Quecksilber(II)-thiocyanat
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Quecksilber(II)-Ion 2 · Thiocyanat-Ion | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Quecksilber(II)-thiocyanat | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | Hg(SCN)2 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißer, geruchloser, brennbarer Feststoff<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 316,762 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Dichte |
3,71 g·cm−3<ref Name="GESTIS" /><ref name=Roempp>Eintrag zu Quecksilber(II)-thiocyanat. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
ca. 165 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| MAK |
0,02 mg·m−3<ref Name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Quecksilber(II)-thiocyanat (veraltet Quecksilberrhodanid) ist eine anorganische chemische Verbindung des Quecksilbers aus der Gruppe der Thiocyanate, der Salze der Thiocyansäure (Rhodanwasserstoffsäure).
Gewinnung und Darstellung
Quecksilber(II)-thiocyanat kann durch Reaktion von Quecksilber(II)-nitrat mit Kaliumthiocyanat gewonnen werden.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1064.</ref>
- <math>\mathrm{Hg(NO_3)_2 + \ 2 \ KSCN \longrightarrow Hg(SCN)_2 \downarrow + \ 2 \ KNO_3}</math>
Eigenschaften
Quecksilber(II)-thiocyanat ist ein weißer, geruchloser, brennbarer Feststoff, der in Wasser schlecht löslich ist.<ref name="GESTIS"/> Es wird in Form von farblosen, strahligen Nadeln oder perlmuttglänzenden Blättchen gewonnen. Es ist löslich in Alkohol sowie in einem Überschuss einer Thiocyanat-Lösungen unter Komplexbildung (z. B.: in Ammoniumthiocyanat unter Bildung von Ammoniumtetrathiocyanatomercurat(II) (NH4)2[Hg(SCN)4]), jedoch wenig löslich in Ether. Beim Erhitzen auf 165 °C erfolgt eine Zersetzung unter Aufblähen.<ref name=Roempp/> Quecksilber(II)-thiocyanat besitzt eine monokline Kristallstruktur (a = 10,88 Å, b = 4,050 Å, c = 6,446 Å, β = 95,35°).<ref name="brauer" />
Verwendung
Quecksilber(II)-thiocyanat wurde früher verwendet:
- als Nachweisreagenz für Chlorid-Ionen (Farbreaktion mit Eisen(III)-nitrat zu Quecksilber(II)-chlorid und Eisen(III)-thiocyanat<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bericht über Trinkwasseruntersuchungen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ( vom 17. Dezember 2010 im Internet Archive) (PDF; 87 kB)</ref>).
- als Nachweisreagenz für Zink-Ionen: Zn2+ + Hg(SCN)42− → Zn[Hg(SCN)4] ↓<ref>F. H. Frimmel: Jander/Blasius (Begr.), Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie. Von Joachim Strähle und Eberhard Schweda 14. neubearbeitete Auflage. S. Hirzel Verlag, Stuttgart, 1995, ISBN 3-7776-0612-X, 704 S., 1 Farbposter „Trennungsgang der Kationen“, 1 Begleitheft „Erste Hilfe bei akuten Notfällen“, geb., DM 68,–. In: Acta hydrochimica et hydrobiologica. Band 24, Nr. 2, 1. Januar 1996, S. 108–108, doi:10.1002/aheh.19960240216.</ref>
- Es wurde früher auch als Scherzartikel (Pharaoschlangen) eingesetzt (bildet beim Anzünden gelbliche längliche schaumige Gebilde), was sich aber aufgrund der Giftigkeit der entstehenden Quecksilberdämpfe heute verbietet.<ref>Eintrag zu Pharaoschlangen. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>
Auch wurde es früher in der Fotografie eingesetzt. Die genannten Anwendungen haben wegen der Giftigkeit der Verbindung heute keine Bedeutung mehr.<ref name=Roempp/>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
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- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Quecksilberverbindung
- Thiocyanat
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 18(a)