Prawo i Sprawiedliwość
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Politische Partei
Prawo i Sprawiedliwość (, Kurzbezeichnung PiS), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ist eine politische Partei in Polen. Sie ist gemäßigt EU-skeptisch<ref>José M. Magone: Divided Europe? Euroscepticism in Central, Eastern and Southern Europe. In: The European Union in Crisis. Explorations in Representation and Democratic Legitimacy. Springer, Cham (Schweiz) 2015, S. 33–56, auf S. 47.</ref><ref name="KAS2005">Stephan Georg Raabe, Maria Elisabeth Rotter: Das europapolitische Programm der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Konrad-Adenauer-Stiftung in Polen, Warschau, 30. November 2005.</ref> und wird als nationalkonservativ, christdemokratisch<ref>Dominika Sozańska: Konkurenci czy partnerzy? Chrześcijańska demokracja i Kościół katolicki po 1989 roku. In: Zrozumieć współczesność. Oficyna Wydawnicza AFM, Krakau 2009, S. 451–465, auf S. 455.</ref> und (rechts-)populistisch<ref>Pathetische Gesten. In: Zeit Online. 24. Januar 2016, abgerufen am 5. Februar 2017.</ref> charakterisiert. In Wahlkämpfen greift sie auch auf germanophobe Elemente zurück.<ref>Raphael Jung, ARD-Studio Warschau: Der antideutsche Wahlkampf der polnischen Regierung. Abgerufen am 20. November 2024.</ref>
PiS wurde im Jahre 2001 vom damaligen Justizminister Lech Kaczyński und seinem Zwillingsbruder Jarosław Kaczyński gegründet. Der PiS schlossen sich weitere Politiker an, die größtenteils aus der zerfallenden bürgerlich-konservativen Wahlaktion Solidarność (AWS) und der katholisch-nationalistischen<ref>Martin Krzywdzinski: Arbeits- und Sozialpolitik in Polen. Interessenvermittlung und politischer Tausch in einem umkämpften Politikfeld. VS Verlag, Wiesbaden 2008, S. 127–128.</ref> Bewegung für den Wiederaufbau Polens (ROP) kamen. Ihr Fokus lag auf Law-and-Order-Politik, das heißt dem Versprechen einer intensiveren und schärferen Bekämpfung von Kriminalität und Korruption.<ref name="Lang05_145">Kai-Olaf Lang: Populismus in Ostmitteleuropa. Manifestationsformen, Besonderheiten und Chancenstrukturen. In: Populismus in Europa – Krise der Demokratie? Wallstein, Göttingen 2005, S. 137–154, auf S. 145.</ref>
Die PiS stellte bisher zweimal, vom 31. Oktober 2005 bis zum 16. November 2007 sowie vom 16. November 2015 bis zum 13. Dezember 2023, die polnische Regierung.
Auf europäischer Ebene war die PiS bis zur Europawahl 2009 führendes Mitglied der nationalkonservativen Europapartei Allianz für ein Europa der Nationen (AEN) und der Europaparlamentsfraktion Union für ein Europa der Nationen (UEN). Danach beteiligte sie sich an der Gründung der neuen konservativ-europaskeptischen Fraktion Europäische Konservative und Reformer (EKR) sowie der Partei Allianz der Konservativen und Reformer in Europa (ACRE).
Inhaltliches Profil
Innenpolitik
Programmatisch betont sie den Ausbau der inneren Sicherheit durch die Verschärfung der Strafgesetze und den Kampf gegen Korruption. Die Partei spricht sich für die Veröffentlichung der Vermögensverhältnisse von Politikern und Beamten aus.<ref>Prawo i Sprawiedliwość. In: money.pl. 21. April 2009, abgerufen am 31. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zur Parlamentswahl 2005 wurde eine neue Verfassung (IV Rzeczpospolita; „Vierte Republik“) vorgestellt,<ref>Projekt Konstytucji Rzeczypospolitej Polskiej autorstwa PiS. (PDF) In: pis.org.pl. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Mai 2015; abgerufen am 31. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> welche die infolge des durchgeführten Transformationsprozesses angeblich weiterhin bestehenden kommunistischen Seilschaften beenden sollte.
Auch die Einführung der Todesstrafe, die Bekanntmachung aller kommunistischen Geheimagenten und ein semipräsidentielles Regierungssystem waren Programmpunkte.<ref>Referendum i kara śmierci. In: pis.org.pl. 6. August 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2015; abgerufen am 31. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bisher kam es jedoch zu keiner Umsetzung dieser Postulate.
Die PiS tritt für traditionelle Werte ein und vertritt meist Positionen, die denen der katholischen Kirche nahestehen. Sie spricht sich gegen die Legalisierung der Sterbehilfe, Abtreibung sowie die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften aus.<ref>PiS przeciwne eutanazji. In: wiadomosci.dziennik.pl. 9. März 2009, abgerufen am 3. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>PiS chce pilnego zwołania komisji ws. projektu zakazującego aborcji. In: wiadomosci.gazeta.pl. 28. Juli 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2015; abgerufen am 3. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Auch in dem Verfassungsprojekt aus dem Jahr 2010 werden dem Präsidenten mehr Kompetenzen zugeschrieben. Er könnte beispielsweise den Vorsitzenden und Stellvertretenden des Verfassungsgerichtshofes eigenständig wählen. Sollte das Staatsoberhaupt ein Gesetz nicht akzeptieren, könnte er ein Referendum veranlassen und bei positivem Ausgang Neuwahlen beantragen. Weiterhin hätte er die Möglichkeit, Dekrete zu erlassen. Das Quorum für Referenden soll von derzeit 50 % auf 30 % herabgesetzt werden. Die Einführung eingetragener Partnerschaft wäre verfassungswidrig. Im Wahlprogramm des Jahres 2014 soll der Ministerpräsident mehr Befugnisse erhalten. Bei wichtigen Staatsangelegenheiten könnte er seinen Ministern bindende Aufträge erteilen. Der Justizminister soll zugleich Generalstaatsanwalt sein. Der Anteil ausländischer Medien soll anhand eines Anti-Monopolgesetzes reguliert werden. Das Bildungswesen soll dahingehend verändert werden, dass eine Auflösung der Gymnasien erfolgt und somit die im Jahr 1999 durchgeführte Schulreform rückgängig gemacht wird.<ref>Wybory parlamentarne 2015. Podatki, ustrój, prawa obywateli. Krótki opis partyjnych programów wyborczych. In: wyborcza.pl. 23. Oktober 2015, abgerufen am 30. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein allgemeiner und kostenloser Zugang zur Vorschulerziehung wird befürwortet.<ref name="pis.org" />
Wirtschaft
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik hat Recht und Gerechtigkeit ein wohlfahrtsstaatliches Programm. Ihrer Ansicht nach soll der Staat eine regulierende und intervenierende Rolle auf Wirtschaft und Gesellschaft einnehmen,<ref>Cäcilie Schildberg: Politische Identität und Soziales Europa. Parteikonzeptionen und Bürgereinstellungen in Deutschland, Großbritannien und Polen. VS Verlag, Wiesbaden 2010, S. 322.</ref> um das Nationaleinkommen gleichmäßiger zu verteilen. Die Partei verspricht ein „solidarisches Polen“ – ein Konzept, das man dem Konzept eines „liberalen Polen“ der Bürgerplattform gegenüberstellen kann.<ref name="Pankowski10_163" /> Während letztere 2005 noch für eine Flat Tax eintrat,<ref>Frances Millard: Party politics in Poland after the 2005 elections. In: Reinventing Poland. Economic and political transformation and evolving national identity. Routledge Abingdon (Oxon)/New York 2008, S. 65–82, auf S. 75.</ref> befürwortet PiS eine dritte Einkommensteuerstufe (39 %) für Personen mit einem Einkommen von über 300.000 Złoty.<ref name="pis.org">Program PiS 2014. In: pis.org.pl. 15. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Mai 2015; abgerufen am 31. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es soll eine verringerte Körperschaftsteuer in Höhe von 15 % für Kleinunternehmen eingeführt werden. Bei der Rentenversicherung sollen die Bürger eine Auswahl zwischen dem privaten Rentenfonds (OFE) und dem staatlichen Umlagesystem (ZUS) haben.<ref>OFE czy ZUS? PiS: Wybór ma być ostateczny. In: wiadomosci.dziennik.pl. 23. Dezember 2013, abgerufen am 3. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die vollständige Anmeldung von Geschäftstätigkeit soll erst nach Erwirtschaftung von Einkommen obligatorisch sein. Zusätzlich wären Sozialversicherungsbeiträge und Steuern erst nach 18 oder 24 Monaten abzuführen. Für Start-up-Unternehmen mit einer negativen Bonität soll eine staatliche Förderbank nach Analyse des Geschäftsmodells gegebenenfalls zinsgünstige Kredite vergeben. Weiterhin wird ein familienfreundlicheres Steuermodell angestrebt.<ref>Jak ulżyć przedsiębiorcom? Oto 10 pomysłów PiS-u. In: bankier.pl. 18. Februar 2014, abgerufen am 31. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
PiS spricht sich gegen die Privatisierung von strategisch wichtigen Staatsunternehmen aus. Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sollen die Rentenbeiträge für junge Arbeiter um 50 % reduziert werden. Unternehmen in wirtschaftlich schwachen Regionen sollen vom Staat gefördert werden.<ref name="pis.org" />
Die PiS-Partei versprach vor der Parlamentswahl 2015 zum alten Renteneintrittsalter von 65 Jahren für Männer und 60 Jahren für Frauen zurückzukehren, den Steuerfreibetrag auf 8000 Złoty zu erhöhen und ein Kindergeld von 500 Złoty ab dem zweiten Kind (bei einkommensschwachen Familien bereits ab dem ersten Kind) einzuführen. Der Mehrwertsteuersatz soll auf 22 % abgesenkt werden. Die Partei ging von einer jährlichen Mehrbelastung von 39 Mrd. Złoty für den Staatshaushalt aus. Zur Gegenfinanzierung wurde die Beseitigung von Steuerschlupflöchern genannt. Kritiker warfen der PiS eine geschönte Einnahmen-Ausgaben-Rechnung vor.<ref>PiS odpowiada na Grecję. In: rp.pl. 4. Juli 2015, abgerufen am 12. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Programm wurde nach dem Wahlsieg der PiS 2015 unter dem Namen pięćset plus (500+) eingeführt. Das Kabinett Tusk III (KO) hob diese Zahlungen wie im Wahlkampf 2023 angekündigt Anfang 2024 auf 800 Złoty an und veranlasste mit entsprechenden Konsequenzen für den Haushalt Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst um 30 % bzw. 20 %.<ref>Pierwsze wypłaty 800 plus już na kontach rodziców. 2. Januar 2024, abgerufen am 22. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Donald Tusk potwierdza. Nauczyciele dostaną 30 proc., strefa budżetowa 20 proc. podwyżki. 12. Dezember 2023, abgerufen am 22. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Während eines Parteitags im September 2015 wurden die federführenden Wahlkampfversprechen um kostenlose Arzneimittel für Senioren (ab dem 75. Lebensjahr), ein Stundenmindestlohn von 12 Złoty und die Bevorzugung von heimischen Unternehmen bei lokalen Ausschreibungen erweitert.<ref>Obietnice PiS: darmowe leki dla seniorów, Rodzina 500 +, 15 proc. stawka CIT. In: wp.pl. 12. September 2015, abgerufen am 12. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Gesundheitssystem soll direkt aus dem Staatshaushalt finanziert werden, was die Abschaffung des Nationalen Gesundheitsfonds bedeutet.
Unter der Regierung von Mateusz Morawiecki und im Nachgang der Wahl 2023 positionierte sich die Partei als Fürsprecherin ambitionierter Infrastruktur- und Energieprojekte wie beim Bau des Zentralflughafens und von Small Modular Reactors. Damit sollten jüngere Wähler angesprochen und überparteiliche Zusammenarbeit ermöglicht werden. Für diese Initiative zeichnete später Morawieckis Gefolgsmann Marcin Horała verantwortlich.<ref>Wyborcza.pl. Abgerufen am 22. April 2026.</ref>
Außen- und Europapolitik
Das außen- und europapolitische Programm von Recht und Gerechtigkeit betont die nationale Souveränität und eine Politik zum eigenen Vorteil Polens. PiS gilt als proamerikanisch, aber teilweise europaskeptisch und steht Deutschland und Russland kritisch gegenüber. Den Beitritt Polens zur Europäischen Union lehnte die PiS zwar nicht ab, erklärte aber, die Eigenständigkeit Polens zu schützen, soweit es um die Themen „Schutz des Lebens“ (Abtreibung und Sterbehilfe), Ehe, Familie und Erziehung gehe.<ref name="KAS2005" />
Eine europäische Integration wünscht sich die Partei hingegen in den Bereichen Sicherheitspolitik und Verteidigung sowie Energiesicherheit. Der damalige Präsident und vorherige Europa-Abgeordnete der PiS Andrzej Duda spricht sich für eine von Jean-Claude Juncker vorgeschlagene europäische Armee aus, solange sie die NATO nicht schwächt.<ref name="Polskie Radio">Polityka zagraniczna wg PiS. In: polskieradio.pl. 31. Januar 2009, abgerufen am 31. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Andrzej Duda popiera utworzenie europejskiej armii. Warunkiem działanie w ramach NATO. In: telewizjarepublika.pl. 10. März 2015, abgerufen am 31. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> PiS ist gegen eine von der Europäischen Union vorgeschlagene Quote zur Verteilung von Flüchtlingen auf die Mitgliedsstaaten, sie spricht sich für eine souveräne Entscheidung diesbezüglich aus.<ref>PO i PIS jednym głosem w sprawie imigrantów. Decyzje dopiero po wyborach. In: gazetaprawna.pl. 1. September 2015, abgerufen am 13. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Partei kritisiert eine mangelnde Solidarität Deutschlands gegenüber der Europäischen Union, wenn es zum Beispiel um den Bau der Nord-Stream-Pipeline geht.<ref name="Polskie Radio" />
Die Partei lehnte den Vertrag über eine Verfassung für Europa von 2004 ab und verteidigte den damals noch geltenden Vertrag von Nizza.<ref name="KAS2005" /> Hauptstreitpunkt war das vom Verfassungsvertrag vorgesehene Verfahren der Doppelten Mehrheit im EU-Ministerrat. Stattdessen machte sich die PiS-geführte Regierung Mitte 2007 für eine Quadratwurzel-Formel stark, die zu einem geringeren Stimmgewicht der größten Mitgliedstaaten geführt hätte, sich aber nicht durchsetzen ließ.<ref>Veronica Ziemer: Zwischen Europa und Amerika. Polens Außen- und Sicherheitspolitik nach 1989. VS Verlag, Wiesbaden 2009, S. 147.</ref> Dem Vertrag von Lissabon stimmte PiS dann aber mehrheitlich zu. In den damaligen Verhandlungen bestand die damalige PiS-Regierung, neben Großbritannien auf Ausnahmeregelungen (Opt-out), wodurch die Grundrechtecharta in diesen Ländern nur teilweise anwendbar ist.<ref>Przeczytaj, co jest w traktacie lizbońskim. In: wiadomosci.dziennik.pl. 2. April 2008, abgerufen am 31. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Unter PiS-Führung trat Polen innerhalb der EU als Fürsprecher der Interessen der östlichen Partner und potentiellen Beitrittskandidaten Ukraine, Moldau und Belarus auf.<ref name="KAS2005" />
Die PiS-geführte Regierung von Kazimierz Marcinkiewicz bzw. Jarosław Kaczyński baute die strategische Partnerschaft Polens mit den USA weiter aus und betonte sie noch stärker als zuvor.<ref name="KAS2005" /> Unter anderem wurden offizielle Gespräche über die Installation eines amerikanischen Raketenabwehrkomplexes geführt.
Laut Kai-Olaf Lang gibt es im direkten Vergleich zwischen Prawo i Sprawiedliwość und Fidesz „trotz zahlreicher Parallelen […] durchaus substantielle Unterschiede.“ Diese Differenzen spiegeln sich insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik wider. Während Fidesz für eine engere Zusammenarbeit mit Russland – insbesondere im Bereich der (energie)wirtschaftlichen Politik – anstrebt, setzt sich PiS für die Ukraine und andere Nachbarstaaten Russlands ein. Auch wenn sich in der Partei zunehmend Ukraine-kritische Strömungen etablieren, welche beispielsweise das Wolhynien-Massaker thematisieren, so ist diese Ausrichtung wegen „sicherheitspolitischer und strategischer Kalküle“ und der daraus resultierenden Russlandskepsis eingegrenzt. Dementsprechend spricht sich PiS für eine dauerhafte Stationierung von NATO-Truppen sowie ein stärkeres transatlantisches Bündnis aus. In der Europapolitik möchte sie die Souveränität von Nationalstaaten in der Europäischen Union stärker betonen und die aus ihrer Sicht zentralisierte und von christlichen Werten abgekommene EU reformieren. Während Fidesz die EU-Mitgliedschaft vorwiegend unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, wird das europäische Projekt durch die PiS weitaus wichtiger angesehen. Deren Vision ist an dem gaullistischen Verständnis von einem „Europa der Vaterländer“ angelehnt.<ref>Kai-Olaf Lang: Zwischen Rückbesinnung und Erneuerung. Polens PiS und Ungarns Fidesz im Vergleich. In: Osteuropa, 1-2.2016, S. 70–72.</ref>
Bei PiS und Fidesz sei die Europapolitik eine „Geisel“ der Innenpolitik, wobei die „Anti-(Brüssel-) Kampagne“ im Falle Ungarns ein deutlich größeres Ausmaß aufweise. PiS sehe in dem Konzept des Europas mehrerer Geschwindigkeiten eine Bedrohung, da sie zu einer „Marginalisierung der Bedeutung“ Polens führen könne.<ref name="BPB" />
Rhetorik
Laut Klaus Bachmann hat die PiS und vor allem ihre Führungspersonen Lech und Jarosław Kaczyński in ihrer Rhetorik oft einen Gegensatz zwischen dem „einfachen Volk“ und „kosmopolitischen, potentiell landesverräterischen Eliten“ dargestellt. Sie richteten sich gegen das postkommunistische Establishment der Nachwendezeit und angebliche Verschwörungen von ehemaligen Angehörigen des kommunistischen Geheimdienstes Służba Bezpieczeństwa (SB). Polen habe sich nach ihrer Ansicht nach der Wende nicht zu einer liberalen, marktwirtschaftlichen Demokratie entwickelt, sondern zu einer „postkommunistischen Fassadendemokratie“, in der korrupte Exkommunisten, Geheimagenten und neureiche Wendegewinnler das Sagen hätten. PiS stellt sich dagegen auf die Seite der „einfachen Bürger“, was sich auch an der Verwendung einer volksnahen Sprache und dem Aufzeigen einfacher und verständlicher, aber auch repressiver und autoritärer Lösungskonzepte zeigt. „Fremde“ Einflüsse will sie zurückdrängen, einen angeblichen „Ausverkauf“ und eine „Auslieferung“ des (ethnisch-kulturell definierten) Volkes an linke und liberale, kosmopolitische Eliten verhindern.<ref>Klaus Bachmann: Populistische Parteien und Bewegungen in Mittelosteuropa. In: Populismus. Gefahr für die Demokratie oder nützliches Korrektiv? VS Verlag, Wiesbaden 2006, auf S. 216–232, auf S. 224.</ref>
Der Literaturwissenschaftler Michał Głowiński sieht in der Partei eine Synthese zwischen romantischem Martyrium und der Narodowa Demokracja. Jarosław Kaczyński berufe sich inflationär auf große Werte, wie Respekt, Würde, Unabhängigkeit, Freiheit oder Einigkeit und eine „moralische Grundordnung“ – scheinbar eine Parodie der katholischen Kirche. Der Flugunfall von Smolensk 2010 werde zum Märtyrertod hochstilisiert.<ref>Retoryka PiS: krótki kurs samoobrony. In: wyborcza.pl. 17. April 2011, abgerufen am 30. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ideologische Einordnung
PiS kann nicht eindeutig einer der westeuropäischen Parteienfamilien zugeordnet werden.<ref name="BaleSzcz06" /> Sie wird zumeist als konservativ<ref name="Ziemer13_193" /><ref>Karin Priester: Rechter und linker Populismus. Annäherung an ein Chamäleon. Campus Verlag, Frankfurt / New York 2012, S. 107.</ref> oder nationalkonservativ<ref>Bettina-Dorothee Mecke: „Im Apostolat der Medien“ – Antisemitismus und Nationalismus im polnisch-katholischen Sender Radio Maryja. In: Populismus in Geschichte und Gegenwart. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, S. 105–129, auf S. 106.</ref><ref>Ulrich Krökel: Die nationale Bewegung in Polen formiert sich – antisemitisch und antieuropäisch. In: Dossier Rechtsextremismus. Bundeszentrale für politische Bildung, 12. Mai 2014.</ref> eingeordnet. Elisabeth Bakke bezeichnet die Partei als national-klerikal<ref>Elisabeth Bakke: Central and East European party systems since 1989. In: Central and Southeast European Politics since 1989. Cambridge University Press, Cambridge / New York 2010, S. 64–90, auf S. 80.</ref> und Wolfgang Merkel verortet die PiS als „nationalistisch-rechtskonservativ“.<ref>Wolfgang Merkel: Systemtransformation. Eine Einführung in die Theorie und Empirie der Transformationsforschung. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, S. 403.</ref> Von verschiedenen Autoren wird sie außerdem als populistisch kategorisiert.<ref name="Pankowski10_163">Rafal Pankowski: The Populist Radical Right in Poland. The patriots. Routledge, Abingdon (Oxon)/New York 2010, S. 151–168, insbesondere auf S. 163.</ref><ref>Stijn van Kessel: Populist Parties in Europe. Agents of Discontent? Palgrave Macmillan, Basingstoke (Hampshire)/New York 2015, S. 62, 121–143.</ref> Kai-Olaf Lang ordnet sie insbesondere der Variante des „Law-and-Order-Populismus“ zu, mit Elementen des nationalkonservativen Populismus. Er bezeichnet sie als „europaskeptisch, aber nicht antieuropäisch“ und „traditionalistisch, nicht aber radikal antimodern“. Daher sieht er sie als Vertreterin eines „weichen Populismus“.<ref name="Lang05_145" /> Kai-Olaf Lang (2023) ordnet die PiS zusammenfassend als „etatistische und sozial-konservative Partei mit antagonisierendem Betriebsmodus sowie einem souveränistisch geprägten und defensiven Blick auf die Außenwelt“ ein. Der PiS gelang es „einen von der progressiven Linken und der marktorientierten Rechten gleichermaßen vernachlässigten Bereich in der polnischen Gesellschaft anzusprechen“, der „mehr soziale Empathie bei gleichzeitiger Ablehnung eines fortschrittlichen Wertedispositivs erwarte[t]. Gleichzeitig sind das der Partei eigene Streben nach Umbau alles andere als Symbole eines evolutionären und bewahrenden Konservatismus.“<ref>Kai-Olaf Lang: Die Welt der PiS. Weltanschauliche Basis und programmatische Leitlinien der polnischen Partei »Recht und Gerechtigkeit«. (PDF) In: SWP-Studie 12. Oktober 2023. S. 32, 36 f., abgerufen am 9. November 2025.</ref> Rafał Pankowski ordnet die Ideologie von PiS als ein „typisches Beispiel für populistische illiberale Demokratie“ ein.<ref name="Pankowski10_163" /> Der polnische Soziologe Mikołaj Cześnik stellt fest, die gesamte PiS-Wahlkampagne sei populistisch, gepaart mit Anti-Elitarismus und Xenophobie. Der patriotisch-nationale Diskurs von PiS könne durchaus Schleusen öffnen bei noch weiter rechts stehenden Gruppierungen.<ref>Karin Koller: „Quo vadis, Polen?“ In: Roland Adrowitzer (Hrsg.): „Rechts um! Wie Europa abgewählt wird.“ Styria, Wien/Graz/Klagenfurt 2016, S. 171 f.</ref>
Das Verhältnis der PiS zum Rechtspopulismus ist unter Experten umstritten. So bezeichnen Karsten Grabow und Florian Hartleb in ihrer Studie rechts- und nationalpopulistischer Parteien in Europa PiS als „Grenzfall“, der nicht unumstritten dieser Kategorie zuzuordnen ist. Jedoch verfolge die Partei einen „klerikal-nationalistischen Kurs“, der von einer strikten Law-and-Order-Politik, „Ideen des Polentums, der Bedeutung der Nation und Nationalkatholizismus“ gekennzeichnet sei.<ref>Karsten Grabow, Florian Hartleb: Mapping Present-day Right-wing Populists. In: Dieselben (Hrsg.): Exposing the Demagogues. Right-wing and National Populist Parties in Europe. CES/KAS, 2013, ISBN 978-2-930632-26-1, S. 13–44, hier S. 38f. Originalzitat: While the label ‘right-wing and national populist parties’ is probably undisputed for most of the parties, some, for example the Polish Law and Justice (Prawo i Sprawiedliwość, PiS), can be seen as borderline cases. […] However, PiS, having absorbed the two rather anarcho-radical populist parties, Self Defence (Samoobrona) and the League of Polish Families (Liga Polskich Rodzin), follows a clerical-nationalistic course that links strict law and order principles (for example, the reintroduction of the death penalty) with ideas of Polishness, the meaning of the nation and national Catholicism.</ref> Klaus Bachmann (2016) hingegen sieht die PiS als rechtspopulistische Partei an.<ref>Klaus Bachmann: Rebellen ohne Grund. Ursachen und Folgen des Wahlsieges der PiS. In: Osteuropa, 66. Jg., 1–2/2016, S. 37–60, hier S. 60ff.</ref> Laut Olga Wysocka (2013) setzte Recht und Gerechtigkeit auf eine populistische Strategie, um eine große konservative Mitte-Rechts-Partei zu etablieren, habe sich dann aber weiter zu einer rechtspopulistischen Partei entwickelt.<ref>Olga Wysocka: Polish Populism. Time for Settlement. In: Karsten Grabow, Florian Hartleb (Hrsg.): Exposing the Demagogues. Right-wing and National Populist Parties in Europe. CES/KAS, 2013, ISBN 978-2-930632-26-1, S. 293–322, hier S. 293.</ref>
Den Politikwissenschaftlern Tim Bale und Aleks Szczerbiak zufolge zeigt PiS zwar einige Elemente christdemokratischer Programmatik oder Rhetorik (soziale Marktwirtschaft; solidarisches Staatsverständnis; traditionelle, christliche Werte) und weist daher „auf den ersten Blick“ starke Ähnlichkeiten zu einer christdemokratischen Partei auf; andererseits konstatieren sie wesentliche Unterschiede zu den etablierten Parteien der europäischen Christdemokratie, weshalb sie „sicherlich keine urbildliche christdemokratische Partei“ sei. Sie beschreiben die Programmatik als „eklektische Mischung aus gesellschaftspolitisch konservativen, wirtschaftlich kollektivistischen und nationalpopulistischen Einflüssen“. Der ideologische Kern der Partei sei dagegen das Streben nach „radikaler Reform des polnischen Staats“ hin zu einer „neuen, moralischen politischen und gesellschaftlichen Ordnung“.<ref name="BaleSzcz06">Tim Bale, Aleks Szczerbiak: Why is there no Christian Democracy in Poland (and why does this matter)? SEI Working Paper No. 91. Sussex European Institute, Brighton, Dezember 2006, S. 19–21.</ref> Laut Dominika Sozańska könnte man PiS als „eine Art Krypto-Christdemokratie“ beschreiben. Einerseits enthielten ihre Programme typische christdemokratische Elemente wie Achtung der Menschenwürde, Bezugnahmen auf die katholische Soziallehre, christliche Werte als Grundlage der gesellschaftlichen Ordnung (nicht nur in Polen, sondern auch der EU) sowie das Prinzip der Solidarität und wechselseitigen Verantwortung zwischen den Generationen und den gesellschaftlichen Schichten. Andererseits würde sie es konsequent vermeiden, sich als christdemokratische Partei zu bezeichnen oder sich eindeutig zu diesem Konzept zu bekennen.<ref>Dominika Sozańska: Konkurenci czy partnerzy? 2009, auf S. 463.</ref>
Minderheits- und Koalitionsregierung (2005–2007)
Nach dem Wahlerfolg 2005, mit dem die PiS stärkste Partei im Sejm wurde, strebte sie verabredungsgemäß zunächst eine Koalition mit der liberal-konservativen Bürgerplattform (PO) an. Jedoch brach die PO die anfangs vorgesehene Koalition mit der PiS wegen angeblich nicht abgesprochenen Personalentscheidungen, wie zum Beispiel die von der PiS vorgeschlagenen Nominierung und Wahl von Marek Jurek zum Sejmmarschall ab.
Nachdem die PO eine Regierungsbeteiligung abgelehnt hatte, stellte der damalige Premierminister Kazimierz Marcinkiewicz zunächst eine Minderheitsregierung vor, die auf die Unterstützung der katholisch-nationalkonservativen Liga polnischer Familien (LPR) sowie der in der Wirtschaftspolitik links und in gesellschaftspolitischen Fragen katholisch-konservativ orientierten Samoobrona (dt. Selbstverteidigung) von Andrzej Lepper angewiesen war. Beide Parteien schlossen sich im Mai 2006 der Regierung an, wodurch sie eine Mehrheit bekam.
Im September 2006 zerbrach diese Regierungsmehrheit nach Konflikten um den Haushalt und den Einsatz polnischer Soldaten im Irak. In der Folge wurde durch Videoaufnahmen belegt, dass der PiS-Abgeordnete Adam Lipiński versucht hatte, die Samoobrona-Abgeordnete Renata Beger unter Zusage von Regierungsposten und finanzieller Unterstützung zum Wechsel zur PiS zu bewegen.<ref>„Das ist das polnische Watergate“, Tagesschau vom 27. September 2006.</ref>
In den zwei Jahren, in denen die PiS regierte, wurde mehrfach der oberste Polizeichef gewechselt, fünfmal gab es einen Wechsel an der Spitze des Finanzministeriums und zweimal einen solchen an der Spitze des Innenministeriums. Überdies wurde zweimal ein Koalitionsvertrag mit der Samoobrona und LPR geschlossen.
Aus einer vom Institut TNS OBOP durchgeführten Umfrage geht hervor, dass 50 % der Polen die zweijährige Regierungsbeteiligung als „schlecht“ beurteilten, wobei der Anteil an zufriedenen Meinungen annähernd so groß war. Die Mehrheit der Befragten gibt zu, dass Verbesserungen in Bereichen, wie Wirtschaftswachstum, Bekämpfung von Korruption, Sicherheitsgefühl, oder die Abrechnung mit dem Kommunismus stattgefunden haben, wobei dies mit einer Verschlechterung der Lebensverhältnisse von einfachen Bürgern sowie deren Beziehungen untereinander einhergeht. Auch die Entwicklung bezüglich der Freiheit von Bürgern, oder der Position Polens in Europa und der Welt werden negativ angesehen.<ref>Jak zapisały się w historii dwa lata rządów PiS? In: tvn24.pl. 11. Januar 2008, abgerufen am 1. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Während der Regierungszeit konnte das Land die höchste BIP-Wachstumsrate in ihrer Geschichte erzielen, jedoch ist umstritten wie groß der Einfluss der Politik dabei war. Durch eine Initiierung bezüglich der Verringerung von Rentenbeiträge, welche unter der späteren Koalition PO-PSL vollendet wurde, konnte der Wirtschaft zwar geholfen werden, aber erst in den späteren Krisenjahren. Kritiker werfen der Partei vor die zwei Jahre mit hervorragender Konjunktur nicht optimal ausgenutzt zu haben. Prawo i Sprawiedliwość verringerte Steuersätze in verschiedenen Bereichen und schuf auch die höchste Stufe der Einkommenssteuer von 40 % ab, jedoch ist strittig inwieweit dies eine Fortsetzung der Politik der Vorgängerregierung war.<ref>Gospodarka kocha PiS. In: wyborcza.biz. 28. Mai 2010, abgerufen am 1. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Złe dla gospodarki rządy PiS? To nieprawda: Obniżki podatków, ograniczanie danin i biurokracji ZOBACZ DANE. In: wgospodarce.pl. 3. Juli 2015, abgerufen am 1. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Während der PiS-Regierung wurde 2005 das Amt der Gleichstellungsbeauftragten abgeschafft.<ref>Uta Klein: Chancen und Grenzen der EU-Gleichstellungspolitik in den mittel- und osteuropäischen Staaten. In: Wohlfahrtsstaaten und Geschlechterungleichheit in Mittel- und Osteuropa. VS Verlag, Wiesbaden 2009, S. 249–267, auf S. 264.</ref>
Im November 2005 verhängte Russland ein Embargo auf den Import von Fleisch und pflanzlichen Produkten aus Polen, wonach im darauffolgenden Jahr die polnische Außenministerin Anna Fotyga ein Veto gegen weitere Verhandlungen an einem neuen Vertrag zwischen der EU und Russland einlegte.<ref name="Antoni Dudek">Antoni Dudek: Historia polityczna Polski 1989–2012. Kraków: Znak, 2013, auf S. 569–571, ISBN 978-83-240-2130-7.</ref>
Während der Regierungszeit wurde das Zentrale Antikorruptionsbüro geschaffen.<ref>GŁOSOWANIE Nr 37 – POSIEDZENIE 17. Dnia 12-05-2006 Godz. 10:27. In: orka.sejm.gov.pl. Abgerufen am 31. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
PiS unterstützte die Teilnahme polnischer Soldaten beim Irakkrieg und stellte sich gegen einen sofortigen Rückzug der Truppen. Ein durch Polen eingelegtes Veto ist von der EU bei einem Treffen mit Russland in Samara befürwortet worden. Im Dezember 2006 verfügte die Regierung ein Flüssiggasterminal in Świnoujście zu bauen. Darüber hinaus entschied man sich zum Kauf einer modernisierungsbedürftigen Raffinerie in Mažeikiai durch PKN Orlen.<ref name="Antoni Dudek" />
Die PiS in der Opposition (2007–2015)
Bei den Parlamentswahlen am 21. Oktober 2007 verlor die PiS ihre Führungsrolle trotz prozentualer Stimmgewinne und erhielt 32,16 % der Stimmen.<ref name="tvn24"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wybory do parlamentu Rzeczpospolitej Polskiej 2007 ( vom 23. Oktober 2007 im Internet Archive), TVN24.pl</ref> Bei den Parlamentswahlen am 9. Oktober 2011 erhielt die PiS 29,9 % der Stimmen und wurde damit wieder zweitstärkste Fraktion hinter der Bürgerplattform. Der Wahlausgang war die sechste Wahlniederlage der PiS seit 2007.
Beim Flugunfall von Smolensk 2010 verlor die PiS zahlreiche führende Politiker, allen voran den damaligen Staatspräsidenten Lech Kaczyński.
Erste Alleinregierung (2015–2019)
Prawo i Sprawiedliwość gewann die Parlamentswahl im Jahr 2015 mit 37,6 % und erhielt 235 der 460 Mandate im Sejm, hatte dort also eine absolute Mehrheit. Auch im Senat hatte die PiS eine absolute Mehrheit. Die erste Sitzung des Sejm wurde von Präsident Duda auf den 12. November 2015 festgelegt.<ref>Pierwsze posiedzenie Sejmu 12 listopada. Kiedy nowy rząd? In: newsweek.pl. 5. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. November 2015; abgerufen am 9. November 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Partei trat mit dem Wahlslogan „dobra zmiana“ (deutsch: gute Veränderung) an.
Am 16. November 2015 wurde Beata Szydło vom amtierenden Präsidenten Andrzej Duda vereidigt und führte zusammen mit ihrem Kabinett die Regierung.<ref>Prezydent Andrzej Duda powołał nowy rząd. Pokieruje nim Beata Szydło. In: wyborcza.pl. 16. November 2015, abgerufen am 17. November 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Regierungserklärung vor dem Sejm fand am 18. November 2015 statt, gefolgt von einer Vertrauenswahl durch das Parlament.<ref>Jutro w Sejmie expose Beaty Szydło i głosowanie nad wotum zaufania dla rządu. In: dziennik.pl. 17. November 2015, abgerufen am 17. November 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach dem Rücktritt von Szydło amtierte das Kabinett Morawiecki I vom 11. Dezember 2017 bis zum 12. November 2019.
Außen- und Europapolitik
2016 wurde auf Initiative des Präsidenten Duda und seiner kroatischen Amtskollegin Kolinda Grabar-Kitarović die Drei-Meere-Initiative gegründet. Nach Matthias Krupa sei diese „von den PiS-Strategen zunächst ausdrücklich als Gegengewicht in der EU gegen Deutschland und Frankreich geplant“ gewesen, entwickelte sich aber aufgrund mangelnder Unterstützung durch andere zu einer Initiative für Infrastrukturprojekte. In einer Analyse für die Bundeszentrale für politische Bildung im Jahr 2017 sahen die Autoren Aleksander Fuksiewicz und Agnieszka Łada in dem Engagement der PiS in der Visegrád-Gruppe oder der Drei-Meere-Initiative den Versuch, regionale Beziehungen zu stärken. Trotzdem herrsche bei den Mitgliedern Uneinigkeit über die europäische Integration oder die Haltung gegenüber einer deutschen Führungsrolle. Als Donald Trump während seines Aufenthalts in Warschau zugleich als Ehrengast bei dem zweiten Kongress der Drei-Meere-Initiative teilnahm, wurden Befürchtungen laut, dass alte Gräben zwischen Ost und West, alten und neuen EU-Ländern aufgerissen werden könnten.<ref name="BPB">Analyse: Wann sind zwei plus zwei nicht vier? Die Visegrád-Gruppe und die Zukunft Europas. In: bpb.de. 4. Juli 2017, abgerufen am 25. März 2018.</ref><ref>Trump umgarnt die Polen. In: zeit.de. 28. Juni 2017, abgerufen am 25. März 2018.</ref>
Die Wiederwahl des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk sollte aus innenpolitischen Gründen blockiert werden; das Scheitern dieses Versuchs wurde als Niederlage empfunden. Die vorgeschlagene Alternativkandidatur Jacek Saryusz-Wolski wurde selbst vom gesinnungsnahen Ungarn nicht unterstützt.<ref name="BPB" /> Spöttisch wurde auch von „27:1“ gesprochen, was Polens Isolation in Europa unter PiS verdeutlichen soll.<ref>Kalkulierte Konfrontation. In: zeit.de. 9. März 2017, abgerufen am 25. März 2018.</ref><ref>Tusk wygrał 27:1. Jak wyglądał ten dzień? In: wyborcza.pl. 9. März 2017, abgerufen am 25. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
2022 forderte die von der PiS geführte polnische Regierung in einer diplomatischen Note von der Bundesregierung in Berlin die Aufnahme von Verhandlungen über Reparationen wegen der von den deutschen Besatzern zu verantwortenden Verluste und Schäden während des Zweiten Weltkriegs. Die Bundesregierung wies dies mit dem Argument zurück, die Forderungen seien im Lichte des Völkerrechts erledigt.<ref>Berlin weist polnische Reparationsforderung zurück n-tv.de, 2. September 2022.</ref>
Verfassungsgerichtshof
Medienreform
Am 30. Dezember 2015 stimmte der Sejm über eine Änderung des Gesetzes bezüglich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ab. Die Änderung sah vor, dass die Ämter der Vorstandsmitglieder sowie des Aufsichtsrats des öffentlichen Fernsehens, Telewizja Polska, und des öffentlichen Rundfunks, Polskie Radio, mit Inkrafttreten des Gesetzes enden. Die Entscheidung über die Berufung der Mitglieder lag bis zur Ernennung des „Rates Nationaler Medien“ (RMN) ausschließlich im Einflussbereich des Ministers für Staatsvermögen. Die Oppositionsparteien und ausländische Nichtregierungsorganisationen wie Reporter ohne Grenzen kritisierten, dies gefährde die Unabhängigkeit der öffentlichen Medien. Die PiS behauptete hingegen, die Änderungen seien mit den Regeln der Europäischen Union vereinbar. Der Mechanismus sei schon in den vergangenen Jahren angewandt worden, sodass im Endeffekt immer die Vertreter einzelner Parteien Einfluss auf den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk hätten.<ref>Sejm uchwalił nowelizację tzw. ustawy medialnej. In: tvn24.pl. 30. Dezember 2015, abgerufen am 8. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die PiS plante darauffolgend die Verabschiedung eines „großen Mediengesetzes“ zum 1. Juli 2016. Der vorläufige Entwurf sah die Gründung eines „Rates Nationaler Medien“ (RMN) vor, welcher für die Berufung der Senderchefs bei Fernsehen, Radio und Presseagentur zuständig ist. Eine mit der Stromrechnung abgerechnete, audiovisuelle Abgabe sollte das kaum funktionierende Gebührensystem ersetzen und Radio und Fernsehen von Werbeerlösen unabhängiger machen.<ref>Kämpfe an der polnischen Medienfront. In: Frankfurter Rundschau. 27. April 2016, abgerufen am 28. April 2016.</ref> Bisher gelang es der Regierung nicht, diese Abgabe einzuführen (Stand: Dezember 2017)<ref>Kiedy zaczniemy płacić na TVP? Ujawniamy półprawdy PiS. In: Gazeta Wyborcza. 28. August 2017, abgerufen am 28. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der Rat Nationaler Medien besteht aus fünf Mitgliedern. Drei bestimmt die Sejmmehrheit und die restlichen zwei ernennt der amtierende Präsident aus Kandidaten, die von den beiden größten Oppositionsparteien im Parlament vorgeschlagen werden.<ref>Wiceminister Czabański: Rada Mediów Narodowych może ruszyć jeszcze w lipcu. In: dziennik.pl. 7. Juli 2016, abgerufen am 7. Juli 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wirtschaft und Sozialpolitik
Am 29. Dezember 2015 stimmte der Sejm über eine neue Bankenabgabe in Höhe von 0,44 Prozent der Aktiva ab, welche ebenfalls Versicherungsunternehmen sowie andere Finanzdienstleister einschließt. Die Abgabe soll dem Staatshaushalt zusätzlich fünf Milliarden Złoty Mehreinnahmen bringen.<ref>Sejm uchwalił podatek bankowy. In: rp.pl. 29. Dezember 2015, abgerufen am 8. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 14. Juni 2016 wurde der Steuerentwurf für den Einzelhandel angenommen. Die zusätzliche Abgabe soll die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Läden stärken. Die Steuer wird sich nach dem Umsatz richten (nicht wie im Wahlkampf angekündigt nach der Verkaufsfläche) und einen Stufentarif aufweisen. So wird bei einem Erlös zwischen 17 Millionen und 170 Millionen Złoty monatlich der Steuersatz 0,8 Prozent und bei über 170 Millionen Złoty 1,4 Prozent angesetzt. Wer unter der Schwelle liegt, zahlt die zusätzliche Steuer nicht. Elektronischer Handel, der Handel mit Medikamenten, gewissen Lebensmitteln sowie Kohle, Gas und Öl zu Heizzwecken sind nicht betroffen. Die zusätzlichen Einnahmen werden auf 1,53 Milliarden jährlich geschätzt.<ref>Polnische Regierung bringt Steuer für Einzelhandel auf den Weg. In: AFP. Investing.com, 15. Juni 2016, abgerufen am 15. Juni 2016.</ref><ref>Rząd przyjął projekt ustawy o podatku od handlu. In: Gazeta Wyborcza. 14. Juni 2016, abgerufen am 15. Juni 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Supermarktsteuer wurde von der EU-Kommission außer Kraft gesetzt. Es wird geprüft, ob es sich um verbotene staatliche Beihilfe handeln könnte.<ref>EU-Kommission kassiert polnische Supermarktsteuer. In: Der Standard. 19. September 2016, abgerufen am 20. September 2016.</ref>
Der Senkung der Körperschaftssteuer von 19 auf 15 Prozent für Unternehmen mit einem Umsatz von unter 1,2 Millionen Euro jährlich wurde im Sejm zugestimmt. Laut Daten aus dem Jahre 2014 könnten circa 393.000 Firmen von dem verringerten Steuersatz betroffen sein. Die neue Regelung soll zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.<ref>Rząd przyjął projekt ustawy o obniżeniu podatku CIT dla małych firm. In: money.pl. 21. Juni 2016, abgerufen am 22. Juni 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Präsident Duda unterschrieb am 30. Juli 2016 eine neue Steuerregelung für Werften. Die Produktion von Schiffen und der Import von Teilen sind nach neuer Verordnung bereits im Voraus von der Mehrwertsteuer befreit. Somit entfällt der bisher nötige Antrag auf Wiedererstattung. Das Unternehmen kann sich anstatt der bisherigen 19-prozentigen Körperschafts- oder Einkommensteuer nun auch für eine Pauschalsteuer in Höhe von 1 Prozent des Verkaufserlöses entscheiden. Die Reform soll die Errichtung einer Sonderwirtschaftszone erleichtern und den Zugang zu EU-Fördermitteln ermöglichen. Regierungsangaben zufolge sollen dadurch 3000 neue Arbeitsplätze entstehen.<ref>Ustawa o aktywizacji przemysłu okrętowego – z podpisem prezydenta. In: Onet.pl. 31. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. Juli 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Regierung führte das Kindergeld Rodzina 500 Plus („Familie 500 Plus“) ein, das der Familie bis zum 18. Lebensjahr des Kindes zusteht. Es soll ohne Berücksichtigung des Einkommens ab dem zweiten Kind ausgezahlt werden und 500 Złoty betragen. Die Sozialleistung greift bei einkommensschwachen Familien ab dem ersten Kind.<ref>Jak dostać 500 zł na dziecko? Rząd podał szczegóły. In: wp.pl. 1. Februar 2016, abgerufen am 8. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ungefähr 278.000 zusätzliche Geburten innerhalb von zehn Jahren werden prognostiziert. Die Gesamtkosten für das Jahr 2016 wurden auf circa 17 Milliarden Złoty beziffert, wobei angenommen wurde, dass ein großer Teil in Form von Konsumsteuern wieder an den Fiskus fließe.<ref>Dzięki 500 plus liczba urodzeń zwiększy się o 278 tys. w ciągu 10 lat. In: biznes.pl. 7. Februar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Rodzina 500 plus przyjęta przez Sejm. Poprawki opozycji odrzucone. In: money.pl. 11. Februar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die von der PO-Regierung durchgeführte Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 wurde rückgängig gemacht, das Alter auf 65 bei Männern und 60 bei Frauen herabgesetzt.<ref>Bunt ministrów stłumiony? Rząd poparł obniżenie wieku emerytalnego, newsweek.pl (polnisch)</ref>
Militär
Der Verteidigungsminister Antoni Macierewicz strebte die Bildung paramilitärischer Einheiten zur Landesverteidigung an. Diese sollen 35.000 Freiwillige umfassen und eine enge Zusammenarbeit mit der Armee eingehen. Kritiker bemängeln, dass kein strategischer Mehrwert bestehe. Vielmehr sollte in die Modernisierung der Armee investiert werden.<ref>Polen gründet zivile Einheit zur Landesverteidigung. In: Die Zeit. 3. Juni 2016, abgerufen am 6. Oktober 2016.</ref><ref>Polen will Zehntausende Zivilisten bewaffnen. In: Die Welt. 4. Juni 2015, abgerufen am 6. Oktober 2016.</ref>
Joseph Croitoru schrieb 2016 in einem Feuilleton für die FAZ bezüglich des NATO-Gipfels in Warschau von einem „parteiübergreifende[n] Konsens“, wenn es um militärischen Patriotismus geht. So sind sich die beiden größten Parteien (Bürgerplattform und PiS) beim Thema nationale Sicherheit „überraschend nah“. Die von dem Staatspräsidenten Duda unterzeichnete Gesetzesnovelle zur Stationierung ausländischer Truppen wurde beispielsweise von der Vorgängerregierung PO-PSL vorgeschlagen.<ref>Ein Land im Waffenrausch als Vorbild für Europa. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. Juni 2016, abgerufen am 6. Oktober 2016.</ref>
Im Oktober 2016 entschied sich die PiS-Regierung gegen einen Kauf von 50 Mehrzweckhubschrauber des Typs H225M Caracal zum Preis von 3,5 Milliarden Dollar. Das von Airbus vorgeschlagene Kompensationsgeschäft wurde vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung als unzureichend eingestuft.<ref>Czarne Jastrzębie zadziobały afrykańskiego kota. Polska armia nie kupi Caracali. In: Polityka. 5. Oktober 2016, abgerufen am 6. Oktober 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Auf Initiative des Verteidigungsministers Macierewicz wurde im Sejm über eine Gesetzesnovelle zur Erhöhung der Militärausgaben abgestimmt. Dem Gesetzestext zufolge wird sich zukünftig der Wehretat gemäß NATO-Methodologie an das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr richten und nicht wie zuvor anhand des vorjährigen BIP ermittelt werden. Überdies soll im Zeitraum von 2020 bis 2030 die Verteidigungsausgaben um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 % des Bruttoinlandsproduktes erhöht werden. Am 23. Oktober 2017 unterzeichnete Präsident Duda die Novellierung.<ref>Sejm za podwyższeniem limitu żołnierzy zawodowych. Teraz podpis prezydenta. In: defence24.pl. 29. September 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Prezydent podpisał ustawę podnoszącą wydatki obronne. In: PAP. 23. Oktober 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Adam Duda, General und ehemaliger Vorsitzender des Rüstungsinspektorates (polnisch: Inspektorat Uzbrojenia), stellt im Zusammenhang mit der Leitung unter Macierewicz eine zunehmende Verspätung diverser Rüstungsprojekte fest. Beispielsweise sei die Funktionstüchtigkeit der Patriot-Abwehrraketen nicht vor dem Jahr 2022 zu erwarten. Nach dem Regierungswechsel sei es zu mehreren Annullierungen von Ausschreibungen, wie der geplanten Lieferung von 50 Transporthubschraubern oder der Anschaffung eines BMS-Systems, gekommen. Andere Projekte kämen auch weiterhin aus der Analysephase nicht heraus.<ref>Opóźniona polska armia. Ekspert alarmuje: za Macierewicza modernizacja wojska wyhamowała. In: Gazeta Wyborcza. 19. Oktober 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Laut einer Recherche des Journalisten Paweł Wroński im Jahr 2017 hat der Verteidigungsminister zweckentfremdete Ausgaben getätigt. Aus dem Verteidigungshaushalt seien die Modernisierung der Polizei, die Luftrettung und der Kauf von Regierungsflugzeuge bezahlt worden. Gleichzeitig sei eine Reduzierung von Schlüsselinvestitionen zu beobachten.<ref>Kreatywna obronność, czyli jak Macierewicz wydatkami na armię kuglował. In: Gazeta Wyborcza. 28. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Abtreibungsrecht
2016 brachte die Bürgerbewegung „Stop Aborcji“ (dt.: „Stopp der Abtreibungen“) eine Gesetzesinitiative zur Verschärfung des Abtreibungsrechts ein, die von über 450.000 Bürgern unterzeichnet wurde (Gesetzesinitiativen in Polen können von mindestens 100.000 stimmberechtigten Bürgern eingebracht werden).<ref name="TVN24">Projekt całkowitego zakazu aborcji już w Sejmie. Prawie pół miliona podpisów. In: tvn24.pl. 5. Juli 2016, abgerufen am 10. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 23. September 2016 (damals regierte das Kabinett Szydło) stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten (267 Stimmen) im Sejm in erster Lesung für eine weitere Verschärfung des Abtreibungsrechts. Wäre der Vorschlag in geltendes Recht umgesetzt worden, wäre eine Abtreibung nur noch zulässig, wenn Lebensgefahr für die Schwangere besteht. Frauen und Ärzten, die gegen das Abtreibungsverbot verstoßen, hätte eine mehrjährige Haftstrafe gedroht.<ref>sueddeutsche.de vom 23. September 2016: Polens Parlament stimmt für Abtreibungsverbot</ref> Die geplante Verschärfung des Abtreibungsrechts wurde von Menschenrechtlern und Frauenbewegungen kritisiert. Anfang Oktober 2016 demonstrierten laut vorsichtigen Schätzungen der Polizei beim Czarny Protest (deutsch: „Schwarzer Protest“) etwa 100.000 Menschen landesweit gegen ein komplettes Abtreibungsverbot. In einer am 6. Oktober 2016 einberufenen Sitzung lehnte das polnische Parlament den Gesetzesentwurf der Bürgerbewegung nach zweiter Lesung mit großer Mehrheit ab. 352 Abgeordnete stimmten gegen die Initiative, 58 waren dafür, 18 enthielten sich. PiS-Abgeordnete begründeten die Zustimmung in der ersten Lesung damit, dass die Partei im Wahlkampf versprochen hatte, keine Bürgerinitiative ohne vorherige Behandlung im Sejm abzulehnen, auch wenn sie den Gesetzesvorschlag inhaltlich radikal ablehnen. Eine Fraktionsdisziplin bestand nicht.<ref name="TVN24" /><ref>Sejm odrzucił projekt komitetu "Ratujmy kobiety" liberalizujący przepisy aborcyjne. In: rmf24.pl. 23. September 2016, abgerufen am 10. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Votum gilt als erste große Niederlage der Regierungspartei PiS.<ref>Nach massiven Protesten. Polens Parlament lehnt Abtreibungsverbot ab. Tagesschau (ARD), 6. Oktober 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. April 2025.</ref>
Geschichtspolitik
Der Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel beschreibt die Geschichtspolitik der PiS zusammenfassend: „Die kritische Reflexion der eigenen Nationalgeschichte gerät in den Schatten einer neuen Geschichtsmythologie. So wie im 19. Jahrhundert der Nationaldichter Adam Mickiewicz Polen als den „Messias der Völker“ begriffen hat […], entwerfen regierungsnahe Intellektuelle heute ein neues Selbstverständnis, in dem auch messianisch-martyrologische Elemente hervortreten. Das Verlangen nach der internationalen Anerkennung des Heldentums und der Opfer Polens im Zweiten Weltkrieg verbindet sich mit einem Selbstbild von der historischen Reinheit der Nation.“<ref>Martin Schulze Wessel: Auf nationalpatriotischem Kurs, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. April 2018, S. N4.</ref>
Auf nationale wie internationale Kritik stieß die Novelle des Gesetzes über das Institut des Nationalen Gedenkens (Holocaust-Gesetz), das am 6. Februar 2018 von Präsident Andrzej Duda unterzeichnet wurde.<ref>Andrzej Duda: Podpiszę ustawę o IPN. Ale skieruję ją też do Trybunału Konstytucyjnego. In: wyborcza.pl. 6. Februar 2018, abgerufen am 6. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darin wurde unter anderem die Verwendung von Begriffen wie „polnische Lager“ für die von den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg eingerichteten KZ unter Strafe gestellt. Ein Bußgeld oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei<ref name=":0">Pierre Buhler: Pologne, histoire d’une ambition : Comprendre le moment polonais. Éditions Tallandier, Paris 2025, ISBN 979-1-02106107-1, S. 206.</ref> Jahren wurde jedem angedroht, der öffentlich und faktenwidrig der polnischen Nation oder dem polnischen Staat die Verantwortung für Verbrechen zuschreibt, die durch das Dritte Deutsche Reich nach Definition von Art. 6 der Londoner Charta begangen wurden. Dies galt ebenso für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Frieden sowie für Kriegsverbrechen.<ref name="Lesser">Gabriele Lesser: Warschau verbietet, Polen als Nazi-Kollaborateure zu bezeichnen. In: Der Standard. 27. Januar 2018, abgerufen am 6. Februar 2018.</ref>
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte vor einer Verzerrung von Geschichte; das US-Außenministerium warnte vor Beschränkungen von Meinungsfreiheit und Wissenschaft. Auch in der Ukraine lösten Bestimmungen zur polnisch-ukrainischen Geschichte Verstimmung aus.<ref name=":0" /> Die polnische Regierung betonte dagegen, dies sei nicht die Absicht; Wissenschaften und Kunst seien ausdrücklich von der Strafandrohung ausgenommen. Bogdan Klich von der oppositionellen Bürgerplattform kritisierte den sehr weiten Spielraum des Gesetzes. Diskussionen über Geschichte dürften nicht „unter den Augen des Staatsanwaltes“ stattfinden.<ref>Mitschuld verneinen. Umstrittenes Holocaust-Gesetz in Polen. In: FAZ. 1. Februar 2018, abgerufen am 6. Februar 2018.</ref> Die österreichische Zeitung Der Standard bewertete das Gesetz als „eine Art Zensurgesetz“.<ref name="Lesser" />
Auch deutschsprachige Übersetzer aus den Reihen des VdÜ und weitere Vermittler polnischer Literatur protestierten Ende Februar 2018 gegen die sich hier offenbarende Kulturpolitik der PiS. Erwähnt seien die Übersetzer aus slawischen Sprachen wie Martin Pollack, Olaf Kühl, Gabriele Leupold, Andreas Volk,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Goethe-Institut Polen - Sprache. Kultur. Deutschland.] In: www.goethe.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Peter Oliver Loew, Marta Kijowska, Renate Schmidgall und Lothar Quinkenstein. Aus den Reihen der Verleger und Lektoren unterschrieben u. a. Michael Krüger, Jo Lendle, Katharina Raabe und Sabine Baumann.
Auf Anordnung der von der PiS geführten Regierung wurde eine Gedenktafel über Rosa Luxemburg an dem Haus ihrer Kindheit in Zamość im März 2018 entfernt.<ref>Elke Schmitter: Politik-Ikone Rosa Luxemburg: Der Traum von der Eroberung der Zukunft. In: Der Spiegel. Abgerufen am 5. März 2021.</ref>
Nachdem der polnische Nachrichtensender TVN24, der dem US-amerikanischen Unternehmen Warner Bros. Discovery gehört, am 7. März 2023 einen investigativjournalistischen Bericht über eine mutmaßliche Strafvereitelung durch Karol Wojtyła zur Deckung von Kindesmissbrauch während seiner Amtszeit als Erzbischof von Krakau berichtet hatte,<ref>Johannes Paul II. soll von Missbrauch gewusst haben, tagesschau.de, 8. März 2023</ref><ref>Polish TV report: John Paul II knew of abuse as archbishop, ABC News, Associated Press, 7. März 2023</ref> bestellte die polnische PiS-Regierung den US-Botschafter ein und sprach von „hybrider Kriegführung mit dem Ziel, Spannungen und Spaltung in der polnischen Gesellschaft herbeizuführen“. Der Sejm fasste mit der Mehrheit der PiS einen Beschluss, dem zufolge eine „medial schändliche Hetzjagd“ auf den „guten Namen“ des Papstes stattfinde, die „selbst Kommunisten nicht gewagt“ hätten. Die größte Oppositionsfraktion, die Bürgerkoalition, boykottierte die Abstimmung.<ref>Warschau bestellt US-Botschafter ein, tagesschau.de, 9. März 2023</ref>
Zweite Alleinregierung (2019–2021) und Minderheitsregierung (2021–2023)
Bei der Parlamentswahl in Polen 2019 gewann die PiS mit 43,6 % das beste Wahlergebnis einer Partei in der Geschichte des demokratischen Polen. Im Sejm erhielt sie 235 von 460 Sitzen und konnte damit ihre absolute Mehrheit verteidigen, bei der Wahl zum Senat konnte sie allerdings nur 48 der 100 Sitze für sich sichern und hat damit in der zweiten Kammer keine Mehrheit mehr.
Der Verfassungsgerichtshof hat in seinem Urteil vom 22. Oktober 2020 den Schwangerschaftsabbruch mit embryopathischer Indikation als ungerechtfertigten Eingriff in das Recht auf Leben für verfassungswidrig erklärt, nachdem ein Antrag durch eine Gruppe von 119 Abgeordneten, die mit einer Ausnahme der PiS oder Konfederacja angehörten, eingebracht worden war.<ref>Lista hańby. Oto posłowie PiS i Konfederacji, którzy doprowadzili do zakazu aborcji w Polsce. In: oko.press. 22. Oktober 2020, abgerufen am 11. November 2025.</ref> Seitdem ist der Abbruch nur noch bei Gefahr für Leben oder Gesundheit der Schwangeren oder Schwangerschaft infolge einer kriminellen Handlung, wie Vergewaltigung oder Inzest legal. Im Jahr 2019 wurden 98 Prozent der 1100 legalen Schwangerschaftsabbrüche auf Grundlage der kassierten Ausnahmeregelung durchgeführt.<ref>nzz.ch: In Polen ist Abtreibung nun faktisch verboten. Abgerufen am 23. Oktober 2020.</ref> Der Beschluss des Verfassungsgerichtshofs führte zu tagelangen landesweiten Protesten.<ref>Matthias Szczerbaniewicz: Proteste gegen Abtreibungsverbot in Polen ZDF, 24. Oktober 2020</ref> Den Entscheidungsgründen des Gerichtshofs zufolge führe die von der Vorschrift vorausgesetzte hohe Wahrscheinlichkeit einer schweren und dauerhaften Schädigung der Leibesfrucht oder seine unheilbare und lebensgefährliche Krankheit nicht zwingend zu einer Kollision mit dem Wohl der Schwangeren. In der aufgehobenen Bestimmung fehlten messbare Kriterien zur Rechtsgutbeeinträchtigung der Mutter, die den Schwangerschaftsabbruch rechtfertigen würden.<ref>Polnischer Verfassungsgerichtshof: Urteil vom 22.10.2020, K 1/20, Randnummern 168 ff. Abgerufen am 28. Januar 2021.</ref> Ob die Geburt auch stattfinden muss, wenn im Uterus mit Sicherheit kein lebensfähiger Mensch heranwächst oder dieser Fall unter die Ausnahme der Gefahr für die Gesundheit der Schwangeren fällt, ist gerichtlich nicht geklärt.<ref>Jędrzejko: Aborcja płodu z wadą letalną jest legalna - to ratowanie życia lub zdrowia kobiety. 19. Juni 2023, abgerufen am 11. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>so aber Margarete Stokowski (spiegel.de vom 27. Oktober 2020): Und was ist mit dem politischen Christentum? (Kolumne)</ref> Eine ausdrückliche Ausnahme, die Präsident Duda als Gesetzesinitiative einbrachte, wurde im Parlament nicht beschlossen.<ref>Paweł Szrot: prezydencki projekt ustawy w sprawie aborcji powinien zostać uchwalony. 15. Juni 2023, abgerufen am 11. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Kaczyński kommentierte, dass es keinen Grund gebe, Kinder mit Down- oder Ullrich-Turner-Syndrom zu töten. Fälle der letalen Fehlbildung seien hingegen diskutabel und fallen seiner Ansicht unter die psychische Gesundheit der Schwangeren.<ref>Jarosław Kaczyński o prezydenckim projekcie dotyczącym aborcji. In: termedia.pl. 22. Dezember 2020, abgerufen am 11. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Opposition (seit 2023)
Die PiS wurde bei den Parlamentswahlen im Herbst 2023 stärkste Kraft, verfügte aber über keine tragfähige Bündnisoption. Präsident Duda beauftragte zunächst dennoch den bisherigen Premier Morawiecki mit der Regierungsbildung. Mitte Dezember wurde schließlich der Anführer des liberalen Lagers Donald Tusk Ministerpräsident.<ref>Trzeci rząd Tuska zastąpi trzeci rząd Morawieckiego - INFORLEX Freemium. Abgerufen am 20. April 2026.</ref> Als ein Hauptanliegen der künftigen Koalitionäre war im Wahlkampf 2023 die Aufklärung von bzw. "Abrechnung" (rozliczenie) mit Korruptionsaffären aus der Regierungszeit von Zjednoczona Prawica (PiS mit verbündeten Kleinparteien) ausgegeben worden.<ref>Sześć afer z ośmiu lat rządów PiS. To jedynie wycinek. 13. Oktober 2023, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach zwei Jahren hatte die Regierung Tusk III diese parlamentarischen wie juristischen Ermittlungen in den Augen von Beobachtern weniger als erwartet vorangebracht, was für Unmut unter der Anhängerschaft und parteinahen Medien sorgte;<ref>Dominika Długosz, Mariusz Gierszewski: Rozliczenia wreszcie przyspieszą? Oto co może się wydarzyć jeszcze przed świętami. 3. Dezember 2025, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> einige der thematisierten Skandale haben sich auch als deutlich geringeren Umfangs erwiesen.<ref>oprac Łukasz Dobrzyński: Nowe oskarżenia w aferze wizowej. Piotr W. i Edgar K. wśród oskarżonych. 30. Dezember 2025, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die PiS versuchte seit der Wahl ihrerseits, Politik und Personal der neuen Regierung zu skandalisieren, so etwa bei der Übernahme öffentlicher Medien nach dem Machtwechsel<ref>Grupa Wirtualna Polska: SDP i szefowa KRRiT przypominają "przejęcie" TVP. "Proces rzekomej "likwidacji" ma charakter pozorny". 22. Dezember 2025, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> oder bei der Mittelvergabe im Rahmen des europäischen Wiederaufbaufonds (in Polen KPO genannt).<ref>Grupa Wirtualna Polska: "Gigantyczny skandal". Kaczyński reaguje na aferę wokół dotacji KPO. 8. August 2025, abgerufen am 20. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine programmatische und rhetorische Erneuerung kam dagegen nur in wenigen Punkten zustande, womit eine allmähliche Reduktion auf die alternde Kernwählerschaft absehbar wurde. Angesichts sinkender Umfragewerte bemühte sich die Partei ab Ende 2025 vermehrt um Jungwähler.<ref>PiS w pogoni za młodymi. Czy prezydent Nawrocki stanie się atutem w walce o nowe pokolenia? Abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ende Juni 2024 stimmte der überwiegende Teil der Parlamentsabgeordneten (94) von PiS mit Kaczyński einer Verschärfung des Vergewaltigungsparagraphen zu, der zufolge ein jeder Geschlechtsakt ohne Zustimmung als Tatbestand zu werten ist. Demgegenüber enthielten sich 47; 22 PiS-Parlamentarier stimmten dagegen. Unter rechten Kommentatoren wurde dies kontrovers aufgenommen.<ref>Zmiana definicji gwałtu i różne głosy z PiS. Nie wszyscy uważają, że nowe prawo będzie złe. 27. Juni 2024, abgerufen am 14. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Warzecha: Nowa definicja gwałtu. Dlaczego PiS głosuje jak skrajna lewica? In: PCH24.pl. 1. Juli 2024, abgerufen am 14. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im November 2024 lehnte die in Teilen mit Politikern besetzte staatliche Wahlkommission Państwowa Komisja Wyborcza (PKW) den Rechenschaftsbericht von PiS über die Wahlkampfausgaben 2023 mit einem Votum von 4 zu 5 Stimmen ab, nachdem bei mehreren vorhergehenden Abstimmungen ein Unentschieden geherrscht hatte. Zur Disposition stand die dreijährige Parteienfinanzierung (bis 2027) in Höhe von etwa 75 Mio. Złoty. Der Partei blieb mit dem Obersten Gericht eine Berufungsinstanz.<ref>"Mamy pat w PKW". Co z subwencją PiS? 4. Oktober 2024, abgerufen am 2. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>PKW podjęła decyzję ws. sprawozdania finansowego PiS. Abgerufen am 25. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ende Dezember 2024 nahm die PKW den Rechenschaftsbericht von PiS schließlich doch an. Premierminister Tusk kündigte daraufhin ein obstruktives Vorgehen des Finanzministeriums an unter dem Motto: „es gibt kein Geld und wird keines geben“.<ref>PKW przyjmuje sprawozdanie PiS. Decyzja o wypłacie w rękach ministra. 31. Dezember 2024, abgerufen am 2. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Premier: Pieniędzy nie ma i nie będzie. 30. Dezember 2024, abgerufen am 2. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 24. November 2024 stellte PiS den parteilosen Historiker Karol Nawrocki als ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2025 vor.<ref>Polsat News: Były bokser poszukiwany przez Rosję. Kim jest kandydat PiS na prezydenta? 24. November 2024, abgerufen am 24. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er siegte im zweiten Wahlgang. Als Spitzenkandidat für die Wahl im Herbst 2027 wurde angesichts starker Umfrage-Ergebnisse der beiden radikal rechten Konfederacja-Parteien Anfang März 2026 der rechtskonservative ehemalige Bildungsminister Przemysław Czarnek ausgewählt.<ref>Jarosław Kaczyński ogłosił kandydata na premiera. Abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Infolgedessen verstärkten sich Flügelstreitigkeiten zwischen den inoffiziellen Faktionen.<ref>Rozłam w PiS? Prezes Kaczyński uderza w nowe stowarzyszenie. „Miejsc na naszych listach nie będzie”. 17. April 2026, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als solche gelten die mit spöttisch-ironischen Bezeichnungen bedachten "maślarze" (Buttermacher, Rechte u.a. um Czarnek), "harcerze" (Pfadfinder, liberaler, um Mateusz Morawiecki), "zakoniarze" (in etwa Konventikel, ältere Kader wie Kaczyński, ex-Porozumienie Centrum).<ref>Maślarze, harcerze, ziobryści i zakoniarze, czyli wszystkie frakcje PiS-u. 10. Dezember 2025, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Aus dieser Auseinandersetzung ging im April Morawieckis parteiinterne Wirtschaftsinitiative Rozwój plus hervor.<ref>Michał Kaźmierczak: Jest lista członków Rozwoju Plus Mateusza Morawieckiego. Na niej prominentni działacze PiS. 16. April 2026, abgerufen am 22. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Parteivorsitzende
| Nr. | Bild | Name | Amtszeit |
|---|---|---|---|
| 1. | Datei:Lech Kaczyński.jpg | Lech Kaczyński | 13. Juni 2001– 18. Januar 2003 |
| 2. | Datei:Jarosław Kaczyński Sejm 2016a (cropped).JPG | Jarosław Kaczyński | Seit 18. Januar 2003 |
Zusammenarbeit mit anderen Parteien
Seit dem 11. Juli 2014 tritt die PiS als dominierende Partei im Wahlbündnis Zjednoczona Prawica (Vereinigte Rechte) zu Wahlen an.
Wahlergebnisse
Prawo i Sprawiedliwość kandidierte erstmals zu den Sejm- und Senatswahlen im Jahre 2001. Durch den wachsenden Zuspruch der Koalition SLD-UP, wurde mit den Parteien AWS, UW, PO sowie ROP eine Übereinkunft getroffen, woraus sich eine gemeinsame Kandidatenliste für den Senat („Blok Senat 2001“) bildete.<ref>Wojciech Roszkowski: Najnowsza historia Polski 1980–2002. Warszawa: Świat Książki, 2003, auf S. 215, ISBN 83-7391-086-7.</ref> Die von der PiS für den Sejm aufgestellte Kandidaten entstammten zum Großteil vormaligen Mitgliedern der christdemokratischen Porozumienie Centrum und Stronnictwo Pracy, wie auch der nationalkonservativen Przymierze Prawicy.<ref>Antoni Dudek: Historia polityczna Polski 1989–2012. Kraków: Znak, 2013, auf S. 440, ISBN 978-83-240-2130-7.</ref> Bei den Wahlen erhielt sie 9,5 % und konnte 44 Abgeordnete in den Sejm entsenden, wobei die Formation kein Mandat für den Senat erzielte. Zu den Selbstverwaltungswahlen im Jahre 2002 schloss die Partei in 14 von 16 Woiwodschaften eine Koalition (POPiS) mit der Platforma Obywatelska, welche in Kleinpolen sowie Pommern die meisten Stimmen erhielt.
Aus den Sejmwahlen am 25. September 2005 ging die PiS mit 26,99 % der Stimmen als stärkste Partei hervor. Die Präsidentschaftswahlen am 23. Oktober 2005 gewann Lech Kaczyński in einer Stichwahl gegen den in den meisten Prognosen klar führenden Donald Tusk. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 21. Oktober 2007 verlor die PiS ihre Führungsrolle gegen die liberal-konservative Bürgerplattform (PO) des Oppositionsführers Donald Tusk jedoch. Dieser Trend endete jedoch mit einem knappen Sieg der PiS bei den Selbstverwaltungswahlen im Jahr 2014. Dies war die erste Wahl, welche die Partei seit 2005 für sich entscheiden konnte. Bei der Präsidentschaftswahl am 24. Mai 2015 gelang es dem von der Partei vorgeschlagenen Kandidaten Andrzej Duda die Wahl mit 51,55 % der Stimmen zu gewinnen. Prawo i Sprawiedliwość gewann die Parlamentswahl im Jahr 2015 mit 37,6 % und erhielt 235 der 460 Mandate im Sejm, hatte also eine absolute Mehrheit. Auch im Senat war die PiS mit einer absoluten Mehrheit (61 von 100 Mandaten) vertreten. Bei der Wahl 2019 konnte das von der PiS angeführte Bündnis die Mehrheit im Sejm verteidigen, verlor sie aber im Senat. Bei der Wahl 2023 erzielte die PiS mit ihren Bündnispartnern zwar zum dritten Mal in Folge die meisten Stimmen, verlor aber die absolute Mehrheit. Da sich die Wahlbündnisse Koalicja Obywatelska, Trzecia Droga und Lewica im Anschluss auf eine Koalitionsregierung einigen konnten, musste die PiS nach acht Regierungsjahren wieder auf die Oppositionsbänke wechseln.
| Jahr | Kandidat | Wahlgang I | Wahlgang II | Anmerkung | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stimmen | % | Stimmen | % | |||
| 2005 | Lech Kaczyński | 4.947.927 | 33,10 (2.) | 8.257.468 | 54,04 (1.) | Gegen Donald Tusk gewonnen |
| 2010 | Jarosław Kaczyński | 6.128.255 | 36,46 (2.) | 7.919.134 | 46,99 (2.) | Gegen Bronisław Komorowski verloren |
| 2015 | Andrzej Duda | 5.179.092 | 34,76 (1.) | 8.719.281 | 51,55 (1.) | Gegen Bronisław Komorowski gewonnen |
| 2020 | Andrzej Duda | 8.450.513 | 43,50 (1.) | 10.440.648 | 51,03 (1.) | Gegen Rafał Trzaskowski gewonnen |
| Jahr | Sejmiks | Powiats | Gminas | Stadtpräsidenten, Bürgermeister, Gemeindevorsteher | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stimmen | Mandate | Stimmen | Mandate | Mandate | Mandate | |||||||
| % | ± | Anzahl | ± | % | ± | Anzahl | ± | Anzahl | ± | Anzahl | ± | |
| 2002 | Koalition mit PO | ? | — | ? | — | ? | — | ? | — | |||
| 2006 | 25,08 | — | 170/561 |
— | 19,76 | ? | 1242 | ? | 3079 | ? | 77 | ? |
| 2010 | 23,07 | Datei:Red Arrow Down.svg 2,01 | 141/561 |
Datei:Red Arrow Down.svg 29 | 17,24 | Datei:Red Arrow Down.svg 2,52 | 1085 | Datei:Red Arrow Down.svg 157 | 2885 | Datei:Red Arrow Down.svg 194 | 37 | Datei:Red Arrow Down.svg 40 |
| 2014 | 26,89 | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 3,82 | 171/555 |
Datei:Green Arrow Up Darker.svg 30 | 23,53 | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 6,29 | 1517 | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 432 | 3673 | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 788 | 124 | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 87 |
| 2018 | 34,13 | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 7,25 | 254/552 |
Datei:Green Arrow Up Darker.svg 83 | ||||||||
| Jahr | Stimmen | Mandate | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | % | ± | Anzahl | ± | |
| 2004 | 771.858 | 12,67 (3.) | — | 7/54 |
— |
| 2009 | 2.017.607 | 27,40 (2.) | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 17,73 | 12/50 |
Datei:Green Arrow Up Darker.svg 8 |
| 2014 | 2.246.870 | 31,78 (2.) | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 4,48 | 19/51 |
Datei:Green Arrow Up Darker.svg 4 |
| 2019 | 6.192.780 | 45,38 (1.) | Datei:Green Arrow Up Darker.svg 13,60 | 27/52 |
Datei:Green Arrow Up Darker.svg 8 |
Wählerschaft
Das Stereotyp der Partei zeichnete sich lange Zeit durch eine ältere Wählerschicht aus (in der polnischen Presse augenzwinkernd als die „Mohair-Barette“ bezeichnet<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Polen – Fünf Dinge. ( vom 7. November 2017 im Internet Archive) In: Potsdamer Neueste Nachrichten (Online), 2. Juni 2012.</ref>), wohingegen ein Wähler der Platforma Obywatelska eher jung ist und aus der Großstadt kommt. Dies traf zwar auf die Parlamentswahl im Jahr 2007 zu, welche die PO unter anderem durch junge Stimmbürger gewinnen konnte, jedoch zeigen von dem Institut IPSOS durchgeführte Wahltagsbefragungen bei der Europawahl in Polen 2014 sowie den Selbstverwaltungswahlen in Polen 2014, dass sich dieser Trend geändert hat. In der Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren erhielt demnach Recht und Gerechtigkeit die meisten Stimmen. Diese Wählerwanderung wird beispielsweise durch eine schlechte Situation am Arbeitsmarkt interpretiert. Da die Verantwortung für dieses Problem der Regierungspartei zugeordnet wird, konnte die damalige Oppositionspartei diese Frustration erfolgreich kanalisieren. Junge Wähler gaben oft aus Protest zu der bisherigen Politik der Partei ihre Stimme. In den Altersgruppen von 26–59 Jahren belegte die PiS hingegen nur den zweiten Platz, weil diese Wählerklientel laut Umfrage Stabilität und Sicherheitsgefühl bevorzugt. Der Partei gelingt es wiederum, die Mehrheit der Stimmen bei den Ältesten zu mobilisieren, da ihnen eine („patriotische“) Symbolpolitik zuspricht. Auch sind sie sozialen Versprechen mehr zugeneigt.<ref name="Maliszewski2015">Norbert Maliszewski: Kim jest wyborca PiS i PO? Mohery i lemingi to przeszłość. In: wiadomosci.onet.pl. 3. Januar 2015, abgerufen am 1. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bei der Parlamentswahl 2015 lag die PiS dann in allen Altersgruppen auf dem ersten Platz, wobei ihr Stimmenanteil immer noch umso höher ausfiel je höher das Alter der Wähler war (unter 30-Jährige: 25,8 %; 60-Jährige und Ältere: 47,1 %). Der Anteil von Frauen und Männern ist ungefähr ausgeglichen (2014: 33 % zu 30,05 %; 2015: 38,3 % zu 37,1 %).<ref name="TVN_WynikiSondazowe15" />
Bei den Nachwahlbefragungen 2014 identifizierten sich 15 % der PiS-Wähler als „entschieden rechts“, 37 % als „rechts“, 7 % als „Mitte-rechts“, 2 % als „Mitte-links“, 7 % als „links“ und 1 % als „entschieden links“. Die übrigen 31 % machten hierzu keine Aussage.<ref name="Maliszewski2015" />
Im Bereich der Bildung ist das Muster ähnlich wie bei der Wahl 2007. Hier ist der Wähleranteil der Partei vorwiegend bei Menschen mit niedrigerem Bildungsstand groß und wird umso geringer je höher der erreichte Bildungsabschluss der Wähler ist.<ref name="Maliszewski2015" /> Bei der Parlamentswahl am 25. Oktober 2015 belegte sie allerdings auch bei der Gruppe der Hochschulabsolventen den ersten Platz und konnte die Führungsrolle der PO mit 29,1 % zu 26,8 % ablösen. Der Vorsprung fiel jedoch weit geringer aus als bei den Wählern, die höchstens einen Hauptschulabschluss hatten, hier holte die PiS 55 % der Stimmen.<ref name="TVN_WynikiSondazowe15">PiS odebrał PO głosy też wśród najlepiej wykształconych. In: tvn24.pl. 25. Oktober 2015, abgerufen am 1. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Traditionell schneidet die PiS im Osten und Süden des Landes deutlich stärker ab als im Westen und Norden. Bemerkenswerterweise entsprach die Grenze zwischen den mehrheitlich PiS und den überwiegend PO wählenden Gebieten bei der Präsidentschaftswahl 2010 fast vollkommen der zwischen den russisch oder habsburgisch und den preußisch beherrschten Gebieten während der polnischen Teilung vor 1918.<ref>Frank Jacobs: Zombie Borders. In: The New York Times (Online), 12. Dezember 2011.</ref> Im Volksmund und Presse ist vereinfachend auch von „Polen A“ (sozioökonomisch gut entwickelter, liberal wählender Westen) und „Polen B“ (weniger entwickelter, nationalkonservativer Osten) die Rede.<ref>Iwona Sagan: Polnische Regional- und Metropolenpolitik. Kohärenz oder Konkurrenz? In: Polen-Analysen, Nr. 103, 21. Februar 2012, S. 2.</ref><ref>Konrad Schuller: Polen vor der Wahl – Östlich der Weichsel gibt es keine Tintenfische. In: Frankfurter Allgemeine (Online), 25. Oktober 2015.</ref>
Literatur
- Marek Beylin: PiS: Vom sozialen zum national-katholischen Populismus in Polen. In: Ernst Hillebrand (Hrsg.): Rechtspopulismus in Europa: Gefahr für die Demokratie? Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0467-9, S. 69 ff.
- Kamil Dziubka: Kulisy PiS. Wydawnictwo Czerwone i czarne, Warschau 2023.
- Gerhard Gnauck: Polen verstehen: Geschichte, Politik, Gesellschaft. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-608-96296-3.
- Jarosław Kuisz: The New Politics of Poland: A Case of Post-Traumatic Sovereignty. Manchester University Press, Manchester 2023, ISBN 978-1-5261-5587-0.
- Krzysztof Jasiecki, Polnischer Staatskapitalismus. Zur Wirtschaftspolitik der PiS. In: Osteuropa, 3-5.2018, S. 247–252, ISBN 978-3-8305-3761-8
- Reinhold Vetter: Wohin steuert Polen? Das schwierige Erbe der Kaczyńskis. Ch. Links Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-468-6.
- Anna Wolff-Powęska, Trommler der Revolution. Jungkonservative und Polens Rechte, in: Osteuropa, 3-5/2018, S. 57–76.
- Olga Wysocka: Polish Populism: Time for Settlement. In: Karsten Grabow, Florian Hartleb (Hrsg.): Exposing the Demagogues. Right-wing and National Populist Parties in Europe. Konrad-Adenauer-Stiftung / Centre for European Studies, Berlin 2013, ISBN 978-2-930632-26-1, S. 293–322.
Weblinks
- Offizielle Seite (polnisch)
- Dossier „Rechtsruck in Polen“ der Presseschau eurotopics der Bundeszentrale für politische Bildung
- Analyse der PiS vom Deutschen Poleninstitut (PDF-Datei; 670 kB)
- Michael Sutowski: „Guter Wandel“ zum „neuen Autoritarismus“ – und wie weiter? Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung zu Wählerschaft, Wahlerfolg und Perspektive der PiS.
Einzelnachweise
<references responsive />
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