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Taubenstraße (Berlin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Taubenstraße
Datei:DEU Berlin COA.svg
Wappen
Straße in Berlin
Datei:MitteTaubenstraße.jpg
Blick in die Taubenstraße vom Gendarmenmarkt aus nach Osten
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Mitte
Angelegt  17. Jahrhundert
Neugestaltet 
Hist. Namen  Mittelstraße,
Am Bullenwinkel,
Johannes-Dieckmann-Straße
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Querstraßen  Mauerstraße,
Glinkastraße,
Friedrichstraße,
Charlottenstraße,
Markgrafenstraße,
Oberwall-/Niederwallstraße
Plätze  Gendarmenmarkt,
Hausvogteiplatz
Nummern­system 
Bauwerke  siehe: hier
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 390 m (westlich des Gendarmenmarktes)
+ 230 m (östlich des Gendarmenmarktes)

-

Karte
Vorlage:Maplink

Die Taubenstraße ist eine im 17. Jahrhundert im Ergebnis der Stadterweiterung durch den Zuzug der Hugenotten entstandene Straße in der historischen Friedrichstadt im heutigen Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks.

Geschichte

Datei:Taubenstr Mitte 110519 AMA fec.JPG
Historischer Name an einem renovierten Haus in der Taubenstraße:
Am Bullenwinkel

Ein Teil der heutigen Trasse wurde zunächst nach ihrer Lage in dem neuen Wohnviertel benannt: Mittelstraße (nach 1691 bis um 1770), ein anderer Teil beschreibend Am Bullenwinkel (nach 1691 bis 1886). Schließlich wurden beide Teile zusammengefasst und am Hausvogteiplatz bis zum ehemaligen Festungsgraben ein Durchbruch hergestellt. Nun bekam sie den Namen Taubenstraße, was entweder von einem Pflegeheim für im Militärdienst taub gewordene Soldaten oder von einem kurfürstlichen Taubenhaus, das vor der Bebauung der Friedrichstadt hier gestanden haben soll, abgeleitet wurde.<ref>Taubenstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)</ref>

Zwischen Markgrafen- und Charlottenstraße befanden sich 1799 das 1774 nach Plänen von Johann Boumann<ref>Die Bau- und Kunstdenkmale …, S. 212</ref> errichtete Französische Komödienhaus (an dessen Stelle später das Schauspielhaus nach Entwurf von Karl Friedrich Schinkel entstand) und die Deutsche Kirche, die 1785 von Martin Grünberg und Giovanni Simonetti<ref>Die Bau- und Kunstdenkmale …, S. 217</ref> vollendet worden war.<ref>Taubenstraße. In: Karl Neander von Petersheiden: Anschauliche Tabellen, 1799, Straßendarstellungen und Bewohner, S. 178.</ref>

In den 1880er Jahren wurde in dieser Straße umfangreich neu gebaut, vor allem siedelten sich Bankhäuser und Versicherungsgesellschaften hier an. Dazu hatte sich eine Baugesellschaft gegründet, die für einige Häuser zunächst Eigentümerin wurde (beispielsweise 1886 unter Nr. 21, 27, 28).<ref name="AB.1886">Taubenstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1886, Teil 2, S. 412.</ref>

Datei:Bundesarchiv Bild 183-S98818, Berlin, Taubenstraße, Ruine.jpg
Teilansicht der zerstörten Taubenstraße, 1950

Nach dem erfolgten Wiederaufbau der größtenteils im Zweiten Weltkrieg zerstörten Berliner Innenstadt erhielt die Straße 1971 in der DDR-Zeit den Namen Johannes-Dieckmann-Straße nach dem Politiker Johannes Dieckmann. Im Jahr 1991 wurden im Ergebnis der deutschen Wiedervereinigung entsprechend einem Beschluss des Berliner Senats einige Straßen zurückbenannt, seitdem heißt sie wieder Taubenstraße.

Lage und Sehenswürdigkeiten

Die Straße verbindet die Mauerstraße im Westen über die Friedrichstraße mit dem Hausvogteiplatz, wird aber durch den Gendarmenmarkt unterbrochen. Die Hausnummern reichen von 1 bis 54 und verlaufen in Hufeisenform. Zahlreiche Baudenkmale gibt es hier.

Literatur

  • Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-I. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 222 ff.

Weblinks

Commons: Taubenstraße (Berlin-Mitte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 30′ 46″ N, 13° 23′ 15″ O

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