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Universität Ingolstadt

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Universität Ingolstadt
colspan="2" class="notheme" style="background-color:#Vorlage:Standardfarbe; padding: 1em 0; text-align: center;" | Datei:Kanzlersiegel - Universität Ingolstadt.jpg
Aktivität 26. Juni 1472 bis 1800
(1800 nach Landshut verlegt (→ Universität Landshut);
seit 1826 in München (→ Ludwig-Maximilians-Universität München))
Trägerschaft staatlich
Ort Ingolstadt
Land Herzogtum Bayern, Kurfürstentum Bayern

Die Universität Ingolstadt wurde 1472 in Ingolstadt von Herzog Ludwig dem Reichen von Bayern-Landshut mit päpstlicher Genehmigung, dem so genannten Privileg, als erste bayerische Universität gegründet. Sie wurde 1800 nach Landshut und von dort 1826 nach München verlegt, wo sie als Ludwig-Maximilians-Universität München weiterhin besteht.

Geschichte

Gründung

Datei:Ludwig der Reiche.jpg
Herzog Ludwig IX., der Reiche, Universitätsgründer

„Die Pest herrscht hier nur sehr selten […]. Es befinden sich daselbst auch Wälder um die Stadt, zu Spaziergängen einladend, wie auch zur Jagd. In der Stadt sind herrliche Kirchen, sonderbar der Tempel zur Unserer Lieben Frau, welcher zu großen akademischen Festen hinlänglich Raum bietet […]. Die Häuser sind geräumig, manche prachtvoll, sie enthalten Wohnungen für mehr als tausend Studenten […]. Der Wein ist etwas teuer, das Fleisch ist gut, das Brot vorzüglich und Fische liefert die Donau ebenso viel, als köstlich.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Herzog Ludwig der Reiche: Brief an Papst Pius II. über die Vorzüge Ingolstadts als mögliche Universitätsstadt, 1458
Datei:Pintoricchio 012.jpg
Papst Pius II. erteilte 1472 das Privileg

Bereits 1458 trat Herzog Ludwig der Reiche an Papst Pius II. mit dem Vorschlag der Errichtung einer Universität heran, dem Pius durch eine Bulle am 7. April 1459 zustimmte. Wegen Finanzierungsschwierigkeiten konnte die Universität erst am 26. Juni 1472 eröffnet werden. Die Ehre der lateinischen Eröffnungsrede fiel dem herzoglichen Rat Martin Mair zu.<ref>Johannes Laschinger: Mair, Martin. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 15. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Die Suche nach einem geeigneten Gebäude war langwierig; schließlich stellte der Bischof von Eichstätt das Pfründnerhaus zur Verfügung. Damit konnte in Ingolstadt die elfte Universität im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation errichtet werden. Erster Rektor war Christoph Mendel von Steinfels. Zum Zeitpunkt seiner Bestellung waren bereits 489 Studenten immatrikuliert.<ref>Georg Schweiger: Die Theologische Fakultät der Universität Ingolstadt (1472–1800). In: Laetitia Boehm, Johannes Spörl: Die Ludwig-Maximilians-Universität in ihren Fakultäten. Band 1. Berlin 1972, ISBN 3-428-02702-7, S. 13.</ref> An der Universität Ingolstadt wurde zunächst ein studium generale mit den vier klassischen Fakultäten Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin und Artes liberales eingerichtet. Letzteres war ein Vorbereitungsstudium für die universitäre Laufbahn, aus dem sich später die philosophische Fakultät entwickelte. Die Gründungsbulle<ref>Text der Bulle vom 7. April 1459 in Valentin Rotmar, Johann Engerd, Johann Nepomuk Mederer: Annales Ingolstadiensis Academiae. Band 1. Ingolstadt 1782, S. XIX (Textarchiv – Internet Archive)</ref> erfasste auch bereits „jede beliebige andere Fakultät“ (qualibet alia licita facultate). Die Studenten konnten aufsteigend folgende akademische Grade erwerben: Baccalaureus, Sententiarius, Licentiatus und schließlich den Magister.

Die theologische Fakultät<ref>Näher hierzu Georg Schweiger: Die Theologische Fakultät der Universität Ingolstadt (1472–1800). In Laetitia Boehm, Johannes Spörl: Die Ludwig-Maximilians-Universität in ihren Fakultäten. Band 1. Berlin 1972, ISBN 3-428-02702-7.</ref> hatte den Lehrbetrieb in Person Johannes Ludovicis schon im März 1472, also vor der offiziellen Eröffnung, aufgenommen. Am 9. Februar 1473 ernannte man Johannes Adorf zum ersten Doctor theologiae. Jener Johannes Adorf und der 1475 für die Fakultät gewonnene Georg Zingel waren die ersten beiden ordentlichen Professoren der theologischen Fakultät; sie prägten ihre ersten drei Jahrzehnte. Der mittellosen Studenten der Theologie nahm sich ab 1494 das von Herzog Georg dem Reichen gestiftete Georgianum an.

Blüte im 16. Jahrhundert

Datei:Hohe Schule und Collegium Georgianum 1571.jpg
Die Hohe Schule, das Hauptgebäude der Universität Ingolstadt, 1571

Schon vor 1500 fasste der Humanismus in Ingolstadt als erster deutschen Universität Fuß. Seit 1505 wurde das Hebräische, seit 1515 das Griechische gelehrt. Große Gelehrte dieser Zeit waren beispielsweise der Humanist Konrad Celtis, der Historiker Johannes Aventinus (Johann Turmayr) und der Jesuit Petrus Canisius. Durch den Ingolstädter Theologen Johannes Eck wurde Ingolstadt zu einem geistigen Zentrum der Gegenreformation. Nach dem Tode Ecks 1543 ging die Universität teilweise in die Hände des Jesuitenordens über, wie fast alle katholischen Hochschulen bis zur Aufhebung des Ordens 1773 von den Jesuiten geleitet wurden. Einer der bedeutendsten Rektoren der Universität war der Jesuit Petrus Canisius Mitte des 16. Jahrhunderts. Kaiser Ferdinand II. und Kurfürst Maximilian I. Herzog von Bayern studierten an der Universität Ingolstadt. In ihrer Blütezeit waren über 1.000 Studenten an der Hohen Schule eingeschrieben.

Entwicklung im 17. und 18. Jahrhundert

Datei:Hohe Schule Ingolstadt.JPG
Die Hohe Schule heute

Die Stadt war im Jahr 1539 Festung geworden. Im Dreißigjährigen Krieg war sie schwer umkämpft; die Universität litt sehr und erholte sich nach 1648 nicht mehr.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts setzten Reformversuche ein. Ingolstadt war mit der Universität zu Köln die insgesamt wohl bedeutendste deutsche katholische Hochschule der frühen Neuzeit, in der Studentenfrequenz nach der Reformation nur übertroffen von den großen protestantischen Universitäten in Leipzig, Jena, Wittenberg (später Halle) und Göttingen sowie Königsberg („Albertina“).

Die Aufhebung des Jesuitenordens erfolgte 1773 durch Papst Clemens XIV. auf Druck der Könige von Frankreich, Spanien und Portugal. Dies bedeutete zunächst vor allem die Neuordnung der theologischen und der philosophischen Fakultät, die sich besonders im Ausbau experimenteller Fächer (Physik, Chemie, Pharmazie) niederschlug. Auf die ehemaligen Jesuiten im Lehrkörper konnte aber nicht verzichtet werden. Durch die Wirrnisse, die die Gründung des Illuminatenordens durch den Ingolstädter Professor Adam Weishaupt 1778 brachte, zog mit dessen Unterdrückung jedoch noch einmal die Intoleranz in Ingolstadt ein.

Aufhebung bzw. Verlegung nach Landshut und München

Als der neue Kurfürst Max IV. Joseph (der spätere König Maximilian I.) von Bayern und sein Minister Graf Montgelas 1799 in Kurpfalz-Bayern zu Reformen ansetzten, wurde die Universität im Jahr 1800 vor dem heranrückenden Krieg nach Landshut (→ Universität Landshut) verlegt. 26 Jahre später, 1826, holte König Ludwig I. die Universität in die Hauptstadt München (→ Ludwig-Maximilians-Universität München).

Auch nach seiner Universitätszeit war das Gebäude der Hohen Schule ein Ort der Bildung und wurde überwiegend als Schulhaus genutzt. Die Alte Anatomie wurde unter anderem als Bauernhof genutzt und verfiel. Anfang der 1970er Jahre kaufte die Stadt Ingolstadt die Alte Anatomie und hat hier das Deutsche Medizinhistorische Museum eingerichtet.

Bekannte Professoren und Funktionsträger

Siehe auch: Kategorie:Hochschullehrer (Universität Ingolstadt)
Bild Name Lebensdaten Fakultät/Lehrstuhl Funktion Anmerkung
1645–1713 Katholische Theologie Professor ab 1688 Professor für Ethik; Jesuit
1641–1703 Katholische Theologie Professor ab 1679 Professor; Student ab 1659; Jesuit
1648–1693 Hebraistik
Physik
Professor ab 1679 Professor; Student in Ingolstadt; Jesuit
† 1505 Katholische Theologie Professor Theologe, Pfarrer von St. Marien
1496–1570 Medizin Professor ab 1531 Professor; Arzt
1503–1557 Philosophie Professor ab 1543 Professor; Gelehrter; Humanist
Datei:Peter Apian.jpg 1495–1552 Mathematik Professor Mathematiker, Astronom, Geograph
Datei:HU Alt - Philipp Apian 1590 mR.jpg 1531–1589 Mathematik Professor Mathematiker, Arzt, Kartograph
1705–1789 Medizin, Gerichtliche Medizin Professor Hochschullehrer ab 1734, Ordinarius ab 1735, Leibarzt ab 1751, Gutachter um 1742–1750 in Appersdorf (Elsendorf)<ref>Siegfried Hofmann: Professor Franz Anton Stebler als Gutachter für die Wunderheilungen in Appersdorf. In: Christa Habrich, Frank Marguth, Jörn Henning Wolf (Hrsg.) unter Mitarbeit von Renate Wittern: Medizinische Diagnostik in Geschichte und Gegenwart. Festschrift für Heinz Goerke zum sechzigsten Geburtstag. München 1978, ISBN 3-87239-046-5, S. 163–176 (= Neue Münchner Beiträge zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften: Medizinhistorische Reihe, Band 7/8).</ref>
1756–1817 Rechtswissenschaften Professor ab 1789 Professor für kanonisches Recht; erste Vorlesungen auf Deutsch statt auf Latein
Datei:Johannes Aventinus.png 1477–1534 Latinistik Privatdozent Wegbereiter der klassischen Philologie in Deutschland; Student in Ingolstadt
Datei:Christoph-Besold.gif 1577–1638 Rechtswissenschaften Professor
1697–1766 Philosophie Professor Schweizer Jesuit

(Johannes Lonäus Boscius)
1514–1585 Medizin; Artistenfakultät Professor ab 1558 Rhetorikprofessor; ab 1560 Mediziner
(Burckhardt) Katholische Theologie Professor
1461–1526 Medizin Professor 1520 Rektor; Dekan 1521
1608–1687 Philosophie Professor
1586–1649 Rechtswissenschaft Professor kurbayerischer Rat, Hofhistoriograph und Pfalzgraf
1557–1610 Rechtswissenschaften Professor Professor für kanonisches Recht; Neffe des Hl. Petrus Canisius
Datei:Petrus Canisius 1600.jpg 1521–1597 Katholische Theologie Professor auch Rektor; Heiliger, Kirchenlehrer, Schriftsteller, Jesuit
1725–1799 Chemie
Medizin
Physik
Professor
Datei:Epitaph of Conrad Celtis MET DP834077.jpg 1459–1508 Rhetorik
Poetik
Professor Humanist und Dichter
1673–1713 Rechtswissenschaft Professor Rektor
1460/63–1527 Rechtswissenschaften Professor Professor für kanonisches Recht; Richter des Schwäbischen Bundes
Datei:Cysatus.jpg 1586–1657 Mathematik Professor Entdeckte mit seinem Lehrer und Vorgänger Christoph Scheiner 1611 die Sonnenflecken
1560–1633 Rechtswissenschaften Professor Ratgeber Herzog Maximilians I.
1591–1660 Rechtswissenschaften Professor Gegner der Hexenprozesse
Datei:Johannes-Eck.jpg 1486–1543 Katholische Theologie Professor
Datei:Portret van kanselier Leonhard von Eck, RP-P-OB-4336.jpg 1480–1550 Protektor der Sodalitas litteraria Angilostadensis bayerischer Kanzler
Rektor Rektor 1539
1558–1613 Katholische Theologie Professor Dekan 1591; Jesuit
Datei:Eisengrein Martin 3a.png 1535–1578 Katholische Theologie Professor mehrfach Rektor und Dekan
1435–1499 Medizin Professor Einer der ersten Professoren der Medizin in Ingolstadt
1463–1519 Mathematik
Physik
Professor
Datei:Johannes fabri heilbronn.jpg 1504–1558 Katholische Theologie Professor Kontroverstheologe; Dominikaner
1775–1828 Rechtswissenschaften Professor Regierungsbeamter
1744–1800 Medizin Professor und Dekan Leibarzt Kurfürst Maximilian III. Josephs
1530–1608 Rechtswissenschaften Privatdozent
1654–1709 Kirchenrecht, Ethik Professor Jesuit, Kirchenrechtler und Hochschullehrer, war von 1684 bis 1693 Professor der Ethik und von 1700 bis 109 Professor des Kirchenrechts
Datei:Renaissance C14 Füllmaurer Leonhart Fuchs.jpg 1501–1566 Medizin Dozent schon Student in Ingolstadt; einer der Väter der Pflanzenkunde (Herausgeber von Kräuterbüchern)
1543–1621 Rechtswissenschaften Professor Mitarbeit am Codex Maximilianeus (1616)
1736–1805 Philosophie
Physik
Ökonomie
Professor Jesuit; Schulreformator
Datei:Obertus Giphanius.jpg 1534–1604 Rechtswissenschaften Professor Moral- und Pastoraltheologe
Datei:Nikolaus Thaddäus von Gönner - Jurist.jpg 1764–1827 Rechtswissenschaften Professor einer der Väter der Pflanzenkunde (Herausgeber von Kräuterbüchern); schon Student in Ingolstadt;
1761–1809 Theologe Professor Professor für Theologie, Benediktiner
1484–1536 Rechtswissenschaften Professor mehrfacher Rektor
1610–1689 Philosophie und Theologie Professor Jesuit
1713–1762 Philosophie Professor 1748/149 Professor der Ethik, Jesuit, Mathematiker, Philosoph
Datei:Placidus Heinrich.jpg 1758–1825 Physik Professor Meteorologe
1571–1614 Theologie und Philosophie Professor Kontroversist
1772–1818 Rechtswissenschaften außerordentlicher Professor Staatsrechtler
1614–1782 Philosophie Professor ab 1654 Professor für Philosophie; Jesuit
Rechtswissenschaften Professor Professor in Landshut
1514–1588 Rechtswissenschaften Professor Professor des Institutionenrechts; Rektor 1539; bayerischer Rat; Geschichtsschreiber
1545–1604 Philosophie Professor zudem Theologe
1511–1555 Rechtswissenschaften Professor zudem Rektor; Assessor beim Reichskammergericht
1742–1813 Universitätsbibliothekar katholischer Theologe; Student in Ingolstadt
Datei:Johann Adam von Ickstatt.jpg 1702–1776 Rechtswissenschaften Professor
1743–1771 Rechtswissenschaften Professor 1770 Rektor

(Jan Iwicki z Iwiczny)
1580–1598 Rechtswissenschaften Professor Professor für kanonisches Recht; gestorben am 3. Dezember 1598
Rektor Rektor 1537
1560–1638 Anatomie
Chirurgie
Professor Rektor 1623–1636 (acht Mal)
1748–1805 Rechtswissenschaften Professor Kanonist
1759–1838 Mathematik
Physik
Professor Rektor
1769–1847 Rechtswissenschaft Professor ab 1799 außerordentlicher Professor für bayerisches und deutsches Privatrecht, Lehensrecht, Rechtsenzyklopädie und Methodik
1680–1746 Mathematik Professor lehrte auch alte Sprachen und Hebräisch
1759–1812 Geschichte und Recht Professor Staatsmann
1526/33–1606 Rechtswissenschaften Professor Gegner der Hexenverbrennung
1729–1800 Rechtswissenschaften Professor und Rektor bayerischer Verwaltungsjurist, Historiker und Hochschullehrer
Datei:Johann Georg von Lori 1788 J. A. Zimmermann.png 1723–1787 Rechtswissenschaften Professor Professor für Kriminalrecht und Rechtsgeschichte; Historiker; hoher bayerischer Beamter;
1520–1575 Artistenfakultät Professor und Dekan Humanist, Dichter und Rechtswissenschaftler
† 1480 Theologie Professor Weihbischof in Regensburg, herzoglich-bayerischer Rat und erster Professor der Theologie
1716–1787 Theologie Professor ab 1747 Professor der Philosophie, ab 1756 der Theologie
1722–1797 Theologie Professor ab 1757 Professor der Philosophie, ab 1763 der Theologie
1606–1677 Rechtswissenschaft Professor 1636 bis 1653, wieder ab 1660 Professor der Rechte, siebenmal Rektor
1488–1546 Katholische Theologie Professor Theologe der Reformationszeit; Domherr zu Eichstätt
† 1630 Rechtswissenschaft Professor War zunächst gegen den Widerstand der Jesuiten Professor der Logik
1734–1808 Geschichte, Kirchengeschichte Professor Verfasser einer Chronik der Universität, Jesuit
† 1508 Rechtswissenschaften Professor erster Rektor der Universität; Bischof von Chiemsee
1546–1613 Medizin
Poetik
Professor erster Poeta laureatus der Universität
† 1632 Medizin Professor Leibarzt des Herzogs Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg; Botaniker
1753–1816 Geschichte Professor Vertreter der katholischen Aufklärung
1682–1734 Medizin Professor, Rektor, Dekan Mediziner und Hochschullehrer, ließ die Alte Anatomie erbauen
1756–1826 Kameralistik Professor, Gründungsmitglied des Instituts für Kameralistik Kameralist und Hochschullehrer
1434–1483 Katholische Theologie Professor Verfasser der frühesten gedruckten antisemitischen Schriften
1670–1736 Kirchenrecht Professor Jesuit, Kontroverstheologe und Kirchenrechtler
1606–1679 Philosophie und Moraltheologie Professor Jesuit, römisch-katholischer Theologe, Kirchenrechtler und Hochschullehrer
1450–1501 Artistenfakultät Professor Humanist und Rechtsgelehrter
1717–1788 Rechtswissenschaftler Professor, Rektor, Vorsitzender des Verwaltungsrats, Leiter des Universitätsarchivs Direktor des kurfürstlichen Ratskollegiums
Rechtswissenschaften Professor
1654–1723 Katholische Theologie
Philosophie
Professor Professor für Moraltheologie; Jesuit; Studien-Präfekt
1599–1671 Rechtswissenschaft Professor Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer
1741–1790 Theologie Professor Benediktiner, Theologe und Hochschullehrer
1756–1807 Professor Philosoph und Praemonstatenser
Datei:Johannes-Reuchlin-1516.jpg 1455–1522 Hebraistik Professor Philosoph, Humanist, Jurist und Diplomat
Datei:J M Sailer.jpg 1751–1832 Katholische Theologie Professor Bischof von Regensburg
1463/64–1527 Katholische Theologie Lektor späterer Franziskaner-Observant, bekannter Kontroverstheologe der Reformationszeit; Student in Ingolstadt
Datei:Scheiner christoph.gif 1573–1650 Physik
Hebraistik
Professor Entdecker der Sonnenflecken; Jesuit
1684–1759 Rechtswissenschaft Professor mehrmaliger Rektor
1663–1735 Kanonisches Recht Professor Schrieb ein Standardwerk für das kanonische Recht; Jesuit
1726–1778 Rechtswissenschaften Professor Rektor
Datei:Caspar Schober 4.JPG 1504–1532 Rechtswissenschaften Professor Richter am Reichskammergericht
1722–1795 Katholische Theologie Professor Professor für Dogmatik; Rektor
Datei:Franz von Paula Schrank - Jesuit und Botaniker.jpg
Franz de Paula von Schrank
Franz de Paula von Schrank 1784–1800 Philosophie/Kameralwissenschaften Professor Professor für Naturgeschichte, Direktor des Kameralinstituts
1691–1758 Katholische Theologie Professor Jesuit; Beichtvater und Berater zweier Pfälzer Kurfürsten
1752–1798 Katholische Theologie
Orientalistik
Professor mehrfach Dekan; Rektor; Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek
Datei:Stabius duerer.jpg 1468–1522 Mathematik Professor Professor 1498–1503
Datei:Friedrich-Staphylus.jpg 1512–1564 Katholische Theologie
Geschichte
Humaniora
Professor zuvor lutherischer Theologe
1728–1797 Katholische Theologie Professor Prokanzler; Lehrer Sailers
1741–1787 Philosophie, Literaturgeschichte Professor und Universitätsbibliothekar Augustinerchorherr, Hofbibliothekar
Datei:Coelestin II. Steiglehner.JPG 1738–1819 Physik
Mathematik
Professor letzter Fürstabt von St. Emmeram in Regensburg
1584–1651 Philosophie
Theologie
Professor Schriftsteller
1572–1632 Katholische Theologie
Hebraistik
Professor Gegenreformator; Hexentheoretiker; Jesuit
1509–1562 Poetik Professor Poeta laureatus 1541; Assessor am Reichskammergericht
1508–1570 Katholische Theologie Professor
(Johannes Tolophus) 1429–1503 Philosophie
Katholische Theologie
Professor Professor 1472, Rektor 1473 und ab 1479 Königlicher Rat und Hofastrologe des Königs Matthias Corvinus
Datei:Da albrecht dürer, veit hirsvogel il vecchio, il preposto sixtus tucher, 1502.JPG 1459–1507 Rechtswissenschaften Professor 1488 Rektor
Datei:Gregorio de Valencia.jpg 1549–1603 Katholische Theologie Professor Beichtvater Maximilians I.
1661–1708 Philosophie
Theologie
Professor Jesuit
Datei:Joseph von Weber.jpg 1753–1831 Physik
Chemie
Professor
Datei:Adam weishaupt.jpg 1748–1830 Rechtswissenschaften Professor Gründer der Illuminaten
1716–1753 Rechtswissenschaften Professor Professor für Institutionen, Strafrecht und allgemeine Rechtsgeschichte
1640–1706 Rechtswissenschaften Professor Ab 1676 Professor für Institutionenlehre, Pandektenwissenschaft, Prozess- und Lehnsrecht
1510–1550 Hebraistik Professor Schweizer Humanist
1428–1508 Katholische Theologie Professor Dekan
Datei:Viglius van Aytta.JPG 1507–1577 Rechtswissenschaften Professor Niederländischer Staatsmann; Botschafter Kaiser Karls V.
1705–1772 Katholische Theologie Professor Jesuit

Bekannte Studenten

Bild Name Lebensdaten Fakultät/Studienfach Studienzeit Anmerkung
Datei:Franz Xaver von Baader.jpg 1765–1841 Medizin Arzt, Bergbauingenieur und Philosoph
1758–1797 Rechtswissenschaften Bürgermeister von München und Landschaftskanzler
Datei:Joachim von Sandrart - Maximilian I, Elector of Bavaria.jpg Maximilian I. von Bayern 1573–1651 Rechtswissenschaften 1587–1591 Herzog von Bayern (1597–1651)

ab 1623 Kurfürst

1702–1778 Kameralwissenschaften Bayerischer Minister des Äußeren 1745–1777
1526–1587 Katholische Theologie um 1565 katholischer Theologe und Geistlicher, Kanoniker in Köln
1613–1679 Kirchenrecht 1639–1640 Benediktinerpater, Theologe und Kirchenrechtler
1543–1584 Rechtswissenschaften Theologe; Jurist; Historiker
1775–1828 Rechtswissenschaften 1794–1797 Professor und Regierungsbeamter
1556–1621 Rechtswissenschaft ab 1581 Historiker und Jurist
1750–1823 Theologie bis 1773 Geistlicher, Theologe und Schriftsteller
1493–1567 Rechtswissenschaft ab 1516 Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer
Datei:Georg Pachmann 001.jpg Ferdinand II. von Habsburg 1578–1637 Katholische Theologie 1590–1595 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (1619–1637)
1495–1555 Rechtswissenschaften 1508–vor 1514 Assessor (Richter) am Reichskammergericht in Speyer
1742–1813 Katholische Theologie

Rechtswissenschaften

Theologe; Universitätsbibliothekar in Ingolstadt
1480–1543 Katholische Theologie 1516 Theologe; Philosoph; Dichter
(1773–1820) Rechtswissenschaft, Geschichte und Diplomatik um 1800 Benediktiner und Historiker
1440–nach 1491 Katholische Theologie 1472–1477(?) Mönch (Abtei Niederaltaich), Chronist
1772–1818 Rechtswissenschaften und Philosophie 1788–1793 Staatsrechtler und Hochschullehrer
um 1482–1561 Rechtswissenschaften nach 1506/vor 1514 Humanist, Jurist und Geistlicher
1640–1714 Rechtswissenschaften 1660/61 Merkantilist
1759–1846 Medizin und Philosophie 1781/82–1784 Arzt
1772–1831 Medizin Arzt, Reformer des bayerischen Gesundheitssystems
1571–1614 Theologie und Philosophie bis 1600 Kontroversist
1743–1771 Rechtswissenschaft bis 1764 Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer
Datei:Klesl 02 IV 13 2 0026 01 0057 a Seite 1 Bild 0001.jpg 1552–1630 Katholische Theologie 1579 Bischof von Wien und Kanzler von Kaiser Matthias
1752–1826 Philosophie

Katholische Theologie
Rechtswissenschaften

1773–1777 Kanoniker und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
* 1739–1804 Theologie 1763–1767 Schweizer Gymnasiallehrer und Schriftsteller
Datei:Wiguläus-Kreittmayr-2.jpg 1705–1790 Rechtswissenschaften bayerischer Staatsmann; Schöpfer des Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis und des Codex Iuris Bavarici Criminalis
1762–1819 Rechtswissenschaften ab 1779 Staatsmann
1759–1812 Rechtswissenschaften 1776–1779 Staatsmann und Professor der Universität
1769–1847 Rechtswissenschaften 1784–1792 Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Richter
Datei:MatthausLangvonWellenburg.jpg 1468–1540 Rechtswissenschaften 1486 (Baccalaureus) Erzbischof von Salzburg (1519–1549); Kardinal (ab 1535)
1729–1800 Rechtswissenschaften 1750–1755 bayerischer Verwaltungsjurist, Historiker und Hochschullehrer
1723–1780 Rechtswissenschaften um 1746 (Lizenziat) Jurist und Historiker, Gründungsmitglied der Churbairischen Akademie der Wissenschaften
1738–1767 Rechtswissenschaften um 1760 Beamter und Musiker
1588–1666 Rechtswissenschaften 1604–1607 Staatsmann
1716–1787 Theologie vor 1747 Jesuit
1722–1797 Theologie vor 1753 Jesuit
1606–1677 Rechtswissenschaft vor 1625 Rechtswissenschaftler, Kanzler von Pfalz-Neuburg
† 1630 ab 1565 Kirchenrechtler
1734–1808 Katholische Theologie

Kirchengeschichte

1760–1763 Verfasser einer Chronik der Universität, Jesuit
Datei:Friedrich Anton Mesmer.jpg 1734–1815 Katholische Theologie

Philosophie
Mathematik
Physik
Alte Sprachen
Französisch

1754–vor 1759 Arzt; Begründer des Animalischen Magnetismus (Mesmerismus)
1682–1734 Philosophie
Medizin
vor 1707–1710 Mediziner und Hochschullehrer
Datei:Andreas-Osiander.jpg 1498–1552 Katholische Theologie 1515–vor 1522 Reformator
1608–1692 Benediktiner, Kirchenrechtler in Salzburg
1606–1679 Philosophie und Rechtswissenschaft Jesuit, römisch-katholischer Theologe, Kirchenrechtler und Hochschullehrer
† 1590 Katholische Theologie 1573–1579 Weihbischof in Würzburg
1564–1604 Katholische Theologie 1582–1584 Fürstbischof von Worms (1595–1604)
1470–1548 Mathematik 1496–1498 Humanist, Hochschullehrer und Diplomat
1749–1812 Rechtswissenschaft um 1770 Publizist und Verwaltungsjurist
1623–1703 Rechtswissenschaften 1640er-Jahre Staatsmann
1463/64–1527 Katholische Theologie 1489–1497 Kontroverstheologe der Reformationszeit
1552–1609 Philosophie und Rechtswissenschaften 1564–1569 Gutsbesitzer und Gelehrter
1663–1735 Kanonisches Recht vor 1689 Schrieb ein Standardwerk für das kanonische Recht; Jesuit
um 1505–um 1540 Theologie 1518–1522 reformatorischer Theologe
Datei:Wilhelm Sölner.jpg 1671–1741 Katholische Theologie um 1690 Abt des Zisterzienserklosters Ebrach
1705–1764 Philosophie

Mathematik
Katholische Theologie

1725–1727

1731–1735

Jesuit, Historiker und Beichtvater des Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern
1775–1824 Rechtswissenschaften 1796 Bergrat und Ministerialbeamter der bayerischen Regierung
Datei:Tübinger Professorengalerie Stöffler, Johannes (1452-1531).jpg 1452–1531 Katholische Theologie 1472–1476 Mathematiker; Astronom; Professor und Rektor in Tübingen
1767–1849 Forstbeamter Forstbeamter
1460–1523 Katholische Theologie 1484/1485 Theologe, Humanist und Generalvikar im Fürstbistum Speyer
Datei:Edmund zoz.jpg 1653–1706 Katholische Theologie 1668 Zisterzienserabt
1581–1646 Katholische Theologie 1605–1606 Propst (1612–1646) des Augustiner-Chorherren Stiftes St. Florian, erzherzoglicher und kaiserlicher Rat, Reformationskommisär, Verordneter der oberösterreichischen Stände, erster Landrat aus dem Prälatenstand

Fortwirken

Datei:Alte Anatomie Ingolstadt.JPG
Die Alte Anatomie, das Gebäude der medizinischen Fakultät der Universität Ingolstadt.

Der 1818 veröffentlichte Roman Frankenstein von Mary Shelley erzählt die Geschichte des jungen Victor Frankenstein, der an der damals berühmten Universität Ingolstadt einen künstlichen Menschen erschafft.

Im Jahre 1989 wurde Ingolstadt mit der Gründung einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät durch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt erneut Universitätsstadt. Diese Fakultät ist heute auch als WFI – Ingolstadt School of Management bekannt. Im Sommer 2022 wurde der Standort der KU Eichstätt-Ingolstadt in Ingolstadt durch die Gründung des Mathematischen Instituts für Maschinelles Lernen und Data Science (MIDS) und die damit verbundene Sanierung des Georgianums, dem ehemaligen Universitätsgebäudes, erweitert.<ref>Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt: Mathematisches Institut für Maschinelles Lernen und Data Science. 16. Juli 2024, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref>

Literatur

Primärliteratur

  • Valentin Rotmar, Johannes Engerd, Johann Nepomuk Mederer (Bearb.): Annales Ingolstadiensis Academiae, Teil I Ab Anno 1472. ad Annum 1572.; Teil II Ab Anno 1572. ad Annum 1672.; Teil III Ab Anno 1672. ad Annum 1772. Johann Wilhelm Krüll, früher Johann Ferdinand Luzenberger, Ingolstadt 1782 (Google-Books), (Google-Books) und (Google-Books) (Veröffentlichung der Matrikel in Auswahl, adelige Studenten und Patriziersöhne vollständig)
  • Franz Xaver Freninger: Das Matrikelbuch der Universität Ingolstadt–Landshut–München: Rectoren, Professoren, Doctoren 1472–1872; Candidaten 1772–1872. Friedberg (Bayern) 1872. (Digitalisat)
  • Götz Freiherr von Pöllnitz: Die Matrikel der Ludwig-Maximilians-Universität, Ingolstadt-Landshut-München. München 1937–1984 (5 Bände).
  • Lieselotte Resch, Ladislaus Buzás: Verzeichnis der Doktoren und Dissertationen der Universität Ingolstadt–Landshut–München 1472–1970. Theologische, Juristische, Staatswirtschaftliche Fakultät. Ludwig-Maximilians-Universität, München 1975 (Digitalisat).

Sekundärliteratur

  • Laetitia Boehm, Johannes Spörl: Die Ludwig-Maximilians-Universität in ihren Fakultäten. Band 1. Berlin 1972, ISBN 3-428-02702-7.
  • Laetitia Boehm, Johannes Spörl (Hrsg.): Ludwig-Maximilians-Universität Ingolstadt-Landshut-München (1472–1972). Berlin 1972.
  • Albrecht Liess: Die artistische Fakultät der Universität Ingolstadt 1472–1588. In: Laetitia Boehm, Johannes Spörl (Hrsg.): Die Ludwig-Maximilians-Universität in ihren Fakultäten. Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-04737-0, S. 9–35.
  • Leonore Liess: Geschichte der medizinischen Fakultät in Ingolstadt von 1472 bis 1600 (= Schriftenreihe der Münchener Vereinigung für Geschichte der Medizin e. V. Band 14). Demeter Verlag, Gräfelfing 1984.
  • Petronella Loew: Die Geschichte des Studententums an der Universität Ingolstadt im Zeitalter des Humanismus und der Reformation (1472–1550). Philosophische Dissertation München 1941.
  • Rainer A. Müller: Studium und Studenten an der Medizinischen Fakultät der Universität Ingolstadt im 18. Jahrhundert. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt. Band 83, 1974, S. 187–217.
  • Karl Prantl: Ludwig-Maximilians-Universität. Ingolstadt, Landshut, München. 1472–1972. München 1972, ISBN 3-428-02700-0. (Festschrift zum fünfhundertjährigen Bestehen)
  • Heinz Jürgen Real: Die privaten Stipendienstiftungen der Universität Ingolstadt im ersten Jahrhundert ihres Bestehens (= Forschungen und Quellen, Band 4). Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-02638-1.
  • Josef Schaff: Geschichte der Physik an der Universität Ingolstadt. Erlangen 1012.
  • Christoph Schöner: Mathematik und Astronomie an der Universität Ingolstadt im 15. und 16. Jahrhundert (= Ludovico Maximilianea. Forschungen, Band 13). Duncker & Humblot, Berlin 1994 (zugleich Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität, 1993).
  • Gerhard Wilczek: Epochen der Universität Ingolstadt. Wilczek, Ingolstadt 1998.
  • Helmut Wolff: Geschichte der Ingolstädter Juristenfakultät 1472–1625 (= Ludovico Maximilianea Universität Ingolstadt-Landshut-München. Forschungen, Band 5). Duncker & Humblot, Berlin 1973, ISBN 3-428-02941-0.
  • Helmut Zedelmaier: Das Meiste aber endet als Schrott. Die mathematisch-physikalischen Sammlungen der Universität Ingolstadt. In: Sammlungen in Bewegung. Historische Essays. Schwabe, Basel 2025, ISBN 978-3-7965-5216-8, S. 49–59.

Weblinks

Einzelnachweise

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