Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Ruqaya al-Ghasra – Wikipedia Zum Inhalt springen

Ruqaya al-Ghasra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ruqaya Al Ghasara)
Datei:Roqaya Al-Gassra.JPG
Roqaya al-Gassra, 2009

Ruqaya al-Ghasra (arabisch رقية الغسرة {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), auch Rakia al-Gassra geschrieben; * 6. September 1982, Bani Jamra) ist eine ehemalige bahrainische Sprinterin.

Die Leichtathletin erregte besonderes Aufsehen durch das Tragen eines langärmeligen Shirts, einer langen Hose und eines dicht schließenden Hidschābs (Kopfbedeckung) bei sportlichen Wettkämpfen, mit denen sie die sogenannte ʿAura ihres Körpers gemäß islamischen Vorschriften so bedeckte, dass nur Hände und Gesicht freiblieben.

Leben

Al-Ghasra begann ihre sportliche Laufbahn als Basketballspielerin in ihrer Schulmannschaft, kam aber aufgrund ihrer Schnelligkeit mit 19 Jahren<ref name="Oman">Times of Oman: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sprinter debunks myth of hijab on track (Memento vom 3. Januar 2010 im Internet Archive). 12. Dezember</ref> zur Leichtathletik. Nachdem sie einige Schulmeisterschaften gewinnen konnte, brachte sie eine Lehrerin 2000 zur nationalen Bahrain Athletics Association, die wenig später ein Programm zur Unterstützung von weiblichen Jugendsportlern startete.<ref name="nyt2004">New York Times: Summer 2004 Games; Free at Last, Islamic Women Compete With Abandon. 21. August 2004</ref> Bis dahin konnten sich Frauen in diesem Golfstaat nur in Mannschaftssportarten betätigen, da die Leichtathletikvereine für sie nicht zugänglich waren.<ref name="iaaf06/07">IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />A first for Bahrain (Memento vom 13. Februar 2008 im Internet Archive). 1. Juni 2007</ref> Im selben Jahr erreichte al-Ghasra bei den arabischen Jugendmeisterschaften in Damaskus einen sechsten Platz.<ref>Gulf News: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Breaking Free (Memento vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive). 19. Mai 2007</ref>

Bei den 13. Panarabischen Leichtathletikmeisterschaften in Amman (Jordanien) errang al-Ghasra 2003 Gold über 100 Meter (11,61 s) und im 200-Meter-Lauf (24,09 s).<ref>gbrathletics.com: Pan Arab Championships</ref> Bei den erstmals 2004 in Teheran ausgetragenen Hallenasienmeisterschaften gewann sie Silbermedaillen über 60 Meter (7,48 s), 200 Meter (24,18 s) und 400 Meter (55,29 s).<ref>Asian Athletics Association: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Asian Indoor Championchips (Memento vom 8. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> Bei den Hallenweltmeisterschaften 2004 in Budapest schied sie über 400 Meter schon im Vorlauf aus, obwohl sie mit 54,24 s einen bahrainischen Rekord aufstellte.

Al-Ghasra erfüllte mit 11,39 s als erste Frau aus einem arabischen Land die olympische 100-Meter-Qualifikationsnorm,<ref name="nyt2004" /> (Qualifikationsgrenze 11,40 Sekunden<ref name="CT08/04">Chicago Tribune (via The Muslim News): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Muslim women show their options (Memento vom 11. September 2005 im Internet Archive). 20. August 2004</ref>) war also nicht wie einige andere Teilnehmerinnen aus islamischen Staaten auf eine Wildcard des IOCs angewiesen.<ref name="CT08/04" /><ref name="espn">ESPN: Running into History. 25. September 2004</ref> Mit 11,49 s schied sie bei den Olympischen Spielen in Athen im Vorlauf aus, wobei sie das Weiterkommen um sechs Hundertstelsekunden verfehlte.

2005 reichten ihr bei den dritten Westasiatischen Spielen in Doha 12,28 s zum Sieg bei dem erstmals für Frauen ausgetragenen 100-Meter-Lauf.<ref>Asian Athletics Association: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />West Asian Games (Memento vom 15. Februar 2009 im Internet Archive)</ref> Mit 24 Jahren errang sie bei den Asienspielen 2006 in Katar mit 23,19 s die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf vor der Usbekin Goʻzal Xubbiyeva und der Sri-Lankerin Susanthika Jayasinghe, die al-Ghasra im 100-Meter-Lauf, wo sie nach einem Fehlstart 11,40 s erzielte, auf den Bronzerang verdrängt hatten.<ref>Al Jazeera English: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Glory for Al Ghasara (Memento vom 18. Februar 2009 im Internet Archive). 11. Dezember 2006</ref><ref name="Oman" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Athletenporträt von Ruqaya Al Ghasara (Memento vom 4. Januar 2007 im Internet Archive) auf der Website der Asienspiele 2006 (Internet Archive)</ref> Diese Asienspiele waren die ersten, bei denen bahrainische Leichtathletinnen eine Medaille gewannen. Während jedoch die eingebürgerte, aus Äthiopien stammende Mittelstreckenläuferin Maryam Yusuf Jamal die für ihre Sportart typische Kleidung trug, war al-Ghasra wie auch einige Athletinnen anderer Nationen so gekleidet, wie es der kulturellen Tradition ihrer Heimat entsprach. Al-Ghasra sagte nach ihrem Sieg in einem Interview, das Tragen von Kleidung nach traditionellen Vorschriften beflügele sie und sei keine Behinderung.<ref name="cool" />

Aufgrund eines Muskelfaserrisses, den sich al-Ghasra im Juli 2007 im linken Oberschenkel zuzog, konnte sie die Weltmeisterschaften im August in Ōsaka und den Asiatischen Hallenspielen im Oktober in Macau nicht bestreiten.<ref>Gulf Daily News: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ruqaya getting back on track… (Memento vom 14. Dezember 2015 im Internet Archive). 1. Dezember 2007</ref><ref>Al Jazeera English: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Olympic dreams for Al Ghasara (Memento vom 27. Mai 2010 im Internet Archive). 18. Februar 2008</ref> Bei den zweiten Hallenasienmeisterschaften im Februar 2008 in Doha errang die genesene al-Ghasra Goldmedaillen über 60 m (7,40 s)<ref>Asian Indoor Athletics Championships 2008 – Results Day 1. Asian Athletics Association, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. April 2008; abgerufen am 11. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und 400 m (53,28 s).<ref>Asian Indoor Athletics Championships 2008 – Results Day 2. Asian Athletics Association, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. März 2008; abgerufen am 11. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Datei:Birdsnest action 2.jpg
Bei den Olympischen Spielen 2008

Obwohl sie auch über 100 Meter qualifiziert war, kündigte sie vor den Olympischen Spielen in Peking an, sich auf den 200-Meter-Lauf zu beschränken, bei dem sie eine Medaille anstrebte.<ref>Gulf Daily News: Ruqaya to carry flag at Games. 31. Juli 2008</ref> Sowohl im Vorlauf wie auch im Viertelfinale war sie mit 22,81 s und 22,76 s Erste, im Halbfinale jedoch schied sie als Sechste mit 22,72 s aus.<ref>Gulf Daily News: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ruqaya’s dream run comes to an end (Memento vom 13. Januar 2016 im Internet Archive). 21. August 2008</ref>

Bei der Eröffnungsfeier zogen erstmals Frauen als Flaggenträger für Golfstaaten ein, außer al-Ghasra die Iranerin Homa Hosseini und Sheikha Maitha Al Maktoum aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.<ref name="GD8.8.08" /><ref>The Washington Post: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Let the Women Play (Memento vom 2. Juli 2014 im Internet Archive). 14. August 2008</ref>

Al-Ghasra trug in Peking auf dem Kopf einen Hijood, entworfen von der australischen Modedesignerin Aheda Zanetti, die später durch ihren islamkonformen Schwimmanzug Burkini, den sie für ihr Textilunternehmen Ahiida entworfen hatte, bekannt wurde.<ref>Gulf Daily News: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ruqaya to wear new Aussie outfit (Memento vom 23. Juli 2015 im Internet Archive). 11. August 2008</ref> Der Hijood ist ein haubenförmiger Hidschāb (das Wort ist zusammengesetzt aus den englischen Wörtern für Schleier, Hijab, und Haube, Hood), der Haar und Nacken bedeckt.<ref>Ahiida-Pressemitteilung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Rise and Rise of the Hijood (Memento vom 24. Juli 2008 im Internet Archive) (PDF)</ref><ref>Reuters: Aussie „burqini“ designer creates athletic veil. 18. August 2008</ref><ref>Süddeutsche Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Islamkonforme Sportausrüstung (Memento vom 24. Juni 2009 im Internet Archive). 19. August 2008</ref> Zuvor trug sie Kleidung des Sportartikelherstellers Nike.<ref>Frankfurter Allgemeine Zeitung: Kommentar Sport: Auf Tuchfühlung. 12. Dezember 2006</ref><ref>ESPN: Nike swoosh raises debate 19. Dezember 2006.</ref> Die fromme Schiitin<ref>Al Ghasara: I will always run wearing hijab</ref> wollte mit ihrem Auftreten ihre Glaubensgenossinnen dazu anregen, Wettkampfsport zu betreiben, denn Frauensport sei in Bahrain und anderen Golfstaaten neu.<ref name="cool">coolrunning.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />No bother at all: Bahrain sprinter says Muslim dress makes her faster (Memento vom 5. Februar 2011 im Internet Archive), coolrunning.com, 12. Dezember 2006</ref> Der Präsident der Bahrain Athletics Association (BAA) bezeichnete sie als „Vorbild, besonders für junge Mädchen“.<ref>Gulf Daily News: Ruqaya 'top role-model. 19. Februar 2008</ref> Der Start von Musliminnen mit Kleidung nach traditioneller islamischer Sitte bei Olympischen Spielen wird einerseits als Schritt hin zur Gleichberechtigung in islamischen Ländern betrachtet,<ref>Stern: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Muslimische Frauen bei Olympia: Die mit dem Schleier starten (Memento vom 6. Juli 2007 im Internet Archive). 26. August 2004</ref><ref>The Washington Post: Unveiling the Olympics, washingtonpost.com, 15. August 2008</ref> andererseits aber auch als Zeichen der Re-Islamisierung wahrgenommen.<ref>3sat: Wettkampf der Kulturen. Wie arabische Medien über die Olympischen Spiele berichten. 25. August 2004</ref>

Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin erreichte al-Ghasra das Halbfinale über 200 Meter und das Viertelfinale über 100 Meter.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berlin 2009 – Frauen – 200 m (Memento vom 16. Mai 2016 im Internet Archive), NDR 2011</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Berlin 2009 – Frauen – 100 m (Memento vom 6. Juni 2016 im Internet Archive), NDR 2011</ref> Am Ende des Jahres trat sie aus gesundheitlichen Gründen zurück.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bahraini sprinter Rakia Al Gassra retires for health reasons (Memento vom 14. Januar 2016 im Internet Archive), www.all-athletics.com 17. Dezember 2009</ref> Im Juli 2010 gab der Weltleichtathletikverband IAAF jedoch bekannt, dass bei ihr bei einer Trainingskontrolle eine Woche vor den Weltmeisterschaften 2009 ein Epitestosteron-Verstoß festgestellt wurde und sie eine zweijährige Dopingsperre erhielt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IAAF News – Newsletter Edition 115 (Memento vom 3. Dezember 2016 im Internet Archive), IAAF 20. Juli 2012</ref><ref>IAAF: Athletes currently suspended, wacathle.voila.net Juli 2010</ref> Die Ergebnisse von Berlin wurden gestrichen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />200 Metres – W Semi-Final (Memento vom 15. August 2012 im Internet Archive), IAAF</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />100 Metres – W Quarter Final (Memento vom 12. September 2012 im Internet Archive), IAAF</ref>

Ihre persönlichen Bestzeiten liegen bei 11,12 s für 100 Meter (Mailand, 2. Juli 2008, arabischer Rekord) und 22,65 s für 200 Meter (Rom, 11. Juli 2008, arabischer Rekord).<ref name="GD8.8.08">Gulf Daily News: Bahrain ready for opening show. 8. August 2008</ref> Al-Ghasra ist 1,70 m groß und wog zu Wettkampfzeiten 65 kg. Sie hat Sport-Management studiert.<ref>Gulf News: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Veil no barrier, says Al Ghasara (Memento vom 29. Mai 2008 im Internet Archive). 13. Dezember 2006</ref>

Erfolge

Weblinks

Commons: Ruqaya al-Ghasra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />