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Sorgfalt

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(Weitergeleitet von Sorgfaltspflicht)

Sorgfalt ist in der Umgangssprache die Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit beim Handeln und in der Rechtswissenschaft die Rechtspflicht von Rechtssubjekten, sich nach den Rechtsnormen zu verhalten. Gegensatz ist die Sorglosigkeit. Sorgfalt ist nicht legaldefiniert.

Sorgfalt im Recht

Im Recht ist die Sorgfalt normativ, sozialbezogen und objektiv-typisierend.<ref>Erwin Deutsch, Andreas Spickhoff: Medizinrecht, 2014, S. 209.</ref> Das normative Element verlangt eine nach den jeweiligen Umständen gebotene Sorgfalt, so dass ein übliches Verhalten nicht ausreicht. Die Üblichkeit kann nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Juli 1970 nur dann als Sorgfalt genügen, wenn sie keinen Missbrauch darstellt.<ref>BGH, Urteil vom 7. Juli 1970, Az.: VI ZR 223/68.</ref> Im Fall ging es um einen Druckfehler in einem medizinischen Fachbuch (25 % statt 2,5 % zur Differentialdiagnose innerer Krankheiten), der durch besondere, unter Umständen auch aufwendige Maßnahmen hätte vermieden werden können. Die Sozialbezogenheit betrifft den konkreten Verkehrskreis; beispielsweise kann von einem Arzt nur das verlangt werden, was allgemein von Medizinern in der gleichen Situation erwartet werden kann. Objektiv-typisierend ist das Verhalten eines Mediziners in der gleichen Situation.

Dem unbestimmten Rechtsbegriff „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt“ ist eine weitgehende Bedeutung beigemessen. Unter „Verkehr“ versteht das Gesetz den Rechtsverkehr, also die Rechtsbeziehungen von Personen. „Erforderlich“ bedeutet, dass das Maß der anzuwendenden Sorgfalt nach objektiven Maßstäben zu bestimmen ist.<ref>Joachim Quittnat: Der Privatrechtsfall, 2005, S. 24</ref> Entscheidend für „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt“ ist nicht die einer konkreten Person mögliche Aufmerksamkeit, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit eines durchschnittlich besonnenen und gewissenhaften Teilnehmers des betreffenden Verkehrskreises in einer entsprechenden Situation.<ref>Reichsgericht, Urteil vom 15. Februar 1919 - I 207/18 = RGZ 95, 16; BGH, Urteil vom 4. Februar 1953, Az.: VI ZR 106/52</ref>

Geschichte

Im römischen Recht verwandte man für die Sorgfalt die Besorgnis oder ängstliche Genauigkeit (sollicitudo) oder das Achten oder Beachten (dilligere). Ließ der gewissenhafte Hausvater (diligens pater familias) die Sorgfalt außer Acht, handelte er fahrlässig.<ref>Paul Jörs: Römisches Recht: Römisches Privatrecht - Abriss des Römischen Zivilprozessrechts, 1949, S. 179.</ref> Um einen überaus nachlässigen Verwalter (depositar) dennoch zur Rechenschaft zu ziehen, bediente sich der Jurist Aulus Cornelius Celsus des Kriteriums der eigenüblichen Sorgfalt (diligentia quam in suis),<ref>Digesten 16, 3, 32, Celsius 11.</ref> das noch heute im deutschen Recht Anwendung findet.

Der Sprachforscher Johann Christoph Adelung ging 1811 davon aus, dass sich das Wort Sorgfalt wahrscheinlich aus Sorge und walten zusammensetzte.<ref>Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, 1811, S. 151 f.</ref> Vermutlich geht das Wort Sorge auf das althochdeutsche sworga zurück.<ref>Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 2004, S. 1310 f.</ref> Im 13. Jahrhundert ist im Mittelhochdeutschen sorcveltic oder sorcveldikeit belegt.<ref>Friedrich Ludwig Karl Weigand: Deutsches Wörterbuch, M-Z, 1876 S. 741 f.</ref> Der Lübecker Bürgermeister Gerhard von Minden verwendete im Mittelhochdeutschen um 1400 das Wort sorichvolt.<ref>Erwin Deutsch: Versicherungsrecht, Haftungs- und Schadensrecht, 2014, S. 575.</ref> Ersichtlich erstmals erschien Sorgfalt 1637 in heutiger Schreibweise in der Lübecker Kanzleiordnung. Im Hochdeutschen ist Sorgfalt eine Verstärkung des Wortes „Sorge“.<ref>Erwin Deutsch, Versicherungsrecht, Haftungs- und Schadensrecht, 2014, S. 577</ref>

Das Allgemeine Preußische Landrecht (prALR) vom Juni 1794 benutzte den Sorgfaltsbegriff nicht, sondern sprach von den Folgen eigener Pflichtverletzungen durch „Versehen“ (statt Fahrlässigkeit; §§ 18 ff. prALR). Im deutschen Recht ist der Rechtsbegriff der Sorgfalt auf die „diligentia“ des römischen Rechts zurückzuführen.<ref>Benno Mugdan, Motive zum BGB, Band I, 1899, S. 279</ref> Ein – nicht in Kraft getretener – Alternativ-Entwurf zum Strafgesetzbuch sah 1966 vor, dass „fahrlässig handelt, wer die Sorgfalt außer Acht lässt, zu der er verpflichtet und fähig ist, und deshalb einen gesetzlichen Tatbestand verwirklicht“ (§ 18-E StGB 1966).

Sorgfaltsmaßstab

Erwin Deutsch hatte 1963 eine Diskussion über die innere und äußere Sorgfalt in Gang gebracht.<ref>Erwin Deutsch: Fahrlässigkeit und erforderliche Sorgfalt, 1963, S. 94 ff.</ref> Auch wenn der BGH diese Unterscheidung immer wieder zugrunde gelegt hat, ist es in der Literatur umstritten, ob diese Differenzierung notwendig ist. Die innere Sorgfalt bezieht sich jedenfalls auf die Kenntnis der möglichen Tatbestandsverwirklichung und verlangt Aufmerksamkeit und Konzentration. Sie besteht aus „der Erkenntnis der Gefahr und der Steuerung des sachgemäßen Verhaltens“.<ref>Wolfgang Wurmnest: Grundzüge eines europäischen Haftungsrechts, 2003, S. 145</ref> Innere Sorgfalt ist die eigenübliche Sorgfalt (diligentia quam in suis). Die äußere Sorgfalt ({{#switch: juris

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Ein Ereignis ist dann unabwendbar (höhere Gewalt), wenn trotz „äußerster, nach Sachlage vernünftigerweise zu erwartender Sorgfalt“ der Erfolg eintritt,<ref>BGHZ 7, 338, 339.</ref> ein Sorgfaltsmaßstab, der bereits im römischen Recht (culpa levissima) galt.

Ausgangspunkt für die Bestimmung der erforderlichen Sorgfalt ist der Integritätsanspruch eines zu schützendes Rechtsguts, wobei der Grad seiner Bedrohung, das Können des Handelnden, die Erkenntnismöglichkeiten, die soziale Nützlichkeit des Verhaltens sowie die Gefahr- und Rechtssicherheitserwartungen des Rechtsverkehrs zu berücksichtigen sind.<ref>BGB-RGRK/Erich Steffen: § 823, 1981, Rn. 405.</ref> Sorgfalt in eigenen Angelegenheiten ({{#switch: juris

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Unter Kaufleuten gilt die „Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns“. Diese stellt nach {{#switch: juris

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Rechtsgebiete

Zivilrecht

Wird die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen, liegt Fahrlässigkeit vor. Nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 254||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB besteht ein gespaltener Fahrlässigkeitsbegriff, nämlich die objektiv-typisierte Sorgfalt dem Grunde nach ({{#switch: juris

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}}{{#if: 276||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 BGB) und das subjektiv-individuelle Verschulden. Nach § 276 Abs. 2 BGB liegt (leichte) Fahrlässigkeit vor, wenn „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht“ gelassen wird. Mit der „im Verkehr erforderlichen Sorgfalt“ wird das Maß an Umsicht bezeichnet, „das nach dem Urteil besonnener und gewissenhafter Angehöriger des in Betracht kommenden Verkehrskreises zu beachten ist“.<ref>BGH NJW 1972, 150, 151.</ref> Der Verhaltens- oder Sorgfaltsmaßstab „erforderliche Sorgfalt“ ist demnach von jedermann zu beachten.

Dabei unterscheidet das Gesetz verschiedene Grade der Abweichung von diesem Sorgfaltsmaßstab, nämlich die einfache (leichte), grobe Fahrlässigkeit (Leichtfertigkeit) und die Verletzung der Sorgfalt in eigenen Angelegenheiten. Grobe Fahrlässigkeit ist die Nichtbeachtung der geringsten Sorgfalt und verletzt die erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße; es wird nicht beachtet, was im gegebenen Falle jedem einleuchten musste oder es wurden naheliegende Überlegungen nicht angestellt.<ref>Otto Palandt/Christian Grüneberg, BGB-Kommentar, 73. Auflage, 2014, § 277 Rn. 5.</ref> Die „erforderliche Sorgfalt“ kommt beispielsweise in {{#switch: juris

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}}{{#if: 260||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 BGB (Herausgabe einer Sachgesamtheit) vor.

Handelsrecht

Das HGB behandelt die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns in {{#switch: juris

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}}{{#if: 130a||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} HGB (Zahlungsverbot bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung), {{#switch: juris

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}}{{#if: 347||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} HGB (Sorgfaltspflicht bei Handelsgeschäften), {{#switch: juris

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|#default=§ 384[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 384||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 HGB (Kommissionär), {{#switch: juris

|juris={{#switch: hgb
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 |§ 390
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||leer=§ 390[Anbieter/Datenbank fehlt]
|#default=§ 390[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 390||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 HGB (Haftung des Kommissionärs für Verlust oder Beschädigung des Kommissionsguts).

Sonstige Rechtsgebiete

Verschiedene andere Rechtsgebiete befassen sich ebenfalls mit Sorgfaltsfragen. Nach {{#switch: juris

|juris={{#switch: uwg_2004
  |hoai=§ 2
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  |sgb ii=§ 2
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|LrBgld
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 |§ 2
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 |§ 2
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||leer=§ 2[Anbieter/Datenbank fehlt]
|#default=§ 2[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 2||[Paragraf fehlt]}}{{#if: uwg_2004||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Nr. 7 UWG ist die unternehmerische Sorgfalt „der Standard an Fachkenntnissen und Sorgfalt, von dem billigerweise angenommen werden kann, dass ein Unternehmer ihn in seinem Tätigkeitsbereich gegenüber Verbrauchern nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der anständigen Marktgepflogenheiten einhält“. Entsprechen geschäftliche Handlungen der Unternehmer nicht diesen Anforderungen, liegt unlauterer Wettbewerb vor ({{#switch: juris

|juris={{#switch: uwg_2004
  |hoai=§ 3
  |aeg=§ 3   
  |ao=§ 3
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  |be=§ 3
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  |rp|rlp=§ 3
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}}{{#if: 3||[Paragraf fehlt]}}{{#if: uwg_2004||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 UWG). Die Wahrnehmung dieser Sorgfalt setzt sachgemäßes Verhalten voraus. Bei einem Verwaltungsakt muss die Verwaltung „sorgfältig und unparteiisch alle [rechtlichen und tatsächlichen] Gesichtspunkte des Einzelfalles untersuchen“.<ref>EuGH, Urteil vom 21. November 1991, Rs. C-269/90: Hauptzollamt München ./. TU München.</ref> Hierbei gilt als Sorgfaltsmaßstab der einer durchschnittlichen Verwaltungsführung.

Strafrecht

Im Strafrecht besteht keine Pflicht zur Sorgfalt, sondern nur die Pflicht, sorgfaltswidriges Verhalten zu unterlassen: „Was man nicht kann, soll man lassen“.<ref>Claus Roxin: Strafrecht: Allgemeiner Teil I, 2006, § 24/§ 36.</ref> Fahrlässiges Handeln ist nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 15||[Paragraf fehlt]}}{{#if: stgb||[Gesetz fehlt]}} StGB nur strafbar, wenn es ausdrücklich mit Strafe bedroht ist. Dabei orientiert sich die Rechtsprechung am zivilrechtlichen Fahrlässigkeitsbegriff des § 276 BGB.

Berufliche Sorgfaltspflicht

Die berufliche Sorgfaltspflicht (Berufsethos) ist bei einigen akademischen Berufen geregelt, so etwa bei Architekten, Ärzten, Journalisten oder Rechtsanwälten. Der Arzt hat die berufliche Sorgfalt zu wahren und damit die ärztlichen Kunstregeln zu beachten. Seine Sorgfaltspflichten bestimmen sich nach dem jeweiligen, ihm zumutbaren Anstrengungen und den ihm zugänglichen und verfügbaren Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Behandlung.<ref>OLG Saarbrücken, Urteil vom 24. Juni 1998, Az.: 1 U 815/97-159.</ref> Bei der Prüfung, ob die „journalistische Sorgfalt“ eingehalten wurde, ist vom Maßstab eines „verantwortungsvollen, gewissenhaften, verständigen, sach- und fachkundigen Journalisten auszugehen, der sorgfältige Recherchen anstellt und dabei dem Grundsatz audiatur et altera pars - welchem in der Regel durch Einholung einer Stellungnahme des Betroffenen zu entsprechen ist - Rechnung trägt“.<ref>OGH, Urteil vom 21. Januar 2009, Az.: GZ 15 Os 125/08h.</ref> Der Anglizismus Due Diligence betrifft in der Wirtschaft die „gebotene Sorgfalt“´, bei der durch Rechtsgutachten etwaige vorhandene Rechtsrisiken bei bestimmten Transaktionen ausgeschlossen werden sollen.

Sorgfalt gegenüber zukünftiger Generationen

Aktivisten fordern explizit die Sorgfaltspflicht des Staates gegenüber kommender Generationen ein.
Aktivisten fordern explizit die in Artikel 20a GG aufgeführte Sorgfaltspflicht des Staates gegenüber kommender Generationen ein.

Mit Beschluss vom 24. März 2021 erklärte das Bundesverfassungsgericht § 3 Abs. 1 Satz 2 und § 4 Abs. 1 Satz 3 Klimaschutzgesetz (KSG) in Verbindung mit Anlage 2 (Zulässige Jahresemissionsmengen) mit den Grundrechten für unvereinbar, soweit eine Regelung über die Fortschreibung der nationalen Minderungsziele für Zeiträume ab dem Jahr 2031 fehlt. Der Gesetzgeber wurde verpflichtet, spätestens bis zum 31. Dezember 2022 die Fortschreibung der Minderungsziele für diese Zeiträume zu regeln. § 3 Abs. 1 Satz 2 und § 4 Abs. 1 Satz 3 KSG in Verbindung mit Anlage 2 bleiben jedoch anwendbar. Das Bundesverfassungsgericht hob in seinen Leitsätzen im Hinblick auf den Umgang mit wissenschaftlichen Unwägbarkeiten heraus, dass Art. 20a GG den Gesetzgeber auch zugunsten zukünftiger Generationen zu besonderer Sorgfalt verpflichte.

Sorgfalt im Alltag

Privatleben und Beruf sind nur mit Sorgfalt störungsfrei zu bewältigen. Dabei berücksichtigen sorgfältige Personen achtsam und systematisch alle Umweltzustände und setzen beim Handeln und bei Tätigkeiten Kriterien wie Präzision, Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit, Ordnungssinn, Gründlichkeit, Umsicht oder Bedacht ein und erwägen alle möglichen Handlungsfolgen. Der Zweck der Sorgfalt liegt darin, durch dieses Verhalten Risiken, Haftungen, Strafen, Schäden und/oder Unfälle auszuschließen. Auch wenn bestimmte Risiken versicherbar sind, muss der Versicherungsnehmer seine Sorgfaltsmaßstäbe aufrechterhalten, ansonsten liegt bei geringerer Sorgfalt ein Moral Hazard vor.<ref>Ulrich Deichert/Wolfgang Höppner/Joachim Steller (Hrsg.), Traumjob oder Albtraum, 2016, S. 146</ref> Ein zu hohes Maß an Sorgfalt wird als anankastisch oder zwanghaft bezeichnet.

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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