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Pilchau (Tännesberg)

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Pilchau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Pilchau 49° 31′ N, 12° 20′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 49° 30′ 54″ N, 12° 20′ 12″ O
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Höhe: 561 m ü. NHN
Postleitzahl: 92723
Vorwahl: 09655
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Pilchau ist ein Gemeindeteil des Marktes Tännesberg im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Geografie

Das Dorf liegt etwa zwei Kilometer vom Markt Tännesberg entfernt. Er ist über die Bundesstraße 22 oder über die von Tännesberg zur Neumühle führende Gemeindeverbindungsstraße zu erreichen. In Pilchau gibt es einige landwirtschaftliche Betriebe.

Geschichte

Rodungssiedlung Pilchau

Die Herren von Tännesberg erschlossen das um ihren Herrschaftssitz liegende Gebiet durch Rodungssiedlungen. Die Ortsnamen geben über die Siedlungstätigkeit in diesem Raum Aufschluss. Das sind die „-dorf-Orte“ als älteste Siedlungsform in dem Gebiet<ref>Schwarz, Ernst, Sprache und Siedlung in Nordostbayern, Nürnberg 1960, S. 80 ff.</ref>, dann die „richt-“ bzw. „-ried“ und „-schwand-Orte“ (Großenschwand, Kleinschwand). Später folgten die „-hof-Orte“ (Bernhof). Bei den „-dorf-Orten“ handelt es sich um Basissiedlungen, denen die „-richt“, „-ried“ und „-schwand-Orte“ im 11. und 12. Jahrhundert folgten. Die Endung „-schwand“ bezeichnet eine besondere Form des Rodens<ref>Rodungsname</ref>. Rodungssiedlungen in der Nähe von Tännesberg waren<ref>Ernst Schwarz: Sprache und Siedlung in Nordostbayern. Nürnberg 1960, S. 129.</ref> Lampenricht und Zeinried. Die Ortschaft Pilchau ist ebenfalls eine Rodungssiedlung. Die Orte Gleiritsch, Teunz und Kaufnitz gehen auf slawischen Ursprung zurück. Urkundlich belegte Quellen von Pilchau liegen bisher nicht vor, allein aufgrund des Ortsnamens ist von einer Gründung nach der Jahrtausendwende auszugehen.

1280 sind die Paulsdorfer Herren auf Tännesberg<ref>Hauptstaatsarchiv München I, Bestand: Landgrafschaft Leuchtenberg, Urkunde Nr. 1</ref>. Vier Urkunden aus den Jahren 1394 bis 1399 geben über die Ausdehnung des Herrschaftsgebietes der Paulsdorfer, benannt nach Paulsdorf bei Amberg, Auskunft. Sie besaßen „… in ‚Pernhof‘ (Bernhof, Gemeinde Gleiritsch) zwei Höfe, eine Mühle und fünf Güter, … , in ‚Groszen Swant‘ (Großenschwand, Markt Tännesberg) sechzehn Höfe … , in ‚Cheaffnitz‘ (Kaufnitz, Markt Tännesberg) ein Gut und einen Weiher, in ‚Luetzel Swant‘ (Kleinschwand, Markt Tännesberg) vier Höfe, eine Mühle und neun Güter, … , in ‚Pilchaw‘ (Pilchau, Markt Tännesberg) vier Höfe und Zehentrechte, …“<ref>Hauptstaatsarchiv München I, Bestand: Oberpfalz Urkunden, Nr. 1916, 1918,1920, und 1921.</ref>

Statistische Beschreibungen

Pilchau (Mitte 16. Jahrhundert)

11 Anwesen: 2 Höfe, 2 Halbhöfe, 4 Lehen, 1 Sölde, 1 Mühle, 1 Hirtenhaus.

Mit der Mühle „zu Schnegelhausen“ ist die heutige Schnegelmühle gemeint.

Pilchau (18. Jahrhundert)

12 Anwesen inklusive des Hirtenhauses

Steuerdistrikt und Gemeindebildung

Das Königreich Bayern wurde 1808 in 15 Kreise eingeteilt. Diese Kreise wurden nach französischem Vorbild nach Flüssen benannt (Naabkreis, Regenkreis, Unterdonaukreis usw.)<ref>Ernst Emmering: Die Regierung der Oberpfalz. Geschichte einer bayerischen Mittelbehörde. Beiträge zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz. Heft 20, Regensburg 1981, S. 12 ff.</ref>. Die Kreise gliederten sich in Landgerichtsbezirke. Die Bezirke wiederum sollten in einzelne Gemeindegebiete eingeteilt werden. 1808 wurde das Landgericht Vohenstrauß in 47 Steuerdistrikte und einzelne Gemeinden eingeteilt. Eine davon war Zeinried. Zur Gemeinde gehörten die Dörfer Zeinried, Pilchau, Schömersdorf, Ödmiesbach, Miesmühle und Weiherhäusl.

1821 kam es zur Bildung der Gemeinden. Pilchau bildete mit der Neumühle und der Schnegelmühle eine eigenständige Gemeinde.<ref>Hauptstaatsarchiv München, Innenministerium, Nr. 54270</ref>

1830 kamen die eigenständigen Gemeinden Pilchau und Ödmiesbach zur Gemeinde Zeinried.

Am 1. Mai 1978 kam es zur Auflösung der Gemeinde Zeinried<ref>Staatsanzeiger 1978, Nr. 29</ref>. Die Ortschaft Pilchau wurde in den Markt Tännesberg eingemeindet.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref> Damit verbunden war auch ein Wechsel in den Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Bildergalerie

Literatur

  • Rich. Hoffmann, Georg Hager: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Oberpfalz und Regensburg. VIII Bezirksamt Vohenstrauß. München 1907
  • Georg Hager: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Oberpfalz und Regensburg. VII Bezirksamt Oberviechtach. München 1906
  • Vorlage:Bernd Vohenstrauß 1977
  • Vorlage:Mages Oberviechtach 1996
  • Karl-Otto Ambronn: Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern. Reihe II, Heft 3, Landsassen und Landsassengüter des Fürstentums der Oberen Pfalz im 16. Jahrhundert, München 1982, ISBN 3-7696-9932-7

Weblinks

Commons: Pilchau (Tännesberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende