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Systemische Therapie (somatische Medizin)

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Der Begriff systemische Therapie bezeichnet in der somatischen Medizin die Behandlung des gesamten Organismus zur Bekämpfung einer Erkrankung, wobei die Wirkung eines Medikaments den gesamten Organismus oder Körper betrifft.<ref>Systemische Therapie. In: eRef Lexikon. Stuttgart: Thieme; 2018.</ref> Dazu gehören nicht nur das Anwenden von Medikamenten, sondern auch Therapien wie z. B. Ernährungstherapie oder Physiotherapie. Im Gegensatz hierzu wird die Behandlung am Ort der Erkrankung (topische Anwendung) Lokaltherapie genannt.<ref>Systemische Therapie, DocCheck Flexion. Abgerufen am 19. Februar 2025.</ref>

Der Begriff wird dort angewendet, wo therapeutische Maßnahmen den Gesamtorganismus betreffen. Dies kann die enterale oder parenterale Zufuhr von Arzneimitteln sein (Tabletten, Infusionen), aber auch diätetische Behandlung, Anwendung physikalisch-therapeutischer Maßnahmen oder naturheilkundliche Anwendungen wie die Klimatherapie.

In der Psychotherapie bezeichnet der Begriff Systemische Therapie ein eigenständiges Therapiekonzept. Systemische Therapie (teils auch Systemische Psychiatrie, Systemische Familientherapie oder Systemische Psychotherapie<ref>Kirsten von Sydow, Stefan Beher, Rüdiger Retzlaff: Systemische Psychotherapie. In: Deutsches Ärzteblatt, 121. Jahrgang, Heft 23 vom 15. November 2024, S. 783–792.</ref>) ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen, insbesondere auf Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialer Umwelt liegt.<ref>Hans-Ulrich Wittchen und Jürgen Hoyer (Hrsg.): Klinische Psychologie & Psychotherapie, 2. Auflage, Berlin und Heidelberg 2011, S. 462.</ref><ref>Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie, 14. Dezember 2008: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der Systemischen Therapie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 31. August 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/systemische-gesellschaft.de (PDF), S. 1.</ref>

Beispiele

Genitalmykosen (wie die Vaginale Pilzinfektion) werden in der Regel mit Antimykotika behandelt. Grundsätzlich ist sowohl eine lokale als auch eine systemische antimykotische Therapie möglich.<ref>Peter Wiesli, Steve Majerus et al. Diabetes und urogenitale Infektionen unter SGLT2-Hemmern|Therapie der Genitalmykosen, Zurich Open Repository and Archive doi:10.5167/uzh-124125</ref>

Die Einführung von Angiogeneseinhibitoren hat die systemische Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms nachhaltig gewandelt.<ref>N. Rolfes, G. Lümmen, Hypertonie und Hand-Fuß-Syndrom, Der Urologe, 11/2011.</ref>

Die generalisierte eitrige Bauchfellentzündung bedarf der operativen Behandlung mittels ggf. mehrfacher Laparotomie und Ausräumung von Eiterherden, zugleich erfolgt die systemische Therapie mittels Antibiotika.

Der Prostatakrebs wird – je nach Ausdehnung – lokal mittels transurethraler Resektion oder Prostatektomie (Entfernung der Prostata) behandelt, als systemische Therapie kommen antiandrogene Substanzen zur Anwendung.<ref>Weitere systemische Therapien des Prostatakrebses (Prostatakarzinoms), Tageta. Abgerufen am 19. Februar 2025.</ref> Analoge Behandlungskonzepte existieren bei vielen bösartigen Erkrankungen wie dem Brustkrebs oder dem Eierstockkrebs.<ref>Fritz Jänicke, Das fortgeschrittene Ovarialkarzinom: Entwicklungen der operativen und systemischen Therapie, Dt Ärztebl 1999; 96: A-281-288</ref>

Viele Erkrankungen (Diabetes mellitus, Arterielle Hypertonie etc.) können ausschließlich systemisch behandelt werden, da sie systemische Erkrankungen und somit einer lokalen Therapie nicht zugänglich sind.

Einzelnachweise

<references />

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