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Propiolsäure

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Strukturformel
Strukturformel von Propiolsäure
Allgemeines
Name Propiolsäure
Andere Namen
  • Propinsäure (IUPAC)
  • Acetylencarbonsäure
  • Propargylsäure
Summenformel C3H2O2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 207-437-8
ECHA-InfoCard 100.006.763
PubChem 10110
ChemSpider 9706
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Eigenschaften
Molare Masse 70,05 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,1325 g·cm−3<ref name="cb">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check bei ChemBlinkVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

18 °C<ref name="Straus">F. Straus, W. Heyn, E. Schwemer: Zur Kenntnis der Propiolsäure in Chem. Ber. 63 (1930), S. 1086–1092; doi:10.1002/cber.19300630513.</ref>

Siedepunkt
  • 102 °C (200 mmHg)<ref name="cb" />
  • 153–157 °C (1013 hPa) (Zersetzung)<ref name="merck" />
pKS-Wert

1,94 (25 °C)<ref name="Laurence"/>

Brechungsindex

1,4315–1,4335<ref name="cb" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​301​‐​314​‐​335
P: 280​‐​301+330+331​‐​305+351+338​‐​304+340<ref name="merck" />
Toxikologische Daten

100 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="merck" />

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−193,2 kJ·mol−1<ref name="CRC90_5_23">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-23.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Propiolsäure, auch Acetylencarbonsäure oder Propinsäure genannt, ist eine flüssige, nach Essigsäure riechende ungesättigte organische Säure. Metallsalze (z. B. das Silbersalz) der Verbindung sind explosiv. Die Salze werden allgemein Propiolate genannt.

Gewinnung und Darstellung

Die Synthese kann von der Maleinsäure ausgehen, wobei zunächst durch eine Bromierung die 2,3-Dibrombernsteinsäure erhalten wird. Eine doppelte Dehydrohalogenierung im basischen Medium führt zur Acetylendicarbonsäure, deren Decarboxylierung die Propiolsäure ergibt.<ref>W. Lossen: Zur Kenntnis der zweifach gebromten Bernsteinsäuren in Justus Liebigs Annalen der Chemie 272 (1893), S. 127–139, doi:10.1002/jlac.18932720202.</ref>

Synthese von Propiolsäure

Propiolsäure kann durch anodische Oxidation von Propargylalkohol hergestellt werden,<ref name="Römpp">Eintrag zu Propiolsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> und wird daher auch Propargylsäure genannt.

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Wasserfreie Propiolsäure schmilzt bei 18 °C.<ref name="Straus"/> Im Phasendiagramm mit Wasser zeigen sich zwei stöchiometrische Hydrate. Das sind ein 1/3-Hydrat mit einem Schmelzpunkt von 10 °C und ein Monohydrat mit einem Schmelzpunkt von −0,3 °C.<ref name="Straus"/> Zwischen Anhydrat und 1/3-Hydrat, sowie zwischen 1/3-Hydrat und Monohydrat werden eutektische Gemische bei 96 Ma% Propiolsäure mit einer Schmelze bei 7 °C bzw. bei 79 Ma% Propiolsäure mit einer Schmelze bei −0,5 °C beobachtet.<ref name="Straus"/> Die Verbindung ist stark hygroskopisch. Ein geringer Wassergehalt bewirkt ein signifikantes Absinken des Schmelzpunkts. Propiolsäure ist eine relativ starke Säure. Der pKs-Wert beträgt in Wasser bei 25 °C 1,94<ref name="Laurence">C. Laurence, J. Guillemé, B. Kirschleger: Ionization constants of 3-substituted propiolic acids in water in J. Chem. Soc., Perkin Trans. 2, 1981, S. 1341–1343, doi:10.1039/P29810001341.</ref> und ist vergleichbar mit Hydrogensulfat (pKs 1,92) oder Phosphorsäure (pKs 2,13).

Chemische Eigenschaften

Durch die Umsetzung mit basischem Kupfer(II)-hydroxid kann das Kupfer(II)-propiolat isoliert werden. Dieses ist nur etwa 24 Stunden stabil und decarboxyliert zu schwarzem, polymerem Kupfer(II)-acetylid.<ref name="Straus"/> In stark basischem Medium erfolgt eine Redoxreaktion unter Dimerisierung zum Kupfer(I)-Salz der Diacetylendicarbonsäure.<ref name="Straus"/>

Verwendung

Propiolsäure sowie ihre Ester dienen als Edukte für organische Synthesen.<ref name="Römpp"/>

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Merck Index. 11th Edition. S. 7833.
  • Yasuo Iwanami, Seiko Isoyama, Yoshihisa Kenjo: Die Reaktion von Acetylencarbonsäure mit Aminen. XIII. Substituierte 2-Oxo-3-äthoxycarbonylmethylen-3,4-dihydro-2H-1,4-benzoxazine. In: Bulletin of the Chemical Society of Japan. 37, 1964, S. 1745–1747, doi:10.1246/bcsj.37.1745.