Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (* 13. Februar 1975 in Altenkirchen (Westerwald) als Sabine Bätzing) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie ist seit Mai 2021 Vorsitzende ihrer Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz.<ref name=":0">Bätzing-Lichtenthäler neue SPD-Fraktionschefin in Rheinland-Pfalz. In: S. W. R. Aktuell. Abgerufen am 18. Mai 2021.</ref> Von November 2014 bis Mai 2021 amtierte sie als rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie.<ref>Sabine Bätzing-Lichtenthäler wird Sozialministerin. Abgerufen am 15. März 2020.</ref> Sie war von Oktober 2002 bis November 2014 Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Zeitraum von 2005 bis 2009 war sie Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Seit der Landtagswahl 2016 ist sie Landtagsabgeordnete im Wahlkreis 1 Betzdorf/Kirchen. Seit dem 28. September 2024 ist Bätzing-Lichtenthäler Vorsitzende der rheinland-pfälzischen SPD<ref>S. W. R. Aktuell: Sabine Bätzing-Lichtenthäler ist erste SPD-Landeschefin in RLP. 28. September 2024, abgerufen am 28. September 2024.</ref>. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze der SPD Rheinland-Pfalz und Nachfolgerin von Roger Lewentz.
Leben und Beruf
Nach dem Abitur 1994 am Westerwald-Gymnasium in Altenkirchen absolvierte Bätzing-Lichtenthäler eine Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Dienst bei der Verbandsgemeinde Altenkirchen, die sie 1997 als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) beendete. Anschließend war sie als Sachbearbeiterin zunächst im Sozialamt und ab 2001 im Bereich EDV/Organisation bei der Verbandsgemeinde Altenkirchen tätig.
Bätzing-Lichtenthäler ist römisch-katholisch. Sie wurde 2009 geschieden<ref>SPD-Bundestagsabgeordnete Bätzing wird Mutter, rhein-zeitung.de vom 23. Februar 2010</ref> und ist seit 2010 in zweiter Ehe mit Marco Lichtenthäler verheiratet. Im August 2010 bekam sie eine Tochter<ref>Bundestagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Mutterglück rhein-zeitung.de vom 15. August 2010</ref> und im März 2014 wurde ein Sohn geboren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bätzing-Lichtenthäler zum zweiten Mal Mutter ( vom 4. November 2014 im Internet Archive), Siegener Zeitung vom 28. März 2014</ref> Sie ist eine Cousine<ref>Westerwälder SPD-Frau mit langem Atem und ohne Angst. In: volksfreund.de. Trierischer Volksfreund, 4. November 2014, abgerufen am 19. November 2014.</ref> des Bischofs von Limburg und ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und lebt in Forst im Kreis Altenkirchen.<ref>Werdegang auf der Homepage von Sabine Bätzing-Lichtenthäler</ref>
Politische Laufbahn
Seit 1994 ist Bätzing-Lichtenthäler Mitglied der SPD. Seit 1996 gehört sie dem SPD-Kreisvorstand Altenkirchen an. 1999 wurde Bätzing in den Kreistag des Landkreises Altenkirchen gewählt und ist dort seit den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2014 stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Seit 2001 ist sie stellvertretende Kreisvorsitzende ihrer Partei und gehört darüber hinaus seit 2004 dem Landesvorstand und seit 2006 auch dem Präsidium der SPD in Rheinland-Pfalz an.
Sie absolvierte von 2007 bis 2009 die neu gegründete „Führungsakademie der sozialen Demokratie“ der SPD. Zu ihrem Jahrgang gehörten auch Lars Klingbeil, Nancy Faeser, Svenja Schulze und Eva Högl<ref>Klaus Tovar: Die Führungsakademie der sozialen Demokratie. In: Zeitschrift für Politikberatung. Band 2, Nr. 2, Juni 2009, S. 275–284.</ref><ref>Führungsakademie: Wie die SPD künftig ihr Spitzenpersonal ausbildet. Abgerufen am 25. Oktober 2025.</ref><ref>Fellows der Führungsakademie der sozialen Demokratie (2007–2015), Parteischule im Willy-Brandt-Haus, November 2015.</ref>.
2023 wurde sie in den SPD-Bundesvorstand gewählt.<ref>Signal der Geschlossenheit: SPD-Parteitag bestätigt die Führungsspitze | Vorwärts. Abgerufen am 10. Dezember 2023.</ref>
Mitglied des Deutschen Bundestages (2002–2014)
Ab 2002 war Bätzing-Lichtenthäler Mitglied des Deutschen Bundestages und war hier von 2002 bis 2005 Sprecherin der Jungen Gruppe in der SPD-Bundestagsfraktion („Youngsters“). Sie war Mitglied im reformorientierten Netzwerk Berlin und dort seit der 17. Wahlperiode des Bundestages im Vorstand aktiv.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Netzwerk Berlin ( vom 26. Februar 2014 im Internet Archive)</ref>
Bätzing-Lichtenthäler zog 2002 und 2005 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Neuwied in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte sie hier 44,3 % der abgegebenen Erststimmen. Bei den nachfolgenden Bundestagswahlen 2009 und 2013 unterlag sie mit 36,4 % bzw. 37,3 % gegen den CDU-Kandidaten Erwin Rüddel, zog jedoch beide Male über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Bundestag ein.
In der 17. Wahlperiode des Bundestags (2009–2013) war sie Mitglied im Finanzausschuss und im Sportausschuss des Deutschen Bundestages.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tätigkeit als Abgeordnete ( vom 1. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> Im 18. Bundestag gehörte sie dem Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union und dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe an.<ref>SPD-Fraktion: Abgeordnete Bätzing-Lichtenthäler</ref>
Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2005–2009)
Im Dezember 2005 wurde Bätzing-Lichtenthäler von der Bundesregierung der zweiten Großen Koalition (2005–2009) zur Drogenbeauftragten der Bundesregierung berufen. Dieses Amt hatte sie bis Oktober 2009 inne; sie engagierte sich unter anderem gegen Alkohol<ref>zeit.de vom 24. Februar 2017: Saufen bis zum Darmkrebs</ref> und für den Nichtraucherschutz.
Im November 2008 setzte sie sich für Steuererhöhungen bei Wein und Bier ein, um einen „unmittelbaren und relevanten Effekt auf die Senkung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen auszuüben“.<ref>Drogenbeauftragte will es so nicht gemeint haben, welt.de</ref> Die (1902 zur Finanzierung der Kaiserlichen Marine eingeführte) Sektsteuer sollte dagegen nicht erhöht werden.
Im Dezember 2008 bewirkte sie das kurzfristige Verbot der synthetischen Modedroge Spice.
Im Januar 2009 forderte sie (zusammen mit dem Drogen- und Suchtrat<ref>Bundesministerium für Gesundheit – Pressemitteilungen der Drogenbeauftragten (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>) die 0,3-Blutalkoholkonzentration-Grenze im Straßenverkehr; dies wurde vom damaligen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee abgelehnt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Leipziger Volkszeitung zum Drogenbericht ( vom 24. August 2011 im Internet Archive), Leipziger Volkszeitung</ref>
Nach der Bundestagswahl 2009 schied Bätzing-Lichtenthäler aus ihrem Amt als Drogenbeauftragte aus. Am 19. November 2009 wurde Mechthild Dyckmans (FDP) zu ihrer Nachfolgerin ernannt.
Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz (2014–2021)
Ab dem 12. November 2014 gehörte Sabine Bätzing-Lichtenthäler als Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz dem Kabinett von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an, zuerst im rot-grünen Kabinett Dreyer I<ref>Kurzvorstellung auf der Website des Bundesrates.</ref> und nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2016 dem von einer Ampel-Koalition getragenen Kabinett Dreyer II. Mit der Kabinettsbildung 2021 schied sie aus dem Amt.
Landtagsabgeordnete (seit 2016)
Bei der Landtagswahl 2016 kandidierte Bätzing-Lichtenthäler für den Wahlkreis 1 Betzdorf-Kirchen. Jedoch unterlag sie bei der Wahl dem CDU-Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach. Sie zog aber über die Landesliste (Platz 7) in den rheinland-pfälzischen Landtag ein.<ref>Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdL und Staatsministerin in Rheinland-Pfalz: Home - SABINE BÄTZING-LICHTENTHÄLER – Ihre Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Betzdorf/Kirchen. Abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref>
Am 22. August 2020 wurde sie von der SPD als Wahlkreiskandidatin für die Landtagswahl 2021 nominiert.<ref>Landtagswahl 2021: SPD nominiert Bätzing-Lichtenthäler und Gibhardt</ref> Bei der Wahl unterlag Bätzing-Lichtenthäler erneut Michael Wäschenbach, zog aber wieder über die SPD-Landesliste in den Landtag ein. Nach ihrer erneuten Wahl in den Landtag wurde sie 2021 zur Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt.<ref name=":0" />
Sonstiges
Bätzing-Lichtenthäler war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Sie war Mitglied des Stiftungsrats des Europahauses Marienberg.<ref>Stiftungsrat auf der Website Europahauses, abgerufen am 4. November 2014</ref> Am 10. September 2009 wurde ihr der Kurt-Graulich-Stiftungspreis verliehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.kurt-graulich-stiftung.de/stiftungspreis ( vom 25. Februar 2017 im Internet Archive)</ref> Im August 2011 wurde sie Co-Vorsitzende des Tibet-Gesprächskreises im Deutschen Bundestag. Am 1. September 2008 hatte Bätzing-Lichtenthäler in ihrer Funktion als Drogenbeauftragte einen Auftritt in der Fernsehserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten.<ref>Drogenaufklärung: Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit Gastrolle bei GZSZ, stern.de</ref> Sie ist außerdem Mitglied im Kuratorium der Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP.
Weblinks
- Website von Sabine Bätzing-Lichtenthäler
- Biographie beim Landtag Rheinland-Pfalz
- Sabine Bätzing-Lichtenthäler auf abgeordnetenwatch.deAbgeordnetenwatch
Einzelnachweise
<references />
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Jockel Fuchs (1966–1970) | Wilhelm Dröscher (1970–1977) | Hans Schweitzer (1977–1979) | Klaus von Dohnanyi (1979–1981) | Hugo Brandt (1981–1985) | Rudolf Scharping (1985–1993) | Kurt Beck (1993–2012) | Roger Lewentz (2012–2024) | Sabine Bätzing-Lichtenthäler (seit 2024)
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Baden-Württemberg: Andreas Stoch | Bayern: Ronja Endres | Berlin: vakant | Brandenburg: Dietmar Woidke | Bremen: Falk-Constantin Wagner | Hamburg: Melanie Leonhard, Nils Weiland | Hessen: Sören Bartol | Mecklenburg-Vorpommern: Manuela Schwesig | Niedersachsen: Olaf Lies | Nordrhein-Westfalen: Sarah Philipp, Achim Post | Rheinland-Pfalz: Sabine Bätzing-Lichtenthäler | Saarland: Anke Rehlinger | Sachsen: Kathrin Michel, Henning Homann | Sachsen-Anhalt: Juliane Kleemann, Andreas Schmidt | Schleswig-Holstein: Ulf Kämpfer | Thüringen: Georg Maier
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Eugen Hertel (1947–1959) | Otto Schmidt (1959–1967) | Hans König (1967–1969) | Oskar Munzinger (1969–1970) | Jockel Fuchs (1970–1971) | Wilhelm Dröscher (1971–1975) | Karl Thorwirth (1976–1979) | Werner Klein (1979–1983) | Hugo Brandt (1983–1985) | Rudolf Scharping (1985–1991) | Kurt Beck (1991–1994) | Joachim Mertes (1994–2006) | Jochen Hartloff (2006–2011) | Hendrik Hering (2011–2014) | Alexander Schweitzer (2014–2021) | Sabine Bätzing-Lichtenthäler (seit 2021)
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Bundestag: Matthias Miersch. Landtage: Baden-Württemberg: Sascha Binder. Bayern: Holger Grießhammer. Berlin: Raed Saleh. Brandenburg: Björn Lüttmann. Bremen: Mustafa Güngör. Hamburg: Dirk Kienscherf. Hessen: Tobias Eckert. Mecklenburg-Vorpommern: Julian Barlen. Niedersachsen: Stefan Politze. Nordrhein-Westfalen: Jochen Ott. Rheinland-Pfalz: Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Saarland: Ulrich Commerçon. Sachsen: Henning Homann. Sachsen-Anhalt: Katja Pähle. Schleswig-Holstein: Serpil Midyatli. Thüringen: Lutz Liebscher
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Arbeitsminister von Rheinland-PfalzVorlage:Klappleiste/Anfang
Vorsitzende: Bärbel Bas | Lars Klingbeil. Stellvertretende Vorsitzende: Alexander Schweitzer | Petra Köpping | Serpil Midyatli | Achim Post | Anke Rehlinger. Generalsekretär: Tim Klüssendorf. Schatzmeister: Dietmar Nietan. Verantwortliche für die Europäische Union: Katarina Barley. Weitere Präsidiumsmitglieder: Kaweh Mansoori | Katja Pähle | Andreas Stoch. Beisitzer: Sabine Bätzing-Lichtenthäler | Andreas Bovenschulte | Ronja Endres | Wiebke Esdar | Fabian Ferber | Timon Gremmels | Oliver Kaczmarek | Elisabeth Kaiser | Annika Klose | Thorsten Kornblum | Sarah Lahrkamp | Bettina Martin | Katja Mast | Siemtje Möller | Sarah Philipp | Boris Pistorius | Sebastian Roloff | Jessica Rosenthal | Dagmar Schmidt | Marja-Liisa Völlers | Ibrahim Yetim
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Eduard Lintner (CSU, 1992–1998) | Christa Nickels (Grüne, 1998–2001) | Marion Caspers-Merk (SPD, 2001–2005) | Sabine Bätzing (SPD, 2005–2009) | Mechthild Dyckmans (FDP, 2009–2013) | Marlene Mortler (CSU, 2014–2019) | Daniela Ludwig (CSU, 2019–2021) | Burkhard Blienert (SPD, 2022–2025) | Hendrik Streeck (CDU, seit 2025)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bätzing-Lichtenthäler, Sabine |
| ALTERNATIVNAMEN | Bätzing, Sabine (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (SPD), MdB, MdL |
| GEBURTSDATUM | 13. Februar 1975 |
| GEBURTSORT | Altenkirchen |
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