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Parlamentswahl im Iran 2008

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Parlamentswahlen 2008 im Iran fanden am 14. März 2008 statt und endeten mit einem Sieg der konservativen Kräfte.

Vorgeschichte

Drei politische Blöcke rangen um die Mehrheit im Parlament.

Im Vorfeld der Wahlen fand eine Vorauswahl der Kandidaten durch den Wächterrat statt. Kandidaten, deren politische Gesinnung der konservativ-geistlichen Staatsführung nicht zusagte oder deren Kandidatur nach Einschätzung des Wächterrats mit den islamischen Prinzipien des Staates und der Herrschaft des Obersten Rechtsgelehrten nicht vereinbar war, wurden von der Wahl ausgeschlossen. Dieses Vorgehen ist charakteristisch für jede Wahl in der Islamischen Republik und wird in westlichen Medien als das wesentliche Demokratiedefizit des Landes dargestellt.<ref>Wahied Wahdat-Hagh: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Iran: Die Wahlen zum Pseudoparlament. (Memento vom 10. Februar 2008 im Internet Archive) Welt Online Debatte, 8. Februar 2008</ref><ref>Iran: Parlamentswahl im Griff des Wächterrates. presse.com, 14. März 2008</ref><ref>Bahman Nirumand: Reformer ausgesiebt. taz.de, 13. März 2008</ref>

Einmalig in der Geschichte der Islamischen Republik Iran war, wie Bahman Nirumand schreibt, „die direkte Einmischung des Revolutionsführers Ali Chamenei, der den Wählern empfahl, Kandidaten zu wählen, die die Regierung von Mahmud Ahmadinedschad unterstützen“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Iran-Report 4/2008 der Heinrich-Böll-Stiftung (Memento des Vorlage:IconExternal vom 11. Dezember 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.boell.de (PDF; 90 kB)</ref>

Zur Parlamentswahl 2008 wollten 7.597 Personen für die 290 Sitze des Madschlis kandidieren. Aus der Bewegung der Reformer wurden von etwa 900 Bewerbern lediglich ca. 100 zugelassen.<ref>Asghar Schirazi: Parlamentswahlen im Gottesstaat. In: INAMO, Nr. 53, April 2008, S. 3</ref> In einer ersten Vorauswahl waren 5.000 Kandidaten von regionalen Wahlkommissionen des Wächterates anerkannt worden, in einer zweiten Runde seien weitere 2.000 Kandidaten disqualifiziert worden. In einer abschließenden Runde habe dann der Wächterrat einige der Disqualifizierten wieder qualifiziert und einige neu disqualifiziert, so dass 4.755 Kandidaten an den Wahlen teilnahmen.<ref>Wahied Wahdat-Hagh: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Welt Online, 9. Mai 2008 (Memento vom 1. Oktober 2008 im Internet Archive)</ref>

Trotz der Vorauswahl der Kandidaten galt die Wahl als Testwahl für die Politik des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und die Iranische Präsidentenwahl 2009.<ref>Ulrich Ladurner: Der Test: Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad hat sein Land isoliert – kriegt er dafür jetzt die Quittung von seinem Volk? In: Die Zeit, Nr. 12/2008</ref> Mehr als 43 Millionen Iraner waren zur Wahl aufgerufen.

Ergebnis

Erste Ergebnisse kamen aus dem Wahlbezirk Qom. Dort schlug der ehemalige Chefunterhändler bei der IAEO, Ali Laridschani, die Kandidaten aus dem Lager des Präsidenten Ahmadinedschad überzeugend. Er soll nach inoffiziellen Berichten über 75 % der Stimmen erhalten haben.<ref>News. Zeit Online, 15. März 2008</ref> Laridschani wurde am 26. Mai 2008 mit 161 Abgeordneten-Stimmen aus dem Lager der Prinzipientreuen sowie kritischen Konservativen zum Parlamentspräsidenten nominiert, sein Vorgänger Gholam Ali Haddad-Adel erhielt 50 Stimmen.<ref>dw-world vom 27. Mai 2008</ref>

Die Stichwahl am 26. April 2008 entschied über weitere 82 Parlamentssitze, bei denen die Bewerber im ersten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit erhalten hatten. Die Wahlbeteiligung lag bei der Stichwahl bei 26 %, bei der Erstwahl bei ca. 60 %.

Sitze Prozent
Prinzipientreue 117 40,3
kritische Konservative 53 18,3
Reformer 46 15,9
Unabhängige 71 24,5
armenische Minderheit 2* zu den Unabhängigen
chaldäische und assyrische Minderheit 1
jüdische Minderheit 1
Zoroaster 1
Summe 290 100

<ref>Voraussehbare Parlamentswahlen. In: taz, 18. März 2008</ref><ref>Ahmadinedschads Kritiker behaupten sich. pr-inside.com</ref>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

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