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Präsidentschaftswahl im Iran 1997

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Datei:Visitation of President Khatami and Cabinet with Supreme Leader of Iran, Ali Khamenei - August 24, 1997 (Cropped-2).jpg
Wahlsieger Mohammad Chatami (1997)
Datei:Ali Akbar Nategh-Nouri by NLAI.jpg
Der unterlegene Ali Akbar Nateq Nuri

Die iranischen Präsidentschaftswahlen 1997 fanden am 23. Mai 1997 statt. Wahlsieger wurde überraschend der Reformer Mohammad Chatami.

Vorgeschichte

Der Wahl vorausgegangen war die zweite Amtsperiode Akbar Hāschemi Rafsandschānis. Das Land war in einem schlechten Zustand. Hohe Staatsschulden, außenpolitische Isolation und ein erstarkender konservativer Oberster Rechtsgelehrter Ali Chamene’i prägten das politische Bild des Iran. Rafsandschānī durfte nach zwei Amtszeiten verfassungsgemäß nicht erneut kandidieren und in der iranischen Bevölkerung machte sich Hoffnung auf einen politischen Wechsel breit. Allerdings lehnte der Wächterrat von 238 Kandidaten, die sich zur Wahl aufstellen lassen wollten, 234 ab.<ref>Christopher Lockwood: Calls for reform grow louder as Iran goes to polls; Electronic Telegraph Nr. 729, 24. Mai 1997. (englisch)</ref><ref>Michael Rubin: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Iran’s Myth of Moderation (Memento vom 18. Juni 2009 im Internet Archive); 18. März 2002. (englisch)</ref>

Der frühere Minister für islamische Kultur, Mohammad Chatami, wurde trotz seines Rufes als gemäßigter Intellektueller zur Wahl zugelassen. Er musste zu seiner Kandidatur überredet werden, da er sich 1992 aus Protest gegen die rigorosen Machenschaften der radikalen Staatsführung aus der Politik zurückgezogen hatte und seitdem Direktor der Teheraner Nationalbibliothek war. Zuvor war er vom konservativ dominierten Parlament als Minister für islamische Kultur entlassen worden. Nachdem der Wächterrat die Zulassung für seine Kandidatur erteilt hatte, führte er einen Wahlkampf mit liberalen Parolen zum Frauenrecht und Meinungsfreiheit. Auf diese Weise konnte er die Sympathien der reformerischen Iraner gewinnen, deren Zahl in den Jahren nach Ajatollah Chomeinis Tod beständig zugenommen hatte.

Favorit war allerdings Ali Akbar Nateq Nuri, der Parlamentssprecher und Kandidat der religiösen Führungsriege um Chāmene'ī.<ref>Christopher Lockwood: Election farce as Iran chooses its president;Electronic Telegraph Nr. 727, 22. Mai 1997. (englisch)</ref> Neben Chatami und Nateq Nuri kandidierten noch Mohammad Mohammadi Reyschahri, ein ehemaliger Revolutionsrichter, und als einziger Nichtgeistlicher der ehemalige Staatsanwalt Reza Zavarchi für das Amt des Präsidenten. Reyschahri und Zavarchi galten schon vor der Wahl als chancenlos.<ref>Birgit Cerha: Der Hetzer und der Intellektuelle; In: Die Zeit, 21/1997</ref>

Ergebnis und Folgen

Mohammad Chatami konnte in einem triumphalen Wahlsieg fast 70 % der Stimmen auf sich vereinigen. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,92 %.

  Stimmen Prozent
Mohammad Chatami 20.138.784 69,1 %
Ali Akbar Nateq Nuri 7.248.317 24,87 %
Reza Zavarchi 772.707 2,6
Mohammad Mohammadi Reyschahri 744.205 2,6
Gesamt 29.466.487 100 %

<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />princeton.edu (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.princeton.edu 1997 Presidential Election, abgerufen am 2. Februar 2013</ref>

Mit Chatamis Wahlsieg etablierten sich die Reformer in der iranischen Regierung. Sie sahen sich allerdings einem konservativ dominierten Parlament sowie dem geistigen Führer Alī Chāmene'ī und seinen Institutionen gegenüber. Dennoch wurde Chatamis Wahlsieg im Westen als selbstgemachter Aufbruch Irans aus der politischen Isolation gefeiert.

Tatsächlich war durch die Wahl für viele Beobachter bewiesen, dass die demokratischen Elemente im iranischen Staatssystem stark genug waren, um einen politischen Wechsel auszulösen.<ref>Johannes Reissner: Stabilitätsanalyse Iran @1@2Vorlage:Toter Link/www.menavision2010.orgPDF (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot; In: Sigrid Faath (Hrsg.): Stabilitätsprobleme zentraler Staaten; Hamburg 2003</ref> Chatami wurde zur Symbolfigur für Meinungsfreiheit, Demokratie, Gleichberechtigung und kritischen Dialog – Hoffnungen, die er letztendlich nicht erfüllen konnte.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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