Niob(V)-chlorid
Niob(V)-chlorid ist eine salzartige chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Niob und Chlor.
Gewinnung und Darstellung
Niob(V)-chlorid kann durch Reaktion von Niob mit Chlor gewonnen werden.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1444.</ref>
- <math>\mathrm{2 \ Nb + 5 \ Cl_2 \longrightarrow \ 2 \ NbCl_5}</math>
Ebenfalls möglich ist Darstellung durch Reaktion von Niob(V)-oxid mit Thionylchlorid oder Kohlenstofftetrachlorid<ref name="brauer" /> oder Hexachlorpropen<ref name="IS9">Vorlage:Literatur</ref>:
- <math>\mathrm{Nb_2O_5 + 5 \ SOCl_2 \longrightarrow 2 \ NbCl_5 + 5 \ SO_2}</math>
- <math>\mathrm{Nb_2O_5 + 5 \ CCl_4 \longrightarrow 2 \ NbCl_5 + 5 \ COCl_2}</math>
- <chem>Nb2O5 + 5 CCl2=CClCCl3 -> 2 NbCl5 + 5 CCl2=CClCOCl</chem>
Eigenschaften
Es handelt sich um einen gelben Feststoff mit stechendem Geruch (Bildung von Chlorwasserstoff durch Hydrolyse), der sich heftig in Wasser zersetzt.
Niob(V)-chlorid bildet eine dimere Struktur aus, bei welcher jedes Niobatom sechsfach durch Chloro-Liganden koordiniert ist. Zwei Chloratome fungieren als Brückenliganden. Es existieren zwei kristalline Polymorphe von Niob(V)-chlorid; in beiden wird eine verzerrt-oktaedrische Struktur ausgebildet, bei der die pseudo-axialen Chloroliganden in einem Winkel von ca. 84 ° zur pseudo-equatorialen Ebene angeordnet sind.<ref>W. Hoenle, H. G. v. Schnering: Crystal structure of niobium pentachloride. In: Zeitschrift für Kristallographie, 1990, 191, S. 139–140 (Vorlage:DOI)</ref><ref>F. A. Cotton, P. A. Kibala, M. Matusz, R. B. W. Sandor in: Structure of the Second Polymorph of Niobium Pentachlorid 1997, Acta Crystallographica C47, S. 2435–2437 (Vorlage:DOI).</ref>
Verwendung
Niob(V)-chlorid wird in der organischen Chemie als Lewis-Säure verwendet. So findet es beispielsweise in der Aktivierung von Alkenen in der Carbonyl-En-Reaktion Anwendung.<ref>C. K. Z. Andrade, O. E. Vercillo, J. P. Rodrigues, D. P. Silveira in: J. Braz. Chem. Soc. 2004, 15, 6, 813–817.</ref>
Einzelnachweise
<references />