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Namensschuldverschreibung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Namensschuldverschreibung ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) ist eine Schuldverschreibung, die auf einen namentlich genannten Gläubiger lautet und deshalb für eine Übertragung auf andere Rechtsnachfolger nicht vorgesehen ist.

Allgemeines

Schuldverschreibungen sind Wertpapiere, deren Übertragbarkeit durch die Gestaltung als Inhaberpapier (Inhaberschuldverschreibung), Orderpapier (Orderschuldverschreibung) oder Namenspapier (Namensschuldverschreibung) durch ihren Emittenten in den Anleihebedingungen geregelt wird. Durch die Übertragbarkeit wird die Verkehrsfähigkeit der Wertpapiere beeinflusst, die bei Namenspapieren wie der Namensschuldverschreibung am geringsten ist. Wegen ihrer mangelnden Verkehrsfähigkeit ist sie lediglich als Anlageobjekt für institutionelle Anleger geeignet.

Namensschuldverschreibungen sind Finanzprodukte und – mit Ausnahme einlagengesicherter Namensschuldverschreibungen<ref>Anne Gläßner, Die Beschränkung des Vertriebs von Finanzprodukten, 2017, S. 190</ref> – auch Finanzinstrumente<ref>BaFin, Hinweise zu Finanzinstrumenten nach § 1 Abs. 11 Sätze 1 bis 5 KWG (Aktien, Vermögensanlagen, Schuldtitel, sonstige Rechte, Anteile an Investmentvermögen, Geldmarktinstrumente, Devisen, Rechnungseinheiten, Emissionszertifikate, Kryptowerte und Schwarmfinanzierungsinstrumente), 20.12.2011, geändert am 01.12.2022, abgerufen 19.6.2024, siehe dort Ziffer 2.(b)(bb)(6).</ref>, § 1 Abs. 11 Satz 1 Nr. 2 KWG i. V. m. § 1 Abs. 2 Nr. 6 VermAnlG.

Rechtsfragen

Das Gesetz geht davon aus, dass Schuldverschreibungen im Normalfall als Inhaberschuldverschreibungen emittiert werden ({{#switch: juris

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Das ist bei Namensschuldverschreibungen nicht der Fall. Sie gehören – anders als ihr mitgliedschaftsrechtliches Pendant Namensaktien – nicht zu den (geborenen) Orderpapieren. Der Schuldner hat direkt ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}) an den in der Urkunde namentlich benannten Gläubiger zu leisten, sodass es sich – kraft Gestaltung – um Namenspapiere handelt. Folge hiervon ist, dass die Rechte aus Namensschuldverschreibungen durch den in der Urkunde Berechtigten (Zedent) nur im Wege der Abtretung an einen neuen Gläubiger (Zessionar) übertragen werden können. Mit der Abtretung geht das Eigentum an der Urkunde über ({{#switch: juris

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Börsenfähigkeit

Namensschuldverschreibungen können nicht an der Börse gehandelt werden, da bei ihnen nicht der Besitzer des Papiers berechtigt ist, das verbriefte Recht geltend zu machen.<ref>Eberhard Schwark: Börsengesetz. 1994, § 36 Tz. 11 und BFH, Urteil vom 1. Februar 1989, Az.: II R 128/85, BStBl. 1989 II S. 348 = BFHE 155, 563</ref> Wegen der erschwerten Übertragbarkeit sind Namensschuldverschreibungen nicht für den Börsenhandel geeignet. Der Börsenhandel setzt nämlich Verkehrsfähigkeit der Wertpapiere voraus, die bei Inhaberpapieren (Inhaberschuldverschreibungen) stets vorhanden ist und bei Namensaktien nur dann, wenn ihre letzte Übertragung – und nur diese – mit einer Blankozession versehen ist; Namensschuldverschreibungen werden in den Bedingungen der Frankfurter Börse nicht erwähnt.<ref>Börse Frankfurt, Bedingungen für Geschäfte an der Frankfurter Wertpapierbörse vom 15. April 2009</ref> Eine Blankozession ist bei Namensschuldverschreibungen nicht vorgesehen oder ausdrücklich ausgeschlossen, weil der Emittent durch die gewählte Form der Namensschuldverschreibung eine spätere Übertragung erschweren oder gar verbieten will. Falls eine spätere Übertragung nicht ausgeschlossen sein soll, kann sich ein Aussteller für die Form der Inhaber- oder Orderschuldverschreibung entscheiden.

Die Börsenfähigkeit entscheidet auch über die bilanzielle Behandlung der Schuldverschreibungen. Namensschuldverschreibungen gehören auch dann nicht zu den börsengängigen Wertpapieren, wenn sie durch Umschreibung von Inhaberschuldverschreibungen ({{#switch: juris

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Das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), welches sich mit dem Anlegerschutz befasst, erwähnt Namensschuldverschreibungen in seiner Definition des Wertpapierbegriffs nicht ({{#switch: juris

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Bilanzierung

Namensschuldverschreibungen werden in der Regel nur durch bilanzierende Anleger, insbesondere Versicherungen und sonstige institutionelle Anleger, erworben. Während Inhaberschuldverschreibungen als Wertpapiere bilanziert werden, sind Namensschuldverschreibungen als Forderungen zu verbuchen<ref>Michael Hippler, Bilanzierung von Schuldverschreibungen im Jahresabschluss der Versicherungsunternehmen, 1998, S. 69</ref>, denn Namensschuldverschreibungen sind keine Wertpapiere im Sinne der Rechnungslegungsvorschriften. Der getrennte Ausweis wird mit ihrer Langfristigkeit und mangelnden Fungibilität begründet.<ref>BR-Drucksache 823/94 vom 14. Oktober 1994, Begründung zu § 8 RechVersV, S. 115</ref>

Durch die Neuregelung des {{#switch: juris

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}}{{#if: 341b||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} HGB zum 1. Januar 2002 können auch Versicherungsunternehmen wählen, ob die bisher nach dem strengen Niederstwertprinzip zu bewertenden Anlagen nunmehr ganz oder teilweise wie Anlagevermögen bilanziert werden. Die entsprechenden Namensschuldverschreibungen müssen dazu bestimmt sein, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Wird ein Vermögensgegenstand dem Anlagevermögen gewidmet, so ist das für das Anlagevermögen geltende gemilderte Niederstwertprinzip anzuwenden. Nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 253||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 3 Satz 3 HGB besteht bei voraussichtlich nicht dauerhafter Wertminderung ein Wahlrecht, außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorzunehmen. Nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 341c||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} HGB einen Ansatz zum Nennwert zu.<ref>Jörg M. Hipp: IAS/AFRS für Versicherungsunternehmen. 2007, S. 99 f.</ref> Deshalb erwerben Lebensversicherungen bevorzugt Namensschuldverschreibungen, weil hierdurch bilanzielle Wertschwankungen vermieden werden können.<ref>Michael Hippler: Bilanzierung von Schuldverschreibungen im Jahresabschluss der Versicherungsunternehmen. 1998, S. 100</ref>

Bankenaufsichtsrechtlich gehören Namensschuldverschreibungen (in der Bankbilanz) nicht zu den Wertpapieren i. S. d. § 7 Abs. 1 RechKredV und daher auch nicht zu den Basiswerten<ref>BaFin vom 10. Februar 2009, Merkblatt zur Erlaubnispflicht gemäß § 32 Abs. 1 KWG, S. 3 --- Nachweis dürfte veraltet sein und betrifft die Erlaubnispflicht, nicht die Regelungen für die Bankbilanz.</ref>, sondern sind in den Forderungen bzw. im Handelsbestand zu bilanzieren.

Arten der Namensschuldverschreibungen

Nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 10||[Paragraf fehlt]}}{{#if: rechversv||[Gesetz fehlt]}} RechVersV gehören zu den Namensschuldverschreibungen insbesondere Namenspfandbriefe, Namenskommunalobligationen und Namens-Landesbodenbriefe sowie auf den Namen des Begünstigten im Schuldbuch eingetragene Schuldverschreibungen des Bundes. Sparbriefe/Sparkassen(kapital)briefe der Banken/Sparkassen werden überwiegend als Namensschuldverschreibung ausgegeben. Private Hypothekenbanken emittieren auch Namenspfandbriefe und Namens-Kommunalschuldverschreibungen (Kommunalobligation).

Namenspfandbriefe werden meist nur in Mindestbeträgen ab eine Million Euro ausgegeben und sind, da nicht an der Börse gehandelt, als leicht zu veräußernde (liquide) Geldanlage ungeeignet.

Geltendmachung des Anspruchs

Geltendmachung des Anspruchs aus einer Namensschuldverschreibung bedeutet, dass der legitimierte Inhaber des Papiers und Gläubiger der hierin verbrieften Forderung bei Fälligkeit des hierin verbrieften Rechts seinen Anspruch auf Leistung vom Schuldner gegen Aushändigung der Urkunde verlangen kann. Zur Geltendmachung des Anspruchs ist zunächst der namentlich in der Urkunde genannte Begünstigte berechtigt. Hat dieser den Anspruch durch Abtretung des verbrieften Anspruchs und Übergabe des Papiers an einen Dritten übertragen, so ist letzterer berechtigt, vom Schuldner die verbriefte Leistung zu verlangen. Der Besitz des Papiers und eine lückenlose Kette von Zessionen, die auf den Aussteller zurückzuführen sein muss, begründen dabei die uneingeschränkte Vermutung der materiellen Berechtigung des Inhabers. Der Schuldner darf dem Inhaber lediglich folgende Einwendungen entgegensetzen:

  • Urkundliche Einwendungen: aus dem Inhalt der Urkunde kann der Schuldner etwa die mangelnde Fälligkeit der Leistung einwenden;
  • Gültigkeitseinwendungen: aus der Urkunde kann der Schuldner etwa die mangelnde Geschäftsfähigkeit eines Zessionars oder die Lückenhaftigkeit des Zessionskette einwenden;
  • Persönliche Einwendungen: der Schuldner erklärt die Aufrechnung mit einer Gegenforderung.

Ist die Schuld des Ausstellers noch nicht fällig, braucht er bis zur Fälligkeit an den Inhaber nicht zu leisten. In {{#switch: juris

|juris={{#switch: bgb
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}}{{#if: 410||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB wird dem Schuldner ein Leistungsverweigerungsrecht eingeräumt, solange der Zessionar nicht eine Abtretungsurkunde des Zedenten vorlegt<ref>mit der Wirkung des {{#switch: juris

|juris={{#switch: bgb
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}}{{#if: 409||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Satz 2 BGB</ref> oder der Zedent dem Schuldner die Abtretung nicht schriftlich angezeigt hat.<ref>mit der Wirkung des § 409 Abs. 1 Satz 1 BGB</ref> Zudem sichert {{#switch: juris

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Verlust der Namensschuldverschreibung

Ist die Urkunde verloren gegangen, geht das hierin verbriefte Recht jedoch nicht unter. Erforderlich zur Geltendmachung von Rechten aus verloren gegangenen Namensschuldverschreibungen ist dann eine Kraftloserklärung nach abgeschlossenem Aufgebotsverfahren.<ref>Michael Hippler, Bilanzierung von Schuldverschreibungen im Jahresabschluss der Versicherungsunternehmen, 1998, S. 25</ref> Der Ausschließungsbeschluss der Kraftloserklärung ersetzt die verloren gegangene Urkunde und verschafft dem Inhaber die ursprüngliche Rechtsstellung ({{#switch: juris

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Literatur/Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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