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Hektor

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{{#if: behandelt die Gestalt Hektor aus der griechischen Mythologie. Für weitere Bedeutungen siehe Hektor (Begriffsklärung) und Hector.

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Kassandra und Hektor auf einem attisch-rotfigurigem Kantharos des Eretria-Malers, um 425/420 v. Chr.
Datei:Hector brought back to Troy.jpg
Die Leiche des Hektor wird heimgeholt. Römisches Relief, ca. 180–200 n. Chr.

Hektor (Vorlage:GrcS, lateinisch Hector) ist in der griechischen Mythologie ein Prinz von Troja. Er ist der wichtigste Held und Heerführer Trojas<ref>Homer, Ilias 2,816</ref> im Trojanischen Krieg.

Hektor ist der älteste Sohn von König Priamos und dessen Frau Hekabe.<ref>Bibliotheke des Apollodor 3,12,5,2</ref> Zu seinen Geschwistern zählen sein Bruder Paris, der durch den Raub der Helena den Trojanischen Krieg auslöst, sowie seine Schwester Kassandra.<ref>Hyginus, Fabulae 90</ref> Seine Ehefrau ist Andromache,<ref>Bibliotheke des Apollodor 3,12,6,1</ref> mit ihr hat er einen Sohn, Astyanax.<ref>Homer, Ilias 6,400–403</ref>

Hektor ist eine zentrale Figur in Homers Epos Ilias. Homer beschreibt die 51 Tage vom Ausbruch des Zorns des griechischen Helden Achilleus, des stärksten Kämpfers auf Seiten der Achäer, bis zu Hektors Fall und Beisetzung. Homer wie auch Vergil und Ovid beschreiben Hektor als edlen Helden.<ref>Z. B. Homer, Ilias 4,505: „φαίδιμος Ἕκτωρ“; Vergil, Aeneis 6,166: „Hectoris magni“; Ovid, Ars amatoria 2,709: „fortissimus Hector“</ref>

Darauf basieren viele spätere idealisierte Darstellungen, die Hektor als eine Symbolfigur der Ritterlichkeit sehen. So wird er im Mittelalter in die Reihe der Neuf Preux, der neun kühnen Ritter, u. a. neben Caesar und Alexander den Großen aufgenommen. Für die Neuzeit siehe z. B. das Hektorlied von Friedrich Schiller.

Der Hektor der Ilias ist der Schützling Apollons<ref>Homer, Ilias 7,37–38; 15,231–233; 22,301–303</ref> und wird nicht nur als tüchtiger Kämpfer dargestellt, sondern auch als Sohn, Bruder, liebevoller Ehemann und Vater. Große Teile seiner Beschreibung sind dem Abschied von seiner Frau Andromache und dem Sohn Astyanax gewidmet.<ref>Homer, Ilias 6,370–503</ref> Er wird, wie die anderen Helden auch, als Günstling verschiedener Götter dargestellt, die über Sieg und Niederlage, Leben und Tod entschieden haben, noch bevor die eigentliche Tat getan ist.<ref>Hektor ist der einzige Sterbliche in der Ilias, den Zeus ehrte und förderte: Homer, Ilias 15,610–612 und 22,301–303</ref>

Im Verlauf der Schlachten der Ilias gelingt es den Trojanern, die Achäer bis zu ihren Schiffen zurückzudrängen, die Hektor und den anderen trojanischen Helden nichts entgegensetzen können, solange der grollende Achilleus sich weigert, an der Schlacht teilzunehmen. Das Tor zu den Befestigungen zertrümmert Hektor selbst mit einem einzigen Steinwurf. In der bedrohlichen Situation legt Patroklos, ein entfernter Verwandter des Achilleus, mit dessen Einverständnis Achilleus’ Rüstung an,<ref>Homer, Ilias 16,130–144</ref> so dass die Trojaner ihn für Achilleus halten,<ref>Bibliotheke des Apollodor, Epitome 4,6; Hyginus, Fabulae 106</ref> und führt an seiner Stelle die Myrmidonen, die Gefolgsleute des Achilleus, in die Schlacht. Es gelingt, die Trojaner zurückzuschlagen. Patroklos selbst wird aber von Hektor mit einem Speer/mit einer Lanze getötet.<ref>Homer, Ilias 16,818–857; Bibliotheke des Apollodor, Epitome 4,6; Hyginus, Fabulae 106</ref> Achilleus greift nun wieder in den Krieg ein und treibt die Trojaner zurück in die Stadt. Hektor bleibt als einziger vor den Mauern, um sich ihm zu stellen. Hektors Eltern beobachteten das Geschehen von der Stadtmauer aus und flehen ihn an, in der Stadt Zuflucht zu suchen. Hektor weigert sich, da er mit Achilleus sprechen will, um die Auseinandersetzung ohne Blutvergießen zu lösen. Der von Rache getriebene Achilleus ist dazu nicht bereit. Hektor wird von Achilleus um die Mauern Trojas gejagt, bis er sich durch eine List Athenes stellt und von Achilleus getötet wird.<ref>Homer, Ilias 22,361–363; Bibliotheke des Apollodor, Epitome 4,7; Hyginus, Fabulae 106</ref> Sterbend bittet Hektor darum, dass seine Leiche der Stadt zurückgegeben werde, doch Achilleus durchbohrt ihm die Fersen und schleift den Leichnam zunächst vor den Augen von Hektors Eltern um die Stadt, nach dem Begräbnis des Patroklos zudem dreimal um dessen Grab. Um dem ein Ende zu setzen, beauftragt Zeus Achilleus’ Mutter Thetis, ihren Sohn zur Vernunft zu bringen. Achilleus lässt sich von König Priamos – der sich nächtens ins Lager der Griechen schleicht – endlich zum Mitleid bewegen und überlässt ihm den Leichnam.<ref>Homer, Ilias 24,560–601; Bibliotheke des Apollodor, Epitome 4,7; Hyginus, Fabulae 106</ref> Die Ilias endet mit einer elftägigen Trauer der Trojaner um Hektor.

Einzelnachweise

<references />

Literatur

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