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Satz von der monotonen Konvergenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Satz von der monotonen Konvergenz, auch Satz von Beppo Levi genannt (nach Beppo Levi), ist ein wichtiger Satz aus der Maß- und Integrationstheorie, einem Teilgebiet der Mathematik. Er trifft eine Aussage darüber, unter welchen Voraussetzungen sich Integration und Grenzwertbildung vertauschen lassen.

Mathematische Formulierung

Sei <math>(\Omega,\mathcal{S},\mu)</math> ein Maßraum. Ist <math>(f_n)_{n\in\N}</math> eine Folge nichtnegativer, messbarer Funktionen <math>f_n\colon\Omega\to[0,\infty]</math>, die μ-fast überall monoton wachsend gegen eine messbare Funktion <math>f\colon\Omega\to[0,\infty]</math> konvergiert, so gilt

<math>\int_\Omega f\ \mathrm d\mu = \lim_{n\to\infty} \int_\Omega f_n\ \mathrm d\mu.</math>

Variante für fallende Folgen

Ist <math>(f_n)_{n\in\N}</math> eine Funktionenfolge nichtnegativer, messbarer Funktionen <math>f_n\colon\Omega\to[0,\infty]</math> mit <math>\int_\Omega f_1\ \mathrm d\mu < \infty</math>, die μ-fast überall monoton fallend gegen eine messbare Funktion <math>f\colon\Omega\to[0,\infty]</math> konvergiert, so gilt ebenso

<math>\int_\Omega f\ \mathrm d\mu = \lim_{n\to\infty} \int_\Omega f_n\ \mathrm d\mu.</math>

Beweisidee

Dass die rechte Seite kleinergleich der linken ist, folgt aus der Monotonie des Integrals. Für den Beweis maßgeblich ist also die andere Richtung: Diese lässt sich etwa zuerst für einfache Funktionen zeigen und von da aus auf allgemeine messbare Funktionen übertragen.

Wahrscheinlichkeitstheoretische Formulierung

Sei <math>(\Omega,\mathcal{A},P)</math> ein Wahrscheinlichkeitsraum und <math>(X_n)_{n\in\N}</math> eine nichtnegative, fast sicher monoton wachsende Folge von Zufallsvariablen, dann gilt für ihre Erwartungswerte

<math>\lim_{n\to\infty}\operatorname{E}(X_n)=\operatorname{E}\left(\lim_{n\to\infty} X_n\right)</math>.<ref>Albrecht Irle: Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik: Grundlagen - Resultate - Anwendungen. 1. Auflage. Vieweg+Teubner, 2001, ISBN 978-3-519-02395-1. Seiten 116 bis 118</ref>

Eine analoge Aussage gilt auch für bedingte Erwartungswerte: Ist <math>\mathcal{G}\subset\mathcal{A}</math> eine Teil-<math>\sigma</math>-Algebra und <math>\lim_{n\to\infty} X_n</math> integrierbar, so gilt fast sicher

<math>\lim_{n\to\infty}\operatorname{E}(X_n \mid \mathcal{G})=\operatorname{E}\left(\lim_{n\to\infty} X_n \mid \mathcal{G}\right).</math>

Anwendung des Satzes auf Funktionenreihen

Sei <math>(\Omega,\mathcal{S},\mu)</math> wieder ein Maßraum. Für jede Folge <math>(f_n)_{n\in\N}</math> nichtnegativer, messbarer Funktionen <math>f_n \colon \Omega\to[0,\infty]</math> gilt

<math>\int_\Omega \sum_{n=1}^\infty f_n \ \mathrm d\mu =\sum_{n=1}^\infty \int_\Omega f_n \ \mathrm d\mu.</math>

Dies folgt durch Anwendung des Satzes auf die Folge <math>\textstyle s_N = \sum_{n=1}^N f_n</math> der Partialsummen. Da die <math>f_n</math> nichtnegativ sind, ist <math>(s_N)_{N \in \N}</math> monoton wachsend.

Siehe auch

Literatur

  • Elliott H. Lieb, Michael Loss: Analysis (= Graduate Studies in Mathematics. Bd. 14). 2nd Edition. American Mathematical Society, Providence, RI 2001, ISBN 0-8218-2783-9.

Einzelnachweise

<references/>