Schmalblättriger Gänsefuß
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| Schmalblättriger Gänsefuß | ||||||||||||
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| Datei:Neuchâtel Herbarium - Chenopodium pratericola - NEU000004682.jpg
Schmalblättriger Gänsefuß (Chenopodium pratericola), Herbarexemplar | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Chenopodium pratericola | ||||||||||||
| Rydb. |
Der Schmalblättrige Gänsefuß (Chenopodium pratericola <templatestyles src="Person/styles.css" />Rydb.) ist eine Pflanzenart in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Er stammt aus Nordamerika und kommt auch in Mitteleuropa vor.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Schmalblättrige Gänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20 bis 100 Zentimetern.<ref name="Aellen1979" /> Der stets aufrechte, mäßig bis stark bemehlte Stängel ist unverzweigt oder im oberen Teil verzweigt.
Die wechselständigen, mehr oder weniger bemehlten Laubblätter sind dicklich und etwas fleischig. Der 0,4 bis 1 cm lange Blattstiel erweitert sich keilförmig in die Blattspreite. Die Blattspreite ist 1,5 bis 4,2 (bis 6) cm lang und 0,4 bis 1 (bis 1,4) cm breit, lineal, schmal lanzettlich oder länglich-elliptisch, zugespitzt, und meist dreinervig (selten einnervig). Die Blätter haben im Gegensatz zum Weißen Gänsefuß (Chenopodium album) nur zwei basale Seitennerven und nicht mehr.<ref name="Aellen1979" /> Der Blattrand ist ganzrandig oder weist nahe der Basis ein Paar Lappen auf.
Blütenstand und Blüten
Die Blütenknäuel sind meist dicht in endständigen oder achselständigen Rispen angeordnet und reifen unregelmäßig heran. Die Tragblätter sind blattartig. Die zwittrigen Blüten besitzen eine Blütenhülle aus (vier bis) fünf dicht bemehlten, länglich-eiförmigen, bis zur Basis getrennten Tepalen mit einer Länge von 0,8 bis 1 mm und einer Breite von 0,5 bis 0,7 mm, die auf dem Rücken stark gekielt sind. Die Blüten enthalten (vier bis) fünf Staubblätter und einen Fruchtknoten mit zwei Narben.
Die Blütezeit reicht von August bis Oktober.<ref name="Rothmaler" /> Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind.<ref name="BiolFlor" />
Frucht und Samen
Die reife, eiförmige Frucht ist zwischen den abstehenden Tepalen sichtbar. Die glatte Fruchtwand haftet dem Samen nicht an. Der Same mit einem Durchmesser von 0,9 bis 1,3 mm ist rund mit abgerundetem Rand. Die schwarze Samenschale hat eine runzelige Oberfläche.
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Tropicos" />
Ökologie
Der Schmalblättrige Gänsefuß ist eine Nahrungspflanze für die Schmetterlingsraupen von Gänsefuß-Blütenspanner (Eupithecia sinuosaria) und Melden-Blattspanner (Pelurga comitata).<ref name="HOSTS" />
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Schmalblättrigen Gänsefußes liegt in Nordamerika. Er kommt dort von Alaska bis Mexiko vor.<ref name="POWO" /> Dort besiedelt er offene sandige Böden, Trockengebüsche oder Salbeibuschland und kommt häufig in salzigen oder alkalinen Lebensräumen vor. Von der Ebene gedeiht er bis zu einer Höhenlage von 2400 m.
In Mitteleuropa, Ost- und Nordeuropa kommt der Schmalblättrige Gänsefuß gelegentlich als eingeführte Adventivpflanze vor. In Deutschland gilt die Art als eingebürgerter Neophyt.<ref name="Uotila" /> Hier wächst er selten und unbeständig in kurzlebiger Ruderalvegetation (Chenopodietea-Gesellschaften), besonders an Umschlagplätzen wie Bahnhöfen oder Hafenanlagen oder an Müllplätzen, bevorzugt auf sandigen Böden.<ref name="Rothmaler" /><ref name="Oberdorfer" /> Bekannte Fundorte liegen beispielsweise in der Oberrheinebene.<ref name="Oberdorfer" />
In der Schweiz gilt die Art als stark gefährdet, regional sogar als ausgestorben. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="ZDSF" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Chenopodium pratericola erfolgte 1912 durch Per Axel Rydberg.<ref name="Rydberg 1912" />
Synonyme von Chenopodium pratericola <templatestyles src="Person/styles.css" />Rydb., die auf demselben Typusexemplar beruhen, sind Botrys pratericola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rydb.) Lunell, Chenopodium leptophyllum (Moq.) Nutt. ex S.Watson pratericola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rydb.) F.C. Gates und Chenopodium leptophyllum var. pratericola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rydb.) F.C. Gates. Als weitere Synonyme gelten Chenopodium desiccatum var. leptophylloides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murr) Wahl, Chenopodium leptophyllum var. leptophylloides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murr) Thell. & Aellen, Chenopodium petiolare var. leptophylloides <templatestyles src="Person/styles.css" />Murr und Chenopodium pratericola subsp. eupratericola <templatestyles src="Person/styles.css" />Aellen.<ref name ="Tropicos" />
Nutzung
Die Blätter und jungen Sprosse des Schmalblättrigen Gänsefußes können gekocht wie Spinat zubereitet werden. Die Samen können gemahlen als Mehlzusatz dienen oder sind gekocht als Pseudogetreide essbar. Es wird empfohlen, sie über Nacht einzuweichen und danach gründlich abzuspülen, um die Saponine zu entfernen.<ref name="PFAF" />
Die ganze Pflanze kann als Färbepflanze für gold-grüne Farbtöne verwendet werden.<ref name="PFAF" />
Belege
- Steven E. Clemants, Sergei L. Mosyakin: Chenopodium. In: (Abschnitte Beschreibung, Vorkommen)
Einzelnachweise
<references> <ref name="Rydberg 1912">Per Axel Rydberg: Studies in the Rocky Mountain Flora – XXVII. In: Bulletin of the Torrey Botanical Club. Band 39, Nr. 7, 1912, S. 301–328 (hier: S. 310), Digitalisat.</ref> <ref name="BiolFlor">Chenopodium pratericola bei BiolFlor – Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.</ref> <ref name="HOSTS">Gaden S. Robinson, Phillip R. Ackery, Ian J. Kitching, George W. Beccaloni & Luis M. Hernández: Eintrag bei HOSTS – A Database of the World's Lepidopteran Hostplants, abgerufen am 10. Februar 2012.</ref> <ref name="Oberdorfer"></ref> <ref name="PFAF">Chenopodium pratericola bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Rothmaler">Rudolf Schubert, Walter Vent (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 5. Auflage. Band 4: Kritischer Band, Volk und Wissen, Berlin 1982, S. 169</ref> <ref name="Tropicos">Chenopodium pratericola bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Uotila">Pertti Uotila: Chenopodiaceae (pro parte majore): Chenopodium pratericola. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011, abgerufen am 10. Februar 2012.</ref> <ref name="ZDSF">Chenopodium pratericola. In: Info Flora (Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora). Abgerufen am 6. Mai 2015.</ref> <ref name="POWO"> Chenopodium pratericola. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Aellen1979">Gustav Hegi et al. 1979: Chenopodium. In: .</ref> </references>