Die Liste von Fachbegriffen des Zimmererhandwerks enthält ausgewählte Begriffe, die innerhalb des Zimmererhandwerks verwendet werden. Im Verlauf der Jahrhunderte hat sich in diesem traditionsreichen Gewerk eine charakteristische Fachsprache herausgebildet, deren Ausdrücke für Außenstehende oft schwer verständlich sind. Ziel dieser Liste ist es, zentrale Begriffe zu erläutern und einen Einblick in die Sprache der Zimmerleute zu geben.
Allgemeine oder triviale Begriffe des Bauwesens werden hier nicht berücksichtigt. Die Liste ist zudem nicht abschließend und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Ermittlung aller notwendigen Längen- und Winkelmaße mittels anlege-, zeichnerischer oder rechnerischer Methoden beziehungsweise durch den Einsatz eines Abbundprogramms sowie das Anreißen, Bezeichnen und Abbinden sämtlicher Hölzer der Konstruktion.
Überdachter Arbeitsbereich zur Durchführung des Abbunds. Dient dem geschützten Vorbereiten, Anreißen und Bearbeiten von Hölzern für Konstruktionen außerhalb der Baustelle.
Maschine zur automatisierten Bearbeitung von Hölzern für den Abbundprozess. Sie übernimmt Arbeitsvorgänge wie Sägen, Fräsen, Bohren und Markieren – oft gesteuert per CAD/CAM-System.
Technische Zeichnung oder Planunterlage zur Vorbereitung des Abbunds. Er enthält Maßangaben, Bauteilpositionen, Winkel, Verbindungstypen und ggf. Stücklisten. Der Abbundplan dient als zentrale Informationsquelle für die handwerkliche oder maschinelle Umsetzung der Konstruktion.
Markierungen wie Buchstaben, Nummern oder Symbole an Holzteilen, die deren Zuordnung beim Zusammenbau bestimmen. Sie werden beim Anreißen und Abbinden angebracht.
Entfernen überstehender Holzabschnitte an Grat- oder Gratkehlsparren zur präzisen Anpassung an angrenzende Dachflächen. Die Abgratung erfolgt meist im Zusammenhang mit komplexen Dachgeometrien.
Das Erstellen einer ebenen, geraden Fläche an einem Holzbauteil. Dies dient als Referenzfläche für weitere Bearbeitungen (z. B. Dickung) und erfolgt traditionell mit einer Raubank oder zeitgemäßer mit einer Abrichthobelmaschine.
Zimmererwinkel mit Winkelmesser zum Anreißen aller Winkel und Schmiegen der Konstruktionshölzer. Bestandteil des traditionellen Reißzeuges in der Zimmerei.
Sparrenpaar am Anfallpunkt eines Walmdachs, an dem Fistlinie und Gratlinien oder Firstlinien und Kehllinie zusammentreffen. Das erste und das letzte Gebinde des Hauptdachs können zusätzlich verstärkt sein. Es wird auch als Anfallsgebinde bezeichnet.
Das Auflegen und Ausrichten von Hölzern auf dem Reißboden zur Vorbereitung des Abbunds. Dabei werden die Bauteile exakt platziert, um anschließend Maße und Winkel anzureißen.
Übertragen von Maß-, Winkel- oder Verbindungslinien auf das Werkstück – z. B. mit Reißhaken, Zimmermannsbleistift und Schmiege. Grundlage für präzise Schnittführung und maschinelle Bearbeitung beim Abbund.
Kurzer Sparren, der im Bereich der Traufe auf einen anderen Sparren aufgesetzt wird. Er verlängert die Dachfläche und bildet zusammen mit dem Traufbrett oder der Traufbohle den Traufüberstand (Dachüberstand).
Dämmmaterial, das direkt oberhalb der Sparren aufgebracht wird – zwischen Tragkonstruktion und Dacheindeckung. Vorteil: durchgehende Wärmedämmung ohne Unterbrechung durch Holzquerschnitte („wärmebrückenfreie Ebene“).
Tragendes, waagerechtes Bauteil in Holzkonstruktionen. Balken dienen der Aufnahme und Weiterleitung von Lasten und sind je nach Lage als Pfette, Deckenbalken, Bundbalken, Rähm oder Schwelle ausgeführt.
Stationäre Holzbearbeitungsmaschine mit endlos umlaufendem Sägeband. Sie ermöglicht präzise Längs-, Quer- und Kurvenschnitte, vor allem bei großen Werkstücken und engen Radien.
Metallisches Verbindungselement zur temporären Fixierung von Holzteilen während der Montage. Sie hält Bauteile in Position, bis diese dauerhaft verbunden (z. B. verschraubt oder verzapft) sind.
Zurichten von Baumstämme zu Bauhölzern mit Schrotaxt (Bundaxt) und Breitbeil, um gerade und ebene Holzflächen zu erzeugen. Behauen erfolgt oft bei Hölzer für historische Konstruktionen, z. B. Fachwerk, und erzeugt typische Werkzeugspuren.
Traditionelle Bearbeitung von Holz mit dem Breitbeil zur Grobformgebung, Glättung oder zum Vorarbeiten vor dem Hobeln. Der Begriff wird regional teils synonym mit „Behauen“ verwendet.
Einseitig geschliffenes Stechwerkzeug, besteht aus Heft und Klinge, zur feinen Bearbeitung von Holz, z. B. für Kerven, Zapfenlöcher und Holzverbindungen. Varianten: Stechbeitel, Stemmeisen, Hohlbeitel. Gehört zum klassischen Bundgeschirr.
Holzverbindung durch flächige Überlappung zweier Bauteile – meist mit Einschnitten (Blättern), die exakt ineinander passen. Regionale Synonyme: Überblattung, Blattstoß.
Konstruktive Eckverbindung, typisch für die Blockbauweise, bei der Holzbohlen oder -Balken durch präzise Ausklinkungen (z. B. Überkämmungen, Schwalbenschwänze) miteinander verbunden werden. Diese Verbindungen ermöglichen ein stabiles Ineinanderschieben und schaffen dichte und tragfähige Gebäudeecken.
Traggestell oder stützende Unterlage für Werkstücke während der Bearbeitung oder Montage. Zimmererböcke sind meist aus Holz, fest ausgeführt und ermöglichen ergonomisches Arbeiten an Konstruktionshölzer in der Zimmerei.
Bohlensparren
Sind gebogene Sparren, die aus Bohlen, Dielen oder Brettern von Bohlendächern bestehen.
Beil mit breiter Schneide zum Glätten und Behauen von Holzoberflächen. Es wird beidhändig geführt und ist ideal für das Zurichten von Sichtflächen bei Balken und Kanthölzer.
Ingenieurholzprodukt, das aus mindestens drei miteinander verleimten, getrockneten Brettern besteht. Es zeichnet sich durch hohe Festigkeit, Formstabilität und geringe Rissbildung aus und wird häufig für tragende Konstruktionen mit großen Spannweiten eingesetzt, wie z. B. Hallenbinder oder sichtbare Dachträger.
Spezielle Zimmereraxt mit leicht gebogener Schneide und langem Stiel. Dient dem Behauen und Zurichten von Holzverbindungen. Fester Bestandteil des traditionellen Bundgeschirrs.
Waagerechter Balken in der Dachkonstruktion, der gegenüberliegende Sparren miteinander verbindet. Er nimmt horizontale Zugkräfte auf und wird regional auch als Kehlbalken bezeichnet.
Waagerechter Balken innerhalb der Dachkonstruktion, oft synonym mit Bundbalken oder Kehlbalken. Er verbindet gegenüberliegende Sparren und übernimmt horizontale Zugkräfte.
Vorgefertigtes, tragendes Element einer Dachkonstruktion, das die Lasten aus dem Dach in die darunterliegenden Wände oder Stützen ableitet. Meist als Fachwerkbinder ausgeführt, z. B. bei Hallenkonstruktionen.
Außenliegende, schräg verlaufende Kante, an der zwei geneigte Dachflächen in spitzem Winkel zusammentreffen. Der Grat wird durch Gratsparren und passende Ziegel gebildet und muss gegen Wasser abgedichtet werden.
Gesamtheit aller tragenden Elemente eines Daches – z. B. Sparren, Pfetten, und Balken. Sie muss statischen, klimatischen und gestalterischen Anforderungen genügen.
Schmales Holzprofil, das auf der Konterlattung befestigt wird und die Eindeckung (z. B. Dachziegel oder Schindeln) trägt. Abstand und Stärke richten sich nach dem Deckmaterial.
Tragwerk oberhalb der Geschossdecke, das die Dachform und Statik bestimmt. Er trägt die Sparren und besteht aus Pfetten, Ständern, Streben und Verbindungselementen.
Waagerechter Balken innerhalb einer Holzbalkendecke, der Lasten aus Boden, Innenwänden oder Möblierung auf darunterliegende Bauteile überträgt. Sie sind oft sichtbar ausgebildet (Sichtbalkendecke).
Spezialbeil mit kurzer Schneide und abgewinkeltem Blatt zur Bearbeitung von Rundholz oder zum Behauen von schwer zugänglichen Stellen. Regional auch als Querbeil bekannt.
Stationäre Hobelmaschine zur präzisen spanenden Bearbeitung von Holz auf eine gleichmäßige Dicke. Sie ergänzt die Abrichthobelmaschine und wird oft nach dem Behauen oder Sägen eingesetzt.
Kurze, aufgemauerte Wand unterhalb der Dachschräge, oft zur Erhöhung der Traufhöhe und Nutzfläche. Drempel tragen Fußpfetten und verbessern die Raumnutzung im Dachgeschoss.
Ebene, geschlossene Fläche aus Brettern oder Platten auf den Sparren, die als Unterlage für Dämmung, Unterspannbahn oder Dachdeckung dient. Sie kann sichtbar oder verdeckt ausgeführt sein.
Zylindrisches Verbindungselement aus Kunststoff, Holz oder Metall verbindet zwei Materialien formschlüssig.
Dübeleinpressgerät
Maschinelles oder handgeführtes Werkzeug zur präzisen Einbringung von Dübeln besonderer Bauart in vorbereitete Bohrungen. Es erleichtert das Setzen von Holz- oder Metalldübeln und erhöht die Verbindungsqualität.
Allgemeiner Begriff für die Verbindung zweier Holzbauteile in einem Winkel, z. B. mittels Verzapfung, Versatz oder Blattverbindung. Sie ist entscheidend für die Stabilität von Fachwerken, Rähmen oder Blockverbindungen.
Flächige Holzverbindung, bei der ein Bauteil einseitig in ein anderes eingearbeitet wird – etwa als einfacher Versatz bei Rähm oder Pfostenanschluss. Sie gehört zu den traditionellen Blattverbindungen.
Bauweise mit tragendem Holzskelett, bei dem die Zwischenräume mit ausfachenden Wandelementen wie Lehm, Ziegel oder Fachplatten gefüllt sind. Die Konstruktion besteht typischerweise aus Schwelle, Ständer, Riegel, Strebe und Rähm – häufig sichtbar an Fassaden.
Obere waagerechte Holzauflage im Dachstuhl, die an der höchsten Stelle liegt und die Sparrenköpfe aufnimmt. Sie leitet die Dachlast nach unten weiter und bildet den Anschluss an den Firstbereich.
Stationäre Holzbearbeitungsmaschine mit großem Kreissägeblatt, bei der das Werkstück über einen beweglichen Schiebetisch sicher und präzise geführt wird. Besonders geeignet für rechtwinklige Schnitte bei Plattenmaterialien und großformatigem Holz.
Maschine zur spanenden Bearbeitung von Holz mittels rotierender Schneidwerkzeuge. Sie erzeugt Nuten, Falze, Profile und Verbindungen (z. B. Zapfenlöcher, Gratleisten).
Schräg verlaufendes Holzbauteil zur Aussteifung zwischen Schwelle und Ständer in Fachwerkkonstruktionen und an Arbeitsböcken. Es verhindert das Ausknicken der Ständer und verbessert die Lastverteilung. Vergleichbar mit der Strebe, aber in der unteren Wandzone.
Untere waagerechte Holzauflage im Dachstuhl, auf der die Sparrenfüße aufliegen. Sie trägt die vertikale Last aus den Sparren und leitet sie z. B. in Mauerwerk oder Ständer ab.
Zwei gegenüberliegende Sparren, die im First miteinander verbunden sind und zusammen ein Tragwerkselement bilden. Das Gebinde ist die Grundeinheit eines traditionellen Dachstuhls und wird durch Bund-, Rähm- oder Kehlbalken ergänzt.
Handbetriebene Säge mit rechteckigem Holzrahmen (Gestell), in dem ein schmales Sägeblatt eingespannt ist. Sie wird für feine, kontrollierte Schnitte verwendet – etwa beim Einpassen von Verbindungen oder beim Sägen von kleineren Werkstücken.
Obere Abschlusswand eines Gebäudes zwischen den geneigten Dachflächen. Der Giebel kann als Stirnseite mit sichtbarem Fachwerk oder Mauerwerk ausgeführt sein und trägt häufig Teile des Dachstuhls.
Metallverbindungselement zur Verbindung des Dachstuhls mit dem Giebelmauerwerk. Er dient der Verhinderung von Kippbewegungen oder Ausbeulen unter Wind- oder Schublast und erhöht die Gesamtstabilität der Konstruktion.
Schräg verlaufender Sparren entlang der Schnittlinie zweier geneigter Dachflächen, der den Grat bildet. An ihm stoßen nebeneinanderliegende Schifter an, häufig bei Walmdächern oder versetzten Dächern.
Handgeführte Maschine mit umlaufendem Bandsägeblatt, geeignet für präzise Schnitte in Holz. Sie kombiniert die Flexibilität einer Bandsäge mit mobiler Handhabung und wird oft beim Ablängen oder Kurvenschnitt eingesetzt.
Tragbare Elektrosäge mit rotierendem Sägeblatt, geeignet für gerade Schnitte entlang von Führungen. Sie wird beim Abbund oder Ausbau verwendet und kann mit Parallelanschlag oder Führungsschiene kombiniert werden.
Ein senkrecht angeordneter Stab innerhalb der Dachkonstruktion, der die Deckenlasten nach oben in die Streben überträgt. Er wird häufig in Hängesprengwerken verwendet und ist bei großen Spannweiten von wesentlicher Bedeutung.
Konstruktion zur Überbrückung großer Spannweiten, bei der tragende Elemente wie Pfetten oder Binder durch Hängepfosten oder Zugbänder abgehängt werden. Es erhöht die Stützweite und ermöglicht offene Grundrisse ohne Unterzüge.
Geometrisch komplexe Zuschnittlinie am Traufpunkt von Grat-, Kehlsparren oder schrägen Schiftern, die bei unterschiedlichen Dachneigungen erforderlich wird. Er dient der passgenauen Anpassung an die Traufabschnitte und erzeugt eine schräg verlaufende Schnittkante, die konstruktiv und optisch anspruchsvoll ist.
Massive Werkbank mit Spannvorrichtungen wie Vorderzange und Hinterzange, auf der Holzstücke sicher fixiert und mit Handwerkzeugen bearbeitet werden können.
Einseitig geschliffenes Handwerkzeug mit halbkreisförmiger Schneide zum Ausarbeiten von runden Aussparungen, z. B. für Auskehlungen an Holztreppen oder Holzfensterbänken.
Ein Wohnhaus-Holzbau, der aus einer tragenden Holzkonstruktion mit Ausfachungen besteht.
Holzfeuchtemessgerät<ref>baumigo.de: Holzfeuchte messen. Abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>
Messinstrument zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehalts von Holzbauteilen. Wichtig für die Verarbeitung, Lagerung und dauerhafte Haltbarkeit von Hölzern.
Maßnahmen zum Schutz von Holz vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Schädlingsbefall oder Pilzen. Er umfasst konstruktiven Schutz (z. B. Dachüberstand), chemische Behandlung (Lasuren, Öle) und regelmäßige Pflege. Ziel ist die langfristige Gebrauchstauglichkeit des Bauholzes.
Senkrechte Holzsäule im Zentrum eines Turm- oder Zeltdachs, in die die Gratsparren eingezapft werden. Er wird oft auch als „Helmstange“ bezeichnet und ist besonders bei Kirchtürmen zu finden.
Verbindet zwei Hölzer quer zueinander, meist in einem rechten Winkel, durch ineinandergreifende Kämme. Sie wird oft verwendet, um beispielsweise einen Deckenbalken mit einem Rähm zu verbinden. Diese Verbindung bietet eine hohe Stabilität durch große Kontaktflächen.
Waagerechter Balken im Dachraum, der zwei gegenüberliegende Sparren miteinander verbindet. Er verhindert deren Auseinanderdriften und nimmt horizontale Zugkräfte auf. Teil des Gebindes in traditionellen Dachformen.
Ist ein Brett oder eine Bohle, die auf den Hauptdachsparren befestigt wird und die Querdachschifter trägt. Sie liegt mit ihrer höchsten Kante an der Kehllinie und ersetzt den Gratsparren.
Gesamtkonstrukt besteht aus einer geschwungenen Kehlbohle und geschwungenen Schifterbögen innerhalb einer Gaube. Sie überträgt Lasten vom Gaubenbereich in die Hauptdachkonstruktion weiter und muss geometrisch genau ausgelegt sein.
Innere Schnittlinie, an der zwei geneigte Dachflächen zusammenlaufen – z. B. am Anschluss einer Dachgaube oder bei versetzten Dachformen. Kehlen erfordern spezielle Zuschnitte und sorgfältige Abdichtungen mit Blecheinlagen.
Besonderer Sparren entlang der Kehllinie, der angrenzende Kehlschifter stütz und mit besonderen Schnitten wie dem Hexenschnitt versehen werden. Er trägt die Lasten der anschließenden Dachflächen und muß besonders passgenau abgebunden werden.
Aussparung oder Einschnitt in einem Holzbauteil, meist zur Anlage eines Pfetten- oder Sparrenanschlusses. Sie ermöglicht kraftschlüssige Holzverbindungen und wird mit Beil und Stemmeisen (traditionell) oder Fräse hergestellt.
Kervenfräse
Maschine mit speziellem Fräskopf zum präzisen ausfräsen von Kerven in Holzbauteilen. Sie kann manuell oder computergestützt betrieben werden und dient dem rationellen Abbund in Werkhallen oder auf Baustellen.
Handgeführte Maschine mit einer endlos Ketteneinheit zum schnellen Ausfräsen von Zapfenlöchern oder Aussparungen in Holz. Die „Kette“ fräst rechteckige Öffnungen ähnlich einer Motorsäge, aber mit Führungseinrichtung.
Ein V-förmiger Ausschnitt befindet sich an den Enden von Sparren, Gratklauenschiftern und Kehlklauenschiftern. Die Klaue verbindet die Sparrenfüße kraftschlüssig mit den Fußpfetten oder Schifterköpfen an den angrenzenden Flächen von Grat- und Kehlsparren und wird bei komplexen Dachgeometrien verwendet.
Kurzes Schlagholz zum präzisen beschlagen von Stechbeiteln, Stemmeisen oder anderen Werkzeugen, ohne deren Heft zu beschädigen. Es besteht meist aus Hartholz und dient dem kontrollierten Arbeiten bei Verbindungen oder Zierarbeiten.
Kurzes, meist schräg gesetztes Holzstück zur Unterstützung von Balken, Pfetten oder Sparren. Sie dient als versteifendes Element zur Lastabtragung und wird häufig in traditionellen Sichtfachwerken eingesetzt.
Senkrecht zur Dachlattung angeordnete Holzleisten, die eine Hinterlüftungsebene schaffen und die darüberliegende Lattung fixieren. Sie verhindert Feuchtstau und verbessert die Belüftung unter der Dacheindeckung.
Schräg verlaufendes Holzbauteil zur Aussteifung von Holzkonstruktionen im oberen Wandbereich oder unter Firstpfetten. Es verbindet Rähm und Ständer oder Pfette und Pfosten diagonal und erhöht die Steifigkeit gegen Seitenkräfte. Teil der traditionellen Fachwerkstruktur.
Hammerähnliches Schlagwerkzeug aus Hartholz, meist rund oder rechteckig ausgeformt. Dient dem schonenden beschlagen von Beiteln, Stemmeisen oder Reißwerkzeugen, ohne diese zu beschädigen. Bestandteil des Bundgeschirrs.
Stationäre Schleifmaschine mit langem, umlaufendem Schleifband zur präzisen Bearbeitung großer Holzflächen. Sie eignet sich besonders für Türblätter, Möbelteile oder Sichtschalungen im Werkstattbereich.
Einheitliche Einteilung der Dachsparrenlage in gleich große Felder entlang der Traufrichtung. Sie bestimmt die Position der Sparren, Schifter, Wechsel und Dachöffnungselemente.
Reihe aus Holzlatten, meist quer zu den Sparren verlaufend, die als Unterkonstruktion für Dacheindeckungen wie Ziegel oder Schindeln dienen. In Verbindung mit Konterlattung entsteht eine belüftete Ebene zur Feuchtigkeitsregulierung.
Mehrschichtig verleimter Holzträger (z. B. Brettschichtholz) mit hoher Tragfähigkeit und Formstabilität. Verwendet bei großen Spannweiten und moderner Holzbauweise – bietet statische Vorteile gegenüber Vollholz.
LeistDatei:AufschieblingeDach.JPGBlick unter die Traufe eines Sparrendaches: Leisten sitzen mit der Kerve auf den Dachbalken auf und sind mit langer Schmiege auf die Sparren aufgeschoben
Kurzer Sparren zur Verlängerung der Dachfläche im Traufbereich, oft als schräg angesetzter Sparren oder Aufschiebling ausgeführt. Er ermöglicht die Ausbildung von Traufüberständen und den Anschluss der Dachrinne.
Begriff für die Senkrechte in Bezug zur Erdoberfläche. Auch Bezeichnung für das Lotwerkzeug, meist ein Pendelgewicht an einer Schnur, das zur senkrechten Ausrichtung bei Montage- und Abbundarbeiten dient.
Bezeichnet den Abstand zwischen zwei Hölzern, gemessen jeweils auf derselben Kante – also über das Holz hinweg. Es ist eine praxisnahe Messmethode, die vor allem beim Abbund von Dachstühlen und Fachwerkkonstruktionen verwendet wird.
Waagerechtes Holzprofil, das auf der tragenden Mauerkrone befestigt wird und als Auflager für Sparren oder Deckenbalken dient. Sie verteilt die Lasten in die Wandkonstruktion und stellt die Verbindung zwischen Mauerwerk und Holztragwerk her.
Pfette im mittleren Bereich des Dachstuhls, auf der die Sparren aufliegen und ihre Lasten in die darunterliegenden Bauteile (z. B. Stützen oder Wände) ableiten. Sie gehört zusammen mit der First- und der Fußpfette zur klassischen Pfettendachkonstruktion.
Handwerkzeug mit gebogener Spitze oder Gabel zum Herausziehen von Nägeln aus Holz oder anderen Materialien. Häufig als Teil eines Zimmermannshammers ausgeführt, alternativ als separate Klaue oder Hebelwerkzeug. Wichtig für Demontage und Nacharbeit im Holzbau.
Metallisches Verbindungselement mit ausgestanzten Nägeln oder Zinken, das zur Herstellung von Holzverbindungen verwendet wird – insbesondere bei Dachbindern, Fachwerkbindern oder Brettschichtholzkonstruktionen. Sie wird unter hydraulischem Druck in die Holzoberfläche eingepresst und sorgt für eine großflächige, stabile Verbindung.
Mechanische Verbindung zweier Holzbauteile durch Nägel. Sie bietet schnelle Montage und hohe Zugfestigkeit, wird aber meist durch zusätzliche Aussteifung oder Klebung ergänzt. Anwendung z. B. bei Schalungen, Latten oder temporären Bauteilen.
Obere Hälfte einer traditionellen Blattverbindung, bei der ein Holzstück flächig überlappt oder in ein anderes eingreift. Es liegt über dem Unterblatt und nimmt die Last durch kraftschlüssige Verbindung auf.
Teil eines Dachsparrens, der nach dem Ausklinken der Kerve stehen bleibt und für die statische Verbindung zur Pfette entscheidend ist. Je nach Messart unterscheidet man waagrechtes, senkrechtes und rechtwinkliges Obholz, wobei letzteres am gebräuchlichsten ist. Das waagerechte Obholz am Hauptdachsparren ist immer kleiner als das waagerechte Obholz am Grat- oder Kehlsparren.
Ortgang
Seitlicher Abschluss einer geneigten Dachfläche, der zwischen Traufe und First verläuft. Er begrenzt die Dacheindeckung an den Giebelseiten und wird oft mit speziellen Ortgangziegeln, Brettern oder Schalen gegen Wind und Wasser geschützt.<ref>Franz Krämer: Grundwissen des Zimmerers. 2. Auflage. Bruderverlag, Karlsruhe 1988, ISBN 3-87104-052-5, S.180.</ref><ref>Fachwissen Bau Zimmerer. Handwerk und Technik, Hamburg 1995, ISBN 3-582-03506-9, S.186.</ref>
Oberer Teil eines Fachwerkträgers oder Binders. Trägt oft große Druckkräfte und bildet gemeinsam mit dem Untergurt und den Diagonalen das tragende Fachwerk – typisch für Brücken, Hallenkonstruktionen und Dachtragwerke.
Bearbeitung oder Versiegelung der Holzoberfläche zur optischen Veredelung oder Schutz vor äußeren Einflüssen. Dazu zählen Bürsten, Schleifen, Lasieren, Ölen, Lackieren oder Flammenbehandlung je nach Einsatzzweck und Sichtqualität.
Waagerechter Träger in der Dachkonstruktion, auf dem die Sparren aufliegen und ihre Lasten abtragen. Sie liegt meist parallel zur Traufe und wird je nach Lage in der Dachkonstruktion als Fuß-, Mittel- oder Firstpfette bezeichnet. Teil der klassischen Pfettendachkonstruktion.
Dachkonstruktion, bei der die Sparren auf waagerechten Trägern, den Pfetten, aufliegen. Die Pfetten leiten die Dachlasten über Zwischenstützen (Pfosten) oder Wände auf die darunterliegende Decke ab. Das Pfettendach ermöglicht große Dachüberstände am Gibel.
Senkrecht stehendes, tragendes Bauteil in Dachkonstruktionen, Rahmen- und Fachwerkkonstruktionen. Pfosten tragen horizontale Pfetten, Rähme, Balken und definieren die Wandgliederung in der Vertikalen. Regional auch als Ständer oder Pfeiler bezeichnet.
Holzverbindung mit exakt ineinandergreifenden Flächen oder Ausschnitten – z. B. Schlitz-Zapfen, Blatt-, Versatz-, oder Kammverbindung. Sie ermöglicht form- und kraftschlüssige Montage und erfordert eine hohe Maßgenauigkeit.
Pfeilerholz<ref>Herder-1854/A/Pfeiler: Pfeiler. Abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref>
Senkrechtes Unterstützungselement in Dach-, Fachwerkkonstruktionen oder Blockbauten, das hohe Druckkräfte aufnehmen kann. Pfeilerholz tritt als Teil tragender Wandstrukturen auf und kann auch zur Aussteifung verwendet werden. Pfeilerholz unterscheidet sich von einer Säule dadurch, dass es über die ganze Länge denselben Querschnitt hat, der entweder quadratisch, rechteckig oder rund sein kann.
Anordnung von Bauteilen quer zur Haupttragachse oder Spannrichtung einer Konstruktion. Er dient der seitlichen Aussteifung, Lastverteilung und Stabilität – häufig als Streben, Windverbände oder versetzte Riegel ausgeführt.
Waagerechter Holzträger, der im rechten Winkel zur Haupttragrichtung verläuft. Er verbindet Pfosten oder Stützen und übernimmt Querkräfte innerhalb von Wand- oder Deckenkonstruktionen.
Horizontales Verbindungselement zwischen senkrechten Bauteilen wie Pfosten oder Ständern in einer Wandkonstruktion. Er strukturiert die Fläche, steift sie aus und trägt zur Lastverteilung bei.
Waagerechter Balken im oberen Abschluss einer Fachwerkwand, der die Enden der senkrechten Ständer verbindet. Er trägt Lasten aus dem Decken-, Wand- und Dachbereich und leitet sie in die Wandkonstruktion weiter. Oft sichtbar in traditionellen Fachwerkfassaden.
Großer Handhobel zum Bearbeiten sägerauer Holzoberflächen. Mit langer Hobelsohle eignet er sich besonders gut, um lange Bretter, Kanthölzer oder Balken zu begradigen, insbesondere vor dem Abbund.
Ebene Arbeitsfläche zum Auslegen und Anzeichnen der Holzteile beim Abbund. Meist in der Abbundhalle ausgeführt und mit Maßlinien, Winkel und Referenzpunkten versehen. Grundlage für maßgenaues Arbeiten am Bauteil.
Glatt bearbeitete Holzplatte, die als transportable Anzeichnungsfläche dient. Besonders bei kleineren Bauteilen oder Detailverbindungen verwendet. Teil des traditionellen Reißzeugs des Zimmerers.
Kombination aus Anzeichnungswerkzeugen wie Zimmermannsbleistift, Reißbrett, Reißhaken, Schmiege und Winkel. Es dient der Maßübertragung, Winkelanzeichnung und dem exakten Aufreißen der Bauteile vor dem Zuschnitt.
Ausrichten und Verbinden der vorgefertigten Dachstuhl- und Wandbauteile auf der Baustelle. Dazu zählen das Ausloten, Auswinkeln, Verbinden und provisorische Abstützen bis zur endgültigen Montage.
Traditionelle Feier nach dem erfolgreichen Aufrichten des Dachstuhls oder Holztragwerks. Sie würdigt die Handwerkskunst, bedankt sich bei Bauherrschaft und Zimmerleuten und endet meist mit dem Richtspruch und einem Umtrunk.
Zierkrone oder geschmücktes Gebinde, das beim Richtfest am höchsten Punkt des Dachstuhls befestigt wird. Sie symbolisiert den Bauabschluss des Rohbaus und ehrt die am Bau Beteiligten.
Zeremonieller Spruch des Zimmermeisters oder Wandergesellen beim Richtfest. Er wird vom First oder Gerüst gesprochen, enthält Segenswünsche für das Haus und die Bauleute und wird oft mit dem Zerbrechen eines Glases beendet.
Waagerechtes Holzbauteil in einer Fachwerkwand, meist zwischen den senkrechten Pfosten eingebaut. Er untergliedert die Wandfläche, dient der Aussteifung und kann als Gurt, Brustriegel oder Querriegel ausgeführt sein.
Geschlossener, horizontal verlaufender Balken oder Bewehrungskörper zur Verteilung von Lasten und zum Ausgleich von Zug- und Druckkräften. In Holzbauweise meist als Rähm oder tragender Rahmenring, im Mauerwerk als Betonringanker mit Stahlbewehrung ausgeführt.
Metallisches Band zur diagonalen Aussteifung von Dach- und Wandkonstruktionen. Es wird schräg eingebaut, spannt sich über Felder oder Achsen und verhindert einseitige Verformung durch Wind- oder Lastkräfte. Oft mit Spannvorrichtung montiert.
Stationäre Bohrmaschine mit senkrechtem Maschinenständer („Säule“) und höhenverstellbarem Bohrtisch. Sie erlaubt präzises Bohren in Holz, Metall oder Kunststoff durch stabile Führung und variierbare Drehzahlen – meist eingesetzt in Werkstätten oder Abbundhallen.
Werkzeug zum schnellen Markieren gerader Linien über größere Distanzen auf Holz, z. B. bei Aufrissen oder Latten. Besteht aus einer gespannten Schnur mit Farbpulver, die durch Schlag auf das Werkstück eine Linie erzeugt.
Verstellbares Winkelmaß zum Übertragen oder Anreißen von Winkeln. Besteht meist aus zwei schwenkbaren Armen mit Feststellschraube und dient dem Aufreißen individueller Geometrien – beispielsweise Schifterwinkel.
Keilförmige Holzverbindung mit sich verjüngendem Zapfenprofil, das formschlüssig in ein passendes Gegenstück greift. Typisch für Zinkenverbindungen bei Eckverbindungen, Schubladen oder konstruktiven Eckstößen – extrem belastbar und traditionsreich.
Unterster, waagerechter Balken einer Fachwerkwand, der die vertikalen Kräfte aus der Wandkonstruktion ins Fundament leitet. Dient als Auflager für Ständer und Riegel – häufig aus besonders widerstandsfähigem Holz gefertigt.
Waagerechter Riegel, der horizontale Zugkräfte zwischen Stützen oder Sparren aufnimmt. Er wird gezapft, verkeilt oder mit Metallverbindern gesichert und dient der statischen Aussteifung des Tragwerks.
Traditionelle Handsäge mit rechteckigem Holzrahmen („Gestell“) und einem gespannten, austauschbaren Sägeblatt. Geeignet für feine Schnitte, beispielsweise bei Zinkungen. Auch als Gestellsäge bekannt.
Schräg verlaufender Balken in einer Dachkonstruktion, der Lasten aus der Dacheindeckung auf Pfetten, Schwellen oder Stützen überträgt. Sparren treten paarweise in Gebinden auf, werden maßgenau angerissen und abgebunden.
Dachkonstruktion mit paarweise gegeneinander stehenden Sparren, die sich am Dachfirst kraftschlüssig abstützen. Die Kräfte werden ohne Zwischenpfetten direkt in Deckenbalken oder Schwellen geleitet – ideal für einfache Dachformen.
Holzkonstruktion zur Unterstützung von Dachbindern oder zur Überbrückung großer Spannweiten. Besteht aus Zug- und Druckgliedern wie Streben, Spannriegeln und Hängepfosten – oft sichtbar bei Hallenkonstruktionen oder Scheunen.
Senkrechte, tragende Holzbauteile in Fachwerkkonstruktionen, die zwischen Schwelle und Rähm verlaufen. Sie nehmen vertikale Lasten auf, gliedern die Wandfläche und tragen Riegel und Streben. Auch „Pfosten“ genannt.
Spezielle Axt mit kurzer Schneide und geradem Schneidenverlauf, ideal zum stoßweisen Bearbeiten von Holzverbindungen. Sie dient dem Zurichten von Kerven, Zapfen oder anderen Passflächen – traditionelles Werkzeug im Bundgeschirr.
Sparren für komplexe Dachgeometrien wie Kuppeln, Türme oder polygonale Dachformen. Sie verlaufen strahlenförmig von einem Mittelpunkt aus und benötigen präzise Berechnung und Anriss.
Schräg verlaufendes Holzbauteil zur Aussteifung zwischen horizontalen Elementen – z. B. zwischen Schwelle und Rähm. Streben verbessern die Standfestigkeit und gehören zum Grundaufbau jedes Fachwerks.
Stationäre Holzbearbeitungsmaschine mit rotierendem Fräswerkzeug, das aus einem Frästisch herausragt. Sie dient dem Herstellen von Falzen, Nuten, Profilen oder Passverbindungen – typisches Werkstattgerät im handwerklichen Holzbau.
Handgeführte Abbundmaschine mit Sägekette (wie Kettensäge) zur Bearbeitung großer Holzquerschnitte. Sie ermöglicht das schnelle und präzise Ausarbeiten von Sparren- und Balkenköpfe oder Aussparungen – häufig eingesetzt im im traditionellen Holzbau.
Bohle an der Traufkante eines Daches. Sie wird auf den Sparren oder Aufschieblingen befestigt und bildet den Sichtabschluss am Übergang zur Außenwand. Oft trapezförmig ausgeführt, um die Höhe der Dachziegel auszugleichen – dient auch als Auflager für Rinnenhaken und Traufblech.
Unterste Abschlusskante eines geneigten Daches, an der das Regenwasser abläuft. Die Traufe verbindet die Dachfläche mit der Fassadenwand und beinhaltet Bauteile wie Traufbohle und Dachrinne.
Große Handsäge mit langem, feststehendem Blatt und grober Zahnung. Sie wird von zwei Personen geführt und findet Anwendung beim traditionellen Abbund und bei Waldarbeiten, insbesondere bei großen Querschnitten oder unhandlichem Material.
Untere Hälfte einer Blattverbindung. Wird mit dem Oberblatt verbunden, um eine flächige, bündige Verbindung zu schaffen – häufig im traditionellen Holzbau verwendet.
Unterer horizontaler Teil eines Fachwerkträgers oder Binders. Trägt oft große Zugkräfte und bildet gemeinsam mit dem Obergurt und den Diagonalen das tragende Fachwerk – typisch für Brücken, Hallenkonstruktionen und Dachtragwerke.
Gratlinie zwischen unterschiedlich hohen Dachflächen, die vom höheren zum tiefer gelegenen First „verfällt“. Typisch bei Walmdächern, Gauben oder komplexen Dachformen – stellt eine besondere Herausforderung für die Dachdeckung dar.
Kraftschlüssige Holzverbindung, bei der ein Bauteil in ein anderes eingreift. Typische Versatzarten sind Stirnversatz, Fersenversatz und Brustversatz – sie dienen der sicheren Kraftübertragung und sind oft in Sparrenanschlüssen zu finden.
Außen- oder Innenbekleidung von Wand- oder Dachflächen mit Brettern oder Platten. Dient auch als Untergrund für weitere Dachschichten oder Wandbekleidungen.
Klassische Holzverbindungstechnik, bei der ein Zapfen in ein passendes Zapfenloch eingesetzt wird. Sehr traditionsreich, oft in sichtbaren Fachwerkkonstruktionen eingesetzt.
Dachform mit geneigten Seiten und ohne senkrechte Giebel. Windresistenter und ästhetisch ausgewogen – besonders bei freistehenden Gebäuden beliebt. Die geneigten Dachflächen treffen sich am First und verlaufen auf allen Seiten bis zur Traufkante und bilden an den Stirnseiten sogenannte Walmflächen. Varianten sind das Krüppelwalmdach und Mansardwalmdach.
Traditionelle Wanderjahre von Handwerksgesellen. Dient der Erweiterung von Fachkenntnissen und dem kulturellen Austausch. Sie dauert traditionell drei Jahre und einen Tag. Gesellen müssen frei von finanziellen Verpflichtungen, unverheiratet und unter 30 sein. Seit 2014 gilt die Walz als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.
Querliegender Balken in einer Balkenlage für Öffnungen. Ermöglicht das Ausschneiden von Decken oder Böden für Treppen, Schächte oder Installationen. Wechselbalken nehmen die Lasten der unterbrochenen Balken auf und leiten sie seitlich weiter. Sie sind oft stärker dimensioniert.
Schräg verlaufendes Holz- oder Metallbauteil zur Aussteifung von Dachkonstruktionen oder Wandrahmen gegen Windkräfte. Erhöht die statische Sicherheit – insbesondere bei Dächern und leichten Wandkonstruktionen. Moderne Windrispen bestehen meist aus verzinktem Stahlband und werden diagonal über die Dachfläche gespannt – oft in Kreuzform zur Längsaussteifung.
Paarweise angeordnete, waagerechte Hölzer, die Ständer oder Sparren zusammenhalten. Oft als Verbindungselement in Dach- oder Fachwerkkonstruktionen zur Stabilisierung.
Traditioneller Klatschtanz der Zimmerleute, bei dem zwei Gesellen sich gegenüberstehen oder sitzen und in rhythmischen Takten auf eigene Körperteile und die Hände des Gegenübers klatschen. Wird bei festlichen Anlässen wie Lossprechungen am Ende der Ausbildungszeit oder bei Zunfttreffen aufgeführt.
Spezieller Bleistift für Anreißarbeiten. Durch die besondere Formgebung rollt er auch auf geneigten Flächen nicht weg. Die Mine ist rechteckig und eignet sich für raue Oberflächen wie Holz, Beton oder Mauerwerk.
Spezialhammer mit Klaue und Spitze. Die Spitze kann ins Holz eingeschlagen werden, um Bauteile zu bewegen, wobei der Hammer als Griff dient. Die Klaue wird zum Herausziehen von Nägeln verwendet. Der Zimmermannshammer ist das Multifunktionswerkzeug für Zimmerer.
Spezieller Knoten zum Befestigen eines Seils an langen Holzbauteilen wie Kanthölzern, Rundhölzern oder Brettern, der sich unter Zugbelastung selbst sichert und durch Reibung am Holz zuverlässig hält.
Winkelmaß zum Übertragen von rechten Winkeln. Unerlässlich für präzise Holzverbindungen und Zuschnitte. Sonderformen wie der Alphawinkel erlauben das Anreißen von Dachneigungen.
Quergelagertes Aufbaudach auf einem geneigten Hauptdach, das die Traufe durchbricht und typischerweise mit einem eigenen Giebel versehen ist. Es dient in erster Linie der Belichtung, Belüftung und Vergrößerung des Dachraums.
Franz Krämer: Grundwissen des Zimmerers: Fachstoff für Zimmerleute. 9. Auflage. Bruderverlag, Karlsruhe 2006, ISBN 978-3-87104-155-6.
Balder Batran, u. a.: Zimmerer – Lehrbuch. 11. Auflage. Verlag Handwerk und Technik, Hamburg 2023, ISBN 978-3-582-13616-9.
Falk Ballay, u. a.: Bautechnik nach Lernfeldern Zimmerer. 5. Auflage. Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten 2019, ISBN 978-3-8085-4395-5.
Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau. 5. Auflage. RM Rudolf Müller, Köln 2022, ISBN 978-3-87104-282-9.