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Reihenschlussverhalten

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Als Reihenschlussverhalten bezeichnet man in der Motorentechnik ein charakteristisches Drehzahl-Drehmomentverhalten bestimmter Elektromotoren.<ref name="Quelle 3" /> Dieses Verhalten, das auch als Reihenschlusscharakter bezeichnet wird, tritt bei Gleichstrom-Reihenschlussmotoren, Einphasen-Reihenschlussmotoren, Drehstrom-Reihenschlussmotoren und Repulsionsmotoren auf.<ref name="Quelle 1" />

Kennzeichen

Datei:Kennlinie Reihenschluss-Gleichstrommaschine.svg
Kennlinie bei Reihenschlussverhalten

Drehzahl

Kennzeichen für die Drehzahl ist beim Reihenschlussverhalten, dass diese extrem belastungsabhängig ist.<ref name="Quelle 4" /> Mit zunehmender Belastung fällt die Drehzahl stark ab.<ref name="Quelle 8" /> Bei hohen Drehmomenten ist die Drehzahl annähernd konstant.<ref name="Quelle 6" /> Bei Lastminderung steigt die Drehzahl stark an. Bei völliger Entlastung kommt es zu einer extremen Erhöhung der Drehzahl.<ref name="Quelle 2" /> Bei Motoren mit großer Leistung kann diese extreme Drehzahlerhöhung sich soweit steigern, dass sie durchgehen und im Extremfall sogar zerstört werden. Bei kleineren Motoren ist in der Regel die Eigenreibung durch Lager und Motorlüfter groß genug und verhindert dadurch das Durchgehen des Motors.<ref name="Quelle 5" /> Aufgrund der extremen Belastungsabhängigkeit wird dieses Drehzahlverhalten auch als weiches Drehzahlverhalten bezeichnet.<ref name="Quelle 2" />

Drehmoment

Das Reihenschlussverhalten ist geprägt durch ein hohes Anlaufmoment.<ref name="Quelle 7" /> Das Anlaufmoment entspricht etwa dem dreifachen Nennmoment.

<math>M_\text{anl} \approx\ 3 \cdot M_\text{nenn}</math>

Die Stromaufnahme und die Leistung steigen bei Belastung nicht so stark an wie beim Nebenschlussverhalten.<ref name="Quelle 1" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="Quelle 1">Thomas Zipsner, Imke Zander (Lekt.): Vieweg Handbuch Maschinenbau. 18. überarbeitete und erweiterte Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8348-0110-4.</ref> <ref name="Quelle 2">Klaus Fuest, Peter Döring: Elektrische Maschinen und Antriebe. Lehr- und Arbeitsbuch. 6. verbesserte und ergänzte Auflage, mit 265 Abbildungen, zahlreichen durchgerechneten Beispielen und Übungen sowie Fragen und Aufgaben zur Vertiefung des Lehrstoffs, Vieweg Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-528-54076-1.</ref> <ref name="Quelle 3">Germar Müller, Bernd Ponick: Grundlagen elektrischer Maschinen. 9. Auflage. Wiley-VCH Verlag GmbH & Co KGaA., Weinheim 2006, ISBN 3-527-40524-0.</ref> <ref name="Quelle 4">Ekbert Hering, Alois Vogt, Klaus Bressler: Handbuch der Elektrischen Anlagen und Maschinen. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 1999, ISBN 3-540-65184-5.</ref> <ref name="Quelle 5">Georg Flegel, Karl Birnstiel, Wolfgang Nerreter: Elektrotechnik für Maschinenbau und Mechatronik. Carl Hanser Verlag, München 2009, ISBN 978-3-446-41906-3.</ref> <ref name="Quelle 6">Jens Weidauer: Elektrische Antriebstechnik. Publicis Corporate Publishing, Erlangen 2008, ISBN 978-3-89578-308-1.</ref> <ref name="Quelle 7">Franz Moeller, Paul Vaske (Hrsg.): Elektrische Maschinen und Umformer. Teil 1 Aufbau, Wirkungsweise und Betriebsverhalten, 11. überarbeitete Auflage, B. G. Teubner, Stuttgart 1970</ref> <ref name="Quelle 8">Reinhard Mansius: Praxishandbuch Antriebsauslegung. Grundlagen - Tools - Beispiele. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Vogel Business Media, Würzburg 2017, ISBN 978-3-8343-3406-0, S. 14.</ref>

</references>