durch den großen Trommeldurchmesser weniger durch Biegung belastet und hat dadurch eine höhere Lebensdauer. (Quelle: Martin Schulze: Kompatibilität von Faserseil und mehrlagig bewickelter Seiltrommel.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Feyr.">Der Seilnenndurchmesser ist der für die Berechnung des Seiles verwendete Durchmesser, er wird in mm gemessen. (Quelle: Klaus Feyrer: Drahtseile. Bemessung, Betrieb, Sicherheit.) Bei der Seilberechnung unterscheidet man zwischen dem optimalen und dem wirtschaftlichsten Seilnenndurchmesser. Der optimale Seilnenndurchmesser ist der Seildurchmesser, bei dem die schädigenden Einflüsse aus Zugbeanspruchung und Biegespannung am minimalsten sind. Bei der Ermittlung des wirtschaftlichsten Seilnenndurchmessers spielen auch die Kosten des Seiles eine Rolle. Der wirtschaftlichste Seilnenndurchmesser liegt geringfügig, in der Regel mehr als zehn Prozent, unterhalb des optimalen Seilnenndurchmessers. (Quelle: Roland Verreet: Die Berechnung der Lebensdauer von laufenden Drahtseilen.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. FriSchmi.">Der oberste Seilabschnitt hat dabei den größten Querschnitt des Seiles. Dieser Querschnitt wird als gefährlicher Querschnitt bezeichnet. (Quelle: Fritz Schmidt: Die Schachtfördermaschinen. Erster Teil. Die Grundlagen des Fördermaschinenwesens.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. Fritzsch 1.">Allerdings haben sich Rundseile als Unterseil in der Praxis nicht bewährt. Aus diesem Grund werden abgelegte Oberseile zum Teil nur in kleinen Blindschächten als Unterseil verwendet. (Quelle: Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Erster Band. Neunte völlig neubearbeitete Auflage.)</ref> <ref group="ANM" name="Anm. KommEu.">Grund hierfür ist die Tatsache, dass bei einem großen Seildurchmesser im Schachtsumpf zwangsweise eine große Seilbucht entsteht, die es zu vermeiden gilt. Damit sich die einzelnen Seile nicht miteinander verschlingen, werden sie in einem möglichst weiten Abstand zueinander am Boden des Fördergutträger befestigt. Außerdem werden sie im Bereich der Seilbucht zwangsgeführt. (Quelle: Slonia, Stuehler: Studie über sicherheitliche Probleme bei Seilführung.)</ref>
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