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Protesilaos

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Protesilaos (Vorlage:GrcS) ist in der griechischen Mythologie ein griechischer Fürst und Held zur Zeit des Trojanischen Krieges, ein Sohn des Iphiklos<ref>Homer, Ilias 2,705; Hyginus, Fabulae 97 und 103</ref> und Gatte der Laodameia.<ref>Ovid, Heroides 13; Hyginus, Fabulae 103 und 104; Bibliotheke des Apollodor, Epitome 3,30</ref> Es wird berichtet, dass Protesilaos 40 schwarze Schiffe aus Phylake (Thessalien) nach Troja führte<ref>Homer, Ilias 2,695–710; Bibliotheke des Apollodor, Epitome 3,14; Hyginus, Fabulae 97 nennt 20 Schiffe.</ref> und als erster der Griechen im Kampf mit den Trojanern getötet wurde.<ref>Homer, Ilias 2,698–702; Bibliotheke des Apollodor, Epitome 3,30</ref>

Hintergrund

Protesilaos war einer der Freier von Helena,<ref>Bibliotheke des Apollodor 3,10,8,3; Hyginus, Fabulae 81</ref> er war regierender Fürst eines griechischen Herrscherhauses in Phylake und Umgebung.<ref>Bibliotheke des Apollodor 3,10,8; Hyginus, Fabulae 97</ref> Kurz vor seinem Aufbruch nach Asien verheiratete er sich mit Laodameia. Bei der Ankunft der Griechen vor Troja sprang er als erster ans Ufer,<ref>Bibliotheke des Apollodor, Epitome 3,30; Hyginus, Fabulae 103</ref> obwohl er – gemäß einem Orakelspruch<ref>Ovid, Heroides 13,93–99; Hyginus, Fabulae 103</ref> – wusste, dass der erste der griechischen Krieger, der das asiatische Ufer betreten würde, auch als erster sterben müsse. Und so wurde er auch, nachdem er mehrere<ref>Bibliotheke des Apollodor, Epitome 3,30; bei Hyginus, Fabulae 114 sind es vier.</ref> Trojaner getötet hatte, von dem trojanischen Fürsten Aeneas (alternativ werden auch Hektor,<ref>Bibliotheke des Apollodor, Epitome 3,30; Hyginus, Fabulae 103 und 113</ref> Euphorbos, Achates oder Kyknos genannt) erschlagen.

Seiner erst frisch vermählten Gattin Laodameia gewährten die Götter die Bitte, Protesilaos für drei Stunden<ref>Hyginus, Fabulae 104</ref> in die Oberwelt zurückkehren zu lassen. Als er wieder in den Hades hinab musste, folgte ihm Laodameia aus Verzweiflung in den Tod. Nach seinem Tod übernahm sein Bruder Podarkes an seiner Stelle die Führung der Truppen aus Phylake.

Grabstätte und Heldenkult

Protesilaos wurde bei den Griechen als Held verehrt. In Elaious (auch: Eleus) an der Südspitze der Halbinsel Chersones befand sich seine mit einem Ulmenhain bepflanzte Grabstätte. Sie war von einer Art Kultbezirk mit einem Tempel (Heroon) umgeben.<ref name="Herodot">Herodot, Historien 9,116</ref> Dort bestand eine in Griechenland berühmte Orakelstätte, wahrscheinlich ein Traumorakel.

Als die Chersones unter persischer Besatzung stand, raubte der persische Statthalter Artayktes, die dort lagernden „Schätze, goldene und silberne Schalen, Erz, Kleidung und andere Weihegeschenke“.<ref name="Herodot" /> Als die Chersones 478 v. Chr. von dem athenischen Feldherrn Xanthippos, dem Vater des Perikles, erobert wurde, ließ er Artayktes einfangen und für die Schändung der Grabstätte des Protesilaos kreuzigen.

Alexander der Große besuchte 334 v. Chr. zu Beginn seines Persien-Feldzuges in einer politischen Geste das Grab des Protesilaos und opferte hier den Göttern, bevor er – sich der griechischen Öffentlichkeit als Nachfolger des mythischen Helden zeigend – nun seinerseits den Hellespont überquerte und (in der Nähe von Troja) seinen Fuß auf das asiatische Ufer setzte.

Der griechische Dichter Euripides verfasste eine Tragödie mit dem Titel Protesilaos, von der aber nur Fragmente überliefert worden sind.

Künstlerische Darstellungen

Die Stadt Elaios prägte zur Zeit des römischen Kaisers Commodus Münzen mit dem Bild des Protesilaos, die den Helden am Bug eines Schiffes stehend zeigen, bereit, an das feindliche Ufer zu springen.

Im Britischen Museum in London und im Metropolitan Museum of Art in New York befinden sich Statuen, die nach Ansicht von Fachleuten Kopien einer Originalstatue aus dem 5. Jahrhundert sind, die Protesilaos darstellen könnte.

Der Mythos von Protesilaos und Laodameia war mehrfach Motiv auf römischen Sarkophagen.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Literatur

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Weblinks

Einzelnachweise

<references />