Rosa centifolia
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Rosa × centifolia L. (Rosarium Sangerhausen) }} | ||
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Rosa × centifolia (lateinisch: centifolia = „hundertblättrig“), auch Zentifolie (und früher auch Rosa centifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />{{#if:|{{{4}}} |}}{{#if:|{{{2}}} |}}{{#if:| {{{3}}} |}}{{#if:| „{{{6}}}“ |}}L.{{#if:| {{{5}}}|}}<ref>Vgl. Pschyrembel.</ref>), ist eine Rosengruppe mit gefüllten Blüten, die zu den alten Rosen zählt. Sie wird auch Gartenrose genannt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Geschichte
Bereits Theophrast und Plinius erwähnten eine rosa centifolia,<ref>Theophrastos: Historia Plantarum, Buch VI, Kapitel VI, Zweisprachige Ausgabe von Sir Arthur Hort, 1916, Vol. 2 Seite 38</ref><ref>Johann Daniel Denso, Übersetzung von Plinius: Naturalis historia (ca. 77 n. Chr.), 1765, Band 2 Seite 224</ref> weshalb man früher glaubte, dass es sie schon im Altertum in Nordgriechenland oder Kleinasien gegeben habe und dass sie die älteste aller Rosen sei.<ref>David Austin: Alte Rosen und Englische Rosen, Dumont, Köln 1993, S. 52</ref> Im Gegensatz zu der barocken oder modernen Rosa centifolia beschrieb Plinius seine hundertblättrige Rose jedoch als geruchslos.<ref name=Dendrology>Rosa centifolia, Artikel auf der Website der International Dendrology Society online (englisch; Abruf am 4. Februar 2020)</ref>
Heute vermutet man, dass die Rosa × centifolia erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts vermutlich in Holland durch Züchtung entwickelt wurde.<ref>David Austin: Alte Rosen und Englische Rosen, Dumont, Köln 1993, S. 52</ref> Clusius berichtete 1601 in seiner Rariorum Plantarum Historia, dass er 1589 zwei Pflanzen der angeblichen rosa centifolia des Plinius bekommen habe und beschrieb sie als 'Rosa centifolia batavica' („holländische Zentifolie“).<ref name=Dendrology /> Jean Bauhin sah im Juli 1595 in Pforzheim eine solche Rose, die angeblich aus dem griechischen Delphi stammte und unheimlich teuer gewesen sein soll.<ref name=Dendrology /> Kurz danach erwähnte der englische Botaniker John Gerard eine Zentifolie in seinem Catalogus (1596) und beschrieb sie in seinem Herball von 1597 als 'Rosa Hollandica sive Batava' („holländische oder batavische Rose“).<ref name=Dendrology />
Zentifolien wurden seit etwa 1600 besonders häufig von flämischen und niederländischen Malern in Stillleben und anderen Gemälden abgebildet, weshalb sie auch als „Rose des Peintres“ (französisch: „Rose der Maler“) bekannt wurden (siehe unten).<ref>Ute Bauer: Alte Rosen, Seite 21, München: BLV, 2005 ISBN 3-405-16713-2</ref> Das wahrscheinlich früheste Bild einer Zentifolie schuf Jacques de Gheyn II. im Jahr 1603.<ref name=Dendrology />
Eigenschaften
Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass es sich wahrscheinlich um eine Kreuzung aus Rosa gallica, Rosa moschata, Rosa canina und Rosa × damascena handelt.<ref>Dr. Hurst nennt Rosa phoenicea statt Rosa damascena, doch gehört R. phoenicea zu den Vorfahren der Damaszener Rose. David Austin: Alte Rosen und Englische Rosen, Dumont, Köln 1993, S. 52</ref> Der Wuchs der Rosa × centifolia ist vergleichbar mit der Wildrose Rosa gallica, stark bestachelte Sträucher bis 2 m hoch, ihre Blüten sind üppig, in Gruppen, überhängend und stark gefüllt – entsprechend dem Namen „centifolia“ (hundertblättrig). Die Farbe ist meist Rosa, doch kommen auch weiße und purpurrote Töne vor.
Die Zentifolien sind in Bauerngärten sehr beliebt, winterhart und lieblich duftend. Ihre Blütenblätter werden zur Gewinnung von Rosenöl und Rosenwasser, für kosmetische Zwecke und Parfüm, sowie zur Zubereitung von Rosenkonfitüre verwendet.
Eine Untergruppe der Zentifolien sind die Moosrosen. Die meisten Sorten der Moosrosen wurden bis etwa 1850 gezüchtet. Als „gelbe Centifolie“ war früher die gefüllte Rosa hemisphaerica bekannt, die jedoch keineswegs zu den Zentifolien gehört.<ref name=Help>Rosa hemisphaerica in: HelpMeFind (englisch; Abruf am 1. Oktober 2022)</ref>
Sorten
Die älteste bekannte Rose dieser Gattung ist die Rosa × centifolia L., die auch 'Kohlrose' oder 'Provence-Rose'<ref>Nicht zu verwechseln mit der Bezeichnung 'Provins-Rose' für die Rosa gallica. David Austin: Alte Rosen und Englische Rosen, Dumont, Köln 1993, S. 24.</ref> genannt wird. Von den über 200 Zentifolien, die im 17. und 18. Jahrhundert bekannt waren, sind heute noch etwa 20 Sorten der Zentifolie im Handel. Die Sorte 'Reine des Centifeulles', Belgien 1824, ist als „Königin der Zentifolien“ eine bemerkenswerte Rose mit typischem, feinem Duft und großen, dicht gefüllten rosafarbenen Blüten im Juni. Eine Auswahl beliebter Sorten im Überblick:
- 'Blanchefleur', Vibert 1835, rahmweiß mit feinem rotem Saum;
- 'Bullata', vermutlich 1801, rosa;
- 'Centifolia' (auch 'Kohlrose', 'Provence-Rose', 'Rose des Peintres'), vor 1600, sehr üppig, rosa;
- 'Centifolia variegata' (auch 'Belle des Jardins', 'Cottage Maid' u. a.), Vibert 1845, weiß mit rosa Streifen;
- 'Fantin Latour', 19. Jahrhundert, rosa, stark duftend;
- 'Juno', 1832, zartrosa;
- 'Parvifolia', 1664, violett-rosa;
- 'Petite de Hollande', um 1800, Miniaturrose, rosa;
- 'Reine des Centifeuilles', Belgien 1824, reinrosa;
- 'Rose de Meaux', vor 1789, Miniaturrose, rosa;
- 'Rose de Meaux White', weiß - ein Sport der 'Rose de Meaux';
- 'Spong', um 1805, Miniaturrose, rosa, schwach duftend;
- 'Unique Blanche', 1775, weiß;
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'Bullata'
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'Rose de Meaux'
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'Unique Panachee'
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'Petite de Hollande'
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'Gaspard Monge'
Zentifolien in der Kunst
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Jan Brueghel d. Ä. (1568–1625): Blumenvase
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Jan Davidsz. de Heem (1606–1684): Stillleben mit Früchten und Rosen (1652)
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Nicolaes van Verendael (1640–1691): Stillleben mit Rosen
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Rachel Ruysch (1664–1750): Stillleben mit Rosen (1723)
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Stillleben von Gerard van Spaendonck (1746–1822)
Literatur
- Theophrastos: Historia Plantarum, Buch VI, Kapitel VI, Zweisprachige Ausgabe von Sir Arthur Hort, 1916, Vol. 2 Seite 38
- Hermann Christ: Zur Geschichte des Gartens. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 17, 1918, S. 377–385. (Digitalisat)
- Johann Daniel Denso, Übersetzung von Plinius: Naturalis historia (ca. 77 n. Chr.), 1765, Band 2 Seite 224
- David Austin: Alte Rosen und Englische Rosen, Dumont, Köln 1993
- Heinrich Schultheis: Rosen: die besten Arten und Sorten für den Garten. Ulmer Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-6601-1
- Heinrich Schultheis, Helga & Klaus Urban: Rosenlexikon. 2. Aufl. 2001, ISBN 3-932045-25-4 (CD-ROM)
- Peter Beales: Klassische Rosen. 2. Aufl. 2002, ISBN 3-8320-8736-2
Weblinks
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- Rosa centifolia, Artikel auf der Website der International Dendrology Society online (englisch; Abruf am 4. Februar 2020)
Einzelnachweise
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