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Lokalisierbarer Maßraum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Lokalisierbarkeit ist in der Mathematik, genauer in der Maßtheorie, eine Eigenschaft, die einem Maßraum zukommt.

Definition

Dabei heißt ein Maßraum <math>(S, \mathcal A, \mu)</math> lokalisierbar, wenn gilt: Ist <math>\mathcal A_0 := \{A \in \mathcal A: \mu(A) < \infty\}</math> und <math>(g_A)_{A \in \mathcal A_0}</math> eine Familie messbarer Funktionen <math>g_A \colon A \to \mathbb R</math> mit <math>g_A|_{A\cap B} = g_B|_{A \cap B}</math> für alle <math>A,B \in \mathcal A</math> mit <math>\mu(A), \mu(B) < \infty</math> so existiert eine lokal messbare Funktion <math>g \colon S \to \mathbb R</math> mit <math>g|_A = g_A</math> für alle <math>A \in \mathcal A_0</math>.

Erläuterung

In einem lokalisierbaren Maßraum ist es also möglich, lokal konsistent gegebene messbare Funktionen zu einer (lokal) messbaren Funktion, die auf dem ganzen Raum definiert ist, zusammenzusetzen. Lokal bedeutet hierbei auf Mengen endlichen Maßes.

Eigenschaften

  • Die vielleicht wichtigste Eigenschaft eines lokalisierbaren Maßraums ist die, dass in lokalisierbaren Räumen der Dualraum des <math>L_1</math> als der Raum der lokal messbaren, lokal im Wesentlichen beschränkten Funktionen beschrieben werden kann. Im Fall σ-endlicher Maßräume fällt dieser Raum, mit dem üblichen <math>L_{\infty}</math> zusammen.

Literatur

  • Ehrhard Behrends: Maß- und Integrationstheorie. Springer, Berlin u. a. 1987, ISBN 3-540-17850-3, Abschnitt IV.3, S. 184–192.