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Zwischengeschirr

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Datei:Coal mining Zwischengeschirr.JPG
Aufgebocktes Zwischengeschirr vor Schacht 7 der Zeche Erin in Castrop-Rauxel

Als Zwischengeschirr bezeichnet man das Verbindungselement zwischen Förderkorb und Förderseil einer Förderanlage.<ref name="Quelle 7" /> Es dient dazu, Längenänderungen des Förderseiles auszugleichen.<ref name="Quelle 1" /> Zum Zwischengeschirr gehören alle Verbindungsteile, die sich zwischen den Förderseilen und den starr am Fördermittel oder am Gegengewicht angebrachten Anschlussblechen oder Aufhängeblechen befinden.<ref name="Quelle 2" />

Grundlagen

Förderseile werden durch die Belastung während des Betriebes gelängt.<ref name="Quelle 6" /> Diese betriebsbedingte Längenänderung wirkt sich störend auf den Betrieb der Schachtförderanlage aus.<ref name="Quelle 8" /> Diese Seillängungen müssen regelmäßig ausgeglichen werden.<ref name="Quelle 7" /> Insbesondere bei Treibscheibenförderanlagen ist eine Seilkürzung häufig erforderlich.<ref name="Quelle 4" /> Wenn das Förderseil unmittelbar am Förderkorb oder Fördergestell befestigt wird, bestünde bei einer beschädigten Befestigungsstelle keine Möglichkeit, eine neue Befestigung herzustellen. Außerdem entfiele durch eine direkte Verbindung die Möglichkeit, betrieblich bedingte Seillängenänderungen auf einfache Weise auszugleichen.<ref name="Quelle 8" /> Durch ein Zwischengeschirr ist es möglich, die Seillängenänderungen auf einfache Weise auszugleichen.<ref name="Quelle 4" /> Zusätzlich verhindert das Zwischengeschirr, dass eventuelle Seilschwingungen direkt an der großen Masse des Fördergefäßes auslaufen.<ref name="Quelle 8" /> Dadurch werden Schäden an der Befestigungsstelle des Förderseils, die durch Seilschwingungen entstehen können, weitestgehend vermeiden.<ref name="Quelle 1" />

Bauteile des Zwischengeschirrs

Das Zwischengeschirr besteht aus den Bauteilen Kauscheneinband (gewöhnliche Kausche oder Klemmkausche), Versteckvorrichtung, Kreuzgelenk und Königsstange.<ref name="Quelle 2" /> Die jeweiligen Bauteile des Zwischengeschirrs müssen aus hochwertigem Stahl oder Schweißeisen gefertigt werden.<ref name="Quelle 7" /> Sie werden, je nach Geschirrtyp, für Belastungen von 25 bis 430 Kilonewton hergestellt.<ref name="Quelle 4" /> Die gefertigten Zwischengeschirre werden vom Hersteller mit einer Prüfplakette versehen.<ref name="Quelle 7" /> Neben den Zwischengeschirren für Einseilförderungen gibt es auch solche für Mehrseilförderungen. Bei Mehrseilförderungen müssen die Belastungen jedes einzelnen Seiles genau überprüft werden. Dazu dient die sogenannte Statimetermessung.<ref name="Quelle 1" />

Datei:Coal mining Zwischengeschirr Detail 1.JPG
Das eingeklemmte Förderseil, oben das abgeschnittene Tragende, unten das lose Ende

Kauscheneinband

Der Kauscheneinband ist die Verbindung zwischen dem Fördermittel und dem Unter- oder Oberseil.<ref name="Quelle 6" /> Aufgabe der Kausche ist es, eine sichere und zuverlässige Befestigung für das Förderseil zu gewährleisten. Außerdem wird das Förderseil durch die Kausche weitestgehend geschont.<ref name="Quelle 3" /> Eine weitere Möglichkeit des Kauscheneinbandes ist die Verwendung von sogenannten Klemmkauschen. Bei dieser Kauschenart zieht sich das Förderseil selbsttätig fest, wenn das Kauschenherz in das Kauschengehäuse eingezogen wird.<ref name="Quelle 4" />

Versteckvorrichtung

Datei:Coal mining Zwischengeschirr Detail 2.JPG
Versteckvorrichtung …
Datei:Coal mining Zwischengeschirr Detail 3.JPG
… zur zentimetergenauen Höheneinstellung des Korbes

Die Versteckvorrichtung ist Teil des Zwischengeschirres und dient zum Ausgleich von Seillängungen. Da sich Förderseile über ihre gesamte Aufliegezeit stetig längen, ist die Versteckvorrichtung erforderlich.<ref name="Quelle 8" /> Dies ist insbesondere bei zweitrümigen Förderanlagen erforderlich. Bei Mehrseilförderanlagen kommt erschwerend hinzu, dass sich die einzelnen Förderseile unterschiedlich längen. Damit es nicht zu unterschiedlichen Belastungen der einzelnen Förderseile kommt, werden diese Differenzen der Seillängen über die Versteckvorrichtung ausgeglichen.<ref name="Quelle 5" /> Bedingt dadurch, dass das Förderseil nicht bei jeder Seillängung durch die Seilkausche gezogen werden muss, können durch eine Versteckvorrichtung die Wartungskosten verringert werden.<ref name="Quelle 4" /> Die Versteckvorrichtung besteht aus einer geschlitzten Mittellasche und zwei Außenlaschen, welche ebenfalls geschlitzt sind. Die Versteckvorrichtung dient als Ausgleich der Förderseillängen, dies geschieht durch Umstecken von Paßstücken aus dem Magazin der Versteckvorrichtung in den Längsschlitz der Laschen.<ref name="Quelle 5" /> Mit der Versteckvorrichtung sind Verstecklängen von bis zu 1000 Millimetern, in Schritten von jeweils 100 Millimeter, möglich.<ref name="Quelle 4" />

Kreuzgelenk

Datei:Coal mining Zwischengeschirr Detail 4.JPG
Der Korb ist über zwei Achsen beweglich aufgehängt

Das Kreuzgelenk ist ein Gelenk mit rechtwinklig zueinander angeordneten Achsen. Kreuzgelenke werden unmittelbar über der Königsstange eingebaut. Bei Förderanlagen, die mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 <math>m/s</math> betrieben werden, ist es zwingend erforderlich, mindestens ein Kreuzgelenk einzubauen. Aus Sicherheitsgründen dürfen die verwendeten Kreuzgelenke nur einen 30 Grad starken Ausschlag aus der jeweiligen Mittellage zulassen.<ref name="Quelle 2" />

Königsstange

Die Königsstange ist das Hauptteil der Verbindung zwischen Förderseil und Fördergestell.<ref name="Quelle 8" /> Sie bildet den Angriffspunkt des Zwischengeschirrs am Fördergefäß oder Förderkorb. Durch die Königsstange wird der Förderkorb genau zentrisch aufgehängt.<ref name="Quelle 7" /> In der Königsstange befinden sich zwei Bohrungen für die Tragbolzen.<ref name="Quelle 2" /> Es gibt starre und in der Längsrichtung verschiebbare Königsstangen.<ref name="Quelle 7" /> Da die Königsstange ein sicherheitsrelevantes Bauteil ist, werden an sie auch hohe Anforderungen gestellt. So wird in den Richtlinien gefordert, dass die Schäfte von Königsstangen mindestens die fünfzehnfache Sicherheit gegenüber der statischen Belastung besitzen. Bei allen anderen Teilen der Königsstange reicht die zehnfache Sicherheit. Der Stangenschaft der Königsstange muss völlig riefenfrei sein, denn Riefen im Stangenschaft der Königsstange stellen eine Materialschwächung dar. Aus sicherheitstechnischen Gründen dürfen so beschädigte Stangen deswegen nicht eingebaut werden.<ref name="Quelle 2" />

Literatur

  • H. Hoffmann, C. Hoffmann: Lehrbuch der Bergwerksmaschinen (Kraft und Arbeitsmaschinen). 3. Auflage, Springer Verlag OHG, Berlin 1941

Einzelnachweise

<references>

<ref name="Quelle 1">Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.</ref> <ref name="Quelle 2">Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS). Verlag Hermann Bellmann, Dortmund 2005.</ref> <ref name="Quelle 3">Reinald Skiba: Taschenbuch Betriebliche Sicherheitstechnik. 3. Auflage, Erich Schmidt Verlag, Regensburg und Münster 1991, Seite 361–363, ISBN 3-503-02943-5.</ref> <ref name="Quelle 4">Siemag Tecberg (Hrsg.): Technische Information Seilgeschirre.</ref> <ref name="Quelle 5">{{#if:{{#ifexpr:{{#if:DE|0|1}} or {{#if:3936905|0|1}}|1}}|Fehlender Parameter {{#if:DE||„Land“{{#if:3936905|| und }}}}{{#if:3936905||„V-Nr“}}|}}{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}}|{{#ifeq:|Patentanmeldung|Patentanmeldung|{{#ifeq:|Gebrauchsmuster|Gebrauchsmuster|Patent}}}} {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}|DE3936905C1|{{#switch: {{{DB}}} | DEPATIS =DE3936905C1 | WIPO = DE3936905 | Google = DE3936905C1 | #default =DE3936905C1 }}}}{{#if:Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Bergbau-Schachtförderanlagen1989-11-061990-08-09MAN Gutehoffnungshütte AGWalter Schröder, Günter Scholz|:|.}}{{#if:Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Bergbau-Schachtförderanlagen| Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Bergbau-Schachtförderanlagen.}}{{#if:1989-11-06| Angemeldet am {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}{{#if:1990-08-09MAN Gutehoffnungshütte AGWalter Schröder, Günter Scholz|,}}}}{{#if:1990-08-09|{{#if:1989-11-06| veröffentlicht am | Veröffentlicht am }}{{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}{{#if:MAN Gutehoffnungshütte AGWalter Schröder, Günter Scholz|,}}}}{{#if:MAN Gutehoffnungshütte AG| Anmelder: MAN Gutehoffnungshütte AG{{#if:Walter Schröder, Günter Scholz|,}}}}{{#if:Walter Schröder, Günter Scholz| Erfinder: Walter Schröder, Günter Scholz}}{{#if:| ({{{Kommentar}}})}}{{#if:1989-11-061990-08-09MAN Gutehoffnungshütte AGWalter Schröder, Günter Scholz|.}}}}{{#invoke:TemplatePar|match |template= Vorlage:Patent |cat= {{#ifeq: 0 | 0 | Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Patent}} |format= |preview=@@@ |1=Land= ABC+ |2=V-Nr= /^[0-9A-Z]+$/ |3=Titel= * |4=Erfinder= * |5=Anmelder= * |6=A-Datum= * |7=V-Datum= * |8=Typ= ASCII |9=Code= ASCII |10=Kommentar= * |11=KeinLink= ASCII |12=DB=ASCII }}</ref> <ref name="Quelle 6">Richard Meebold: Die Drahtseile in der Praxis. Mit 75 Abbildungen im Text. Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin 1938, S. 39–47.</ref> <ref name="Quelle 7">Hans Bansen (Hrsg.): Die Bergwerksmaschinen. Vierter Band, Die Schachtförderung. Verlag von Julius Springer, Berlin 1913, S. 159–177.</ref> <ref name="Quelle 8">Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde. Erster Band, 10. Auflage, Springer Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1961, S. 503–507.</ref>

</references>