Niob(IV)-oxid
Niob(IV)-oxid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Oxide von Niob.
Gewinnung und Darstellung
Niob(IV)-oxid kann durch Reaktion von Niob(V)-oxid mit Wasserstoff bei 800–1350 °C gewonnen werden.<ref name="Gupta" /> Eine alternative Herstellungsmethode ist die Reaktion von Niob(V)-oxid mit Niobpulver bei 1100 °C.<ref name="Patnaik">Pradyot Patnaik (2002), Handbook of Inorganic Chemicals, McGraw-Hill Professional, ISBN 0-07-049439-8.</ref>
- <chem>Nb2O5 + H2 -> 2 NbO2 + H2O</chem>
- <chem>Nb + 2 Nb2O5 -> 5 NbO2</chem>
Eigenschaften
Niob(IV)-oxid ist ein schwarzes, etwas bläuliches<ref name="R. Blachnik">Vorlage:Literatur</ref>, Pulver. Die oben genannten Darstellungsmethoden liefern das α-Niob(IV)-oxid. Außer einer reversiblen Umwandlung in eine Hochtemperaturform ist eine sehr nahe strukturverwandte β-Modifikation bekannt. Letztere ist mit Transportmitteln (wie Iod, Niob(V)-chlorid, Quecksilber(II)-chlorid) aus Niob(II)-oxid–Niob(IV)-oxid-Gemengen zugänglich. Beide Kristallstrukturen leiten sich vom Rutiltyp ab, unterscheiden sich jedoch durch Niob-Niob-Paare. Die α-Modifikation hat die Vorlage:Raumgruppe und die Gitterparameter a = 13,681, c = 5,976 Å. Die β-Modifikation hat die Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 9,686, c = 5,985 Å.<ref name="brauer" /> Der Homogenitätsbereich von Niobdioxid reicht von NbO1,94 bis NbO2,09. Bei Temperaturen unter 500 °C reduziert es leicht Kohlendioxid zu Kohlenstoff, Schwefeldioxid zu Schwefel und zersetzt Natriumhydroxid unter Freisetzung von Wasserstoff. Es oxidiert an Luft zu Niob(V)-oxid.<ref name="C. K. Gupta, A. K. Suri">Vorlage:Literatur</ref>
Einzelnachweise
<references />