Roger Nordmann (Politiker)
Roger Nicolas Nordmann (* 23. März 1973 in Lausanne; heimatberechtigt in Seuzach ZH) ist ein Schweizer Politiker (SP). Er war von 2004 bis 2025 Mitglied des Nationalrats und von 2015 bis 2023 SP-Fraktionspräsident. Im März 2026 wurde er in die Waadtländer Kantonsregierung gewählt.
Leben
Roger Nordmann wurde als Sohn des Anwalts Philippe Nordmann und der ehemaligen Bundesrichterin Ursula Nordmann-Zimmermann geboren. Nach der Primarschule in Mézières und der Sekundarschule in Moudon machte er 1991 die Matura in Lausanne und studierte anschliessend, unterbrochen von zwei Semestern an der Erasmus-Universität Bologna, an der Universität Bern Politik- und Wirtschaftswissenschaften, wo er 1996 mit dem Lizentiat abschloss. Im Jahr 2000 erwarb er ein Diplom in Legistik der Universität Genf.<ref name="cv">Curriculum Vitae. Website von Roger Nordmann.</ref>
Ab 2006 war Nordmann im Vorstand des Verkehrs-Clubs der Schweiz, von 2010<ref>Roger Nordmann neuer VCS-Vizepräsident. Website des VCS, 20. August 2010 (PDF; 152 kB).</ref> bis 2017 als Vizepräsident.<ref>Dominique Eva Rast: «Der Status quo ist keine Option». In: VCS Magazin. Nr. 2, 2017, S. 12 f. (Interview; PDF; 9,2 MB).</ref> Von 2010 bis 2021 war er Präsident von Swissolar, dem schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie. Nachfolger wurde Jürg Grossen.<ref>Jürg Grossen ist neuer Swissolar-Präsident, Gabriela Suter ist neue Vizepräsidentin. Website der Swissolar, 27. Mai 2021.</ref>
Seit 2020 ist er Mitglied, seit 2021 Präsident des Verwaltungsrates des Beratungsunternehmens für Energie und Umwelt Planair SA<ref>Mutation Planair SA, La Sagne. In: Schweizerisches Handelsamtsblatt (SHAB). 26. August 2020 (PDF; 151 kB).</ref> und seit 2020 Mitglied des Verwaltungsrats des Energieunternehmens Groupe E.<ref>Verwaltungsrat. Website der Groupe E.</ref>
Nordmann ist verheiratet mit der Lausanner Finanz- und Verkehrsdirektorin Florence Germond (SP)<ref>Philippe Reichen: Schweizer Politikerpaare – und die Folgen. Was, wenn Mann und Frau zusammenleben und gleichzeitig einflussreiche Ämter besetzen? Karriereprobleme zum Beispiel. In: Tages-Anzeiger. 21. November 2016, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref> und Vater von zwei Kindern (* 2004 und 2005).<ref name="cv" /> Er wohnt in Lausanne. In der Schweizer Armee war er Soldat.<ref name="parlament.ch" />
Politik
Nordmann war von 1998 bis 1999 Mitglied des Gemeinderates (Legislative) von Lausanne, von 1999 bis 2002 des Verfassungsrates des Kantons Waadt und von August bis November 2004 des Grossen Rates des Kantons Waadt. Von März 2004 bis zum März 2008 amtete er als Vizepräsident der SP des Kantons Waadt.<ref name="parlament.ch">Roger Nordmann auf der Website der Bundesversammlung, abgerufen am 23. April 2022.</ref>
2004 rückte er für den in den Staatsrat gewählten Pierre-Yves Maillard in den Nationalrat nach, 2007 wurde er bestätigt, 2011, 2015, 2019 und 2023 wiedergewählt. Er gehörte während seiner gesamten Amtsdauer der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie an; von 2017 bis 2019 war er deren Präsident. Zeitweise gehörte er zudem der Sicherheitspolitischen Kommission und der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen an.<ref name="parlament.ch" /> Er war 2023 bis 2025 Mitglied der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) «Geschäftsführung der Behörden – CS-Notfusion».<ref>Credit Suisse Notfusion mit der UBS: Mitglieder und Präsidium der PUK stehen fest. In: Parlament.ch, 14. Juni 2023.</ref>
Weil er bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 seine Kandidatur für den Ständerat zugunsten von Maillard zurückzog, gewährte ihm die SP Waadt eine erneute Ausnahme von der Amtszeitbeschränkung.<ref>Wahlen 2023 — SP Waadt vermeidet Duell Maillard-Nordmann bei Ständeratswahl. In: srf.ch. 25. Juni 2022, abgerufen am 25. Juni 2022.</ref>
Im Februar 2012 wurde er gemeinsam mit Anita Fetz zum Vizepräsidenten der SP-Fraktion in der Bundesversammlung gewählt.<ref>Tschümperlin ist neuer SP-Fraktionspräsident. In: Südostschweiz. 18. Februar 2012.</ref> Im November 2015 wurde er als Fraktionschef Nachfolger von Andy Tschümperlin, der die Wiederwahl in den Nationalrat verpasste.<ref>Ein zweiter Romand an der SP-Spitze. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. November 2015.</ref> Per 1. September 2023 gab er das Fraktionspräsidium an Samira Marti und Samuel Bendahan weiter.<ref>Neues SP-Fraktionspräsidium - Bundeshaus bekommt zum ersten Mal ein Duo an Fraktionsspitze. In: srf.ch. 20. August 2023, abgerufen am 20. August 2023.</ref>
Nordmann gehört zum europhilen Flügel seiner Partei.<ref>Maurice Thiriet, Fabien Feissli: «Der EU-Beitritt ist die beste Option». In: Watson. 28. Dezember 2021 (Interview).</ref> 2006 setzte er sich in einer Motion für ein Gesetz zur Einführung eines mehrwöchigen Vaterschaftsurlaubs auf Bundesebene ein.<ref>Vaterschaftsurlaub. In: Curia Vista. 19. Dezember 2007 (Motion 06.3662).</ref> Die Motion wurde abgelehnt, das Schweizer Stimmvolk stimmte am 27. September 2020 aber einem zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub zu.<ref>Vaterschaftsurlaub. In: Swiss Votes. Année Politique Suisse. 27. September 2020.</ref> 2013 schlug er vor, die Bundessteuer auf Unternehmensgewinne von 8,5 auf 16 Prozent zu erhöhen, um den Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen zu bremsen.<ref>Die SP will den Steuerwettbewerb bremsen. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. April 2013.</ref> Die entsprechende «Steuergerechtigkeits-Initiative» wurde am 28. November 2010 vom Stimmvolk mit 58,46 % Neinstimmen abgelehnt.<ref>«Steuergerechtigkeits-Initiative». In: Swiss Votes. Année Politique Suisse. 28. November 2010.</ref> Im September 2021 forderte er, unterstützt von 28 weiteren Abgeordneten von den Grünen bis zur SVP, in einer Motion im Nationalrat ein Verbot von Kryptowährungen.<ref>Hacking gegen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Bezahlung von Lösegeldern über Kryptowährungen unterbinden. In: Curia Vista. 10. November 2012.</ref>
Am 4. Oktober 2023 kündigte Nordmann seine Kandidatur für die Bundesratswahl 2023 an, als Nachfolger für Alain Berset.<ref>Roger Nordmann steigt ins Rennen um die Berset-Nachfolge. In: SRF. 4. Oktober 2023, abgerufen am 4. Oktober 2023.</ref> Die SP-Bundeshausfraktion entschied sich für das Zweierticket Beat Jans und Jon Pult.<ref>SP steigt mit Jon Pult und Beat Jans ins Bundesratsrennen. In: SRF.ch, 25. November 2023.</ref>
Auf das Ende der Frühjahrssession 2025 trat er aus dem Nationalrat zurück.<ref>Mitteilungen der Präsidentin (Verabschiedung von Roger Nordmann). In: Amtliches Bulletin der Bundesversammlung. Parlamentsdienste, 20. März 2025, abgerufen am 23. März 2025.</ref> Ein Jahr später kandidierte er bei der Nachwahl um einen Sitz in der Waadtländer Kantonsregierung.<ref>Roman Fillinger: Roger Nordmann – chancenreichster Kandidat für Waadtländer Regierung. In: srf.ch. 6. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref> Da im ersten Wahlgang vom 8. März 2026 niemand von den drei Kandidierenden das absolute Mehr erreichte, kam es am 29. März 2026 zu einem zweiten Wahlgang,<ref>Ersatzwahl Regierung Waadt: zweiter Wahlgang nötig. In: srf.ch. 8. März 2026, abgerufen am 8. März 2026.</ref> wobei Nordmann gewann.<ref>Roger Nordmann schafft den Sprung in den Waadtländer Staatsrat. In: srf.ch. 29. März 2026, abgerufen am 29. März 2026.</ref>
Publikationen
- Atom- und erdölfrei in die Zukunft. Konkrete Projekte für die energiepolitische Wende. Aus dem Französischen übersetzt von Gerhard Tubandt, mit einem Vorwort von Bertrand Piccard. Orell Füssli, Zürich 2011, ISBN 978-3-280-05437-6.
- Sonne für den Klimaschutz. Ein Solarplan für die Schweiz. Mit einem Vorwort von Jacques Dubochet, Chemie-Nobelpreisträger 2017. Zytglogge, Basel 2019, ISBN 978-3-7296-5028-2.
- Klimaschutz und Energiesicherheit. Wie die Schweiz eine rasche und gerechte Wende schafft. Zytglogge, Basel 2023, ISBN 978-3-7296-5140-1.
Weblinks
- Roger Nordmann auf der Website der Bundesversammlung
- Vorlage:Helveticat-GND
- Website von Roger Nordmann
- Roger Nordmann. Kandidatur Nationalratswahlen 2023. In: Wahlplattform Smartvote. Politools – Political Research Network.
Einzelnachweise
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Nationalräte: Cesla Amarelle | André Bugnon | Isabelle Chevalley | Fathi Derder | Olivier Feller | Olivier Français | Adèle Thorens Goumaz | Jean-Pierre Grin-Hofmann | Ada Marra | Isabelle Moret | Jacques Neirynck | Roger Nordmann | Guy Parmelin | Rebecca Ruiz | Jean Christophe Schwaab | Christian van Singer | Pierre-François Veillon | Éric Voruz
Ständeräte: Luc Recordon | Géraldine Savary
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 49. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 49. Legislaturperiode
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nordmann, Roger |
| ALTERNATIVNAMEN | Nordmann, Roger Nicolas (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Politiker (SP) |
| GEBURTSDATUM | 23. März 1973 |
| GEBURTSORT | Lausanne |