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Repulsionsmotor

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Beim Repulsionsmotor handelt es sich um eine Sonderbauform eines Einphasenasynchronmotors, bei dem zur Drehzahl- und Drehmomenteneinstellung die Bürsten in ihrer Position verstellt werden können.<ref name="Quelle 11" /> Im Ständer ist eine verteilte Einphasenwicklung angeordnet, der Anker wird wie bei einer Gleichstrommaschine ausgeführt.<ref name="Quelle 16" /> Der Läuferkreis ist über die Bürsten kurzgeschlossen und die Bürsten können mechanisch zwischen der Kurzschluss- und Leerlaufstellung verdreht werden, um so die Drehzahl und das Drehmoment einzustellen.<ref name= "Quelle 1" /> Eingesetzt werden Repulsionsmotoren unter anderem, wenn hohe, stoßfreie Anfahrmomente gefordert sind. Zur Anwendung kamen sie z. B. bei frühen Elektrolokomotiven<ref name="Quelle 12" /> wie der französischen E 3301.<ref name="schneeb" /> Durch den mechanisch aufwendigen Aufbau der verstellbaren Bürsten werden sie zunehmend durch robuste und kostengünstige Drehstrom-Asynchronmaschinen ersetzt.<ref name="Quelle 19" />

Datei:Einphasen Repulsionsmotor 250W.jpg
Repulsionsmotor

Grundlagen

Datei:Normsymbol-Repulsionsmotor.png
Normsymbol Repulsionsmotor

Der Repulsionsmotor hat seine Bezeichnung aufgrund seines Betriebsverhaltens bekommen. Repulsion kommt aus dem Lateinischen und wird abgeleitet aus dem Begriff repulsus, was so viel wie das Rückstoßen bedeutet.<ref name="Quelle 8" /><ref name="Quelle 7" /> Viele Jahre waren Repulsionsmotoren die einzigen Einphasen-Wechselstrommotoren, die als Hochleistungsantriebe, z. B. in E-Loks, geeignet waren.<ref name= "Quelle 6" /> Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es bei der Elektrifizierung der Eisenbahn eine Reihe von unlösbaren Problemen:<ref name="Quelle 17" /> So ließen sich Gleichstrommotoren zwar gut in der Drehzahl regeln, aber Gleichspannung ließ sich über große Distanzen nicht wirtschaftlich übertragen.<ref name="Quelle 21" /> Drehstrommotoren waren robust und zuverlässig, ließen sich aber nicht in ihrer Drehzahl regeln. Außerdem war die Konstruktion der Stromabnehmer sehr problematisch und kostspielig. Einphasen-Wechselstrom-Motoren hatten noch sehr schlechte Wirkungsgrade, außerdem gab es Probleme durch Feldverzerrung bei den Hauptpolen. Für die Lösung all dieser Probleme schien der Repulsionsmotor bestens geeignet.<ref name= "Quelle 6" /> Allerdings waren die hohen Kosten ein Nachteil, der die allgemeine Verbreitung dieser Maschinen hemmte.<ref name="Quelle 20" /> Im 20. Jahrhundert wurden die Einphasen-Reihenschlussmotoren technisch verbessert und der Repulsionsmotor in den elektrischen Eisenbahnen kaum mehr eingebaut. Ihn verdrängte als Bahnmotor regelrecht der Einphasen-Reihenschlussmotor.<ref name= "Quelle 6" /> Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde auch dieser sukzessive durch Maschinen mit Drehstrommotoren ersetzt.<ref name="Quelle 23" />

Geschichtlicher Überblick

Datei:Deri Repulsion Type Motor Midi E 3301.png
Historischer 10-poliger Déri-Repulsionsmotor der Elektrolokomotive Midi E 3301

Im Jahr 1887 erfand Elihu Thomson den Vorläufer des Repulsionsmotors.<ref name="Quelle 12" /> Etwa fünf Jahre später konzipierte E. Arnold im Jahr 1892 den ersten Repulsionsmotor, der allerdings nicht dauerhaft betrieben werden konnte (zu starkes Bürstenfeuer). 1894 baute die Maschinenfabrik Oerlikon einen Repulsionsmotor mit einer Kurzschlussvorrichtung und kombinierter Bürstenabhebevorrichtung. Drei Jahre später wurde der von der Maschinenfabrik Oerlikon entwickelte Motor von der Wagner Elektro Mfg. Co mit großem Erfolg in den USA produziert. Im darauffolgenden Jahr (1898) nutzte Miksa Déri die Vorzüge des als „Wagner-Motor“ bezeichneten Repulsionsmotors und konstruierte einen als Repulsionsmotor anlaufenden Induktionsmotor. Im Jahr 1904 entwickelten die Wiener Ingenieure Gabriel Winter und Friedrich Eichberg in Berlin bei der Firma AEG eine Kombination aus Repulsionsmotor mit einem Reihenschlussmotor, den Winter-Eichberg-Motor, welcher bei der Stubaitalbahn zum Einsatz kam. Im Jahr darauf entwickelte Miksa Déri einen Repulsionsmotor mit zwei Bürstensätzen, den Déri-Motor, und stellte ihn der Fachwelt vor. Im Jahr 1913 nahm die Rhätische Bahn acht mit Repulsionsmotoren ausgerüstete Loks (RhB Ge 2/4 und Ge 4/6 301) in Betrieb, von denen heute noch zwei weitgehend im Originalzustand vorhanden sind.<ref name= "Quelle 5" />

Arten von Repulsionsmotoren

Es wurde bereits eine Vielzahl von Stromwendermotoren für Einphasenwechselstrom entwickelt.<ref name="Quelle 12" /> Aus der Vielzahl dieser Entwicklungen haben sich zwei Repulsionsmotorarten in der Praxis bewährt und durchgesetzt.<ref name="Quelle 9" /> Es gibt Repulsionsmotoren mit einfachem Bürstensatz und Repulsionsmotoren mit doppeltem Bürstensatz (Déri-Motor).<ref name="Quelle 10" /> Déri-Motoren ermöglichen eine feinstufigere Drehzahleinstellung,<ref name="Quelle 22" /> außerdem haben sie einen etwas höheren Wirkungsgrad als Repulsionsmotoren mit einfachem Bürstensatz.<ref name= "Quelle 1" /><ref name="Quelle 14" /> Allerdings sind für den Déri-Motor aufgrund des höheren Kollektorverschleißes und des erhöhten Verschleißes der Kohlebürsten fast doppelt so hohe Wartungskosten zu veranschlagen wie beim Repulsionsmotor mit einfachem Bürstensatz. Größere Déri-Motoren lassen sich zu Repulsionsmotoren mit einfachem Bürstensatz umbauen, bei kleineren Déri-Motoren ist dies in der Regel nicht möglich.<ref name= "Quelle 1" />

Aufbau

Der Repulsionsmotor besteht wie jeder Elektromotor aus dem Ständer (Stator) und dem Läufer (Rotor).<ref name= "Quelle 2" /> Den Stator bezeichnet man auch als Primäranker und den Rotor als Sekundäranker.<ref name= "Quelle 1" /> Der Ständer des Repulsionsmotors ist so ähnlich aufgebaut wie der des Einphaseninduktionsmotors.<ref name="Quelle 15" /> Im Ständerblechpaket liegt eine Einphasenwicklung in meist gleichmäßig verteilten Nuten.<ref name="Quelle 16" /> Zwei Drittel der Nuten werden von der Arbeitswicklung (U - V), die auch als Netzwicklung bezeichnet wird, belegt. Das restliche Drittel der Nuten bleibt entweder frei oder wird nur teilweise bewickelt.<ref name= "Quelle 1" />

Die Wicklung des Läufers ist wie eine Gleichstromwicklung aufgebaut.<ref name="Quelle 16" /> Der Rotor ist somit einem Gleichstromanker sehr ähnlich.<ref name="Quelle 18" /> Die Rotorwicklung ist an einem Kommutator (Stromwender) angeschlossen.<ref name="Quelle 16" /> Die auf dem Stromwender schleifenden Kohlebürsten, die nicht mit dem Netz verbunden sind, sind kurzgeschlossen.<ref name="Quelle 14" /> Diese Bürstenbrücke ist so aufgebaut, dass sie verschiebbar ist.<ref name="Quelle 16" /> Somit können die Kohlebürsten zusammen verstellt werden. Da der Ankerkreis in sich geschlossen ist, kann der Strom der Ankerwicklung nicht direkt von außen zugeführt werden.<ref name= "Quelle 2" />

Beim Repulsionsmotor ist die Stromwendung schwieriger als bei Gleichstrommotoren. Deshalb wird die Lamellenspannung, das ist die Spannung zwischen zwei benachbarten Lamellen, niedriger gewählt. Aus diesem Grund steigt die Lamellenzahl. Dieses wiederum führt zu einer Vergrößerung der Stromwender.

Beim Repulsionsmotor mit einfachem Bürstensatz gibt es zweipolige und vierpolige Motoren. Beim zweipoligen Repulsionsmotor mit einfachen Bürstensatz sind die Bürsten auf der verstellbaren Bürstenbrücke um 180° versetzt.<ref name= "Quelle 1" /> Sie können bei kleineren Motoren auch zur Drehzahlsteuerung genutzt werden.<ref name="Quelle 20" /> Dazu können sie theoretisch um jeweils 90° nach rechts oder links aus der neutralen Zone verschoben werden. Beim vierpoligen Repulsionsmotor mit einfachem Bürstensatz sind die Bürsten auf der verstellbaren Bürstenbrücke um 90° versetzt und können somit theoretisch um jeweils 45° (rechts/links) aus der Anlaufstellung (neutrale Zone) verschoben werden.

Datei:Deri 1.svg
Zweipoliger Derimotor
Datei:Deri 2.svg
Vierpoliger Derimotor

Bei größeren Motoren wird die Bürstenverstellvorrichtung mit dem Schalter gekuppelt, der die Arbeitswicklung mit dem Netz verbindet. Der Schalter ist mechanisch so mit der Bürstenbrücke verbunden, dass das Netz erst zugeschaltet wird, wenn die Bürstenbrücke eine Stellung erreicht hat, in welcher der Motor ein ausreichendes Anlaufdrehmoment entwickeln kann. Dies ist erforderlich, um den Kollektor vor zu starkem Bürstenfeuer zu schützen. Um das Bürstenfeuer während des Betriebes zu eliminieren, haben größere Motoren eine Bürstenabhebevorrichtung mit integrierter Kurzschlussvorrichtung. Hierbei werden nach dem Anlaufen des Motors die Bürsten abgehoben und die Rotorwicklungen in sich kurzgeschlossen. Allerdings ist in dieser Stellung die Drehzahl nicht mehr veränderbar.

Beim Déri-Motor sitzen auf dem Stromwender zwei kurzgeschlossene Bürstensätze, die jeweils aus einer unbeweglichen und einer beweglichen Bürste bestehen. Die beiden unbeweglichen Bürsten sind so angeordnet, dass sie in Richtung zur Erregungsachse stehen. Die beweglichen Bürsten lassen sich einzeln so verstellen, dass man die gleichen Betriebsbedingungen (Drehrichtungsänderung und Drehzahlverstellung) wie beim Repulsionsmotor mit einfachem Bürstensatz erhält. Aufgrund der zwei einzeln verstellbaren Bürsten ist der theoretische Verschiebewinkel jeweils doppelt so groß wie beim einfachen Repulsionsmotor. Dadurch erhält man eine feinstufigere Drehzahleinstellung.

Der Läufer und der Ständer sind bei Repulsionsmotoren galvanisch nicht miteinander verbunden.<ref name= "Quelle 1" />

Wirkungsweise

Legt man die Netzwicklung an eine Wechselspannung, fließt ein Strom durch die Spule, und es entsteht ein magnetisches Wechselfeld. Dieses Ständerwechselfeld durchsetzt den Rotor und induziert eine Spannung in den Läuferspulen.<ref name="Quelle 14" /> Über die Bürstenbrücke wird der Stromkreis geschlossen, es fließt ein Läuferstrom.<ref name= "Quelle 3" />

Die Höhe des Läuferstromes und auch die Lage des Läuferfeldes sind abhängig von der Stellung der Bürstenbrücke.<ref name="Quelle 4" /> Die induktive Kopplung (transformatorische Kopplung) zwischen Ständer und Läufer funktioniert bei Repulsionsmotoren prinzipiell genauso wie bei anderen Induktionsmotoren.<ref name="Quelle 9" /> Deshalb dürfen Repulsionsmotoren nur an Wechselspannung angeschlossen werden.<ref name= "Quelle 2" />

Betriebsverhalten

Beim Repulsionsmotor gibt es hinsichtlich des Betriebsverhaltens drei unterschiedliche Bürsteneinstellungen, die Leerlaufstellung, die Kurzschlussstellung und die Betriebsstellung.<ref name= "Quelle 4" />

Datei:Repulsion als symbol leerlauf.svg
Leerlaufstellung

Leerlaufstellung

Hierbei befindet sich die kurzgeschlossene Bürstenbrücke in der neutralen Zone.<ref name= "Quelle 2" /> Die Verbindungslinie der Bürsten liegt senkrecht zur Achse des Ständerfeldes.<ref name="Quelle 14" /> Obwohl das magnetische Feld die Rotorwicklung durchsetzt, wird in der Leerlaufstellung keine Spannung induziert und somit fließt auch kein Läuferstrom, denn in einer Spule kann keine Spannung induziert werden, wenn deren Achse senkrecht an einem magnetischen Wechselfeld liegt.<ref name= "Quelle 2" /> Diese Leerlaufstellung nennt man auch Anlaufstellung.<ref name="Quelle 14" /> Aus dem Netz wird von der Ständerwicklung nur ein geringer Leerlaufstrom entnommen.<ref name= "Quelle 2" /> Der Repulsionsmotor verhält sich in der Leerlaufstellung somit wie der Einphasen-Anwurfmotor.<ref name= "Quelle 1" /> Beim Déri-Motor stehen in der Anlaufstellung die beweglichen Bürsten direkt neben den unbeweglichen Bürsten der jeweiligen Bürstenbrücke (A neben A1 bzw. B neben B1).<ref name="Quelle 14" />

Datei:Repulsion als symbol kurzschluss.svg
Kurzschlussstellung

Kurzschlussstellung

Verschiebt man die Bürsten aus der Leerlaufstellung, so erreicht man die Kurzschlusszone (Kurzschlussstellung). Die Kurzschlussstellung erreicht man beim zweipoligen Motor mit doppeltem Bürstensatz bei einer Bürstendrehung um 180° und beim vierpoligen Motor mit einfachem Bürstensatz bei einer Bürstendrehung um 90°.<ref name= "Quelle 2" /> Hierbei liegen dann die Bürsten in Richtung des Ständerfeldes.

In der Kurzschlussstellung verhält sich der Repulsionsmotor wie ein kurzgeschlossener Transformator.<ref name= "Quelle 1" /> Im Läufer fließt nun ein sehr großer Strom. Die vom Ständerfeld und Läuferfeld erzeugte Kraft wirkt in Richtung auf die Welle.<ref name= "Quelle 2" /> Die Motorwirkung hört auf und der Motor gibt trotz des großen Läuferstromes kein Drehmoment ab, der Läufer bleibt stillstehen. Würde man den Läufer längere Zeit in der Kurzschlusszone belassen, dann würde der Motor auf Grund der hohen Läuferströme beschädigt. Damit dies im Betrieb nicht passieren kann, wird das Erreichen der Kurzschlussstellung durch einen mechanischen Anschlag verhindert. Außerdem wird zur Vermeidung der großen Anlaufsströme das Anlassen des Motors aus der Kurzschlussstellung vermieden.<ref name= "Quelle 1" />

Betriebsstellung

Datei:Repulsion als symbol rechtslauf.svg
Betriebsstellung im Rechtslauf
Datei:Repulsion als symbol linkslauf.svg
Betriebsstellung im Linkslauf

Werden die Bürsten aus der Kurzschlussstellung oder aus der Anlaufstellung nach rechts oder links in die Betriebsstellung gedreht, haben Läuferfeld und Ständerfeld verschiedene Lagen.<ref name= "Quelle 2" /> In den Läuferwicklungen wird eine Spannung induziert, die im Normalfall zwischen 10 und 15 Volt liegt. Die Spannung liegt im Höchstfall bei 60 Volt.<ref name= "Quelle 1" /> Über die Bürstenbrücke fließt im Läuferkreis ein Läuferstrom, es entsteht ein Läufermagnetfeld.<ref name="Quelle 14" /> Da die beiden Felder bestrebt sind, die gleiche Richtung anzunehmen, dreht sich der Läufer je nach Bürstenverstellung rechts oder links herum.<ref name= "Quelle 2" />

Beim Verschieben der Bürstenbrücke aus der Anlaufstellung kommt es zu einer Verlagerung der Läuferströme entsprechend der Motorenregel.<ref name="Quelle 4" /> Eine Verschiebung der Bürstenbrücke nach links bewirkt eine Rechtsdrehung des Läufers.<ref name="Quelle 22" /> Um eine Drehrichtungsänderung nach links zu erwirken, muss die Bürstenbrücke entgegengesetzt gedreht werden.<ref name="Quelle 4" /> Die magnetische Achse des Läufers verhält sich beim Repulsionsmotor anders als die magnetische Achse beim Asynchronmotor, sie steht im Raume still.<ref name="Quelle 14" /> Die magnetische Achse kann nur verändert werden, indem man die Bürsten verstellt.<ref name= "Quelle 1" />

Wenn sich der Läufer dreht, wird von den Spulenseiten der Läuferwicklung das Magnetfeld des Läufers geschnitten.<ref name="Quelle 14" /> Durch dieses Schneiden der Statormagnetfeldlinien entsteht im Läufer eine Spannung, die dem Läuferstrom entgegenwirkt.<ref name= "Quelle 2" /> Dadurch bedingt nehmen sowohl der Läuferstrom als auch der Ständerstrom ab.<ref name="Quelle 14" /> Durch das Sinken des Stromes wird das Drehmoment kleiner.<ref name="Quelle 3" /> Dreht der Motor im Leerlauf, steigt die Drehzahl bei abnehmendem Drehmoment immer mehr an.<ref name="Quelle 14" /> Dagegen geht die Drehzahl des Läufers bei Belastung zurück.<ref name= "Quelle 3" /> Die Größe des Drehmoments und auch seine Richtung sind somit abhängig von der Stellung der Bürsten.<ref name="Quelle 14" /> In der Betriebsstellung der Bürsten haben Läuferfeld und Ständerfeld eine günstige Lage zueinander.<ref name= "Quelle 1" /> Außerdem sind hierbei beide Felder sehr stark.<ref name="Quelle 14" /> Deshalb hat der Repulsionsmotor in der Betriebsstellung ein großes Auszugsmoment.<ref name= "Quelle 2" />

Datei:Drehzahlkennlinie repulsionsmotor.svg
Betriebskennlinie bei fester Bürstenstellung

Dieses Betriebsverhalten bezeichnet man als Reihenschlusscharakter, es ist für alle Einphasen-Stromwendermotoren ein typisches Betriebsverhalten.<ref name= "Quelle 1" />

Der Leistungsfaktor ist bei Repulsionsmotoren stark von der Drehzahl abhängig.<ref name="Quelle 9" /> Bei untersynchroner Drehzahl wird der Leistungsfaktor besser;<ref name="Quelle 4" /> bei übersynchroner Drehzahl wird er schlechter.<ref name="Quelle 14" /> Verändert wird der Leistungsfaktor durch Kurzschlussströme, die beim Überbrücken der Läuferspulen durch die Kohlebürsten entstehen.<ref name="Quelle 9" /> Da es bei übersynchroner Drehzahl zu starker Funkenbildung zwischen Bürsten und Kollektor (Bürstenfeuer) kommt, sind größere übersynchrone Drehzahlen im Betrieb möglichst zu vermeiden.<ref name="Quelle 14" />

Beim Déri-Motor wird in der Regel nur eine Bürstenbrücke verstellt, die andere Bürstenbrücke lässt man in der neutralen Zone stehen. Durch diese doppelte Führung des Kollektors erhält man eine wesentlich bessere Angleichung der Felderregerkurve an die optimale Sinusform. Dadurch lässt sich der Wirkungsgrad der Déri-Motoren steigern.<ref name= "Quelle 1" />

Bremsung

Beim Repulsionsmotor lässt sich durch eine geeignete Bürstenverstellung eine beliebige Bremsung erzielen.<ref name="Quelle 14" /> Wird der Motor beim Lauf in entgegengesetzter Richtung angetrieben, so arbeitet er als Bremse für die angetriebene Maschine.<ref name="Quelle 9" /> Je nach Verschaltung arbeitet der Motor entweder als Gegenstrombremse oder als Nutzbremse.<ref name="Quelle 14" /> Die Nutzbremsung ist auch bei geringer Geschwindigkeit möglich.<ref name="Quelle 9" /> Dadurch wirkt der Motor als Generator und speist Energie ins Netz zurück.<ref name="Quelle 11" />

Innerer Aufbau (Schematisch)

Der Rotor des Repulsionsmotors versucht sich bei schräger Bürstenstellung in die Position mit der geringsten Gegeninduktion, der Leerlaufstellung, zurückzubewegen.<ref name="Quelle 14" /> Nach ausreichendem Verdrehwinkel verschiebt der Kommutator den Kurzschlusspunkt, somit dreht sich der Rotor fortwährend.<ref name= "Quelle 2" />

Datei:REPULsion 3 gesamt.svg
Links: Leerlaufstellung
Rechts: Betriebsstellung

Vor- und Nachteile

Vorteile
  • hohes Anzugsmoment<ref name="Quelle 16" />
  • stoßfreier Anlauf
  • einfache Drehzahlsteuerung und Drehrichtungsumkehr
  • geringer Beschaltungsaufwand<ref name="Quelle 9" />
  • robust
  • feinstufige Drehzahlsteuerung möglich, z. B. beim Déri-Motor<ref name="Quelle 22" />
Nachteile
  • 3- bis 4-mal höhere Anlaufströme als beim Einphasen-Reihenschlussmotor
  • starker Drehzahlabfall bei Last<ref name="Quelle 11" />
  • neigt im Leerlauf zum Durchgehen<ref name="Quelle 16" />
  • geringer Wirkungsgrad<ref name="Quelle 9" />
  • starke Blindstrom-Belastung im Netz
  • Verschleiß der Kohlebürsten und des Kollektors (wartungsintensiv)
  • starkes Bürstenfeuer<ref name="Quelle 12" />
  • neigt bei Überlastung zum Stehenbleiben<ref name="Quelle 11" />

Einsatzbereiche

Überall dort, wo ein stoßfreier aber kräftiger Anlauf erforderlich ist, kann der Repulsionsmotor eingesetzt werden.<ref name="Quelle 13" /> Der Einsatz im kleinen und mittleren Leistungsbereich ist durchaus sinnvoll. Eingesetzt wird der Repulsionsmotor unter anderem in Spinnereien, Druckmaschinen, Maschinen zur Textil-Herstellung, Krananlagen, Schleifmaschinen, Honigschleudern und in der Automatisierungstechnik.<ref name= "Quelle 1" /> Für den Betrieb von Werkzeugmaschinen ist der Repulsionsmotor aufgrund seines Betriebsverhaltens nicht geeignet.<ref name="Quelle 16" /> Auch im Hochleistungsbereich konnte der Motor sich aufgrund seiner Nachteile, insbesondere des hohen Wartungsaufwands, nicht behaupten.<ref name= "Quelle 1" />

Normen und Regelwerke

  • EN 60 034 Teil 1 Allgemeine Bestimmungen für umlaufende elektrische Maschinen
  • EN 60 034 Teil 8 Anschlussbezeichnungen und Drehsinn für elektrische Maschinen
  • DIN IEC 34 Teil 7 Bauformen umlaufende elektrische Maschinen

Literatur

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Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="Quelle 1">Hans-Günter Boy, Horst Flachmann, Otto Mai: Die Meisterprüfung Elektrische Maschinen und Steuerungstechnik. 4. völlig neu bearbeitete Auflage, Vogel Buchverlag, Würzburg, 1983, ISBN 3-8023-0725-9, S. 187–190.</ref> <ref name="Quelle 2">Adolf Senner: Fachkunde Elektrotechnik. 4. Auflage. Verlag Europa-Lehrmittel, 1965, S. 213.</ref> <ref name="Quelle 3">Herbert Kyser: Die elektrischen Bahnen und ihre Betriebsmittel. Mit 73 eingedruckten Abbildungen und 10 Tafeln. Gustav Bernischke (Hrsg.) Elektrotechnik in Einzeldarstellungen, neuntes Heft, Druck und Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1907, S. 39–41, 47, 49.</ref> <ref name="Quelle 4">Herbert Kyser: Die elektrische Kraftübertragung. Erster Band Die Motoren, Umformer und Transformatoren. Dritte vollständig umgearbeitete und erweiterte Auflage, mit 440 Abbildungen, 33 Zahlentafeln, 7 einfarbigen und einer mehrfarbigen Tafel, Verlag von Julius Springer, Berlin 1930, S. 132–140. </ref> <ref name="Quelle 5">Kramer, Christoph in Eisenbahn & Nostalgie, Reihe Die Motorentechnik. 1999 - 2007 (zuletzt abgerufen am 29. Februar 2012).</ref> <ref name="Quelle 6">Christoph Cramer: Projekt Lok 205.</ref> <ref name="Quelle 7">PONS Latein-Deutsch Wörterbuch für Schule und Studium. Klett-Verlag, ISBN 3-12-517552-6.</ref> <ref name="Quelle 8">Das Fremdwörterlexikon. Deutsche - Buch - Gemeinschaft C.A. Koch’s Verlag Darmstadt.</ref> <ref name="Quelle 9">F. Niethammer: Die elektrischen Bahnsysteme der Gegenwart. Mit 202 Abbildungen. Verlag von Albert Raustein (vormals Meyer & Zeller’s Verlag), Zürich 1905, S. 6, 39–41, 56, 60.</ref> <ref name="Quelle 10">Rudolf Richter: Elektrische Maschinen. Fünfter Band, Stromwendermaschinen für ein- und mehrphasigen Wechselstrom Regelsätze, Springer Verlag Berlin-Heidelberg GmbH, Berlin 1950, S. 136–144. </ref> <ref name="Quelle 11">W. Schuisky: Elektromotoren. Ihre Eigenschaften und ihre Verwendung für Antriebe. Mit 384 Textabbildungen, Springer Verlag Wien, Wien 1951, S. 83–85.</ref> <ref name="Quelle 12">Herrmann Zipp: Elektrische Vollbahnlokomotiven für einphasigen Wechselstrom. Mit 226 Abbildungen. Verlag von Oskar Leiner, Leipzig 1915, S. 17–21.</ref> <ref name="Quelle 13">Franz Moeller, Otto Repp: Elektromotor und Arbeitsmaschine. Schriftenreihe Ingenieurfortbildung. Erstes Heft, Herausgeber Georg von Hanfstengel, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1936, S. 29, 50, 102, 103, 128.</ref> <ref name="Quelle 14">Gustav Benischke: Die asynchronen Wechselfeldmotoren. Kommutator- und Induktionsmotoren. Mit 89 Abbildungen im Text, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1920, S. 78–102.</ref> <ref name="Quelle 15">Wilhelm Lehmann: Die Elektrotechnik und die elektromotorischen Antriebe. Lehrbuch für technische Lehranstalten und zum Selbststudium. Mit 828 Textabbildungen und 128 Beispielen, Vierte Auflage, Springer Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin 1948, S. 143, 144.</ref> <ref name="Quelle 16">Otto Weidling: Der Elektromotor für die Werkzeugmaschine. Werkstattbücher für Betriebsbeamte, Konstrukteure und Facharbeiter. Heft 54, Herausgegeben von Eugen Simon, mit 64 Abbildungen im Text, Verlag von Julius Springer, Berlin 1935, S. 37, 38.</ref> <ref name="Quelle 17">Hanz Schinz, Konrad Ulrich: Notizen zur schweizerischen Kulturgeschichte. In: Vierteljahresschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. Zürich 1938, S. 391, 392.</ref> <ref name="Quelle 18">Wilhelm Philippi: Elektrische Kraftübertragung. Mit 321 Abbildungen und 4 Tafeln. Verlag von S. Hirzel, Leipzig 1906, S. 31.</ref> <ref name="Quelle 19">Jean-Marc Allenbach, Roger Kaller: Eisenbahntechnik. 2. Auflage. Laboratoire de Machines Electriques, 2014, S. 4.2-1, 4.5.-1, 4.6.-1.</ref> <ref name="Quelle 20">Karl Strecker (Hrsg.): Jahrbuch der Elektrotechnik. Übersicht über die wichtigeren Erscheinungen auf dem Gesamtgebiete der Elektrotechnik. Elfter Jahrgang für das Jahr 1922, unter Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen, Druck und Verlag von R. Oldenbourg, München und Berlin 1924, S. 39.</ref> <ref name="Quelle 21">Christoph Kramer: Die Lok 205 wird revidiert. In: Die Bündner Kulturbahn. 5. Jahrgang, Chur 2008, S. 45.</ref> <ref name="Quelle 22">Wilhelm Lehmann: Die Elektrotechnik und die elektromotorischen Antriebe. Lehrbuch für technische Lehranstalten und zum Selbststudium. Mit 828 Textabbildungen und 128 Beispielen, dritte verbesserte Auflage, Springer Verlag Berlin Heidelberg GmbH, Berlin 1945, S. 143, 144.</ref> <ref name="Quelle 23">Wilhelm Kübler: Der Drehstrommotor als Eisenbahnmotor. Mit zahlreichen Abbildungen. Verlag von Arthur Felix, Leipzig 1903, S. 4, 7, 13.</ref> <ref name="schneeb">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> </references>

Weblinks

  • Wuekro Online Produktkatalog (zuletzt abgerufen am 10. Oktober 2012)
  • {{#if:{{#ifexpr:{{#if:DE|0|1}} or {{#if:112004002100|0|1}}|1}}|Fehlender Parameter {{#if:DE||„Land“{{#if:112004002100|| und }}}}{{#if:112004002100||„V-Nr“}}|}}{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}}|{{#ifeq:|Patentanmeldung|Patentanmeldung|{{#ifeq:|Gebrauchsmuster|Gebrauchsmuster|Patent}}}} {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}|DE112004002100T5|{{#switch: {{{DB}}}

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