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Żory

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(Weitergeleitet von Sohrau)

{{#if: behandelt den Ort Żory in der Woiwodschaft Schlesien. Zum Ort in der Woiwodschaft Lebus siehe Żary; zu anderen Orten siehe Žáry; zu Sandalen siehe Zōri.

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}} Vorlage:Infobox Ort in Polen Żory [[[:Vorlage:IPA]]] (deutsch: Sohrau) ist eine Stadt mit rund 63.000 Einwohnern im südwestlichen Teil der Woiwodschaft Schlesien in Polen.

Geographie

Datei:Schlesien Kr Rybnik.png
Sohrau östlich von Ratibor auf einer Landkarte von 1905
Datei:Żorski rynek 08.JPG
Häuser am Ring
Datei:Kościół farny św. Filipa i św. Jakuba w Żorach 7.JPG
Pfarrkirche
Datei:Budynek Szkoły Muzycznej w Żorach 1.JPG
Gebäude aus dem Jahr 1903, beherbergte 2013 eine Musikschule
Datei:Jan Nepomucen Rynek Żory.JPG
Säule mit dem böhmischen Landesheiligen Johannes Nepomuk
Datei:Museum of Fire in Żory 02.jpg
Museum des Feuers

Die Stadt liegt in der Region Oberschlesien an der Ruda (Raude), etwa 30 Kilometer südwestlich von Katowice (Kattowitz) im Südosten von Schlesien. Die Landesgrenze zu Tschechien liegt etwa 20 Kilometer südwestlich der Stadt.

Stadtgliederung und Einwohnerzahlen

Żory gliedert sich in folgende Stadtteile:<ref>B. Kieczka, G. Utrata – Moja „Mała Ojczyzna“ Dzieje Żor, wydanie XI</ref>

Stadtteil Einwohner
os. 700-lecia Żor
[Siedlung „700 Jahre Żory“]
3397
os. Sikorskiego
[Władysław Sikorski-Siedlung]
9972
os. Korfantego
[Korfanty-Siedlung]
4879
os. Księcia Władysława
[Herzog-Władysław-Siedlung]
7363
os. Pawlikowskiego
[Pawlikowski-Siedlung]
6477
os. Powstańców Śląskich
[Siedlung der Schlesischen Aufständischen]
5851
Zachód [West] 3543
Śródmieście [Innenstadt] 2612
Kleszczówka (Klischczowka) 3546
Rowień – Folwarki (Rowin) 2355
Osiny (Oschin) 1155
Kleszczów (Klischczow) 1692
Baranowice (Baranowitz) 1669
Rogoźna (Rogoisna) 2001
Rój (Roy) 4262

Geschichte

Sohrau erhielt nach 1273 das Stadtrecht und war bis dahin noch ein Dorf gewesen.<ref name="Leonhardi109" /> Bis 1532 gehörte die Stadt zum Herzogtum Oppeln-Ratibor. Die Stadt erlitt wiederholt starke Rückschläge, 1558 durch die Pest<ref name="Leonhardi109" /> sowie 1552, 1583, 1661, 1702 und 1807 durch Stadtbrände. 1807 wurde auch das Rathaus auf dem Ring vernichtet und danach nicht wieder aufgebaut.

Im 18. Jahrhundert gehörte Sohrau zur Steuerrätlichen Inspektion in Neustadt O.S.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Um 1783 war die Stadt von einer Mauer umgeben, die Gassen waren jedoch noch nicht gepflastert, sondern mit unbehauenem Holz belegt. 1782 leistete Friedrich II. der Ortschaft eine Aufbauhilfe in Höhe von 12.850 Reichstalern für die Errichtung von sechs Neubauten und zur Ansiedlung von zehn Tuchmachern und weiteren Fachkräften.<ref name="Leonhardi109" /> Im 18. und 19. Jahrhundert war die Leinenweberei von großer Bedeutung für die Stadt. An ihre Stelle trat im 19. Jahrhundert die Eisen- und Maschinenindustrie.

1818 wurde die Stadt Teil des neu gebildeten preußischen Kreises Rybnik.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Sohrau eine evangelische und eine katholische Kirche, eine Synagoge, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik, eine Wollweberei, zwei Sägewerke, eine Getreidemühle, zwei Ziegeleien, ein Elektrizitätswerk und war Sitz eines Amtsgerichts.<ref name="Meyers" />

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 wurden in Sohrau 2353 Stimmen (69,4 %) für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, 1036 Stimmen (30,6 %) waren für den Anschluss an Polen. Mit dem Großteil des Landkreises Rybnik wurde die Stadt dennoch am 3. Juli 1922 dem polnischen Staat eingegliedert.<ref name="Abstimmung" />

Beim Überfall auf Polen wurde Żory am 1. September 1939 von der Wehrmacht besetzt, und im Oktober 1939 dem „Großdeutschen Reich“ angeschlossen und erneut in Sohrau umbenannt. Die Sohrauer Synagoge wurde in dieser Zeit zweckentfremdet, wobei das Gebäude zum Kino umgebaut werden sollte. 1942 verwarf die Stadtverwaltung diese Umbaupläne. Am 24. März 1945 wurde die kriegszerstörte Stadt von der Roten Armee erobert. Die deutsche Bevölkerung wurde in den folgenden Jahren zum größten Teil vertrieben. Aufgrund von Zechen- und Hüttenstilllegungen herrscht heute eine hohe Arbeitslosigkeit.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1921
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1783 1100 davon 979 Christen und 121 Juden (214 Bürgerhäuser und 88 wüste Stellen)<ref name="Leonhardi109" >Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der preussischen Monarchie, Band 3, Teil 1, Halle 1792, S. 109–110.

</ref>

1794 1554 polnische Sprache ist vorherrschend<ref name="Triest792" >Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 792–793.</ref>
1803 1683 <ref name="AAM5" />
1807 1711 <ref name="Triest792" />
1810 1788 <ref name="AAM5" />
1816 1982 <ref name="AAMB5" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S, Halle 1823, S. 339, Ziffer 309.</ref> nach anderen Angaben 1982 Einwohner, davon 84 Evangelische, 1696 Katholiken, 202 Juden<ref name="AAM5" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 384–391, Ziffer 691.</ref>
1818 2041 <ref name="Triest792" />
1820 2116 <ref name="Triest792" />
1821 2185 <ref name="AAM5" />
1825 2234 darunter 127 Evangelische, 274 Juden<ref name="Knie_1830">Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Melcher, Breslau 1830, S. 1022–1023.</ref>
1831 2701 <ref name="Triest792" />
1837 3355 <ref name="Triest792" />
1840 3848 davon 98 Evangelische, 3258 Katholiken, 492 Juden<ref name="Knie_1845">Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 929.</ref>
1843 4044 <ref name="Triest792" />
1849 3438 nach der Hungersnot und Typhusepidemie 1846–1849<ref name="Triest792" />
1855 3346 <ref name="Triest738" /> nach anderen Angaben 3336 Einwohner<ref name="Triest792" />
1858 3611 <ref name="Triest792" />
1861 3662 davon 211 Evangelische, 2976 Katholiken, 475 Juden;<ref name="Triest738" >Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 738, Ziffer 95.</ref> 1264 Einwohner sprechen Deutsch, 2398 Polnisch<ref name="Triest792" />
1867 3991 am 3. Dezember<ref name="StatBüro" />
1871 4042 darunter 250 Evangelische und 500 Juden (2100 Polen);<ref name="Neumann">Gustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Band 2, G. F. O. Müller, Berlin 1874, S. 180–181, Ziffer 12.</ref> nach anderen Angaben 4043 Einwohner (am 1. Dezember), davon 175 Evangelische, 3493 Katholiken, 375 Juden<ref name="StatBüro" >Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 350–351, Ziffer 3.</ref>
1890 4429 davon 235 Evangelische, 3944 Katholiken, 250 Juden
1905 4642 davon 323 Evangelische und 98 Juden<ref name="Meyers" >Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 18, Leipzig/Wien 1909, S. 570.</ref><ref name="MR" />
1910 4936 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
Anzahl Einwohner bis heute

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Hochschulen

Politik

Stadtpräsident

An der Spitze der Verwaltung steht der Stadtpräsident. Seit 1998 ist dies Waldemar Socha, der zunächst der Unia Wolności angehörte, aber seit 2006 für sein eigenes Wahlkomitee antritt. Die turnusmäßige Wahl im April 2024 brachte folgendes Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 27. Juni 2024.</ref>

  • Waldemar Socha (Wahlkomitee „Żory-Wählervereinigung und Waldemar Socha“) 55,0 % der Stimmen
  • Kazimierz Daijka (Wahlkomitee „Lokale Verwaltung Żory und Kazimierz Daijka“) 27,9 % der Stimmen
  • Daniel Wawrzyczek (Prawo i Sprawiedliwość) 17,2 % der Stimmen
  • Grzegorz Piliszek (Kukiz’15) 3,5 % der Stimmen

Damit wurde Amtsinhaber Socha bereits im ersten Wahlgang für eine weitere Amtszeit gewählt.

Die turnusmäßige Wahl im Oktober 2018 brachte folgendes Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 4. September 2020.</ref>

  • Waldemar Socha (Wahlkomitee „Żory stimmt für Waldemar Socha“) 47,3 % der Stimmen
  • Anna Gaszka (Lokale Verwaltung Żory) 25,9 % der Stimmen
  • Dariusz Domański (Prawo i Sprawiedliwość) 23,4 % der Stimmen
  • Grzegorz Piliszek (Kukiz’15) 3,5 % der Stimmen

In der daraufhin notwendigen Stichwahl setzte sich Amtsinhaber Socha mit 55,0 % der Stimmen gegen seine Herausforderin Gaszka durch und wurde für eine weitere Amtszeit gewählt.

Stadtrat

Der Stadtrat von Żory besteht aus 23 Mitgliedern. Die Wahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 27. Juni 2024.</ref>

  • Koalicja Obywatelska (KO) 27,3 % der Stimmen, 7 Sitze
  • Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 27,0 % der Stimmen, 7 Sitze
  • Wahlkomitee „Żory-Wählervereinigung und Waldemar Socha“ 25,6 % der Stimmen, 6 Sitze
  • Wahlkomitee „Lokale Verwaltung Żory und Kazimierz Daijka“ 17,4 % der Stimmen, 3 Sitze
  • Übrige 2,6 % der Stimmen, kein Sitz

Die Wahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 4. September 2020.</ref>

  • Wahlkomitee „Żory stimmt für Waldemar Socha“ 38,7 % der Stimmen, 9 Sitze
  • Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 28,8 % der Stimmen, 7 Sitze
  • Lokale Verwaltung Żory 27,9 % der Stimmen, 7 Sitze
  • Kukiz’15 4,6 % der Stimmen, kein Sitz

Verkehr

Westlich des Stadtkerns verläuft die Autobahn A1.

In Żory hält der Intercity Porta Moravica, der die Stadt ostwärts mit Krakau und Przemysl und südwärts mit Wien und Graz verbindet. Außerdem gibt es regionale Verbindungen, etwa nach Gliwice.

Der ÖPNV in Żory ist seit dem 1. Mai 2014 kostenlos.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Städtepartnerschaften

Żory unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit diesem Ort in Verbindung stehen

  • Piotr Klimek (1881–1940), von 1924 bis 1940 Propst und Dekan in Żory. Nach ihm ist eine Straße in Żory benannt worden.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Vorlage:Commons

Einzelnachweise

<references> <ref name="Abstimmung"> Vgl. Vorlage:Webarchiv abger. am 24. August 2010 </ref> </references>

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