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Nicolaes van Verendael

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Datei:Still life of flowers in a terracotta vase, including roses, parrot tulips, morning glory, carnations, snowball, aster, marigold, larkspur and opium poppy, on a partly draped stone ledge with a watch).jpg
Blumenbouquet in einer Terracottavase und eine Uhr, sign. & dat. 1674, 77,2 × 61,5 cm, in Auktion bei Sotheby’s, 5. Juli 2025, lot 27

Nicolaes van Verendael (auch Nicolaas und/oder van Veerendael; getauft 19.<ref name=RKD>Nicolaes van Verendael. Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch)</ref> Februar 1640 in Antwerpen; † zwischen dem 7. und dem 11. August 1691 ebenda)<ref name=Hairs-275>Marie-Louise Hairs: Nicolaes van Veerendael, in: Les Peintres flamands de fleurs au XVIIe siècle, La Renaissance du Livre, Tournai, 1998, S. 275–277, hier: 275</ref> war ein flämischer Maler, der besonders für seine exquisiten Blumenstillleben berühmt ist.

Leben

Er war ein Sohn des Malers Willem van Verendael und dessen Frau Antonia Thomas.<ref name=RKD /> Das Malerhandwerk erlernte er bei seinem Vater, daneben steht Verendael stilistisch in der Nachfolge von Daniel Seghers, verarbeitete später aber auch Anregungen von Jan Davidsz. de Heem.<ref>Hairs ordnet ihn ihrem Kapitel III. „Dans le sillage de Daniel Seghers“ zu. Marie-Louise Hairs: Nicolaes van Veerendael, in: Les Peintres flamands de fleurs au XVIIe siècle, La Renaissance du Livre, Tournai, 1998, S. 275–277</ref><ref>Verendael. In: Beschreibendes Verzeichniss der Gemälde. C. H. Georgi, Aachen 1883 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>

1656–57 wurde er als Meistersohn („wijnmeester“) in der Antwerpener Lukasgilde aufgenommen.<ref name=RKD />

Am 20. März 1669 heiratete er in der Antwerpener Kathedrale Notre Dame Katharina van Beveren, eine Tochter des Bildhauers und Münzprägers Matthijs van Beveren. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen die meisten vorzeitig starben.<ref name=Hairs-275 /><ref name=Konle>Jannik Konle: Veerendael, Nicolaes van, in: Allgemeines Künstlerlexikon: die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker [AKL], Verlag Saur/De Gruyter, München/Berlin, 2021, Bd. CXII, S. 312</ref> Sein letztes Kind wurde erst nach seinem Tode geboren.<ref>Wolfgang Prohaska, Klaus Ertz et al.: Das flämische Stillleben 1550–1680 (Sinn und Sinnlichkeit) (Katalog der Ausstellung in der Villa Hügel, Essen, und im Kunsthistorischen Museum, Wien, 2002), Kulturstiftung Ruhr Essen / Luca Verlag, Lingen, 2002, S. 375</ref> Mit seinem Schwiegervater geriet Verendael 1673 in Streit wegen des mütterlichen Erbes seiner Frau.<ref name=RKD />

Verendael war einer der besten Blumenmaler seiner Zeit und hatte auch Erfolg – Marie Louise Hairs bezeichnete ihn als „le meilleur spécialiste flamand de la second moitié du XVIIe siécle“. Dennoch soll er in ärmlichen Verhältnissen gelebt haben.<ref>Marie-Louise Hairs: Nicolaes van Veerendael, in: Les Peintres flamands de fleurs au XVIIe siècle, La Renaissance du Livre, Tournai, 1998, S. 275–277, hier: 275 und 276 (Zitat)</ref><ref name=Konle /> Signierte Werke von ihm sind aus dem Zeitraum von 1659 bis 1690 bekannt.<ref name=RKD /> Es sind auch einige Singerien (Gemäldegalerie, Dresden und Musées Royales des Beaux Arts, Brüssel; beide signiert) und ein Waldstillleben (Schottenstift, Wien) bekannt.<ref name=Konle />

Wie unter flämischen Malern üblich, arbeitete Verendael auch mit anderen Kollegen zusammen. So malte er gemeinsam mit Jan Davidsz. de Heem ein berühmtes Vanitas-Stillleben in der Alten Pinakothek München, wobei Verendaels Anteil aus der prächtigen Blumenvase besteht, während De Heem die Vanitaselemente beisteuerte; das Bild ist von beiden Malern signiert.<ref>Marie-Louise Hairs: Nicolaes van Veerendael, in: Les Peintres flamands de fleurs au XVIIe siècle, La Renaissance du Livre, Tournai, 1998, S. 275–277, hier: 277 (Zitat)</ref><ref>Konrad Renger: Jan Davidsz. de Heem, Nicolaes van Veerendael – Stillleben mit Blumenstrauss, Kruzifix und Totenkopf (sic !), in: Wolfgang Prohaska, Klaus Ertz et al.: Das flämische Stillleben 1550–1680 (Sinn und Sinnlichkeit) (Katalog der Ausstellung in der Villa Hügel, Essen, und im Kunsthistorischen Museum, Wien, 2002), Kulturstiftung Ruhr Essen / Luca Verlag, Lingen, 2002, S. 154 f</ref> Fast ebenso bekannt ist das dreifach signierte Küchenstück mit Wild und Blumen in der Dresdener Galerie, welches er gemeinsam mit David Teniers d. J. und Carstian Luyckx schuf; auch dabei war Verendael für die Blumen verantwortlich.<ref>Uta Neidhard: David Teniers d. J., Nicolaes van Veerendael, Carstiaen Luyckx – Vor der Küche (sic !), in: Wolfgang Prohaska, Klaus Ertz et al.: Das flämische Stillleben 1550–1680 (Sinn und Sinnlichkeit) (Katalog der Ausstellung in der Villa Hügel, Essen, und im Kunsthistorischen Museum, Wien, 2002), Kulturstiftung Ruhr Essen / Luca Verlag, Lingen, 2002, S. 54 f</ref>

Für das Jahr 1683 ist bezeugt, dass Verendael einige Blumenstücke anderer Maler auf Wunsch eines Kunden überarbeitete und dann seine eigene Signatur daruntersetzte.<ref name=RKD /> Er tat dies widerstrebend und nur unter der Bedingung, dass die Bilder nicht als Originale von ihm verkauft werden durften.<ref>Siehe unter Verwijzingen, in: Nicolaes van Verendael. Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch)</ref>

Der genaue Zeitpunkt seines Todes ist nicht bekannt, aber nachdem er am 7. August 1691 noch ein Testament gemacht hatte, wurde Nicolaes van Verendael bereits vier Tage später, am 11. August 1691, in der Sankt Michaelskirche von Antwerpen bestattet.<ref name=Hairs-275 /><ref name=RKD />

Zu Verendaels Schülern gehörten Jan Baptist Morel, der Kunsthändler Jeronymus Scharenberg und ein Priester namens Cano, von dem er 1683 auch einige Bilder verbesserte (siehe oben).<ref name=RKD />

Galerie

Literatur

Weblinks

Commons: Nicolaes van Verendael – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references />

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