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Liste von Fachbegriffen des Zimmererhandwerks

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Liste von Fachbegriffen des Zimmererhandwerks enthält ausgewählte Begriffe, die innerhalb des Zimmererhandwerks verwendet werden. Im Verlauf der Jahrhunderte hat sich in diesem traditionsreichen Gewerk eine charakteristische Fachsprache herausgebildet, deren Ausdrücke für Außenstehende oft schwer verständlich sind. Ziel dieser Liste ist es, zentrale Begriffe zu erläutern und einen Einblick in die Sprache der Zimmerleute zu geben.

Allgemeine oder triviale Begriffe des Bauwesens werden hier nicht berücksichtigt. Die Liste ist zudem nicht abschließend und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

A

Abbinden
Bearbeitung der zuvor angerissenen Hölzer mittels Sägen, Stemmen, Fräsen, Bohren und Hobeln.
Abbund
Ermittlung aller notwendigen Längen- und Winkelmaße mittels anlege-, zeichnerischer oder rechnerischer Methoden beziehungsweise durch den Einsatz eines Abbundprogramms sowie das Anreißen, Bezeichnen und Abbinden sämtlicher Hölzer der Konstruktion.
Abbundhalle
Überdachter Arbeitsbereich zur Durchführung des Abbunds. Dient dem geschützten Vorbereiten, Anreißen und Bearbeiten von Hölzern für Konstruktionen außerhalb der Baustelle.
Abbundmaschine
Maschine zur automatisierten Bearbeitung von Hölzern für den Abbundprozess. Sie übernimmt Arbeitsvorgänge wie Sägen, Fräsen, Bohren und Markieren – oft gesteuert per CAD/CAM-System.
Abbundplan
Technische Zeichnung oder Planunterlage zur Vorbereitung des Abbunds. Er enthält Maßangaben, Bauteilpositionen, Winkel, Verbindungstypen und ggf. Stücklisten. Der Abbundplan dient als zentrale Informationsquelle für die handwerkliche oder maschinelle Umsetzung der Konstruktion.
Abbundzeichen
Markierungen wie Buchstaben, Nummern oder Symbole an Holzteilen, die deren Zuordnung beim Zusammenbau bestimmen. Sie werden beim Anreißen und Abbinden angebracht.
Abgratung,
Datei:Walmecke mit Klauenschiftung; Ansicht von oben.png
Abgratung am Gratsparren
Entfernen überstehender Holzabschnitte an Grat- oder Gratkehlsparren zur präzisen Anpassung an angrenzende Dachflächen. Die Abgratung erfolgt meist im Zusammenhang mit komplexen Dachgeometrien.
Abrichten
Das Erstellen einer ebenen, geraden Fläche an einem Holzbauteil. Dies dient als Referenzfläche für weitere Bearbeitungen (z. B. Dickung) und erfolgt traditionell mit einer Raubank oder zeitgemäßer mit einer Abrichthobelmaschine.
Alphawinkel
Zimmererwinkel mit Winkelmesser zum Anreißen aller Winkel und Schmiegen der Konstruktionshölzer. Bestandteil des traditionellen Reißzeuges in der Zimmerei.
Anfallgebinde
Sparrenpaar am Anfallpunkt eines Walmdachs, an dem Fistlinie und Gratlinien oder Firstlinien und Kehllinie zusammentreffen. Das erste und das letzte Gebinde des Hauptdachs können zusätzlich verstärkt sein. Es wird auch als Anfallsgebinde bezeichnet.
Anlegen
Das Auflegen und Ausrichten von Hölzern auf dem Reißboden zur Vorbereitung des Abbunds. Dabei werden die Bauteile exakt platziert, um anschließend Maße und Winkel anzureißen.
Anreißen
Übertragen von Maß-, Winkel- oder Verbindungslinien auf das Werkstück – z. B. mit Reißhaken, Zimmermannsbleistift und Schmiege. Grundlage für präzise Schnittführung und maschinelle Bearbeitung beim Abbund.
Aufschiebling
Kurzer Sparren, der im Bereich der Traufe auf einen anderen Sparren aufgesetzt wird. Er verlängert die Dachfläche und bildet zusammen mit dem Traufbrett oder der Traufbohle den Traufüberstand (Dachüberstand).
Auflager
Bereich oder Fläche, auf der ein Balken, Sparren oder eine Pfette aufliegt und Kräfte in die darunterliegende Konstruktion ableitet.
Aufmaß
Exaktes Aufmessen vorhandener Bauteile oder eines Gebäudes zur Planung, Kontrolle oder Dokumentation.
Aufschnüren
Profile einer Dachkonstruktion auf einem Reißboden (waagerechter Bretterboden) aufzeichnen.
Aufdachdämmung
Dämmmaterial, das direkt oberhalb der Sparren aufgebracht wird – zwischen Tragkonstruktion und Dacheindeckung. Vorteil: durchgehende Wärmedämmung ohne Unterbrechung durch Holzquerschnitte („wärmebrückenfreie Ebene“).
Auswechselung
Datei:Auswechselung.jpg
Kaminauswechselung: Balkenlage
Unterbrechung von Balken in einer Balken- oder Sparrenlage.

B

Balken
Tragendes, waagerechtes Bauteil in Holzkonstruktionen. Balken dienen der Aufnahme und Weiterleitung von Lasten und sind je nach Lage als Pfette, Deckenbalken, Bundbalken, Rähm oder Schwelle ausgeführt.
Bandsäge
Stationäre Holzbearbeitungsmaschine mit endlos umlaufendem Sägeband. Sie ermöglicht präzise Längs-, Quer- und Kurvenschnitte, vor allem bei großen Werkstücken und engen Radien.
Bandschleifer
Handgeführtes Elektrowerkzeug mit umlaufendem endlos Schleifband zum Schleifen ebener Holzflächen und Kanten.
Bauklammer
Metallisches Verbindungselement zur temporären Fixierung von Holzteilen während der Montage. Sie hält Bauteile in Position, bis diese dauerhaft verbunden (z. B. verschraubt oder verzapft) sind.
Behauen
Zurichten von Baumstämme zu Bauhölzern mit Schrotaxt (Bundaxt) und Breitbeil, um gerade und ebene Holzflächen zu erzeugen. Behauen erfolgt oft bei Hölzer für historische Konstruktionen, z. B. Fachwerk, und erzeugt typische Werkzeugspuren.
Beilen
Traditionelle Bearbeitung von Holz mit dem Breitbeil zur Grobformgebung, Glättung oder zum Vorarbeiten vor dem Hobeln. Der Begriff wird regional teils synonym mit „Behauen“ verwendet.
Beitel
Einseitig geschliffenes Stechwerkzeug, besteht aus Heft und Klinge, zur feinen Bearbeitung von Holz, z. B. für Kerven, Zapfenlöcher und Holzverbindungen. Varianten: Stechbeitel, Stemmeisen, Hohlbeitel. Gehört zum klassischen Bundgeschirr.
Blattverbindung
Holzverbindung durch flächige Überlappung zweier Bauteile – meist mit Einschnitten (Blättern), die exakt ineinander passen. Regionale Synonyme: Überblattung, Blattstoß.
Blockverbindung
Konstruktive Eckverbindung, typisch für die Blockbauweise, bei der Holzbohlen oder -Balken durch präzise Ausklinkungen (z. B. Überkämmungen, Schwalbenschwänze) miteinander verbunden werden. Diese Verbindungen ermöglichen ein stabiles Ineinanderschieben und schaffen dichte und tragfähige Gebäudeecken.
Bock
Datei:Fußbänder(Bild1).jpg
Zimmererbock
Traggestell oder stützende Unterlage für Werkstücke während der Bearbeitung oder Montage. Zimmererböcke sind meist aus Holz, fest ausgeführt und ermöglichen ergonomisches Arbeiten an Konstruktionshölzer in der Zimmerei.
Bohlensparren
Sind gebogene Sparren, die aus Bohlen, Dielen oder Brettern von Bohlendächern bestehen.
Breitbeil
Beil mit breiter Schneide zum Glätten und Behauen von Holzoberflächen. Es wird beidhändig geführt und ist ideal für das Zurichten von Sichtflächen bei Balken und Kanthölzer.
Brettschichtholz
Ingenieurholzprodukt, das aus mindestens drei miteinander verleimten, getrockneten Brettern besteht. Es zeichnet sich durch hohe Festigkeit, Formstabilität und geringe Rissbildung aus und wird häufig für tragende Konstruktionen mit großen Spannweiten eingesetzt, wie z. B. Hallenbinder oder sichtbare Dachträger.
Bundaxt
Spezielle Zimmereraxt mit leicht gebogener Schneide und langem Stiel. Dient dem Behauen und Zurichten von Holzverbindungen. Fester Bestandteil des traditionellen Bundgeschirrs.
Bundbalken
Waagerechter Balken in der Dachkonstruktion, der gegenüberliegende Sparren miteinander verbindet. Er nimmt horizontale Zugkräfte auf und wird regional auch als Kehlbalken bezeichnet.
Bundgeschirr
Gesamtheit der Zimmermanns-Werkzeuge. Dazu gehören z. B. Winkel, Bundaxt, Gestellsäge, Klüpfel, Zollstock, Beitel und Reißzeug.

D

Dachbalken
Waagerechter Balken innerhalb der Dachkonstruktion, oft synonym mit Bundbalken oder Kehlbalken. Er verbindet gegenüberliegende Sparren und übernimmt horizontale Zugkräfte.
Dachbinder
Vorgefertigtes, tragendes Element einer Dachkonstruktion, das die Lasten aus dem Dach in die darunterliegenden Wände oder Stützen ableitet. Meist als Fachwerkbinder ausgeführt, z. B. bei Hallenkonstruktionen.
Dachfirst
Oberste, waagerechte Kante eines geneigten Daches, an der zwei Dachflächen zusammentreffen.
Dachgaube
Aufbau im geneigten Dach zur Belichtung, Belüftung und Vergrößerung des Dachraums. Typische Formen sind Spitzgaube, Schleppgaube oder Fledermausgaube.
Dachgrat
Außenliegende, schräg verlaufende Kante, an der zwei geneigte Dachflächen in spitzem Winkel zusammentreffen. Der Grat wird durch Gratsparren und passende Ziegel gebildet und muss gegen Wasser abgedichtet werden.
Dachkonstruktion
Gesamtheit aller tragenden Elemente eines Daches – z. B. Sparren, Pfetten, und Balken. Sie muss statischen, klimatischen und gestalterischen Anforderungen genügen.
Dachlatte
Schmales Holzprofil, das auf der Konterlattung befestigt wird und die Eindeckung (z. B. Dachziegel oder Schindeln) trägt. Abstand und Stärke richten sich nach dem Deckmaterial.
Dachstuhl
Tragwerk oberhalb der Geschossdecke, das die Dachform und Statik bestimmt. Er trägt die Sparren und besteht aus Pfetten, Ständern, Streben und Verbindungselementen.
Dachtraufe
Unterste Kante einer geneigten Dachfläche, von der Regenwasser abläuft. Sie bildet den Übergang zur Fassade und schließt mit einer Regenrinne ab.
Deckenbalken
Waagerechter Balken innerhalb einer Holzbalkendecke, der Lasten aus Boden, Innenwänden oder Möblierung auf darunterliegende Bauteile überträgt. Sie sind oft sichtbar ausgebildet (Sichtbalkendecke).
Dechsel
Spezialbeil mit kurzer Schneide und abgewinkeltem Blatt zur Bearbeitung von Rundholz oder zum Behauen von schwer zugänglichen Stellen. Regional auch als Querbeil bekannt.
Dickenhobelmaschine
Stationäre Hobelmaschine zur präzisen spanenden Bearbeitung von Holz auf eine gleichmäßige Dicke. Sie ergänzt die Abrichthobelmaschine und wird oft nach dem Behauen oder Sägen eingesetzt.
Drempel
Kurze, aufgemauerte Wand unterhalb der Dachschräge, oft zur Erhöhung der Traufhöhe und Nutzfläche. Drempel tragen Fußpfetten und verbessern die Raumnutzung im Dachgeschoss.
Dachschalung
Ebene, geschlossene Fläche aus Brettern oder Platten auf den Sparren, die als Unterlage für Dämmung, Unterspannbahn oder Dachdeckung dient. Sie kann sichtbar oder verdeckt ausgeführt sein.
Dübel
Zylindrisches Verbindungselement aus Kunststoff, Holz oder Metall verbindet zwei Materialien formschlüssig.
Dübeleinpressgerät
Maschinelles oder handgeführtes Werkzeug zur präzisen Einbringung von Dübeln besonderer Bauart in vorbereitete Bohrungen. Es erleichtert das Setzen von Holz- oder Metalldübeln und erhöht die Verbindungsqualität.

E

Eckverbindung
Allgemeiner Begriff für die Verbindung zweier Holzbauteile in einem Winkel, z. B. mittels Verzapfung, Versatz oder Blattverbindung. Sie ist entscheidend für die Stabilität von Fachwerken, Rähmen oder Blockverbindungen.
Einblattung
Flächige Holzverbindung, bei der ein Bauteil einseitig in ein anderes eingearbeitet wird – etwa als einfacher Versatz bei Rähm oder Pfostenanschluss. Sie gehört zu den traditionellen Blattverbindungen.
Erker
Aus dem Baukörper vorspringender, meist überdachter Gebäudeteil mit eigenen Fenstern.

F

Fachwerk
Bauweise mit tragendem Holzskelett, bei dem die Zwischenräume mit ausfachenden Wandelementen wie Lehm, Ziegel oder Fachplatten gefüllt sind. Die Konstruktion besteht typischerweise aus Schwelle, Ständer, Riegel, Strebe und Rähm – häufig sichtbar an Fassaden.
Firstpfette
Obere waagerechte Holzauflage im Dachstuhl, die an der höchsten Stelle liegt und die Sparrenköpfe aufnimmt. Sie leitet die Dachlast nach unten weiter und bildet den Anschluss an den Firstbereich.
Fledermausgaube
Geschwungene Dachgaube, die sich weich in das Hauptdach einfügt. Sie dient der Belichtung und verleiht Dachflächen ein besonderes Aussehen.
Formatkreissäge
Stationäre Holzbearbeitungsmaschine mit großem Kreissägeblatt, bei der das Werkstück über einen beweglichen Schiebetisch sicher und präzise geführt wird. Besonders geeignet für rechtwinklige Schnitte bei Plattenmaterialien und großformatigem Holz.
Fräsmaschine
Maschine zur spanenden Bearbeitung von Holz mittels rotierender Schneidwerkzeuge. Sie erzeugt Nuten, Falze, Profile und Verbindungen (z. B. Zapfenlöcher, Gratleisten).
Fußband
Schräg verlaufendes Holzbauteil zur Aussteifung zwischen Schwelle und Ständer in Fachwerkkonstruktionen und an Arbeitsböcken. Es verhindert das Ausknicken der Ständer und verbessert die Lastverteilung. Vergleichbar mit der Strebe, aber in der unteren Wandzone.
Fußpfette
Untere waagerechte Holzauflage im Dachstuhl, auf der die Sparrenfüße aufliegen. Sie trägt die vertikale Last aus den Sparren und leitet sie z. B. in Mauerwerk oder Ständer ab.

G

Gebinde
Zwei gegenüberliegende Sparren, die im First miteinander verbunden sind und zusammen ein Tragwerkselement bilden. Das Gebinde ist die Grundeinheit eines traditionellen Dachstuhls und wird durch Bund-, Rähm- oder Kehlbalken ergänzt.
Gestellsäge
Handbetriebene Säge mit rechteckigem Holzrahmen (Gestell), in dem ein schmales Sägeblatt eingespannt ist. Sie wird für feine, kontrollierte Schnitte verwendet – etwa beim Einpassen von Verbindungen oder beim Sägen von kleineren Werkstücken.
Giebel
Obere Abschlusswand eines Gebäudes zwischen den geneigten Dachflächen. Der Giebel kann als Stirnseite mit sichtbarem Fachwerk oder Mauerwerk ausgeführt sein und trägt häufig Teile des Dachstuhls.
Giebelanker
Metallverbindungselement zur Verbindung des Dachstuhls mit dem Giebelmauerwerk. Er dient der Verhinderung von Kippbewegungen oder Ausbeulen unter Wind- oder Schublast und erhöht die Gesamtstabilität der Konstruktion.
Gratsparren
Schräg verlaufender Sparren entlang der Schnittlinie zweier geneigter Dachflächen, der den Grat bildet. An ihm stoßen nebeneinanderliegende Schifter an, häufig bei Walmdächern oder versetzten Dächern.
Gurt
Waagerechter Verbinder in Fachwerkbinder. Je nach Lage wird er als Obergurt oder Untergurt bezeichnet.

H

Handbandsäge
Handgeführte Maschine mit umlaufendem Bandsägeblatt, geeignet für präzise Schnitte in Holz. Sie kombiniert die Flexibilität einer Bandsäge mit mobiler Handhabung und wird oft beim Ablängen oder Kurvenschnitt eingesetzt.
Handhobel
Manuelles Werkzeug zur Oberflächenbearbeitung und Formgebung von Holz. Je nach Ausführung zum Glätten, Fasen oder Reduzieren der Holzstärke.
Handkreissäge
Tragbare Elektrosäge mit rotierendem Sägeblatt, geeignet für gerade Schnitte entlang von Führungen. Sie wird beim Abbund oder Ausbau verwendet und kann mit Parallelanschlag oder Führungsschiene kombiniert werden.
Hängepfosten
Ein senkrecht angeordneter Stab innerhalb der Dachkonstruktion, der die Deckenlasten nach oben in die Streben überträgt. Er wird häufig in Hängesprengwerken verwendet und ist bei großen Spannweiten von wesentlicher Bedeutung.
Hängewerk
Konstruktion zur Überbrückung großer Spannweiten, bei der tragende Elemente wie Pfetten oder Binder durch Hängepfosten oder Zugbänder abgehängt werden. Es erhöht die Stützweite und ermöglicht offene Grundrisse ohne Unterzüge.
Hexenschnitt
Geometrisch komplexe Zuschnittlinie am Traufpunkt von Grat-, Kehlsparren oder schrägen Schiftern, die bei unterschiedlichen Dachneigungen erforderlich wird. Er dient der passgenauen Anpassung an die Traufabschnitte und erzeugt eine schräg verlaufende Schnittkante, die konstruktiv und optisch anspruchsvoll ist.
Hobelbank
Massive Werkbank mit Spannvorrichtungen wie Vorderzange und Hinterzange, auf der Holzstücke sicher fixiert und mit Handwerkzeugen bearbeitet werden können.
Hohlbeitel
Einseitig geschliffenes Handwerkzeug mit halbkreisförmiger Schneide zum Ausarbeiten von runden Aussparungen, z. B. für Auskehlungen an Holztreppen oder Holzfensterbänken.
Holzfachwerk
Ein Wohnhaus-Holzbau, der aus einer tragenden Holzkonstruktion mit Ausfachungen besteht.
Holzfeuchtemessgerät<ref>baumigo.de: Holzfeuchte messen. Abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>
Messinstrument zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehalts von Holzbauteilen. Wichtig für die Verarbeitung, Lagerung und dauerhafte Haltbarkeit von Hölzern.
Holznagel
Quadratisches Verbindungselement aus Holz zur form- und kraftschlüssigen Verbindung zweier Bauteile, z. B. bei Zapfenverbindungen oder im Blockbau.
Holzschutz
Maßnahmen zum Schutz von Holz vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Schädlingsbefall oder Pilzen. Er umfasst konstruktiven Schutz (z. B. Dachüberstand), chemische Behandlung (Lasuren, Öle) und regelmäßige Pflege. Ziel ist die langfristige Gebrauchstauglichkeit des Bauholzes.

K

Kaiserstiel
Senkrechte Holzsäule im Zentrum eines Turm- oder Zeltdachs, in die die Gratsparren eingezapft werden. Er wird oft auch als „Helmstange“ bezeichnet und ist besonders bei Kirchtürmen zu finden.
Kammverbindung
Verbindet zwei Hölzer quer zueinander, meist in einem rechten Winkel, durch ineinandergreifende Kämme. Sie wird oft verwendet, um beispielsweise einen Deckenbalken mit einem Rähm zu verbinden. Diese Verbindung bietet eine hohe Stabilität durch große Kontaktflächen.
Kappsäge
Stationäre Holzbearbeitungsmaschine mit rotierendem Sägeblatt, die zum präzisen Ablängen von Holzwerkstoffen und Nichteisenmetalle verwendet wird.
Kehlbalken
Waagerechter Balken im Dachraum, der zwei gegenüberliegende Sparren miteinander verbindet. Er verhindert deren Auseinanderdriften und nimmt horizontale Zugkräfte auf. Teil des Gebindes in traditionellen Dachformen.
Kehlbohle
Ist ein Brett oder eine Bohle, die auf den Hauptdachsparren befestigt wird und die Querdachschifter trägt. Sie liegt mit ihrer höchsten Kante an der Kehllinie und ersetzt den Gratsparren.
Kehlbohlenanlage
Gesamtkonstrukt besteht aus einer geschwungenen Kehlbohle und geschwungenen Schifterbögen innerhalb einer Gaube. Sie überträgt Lasten vom Gaubenbereich in die Hauptdachkonstruktion weiter und muss geometrisch genau ausgelegt sein.
Kehle
Datei:Dachausm-grat-kehl-first.svg
Grat-, Kehl- und Firstlinien eines Walmdaches im Grundriss
Innere Schnittlinie, an der zwei geneigte Dachflächen zusammenlaufen – z. B. am Anschluss einer Dachgaube oder bei versetzten Dachformen. Kehlen erfordern spezielle Zuschnitte und sorgfältige Abdichtungen mit Blecheinlagen.
Kehlsparren
Besonderer Sparren entlang der Kehllinie, der angrenzende Kehlschifter stütz und mit besonderen Schnitten wie dem Hexenschnitt versehen werden. Er trägt die Lasten der anschließenden Dachflächen und muß besonders passgenau abgebunden werden.
Kerve
Aussparung oder Einschnitt in einem Holzbauteil, meist zur Anlage eines Pfetten- oder Sparrenanschlusses. Sie ermöglicht kraftschlüssige Holzverbindungen und wird mit Beil und Stemmeisen (traditionell) oder Fräse hergestellt.
Kervenfräse
Maschine mit speziellem Fräskopf zum präzisen ausfräsen von Kerven in Holzbauteilen. Sie kann manuell oder computergestützt betrieben werden und dient dem rationellen Abbund in Werkhallen oder auf Baustellen.
Kettenstemmer
Handgeführte Maschine mit einer endlos Ketteneinheit zum schnellen Ausfräsen von Zapfenlöchern oder Aussparungen in Holz. Die „Kette“ fräst rechteckige Öffnungen ähnlich einer Motorsäge, aber mit Führungseinrichtung.
Klaue
Ein V-förmiger Ausschnitt befindet sich an den Enden von Sparren, Gratklauenschiftern und Kehlklauenschiftern. Die Klaue verbindet die Sparrenfüße kraftschlüssig mit den Fußpfetten oder Schifterköpfen an den angrenzenden Flächen von Grat- und Kehlsparren und wird bei komplexen Dachgeometrien verwendet.
Klopfholz
Kurzes Schlagholz zum präzisen beschlagen von Stechbeiteln, Stemmeisen oder anderen Werkzeugen, ohne deren Heft zu beschädigen. Es besteht meist aus Hartholz und dient dem kontrollierten Arbeiten bei Verbindungen oder Zierarbeiten.
Knagge
Kurzes, meist schräg gesetztes Holzstück zur Unterstützung von Balken, Pfetten oder Sparren. Sie dient als versteifendes Element zur Lastabtragung und wird häufig in traditionellen Sichtfachwerken eingesetzt.
Konterlattung
Senkrecht zur Dachlattung angeordnete Holzleisten, die eine Hinterlüftungsebene schaffen und die darüberliegende Lattung fixieren. Sie verhindert Feuchtstau und verbessert die Belüftung unter der Dacheindeckung.
Kopfband
Schräg verlaufendes Holzbauteil zur Aussteifung von Holzkonstruktionen im oberen Wandbereich oder unter Firstpfetten. Es verbindet Rähm und Ständer oder Pfette und Pfosten diagonal und erhöht die Steifigkeit gegen Seitenkräfte. Teil der traditionellen Fachwerkstruktur.
Kopfbandpfette (Bugpfette)
Ein Pfettenstrang, der aus Pfetten, Pfosten und Kopfbändern (Bügen) besteht.
Klüpfel
Hammerähnliches Schlagwerkzeug aus Hartholz, meist rund oder rechteckig ausgeformt. Dient dem schonenden beschlagen von Beiteln, Stemmeisen oder Reißwerkzeugen, ohne diese zu beschädigen. Bestandteil des Bundgeschirrs.

L

Langbandschleifmaschine
Stationäre Schleifmaschine mit langem, umlaufendem Schleifband zur präzisen Bearbeitung großer Holzflächen. Sie eignet sich besonders für Türblätter, Möbelteile oder Sichtschalungen im Werkstattbereich.
Längseinteilung
Einheitliche Einteilung der Dachsparrenlage in gleich große Felder entlang der Traufrichtung. Sie bestimmt die Position der Sparren, Schifter, Wechsel und Dachöffnungselemente.
Längsverband
Ist Auflager und Verbinder der Konstruktionshölzer entlang der Dachlängsachse. Dazu gehören z. B. Pfetten und Längsverbandstäbe.
Lattung
Reihe aus Holzlatten, meist quer zu den Sparren verlaufend, die als Unterkonstruktion für Dacheindeckungen wie Ziegel oder Schindeln dienen. In Verbindung mit Konterlattung entsteht eine belüftete Ebene zur Feuchtigkeitsregulierung.
Leimträger
Mehrschichtig verleimter Holzträger (z. B. Brettschichtholz) mit hoher Tragfähigkeit und Formstabilität. Verwendet bei großen Spannweiten und moderner Holzbauweise – bietet statische Vorteile gegenüber Vollholz.
Leist
Datei:AufschieblingeDach.JPG
Blick unter die Traufe eines Sparrendaches: Leisten sitzen mit der Kerve auf den Dachbalken auf und sind mit langer Schmiege auf die Sparren aufgeschoben
Kurzer Sparren zur Verlängerung der Dachfläche im Traufbereich, oft als schräg angesetzter Sparren oder Aufschiebling ausgeführt. Er ermöglicht die Ausbildung von Traufüberständen und den Anschluss der Dachrinne.
Lot
Begriff für die Senkrechte in Bezug zur Erdoberfläche. Auch Bezeichnung für das Lotwerkzeug, meist ein Pendelgewicht an einer Schnur, das zur senkrechten Ausrichtung bei Montage- und Abbundarbeiten dient.

M

Maß über Holz
Bezeichnet den Abstand zwischen zwei Hölzern, gemessen jeweils auf derselben Kante – also über das Holz hinweg. Es ist eine praxisnahe Messmethode, die vor allem beim Abbund von Dachstühlen und Fachwerkkonstruktionen verwendet wird.
Mauerlatte
Waagerechtes Holzprofil, das auf der tragenden Mauerkrone befestigt wird und als Auflager für Sparren oder Deckenbalken dient. Sie verteilt die Lasten in die Wandkonstruktion und stellt die Verbindung zwischen Mauerwerk und Holztragwerk her.
Mittelpfette
Pfette im mittleren Bereich des Dachstuhls, auf der die Sparren aufliegen und ihre Lasten in die darunterliegenden Bauteile (z. B. Stützen oder Wände) ableiten. Sie gehört zusammen mit der First- und der Fußpfette zur klassischen Pfettendachkonstruktion.

N

Nagelklaue
Handwerkzeug mit gebogener Spitze oder Gabel zum Herausziehen von Nägeln aus Holz oder anderen Materialien. Häufig als Teil eines Zimmermannshammers ausgeführt, alternativ als separate Klaue oder Hebelwerkzeug. Wichtig für Demontage und Nacharbeit im Holzbau.
Nagelplatte
Metallisches Verbindungselement mit ausgestanzten Nägeln oder Zinken, das zur Herstellung von Holzverbindungen verwendet wird – insbesondere bei Dachbindern, Fachwerkbindern oder Brettschichtholzkonstruktionen. Sie wird unter hydraulischem Druck in die Holzoberfläche eingepresst und sorgt für eine großflächige, stabile Verbindung.
Nagelverbindung
Mechanische Verbindung zweier Holzbauteile durch Nägel. Sie bietet schnelle Montage und hohe Zugfestigkeit, wird aber meist durch zusätzliche Aussteifung oder Klebung ergänzt. Anwendung z. B. bei Schalungen, Latten oder temporären Bauteilen.

O

Oberblatt
Obere Hälfte einer traditionellen Blattverbindung, bei der ein Holzstück flächig überlappt oder in ein anderes eingreift. Es liegt über dem Unterblatt und nimmt die Last durch kraftschlüssige Verbindung auf.
Obholz
Teil eines Dachsparrens, der nach dem Ausklinken der Kerve stehen bleibt und für die statische Verbindung zur Pfette entscheidend ist. Je nach Messart unterscheidet man waagrechtes, senkrechtes und rechtwinkliges Obholz, wobei letzteres am gebräuchlichsten ist. Das waagerechte Obholz am Hauptdachsparren ist immer kleiner als das waagerechte Obholz am Grat- oder Kehlsparren.
Ortgang
Seitlicher Abschluss einer geneigten Dachfläche, der zwischen Traufe und First verläuft. Er begrenzt die Dacheindeckung an den Giebelseiten und wird oft mit speziellen Ortgangziegeln, Brettern oder Schalen gegen Wind und Wasser geschützt.<ref>Franz Krämer: Grundwissen des Zimmerers. 2. Auflage. Bruderverlag, Karlsruhe 1988, ISBN 3-87104-052-5, S. 180.</ref><ref>Fachwissen Bau Zimmerer. Handwerk und Technik, Hamburg 1995, ISBN 3-582-03506-9, S. 186.</ref>
Obergurt
Oberer Teil eines Fachwerkträgers oder Binders. Trägt oft große Druckkräfte und bildet gemeinsam mit dem Untergurt und den Diagonalen das tragende Fachwerk – typisch für Brücken, Hallenkonstruktionen und Dachtragwerke.
Oberflächenbehandlung
Bearbeitung oder Versiegelung der Holzoberfläche zur optischen Veredelung oder Schutz vor äußeren Einflüssen. Dazu zählen Bürsten, Schleifen, Lasieren, Ölen, Lackieren oder Flammenbehandlung je nach Einsatzzweck und Sichtqualität.

P

Pfette
Waagerechter Träger in der Dachkonstruktion, auf dem die Sparren aufliegen und ihre Lasten abtragen. Sie liegt meist parallel zur Traufe und wird je nach Lage in der Dachkonstruktion als Fuß-, Mittel- oder Firstpfette bezeichnet. Teil der klassischen Pfettendachkonstruktion.
Pfettendach
Dachkonstruktion, bei der die Sparren auf waagerechten Trägern, den Pfetten, aufliegen. Die Pfetten leiten die Dachlasten über Zwischenstützen (Pfosten) oder Wände auf die darunterliegende Decke ab. Das Pfettendach ermöglicht große Dachüberstände am Gibel.
Pfosten
Senkrecht stehendes, tragendes Bauteil in Dachkonstruktionen, Rahmen- und Fachwerkkonstruktionen. Pfosten tragen horizontale Pfetten, Rähme, Balken und definieren die Wandgliederung in der Vertikalen. Regional auch als Ständer oder Pfeiler bezeichnet.
Passverbindung
Holzverbindung mit exakt ineinandergreifenden Flächen oder Ausschnitten – z. B. Schlitz-Zapfen, Blatt-, Versatz-, oder Kammverbindung. Sie ermöglicht form- und kraftschlüssige Montage und erfordert eine hohe Maßgenauigkeit.
Pfeilerholz<ref>Herder-1854/A/Pfeiler: Pfeiler. Abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref>
Senkrechtes Unterstützungselement in Dach-, Fachwerkkonstruktionen oder Blockbauten, das hohe Druckkräfte aufnehmen kann. Pfeilerholz tritt als Teil tragender Wandstrukturen auf und kann auch zur Aussteifung verwendet werden. Pfeilerholz unterscheidet sich von einer Säule dadurch, dass es über die ganze Länge denselben Querschnitt hat, der entweder quadratisch, rechteckig oder rund sein kann.

Q

Querverband
Anordnung von Bauteilen quer zur Haupttragachse oder Spannrichtung einer Konstruktion. Er dient der seitlichen Aussteifung, Lastverteilung und Stabilität – häufig als Streben, Windverbände oder versetzte Riegel ausgeführt.
Querbalken
Waagerechter Holzträger, der im rechten Winkel zur Haupttragrichtung verläuft. Er verbindet Pfosten oder Stützen und übernimmt Querkräfte innerhalb von Wand- oder Deckenkonstruktionen.
Querriegel
Horizontales Verbindungselement zwischen senkrechten Bauteilen wie Pfosten oder Ständern in einer Wandkonstruktion. Er strukturiert die Fläche, steift sie aus und trägt zur Lastverteilung bei.

R

Rähm
Waagerechter Balken im oberen Abschluss einer Fachwerkwand, der die Enden der senkrechten Ständer verbindet. Er trägt Lasten aus dem Decken-, Wand- und Dachbereich und leitet sie in die Wandkonstruktion weiter. Oft sichtbar in traditionellen Fachwerkfassaden.
Raubank
Großer Handhobel zum Bearbeiten sägerauer Holzoberflächen. Mit langer Hobelsohle eignet er sich besonders gut, um lange Bretter, Kanthölzer oder Balken zu begradigen, insbesondere vor dem Abbund.
Reißboden
Ebene Arbeitsfläche zum Auslegen und Anzeichnen der Holzteile beim Abbund. Meist in der Abbundhalle ausgeführt und mit Maßlinien, Winkel und Referenzpunkten versehen. Grundlage für maßgenaues Arbeiten am Bauteil.
Reißbrett
Glatt bearbeitete Holzplatte, die als transportable Anzeichnungsfläche dient. Besonders bei kleineren Bauteilen oder Detailverbindungen verwendet. Teil des traditionellen Reißzeugs des Zimmerers.
Reißzeug
Kombination aus Anzeichnungswerkzeugen wie Zimmermannsbleistift, Reißbrett, Reißhaken, Schmiege und Winkel. Es dient der Maßübertragung, Winkelanzeichnung und dem exakten Aufreißen der Bauteile vor dem Zuschnitt.
Richten
Ausrichten und Verbinden der vorgefertigten Dachstuhl- und Wandbauteile auf der Baustelle. Dazu zählen das Ausloten, Auswinkeln, Verbinden und provisorische Abstützen bis zur endgültigen Montage.
Richtfest
Traditionelle Feier nach dem erfolgreichen Aufrichten des Dachstuhls oder Holztragwerks. Sie würdigt die Handwerkskunst, bedankt sich bei Bauherrschaft und Zimmerleuten und endet meist mit dem Richtspruch und einem Umtrunk.
Richtkrone
Zierkrone oder geschmücktes Gebinde, das beim Richtfest am höchsten Punkt des Dachstuhls befestigt wird. Sie symbolisiert den Bauabschluss des Rohbaus und ehrt die am Bau Beteiligten.
Richtspruch
Zeremonieller Spruch des Zimmermeisters oder Wandergesellen beim Richtfest. Er wird vom First oder Gerüst gesprochen, enthält Segenswünsche für das Haus und die Bauleute und wird oft mit dem Zerbrechen eines Glases beendet.
Riegel
Waagerechtes Holzbauteil in einer Fachwerkwand, meist zwischen den senkrechten Pfosten eingebaut. Er untergliedert die Wandfläche, dient der Aussteifung und kann als Gurt, Brustriegel oder Querriegel ausgeführt sein.
Ringanker
Geschlossener, horizontal verlaufender Balken oder Bewehrungskörper zur Verteilung von Lasten und zum Ausgleich von Zug- und Druckkräften. In Holzbauweise meist als Rähm oder tragender Rahmenring, im Mauerwerk als Betonringanker mit Stahlbewehrung ausgeführt.
Rispenband
Metallisches Band zur diagonalen Aussteifung von Dach- und Wandkonstruktionen. Es wird schräg eingebaut, spannt sich über Felder oder Achsen und verhindert einseitige Verformung durch Wind- oder Lastkräfte. Oft mit Spannvorrichtung montiert.

S

Säulenbohrmaschine
Stationäre Bohrmaschine mit senkrechtem Maschinenständer („Säule“) und höhenverstellbarem Bohrtisch. Sie erlaubt präzises Bohren in Holz, Metall oder Kunststoff durch stabile Führung und variierbare Drehzahlen – meist eingesetzt in Werkstätten oder Abbundhallen.
Schifter
Schräg abgeschnittener Sparren, der an einem Gratsparren oder Kehlsparren anschließt.
Schifterschnitt
Spezifischer Zuschnitt an den Enden von Schiftersparren zur Anpassung an angrenzende Grat- oder Kehlsparren.
Schlagschnur
Werkzeug zum schnellen Markieren gerader Linien über größere Distanzen auf Holz, z. B. bei Aufrissen oder Latten. Besteht aus einer gespannten Schnur mit Farbpulver, die durch Schlag auf das Werkstück eine Linie erzeugt.
Schmiege
Verstellbares Winkelmaß zum Übertragen oder Anreißen von Winkeln. Besteht meist aus zwei schwenkbaren Armen mit Feststellschraube und dient dem Aufreißen individueller Geometrien – beispielsweise Schifterwinkel.
Schwalbenschwanzverbindung
Datei:ZamekPletwowy-grafik.svg
Schwalbenschwanzförmige Verblattung
Keilförmige Holzverbindung mit sich verjüngendem Zapfenprofil, das formschlüssig in ein passendes Gegenstück greift. Typisch für Zinkenverbindungen bei Eckverbindungen, Schubladen oder konstruktiven Eckstößen – extrem belastbar und traditionsreich.
Schwelle
Unterster, waagerechter Balken einer Fachwerkwand, der die vertikalen Kräfte aus der Wandkonstruktion ins Fundament leitet. Dient als Auflager für Ständer und Riegel – häufig aus besonders widerstandsfähigem Holz gefertigt.
Spannriegel
Waagerechter Riegel, der horizontale Zugkräfte zwischen Stützen oder Sparren aufnimmt. Er wird gezapft, verkeilt oder mit Metallverbindern gesichert und dient der statischen Aussteifung des Tragwerks.
Spannsäge
Traditionelle Handsäge mit rechteckigem Holzrahmen („Gestell“) und einem gespannten, austauschbaren Sägeblatt. Geeignet für feine Schnitte, beispielsweise bei Zinkungen. Auch als Gestellsäge bekannt.
Sparren
Schräg verlaufender Balken in einer Dachkonstruktion, der Lasten aus der Dacheindeckung auf Pfetten, Schwellen oder Stützen überträgt. Sparren treten paarweise in Gebinden auf, werden maßgenau angerissen und abgebunden.
Sparrendach
Dachkonstruktion mit paarweise gegeneinander stehenden Sparren, die sich am Dachfirst kraftschlüssig abstützen. Die Kräfte werden ohne Zwischenpfetten direkt in Deckenbalken oder Schwellen geleitet – ideal für einfache Dachformen.
Sprengwerk
Holzkonstruktion zur Unterstützung von Dachbindern oder zur Überbrückung großer Spannweiten. Besteht aus Zug- und Druckgliedern wie Streben, Spannriegeln und Hängepfosten – oft sichtbar bei Hallenkonstruktionen oder Scheunen.
Ständer
Senkrechte, tragende Holzbauteile in Fachwerkkonstruktionen, die zwischen Schwelle und Rähm verlaufen. Sie nehmen vertikale Lasten auf, gliedern die Wandfläche und tragen Riegel und Streben. Auch „Pfosten“ genannt.
Stoßaxt
Spezielle Axt mit kurzer Schneide und geradem Schneidenverlauf, ideal zum stoßweisen Bearbeiten von Holzverbindungen. Sie dient dem Zurichten von Kerven, Zapfen oder anderen Passflächen – traditionelles Werkzeug im Bundgeschirr.
Strahlenschifter
Sparren für komplexe Dachgeometrien wie Kuppeln, Türme oder polygonale Dachformen. Sie verlaufen strahlenförmig von einem Mittelpunkt aus und benötigen präzise Berechnung und Anriss.
Strebe
Schräg verlaufendes Holzbauteil zur Aussteifung zwischen horizontalen Elementen – z. B. zwischen Schwelle und Rähm. Streben verbessern die Standfestigkeit und gehören zum Grundaufbau jedes Fachwerks.
Streichmaß
Werkzeug zum parallelen Anreißen von Linien entlang einer Bauteilkante. Besteht aus Anschlag, Führungsstab und Reißnadel.

T

Tischfräse
Stationäre Holzbearbeitungsmaschine mit rotierendem Fräswerkzeug, das aus einem Frästisch herausragt. Sie dient dem Herstellen von Falzen, Nuten, Profilen oder Passverbindungen – typisches Werkstattgerät im handwerklichen Holzbau.
Tischkettensäge
Handgeführte Abbundmaschine mit Sägekette (wie Kettensäge) zur Bearbeitung großer Holzquerschnitte. Sie ermöglicht das schnelle und präzise Ausarbeiten von Sparren- und Balkenköpfe oder Aussparungen – häufig eingesetzt im im traditionellen Holzbau.
Traufbohle
Bohle an der Traufkante eines Daches. Sie wird auf den Sparren oder Aufschieblingen befestigt und bildet den Sichtabschluss am Übergang zur Außenwand. Oft trapezförmig ausgeführt, um die Höhe der Dachziegel auszugleichen – dient auch als Auflager für Rinnenhaken und Traufblech.
Traufe
Unterste Abschlusskante eines geneigten Daches, an der das Regenwasser abläuft. Die Traufe verbindet die Dachfläche mit der Fassadenwand und beinhaltet Bauteile wie Traufbohle und Dachrinne.
Trummsäge
Große Handsäge mit langem, feststehendem Blatt und grober Zahnung. Sie wird von zwei Personen geführt und findet Anwendung beim traditionellen Abbund und bei Waldarbeiten, insbesondere bei großen Querschnitten oder unhandlichem Material.

U

Unterblatt
Untere Hälfte einer Blattverbindung. Wird mit dem Oberblatt verbunden, um eine flächige, bündige Verbindung zu schaffen – häufig im traditionellen Holzbau verwendet.
Untergurt
Unterer horizontaler Teil eines Fachwerkträgers oder Binders. Trägt oft große Zugkräfte und bildet gemeinsam mit dem Obergurt und den Diagonalen das tragende Fachwerk – typisch für Brücken, Hallenkonstruktionen und Dachtragwerke.

V

Verfallsgrat
Gratlinie zwischen unterschiedlich hohen Dachflächen, die vom höheren zum tiefer gelegenen First „verfällt“. Typisch bei Walmdächern, Gauben oder komplexen Dachformen – stellt eine besondere Herausforderung für die Dachdeckung dar.
Versatz
Kraftschlüssige Holzverbindung, bei der ein Bauteil in ein anderes eingreift. Typische Versatzarten sind Stirnversatz, Fersenversatz und Brustversatz – sie dienen der sicheren Kraftübertragung und sind oft in Sparrenanschlüssen zu finden.
Verschalung
Außen- oder Innenbekleidung von Wand- oder Dachflächen mit Brettern oder Platten. Dient auch als Untergrund für weitere Dachschichten oder Wandbekleidungen.
Verzapfung
Klassische Holzverbindungstechnik, bei der ein Zapfen in ein passendes Zapfenloch eingesetzt wird. Sehr traditionsreich, oft in sichtbaren Fachwerkkonstruktionen eingesetzt.

W

Walmdach
Dachform mit geneigten Seiten und ohne senkrechte Giebel. Windresistenter und ästhetisch ausgewogen – besonders bei freistehenden Gebäuden beliebt. Die geneigten Dachflächen treffen sich am First und verlaufen auf allen Seiten bis zur Traufkante und bilden an den Stirnseiten sogenannte Walmflächen. Varianten sind das Krüppelwalmdach und Mansardwalmdach.
Walz
Traditionelle Wanderjahre von Handwerksgesellen. Dient der Erweiterung von Fachkenntnissen und dem kulturellen Austausch. Sie dauert traditionell drei Jahre und einen Tag. Gesellen müssen frei von finanziellen Verpflichtungen, unverheiratet und unter 30 sein. Seit 2014 gilt die Walz als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.
Wechsel
Querliegender Balken in einer Balkenlage für Öffnungen. Ermöglicht das Ausschneiden von Decken oder Böden für Treppen, Schächte oder Installationen. Wechselbalken nehmen die Lasten der unterbrochenen Balken auf und leiten sie seitlich weiter. Sie sind oft stärker dimensioniert.
Windrispe
Schräg verlaufendes Holz- oder Metallbauteil zur Aussteifung von Dachkonstruktionen oder Wandrahmen gegen Windkräfte. Erhöht die statische Sicherheit – insbesondere bei Dächern und leichten Wandkonstruktionen. Moderne Windrispen bestehen meist aus verzinktem Stahlband und werden diagonal über die Dachfläche gespannt – oft in Kreuzform zur Längsaussteifung.

Z

Zange
Paarweise angeordnete, waagerechte Hölzer, die Ständer oder Sparren zusammenhalten. Oft als Verbindungselement in Dach- oder Fachwerkkonstruktionen zur Stabilisierung.
Zapfen
Vorsprung an einem Holzbauteil für Zapfenlöcher. Zentral für klassische Holzverbindungen wie die Verzapfung – ermöglicht hohe Formschlüssigkeit.
Zierbund
Kunstvolle Verzierung von Holzbauteilen, meist in Fachwerkbauten, die handwerkliches Können und gestalterische Tradition zeigt.
Zimmerei
Betrieb oder Werkstatt eines Zimmerers. Sie führen Holzbauarbeiten aus und sind oft mit Abbundhalle, Maschinenraum und Lagerplatz ausgestattet.
Zimmerer
Handwerker, der Holzkonstruktionen plant, fertigt und errichtet.
Zimmererklatsch
Traditioneller Klatschtanz der Zimmerleute, bei dem zwei Gesellen sich gegenüberstehen oder sitzen und in rhythmischen Takten auf eigene Körperteile und die Hände des Gegenübers klatschen. Wird bei festlichen Anlässen wie Lossprechungen am Ende der Ausbildungszeit oder bei Zunfttreffen aufgeführt.
Zimmermannsbleistift
Spezieller Bleistift für Anreißarbeiten. Durch die besondere Formgebung rollt er auch auf geneigten Flächen nicht weg. Die Mine ist rechteckig und eignet sich für raue Oberflächen wie Holz, Beton oder Mauerwerk.
Zimmermannshammer (Latthammer)
Spezialhammer mit Klaue und Spitze. Die Spitze kann ins Holz eingeschlagen werden, um Bauteile zu bewegen, wobei der Hammer als Griff dient. Die Klaue wird zum Herausziehen von Nägeln verwendet. Der Zimmermannshammer ist das Multifunktionswerkzeug für Zimmerer.
Zimmermannsstek
Spezieller Knoten zum Befestigen eines Seils an langen Holzbauteilen wie Kanthölzern, Rundhölzern oder Brettern, der sich unter Zugbelastung selbst sichert und durch Reibung am Holz zuverlässig hält.
Zimmermannswinkel
Winkelmaß zum Übertragen von rechten Winkeln. Unerlässlich für präzise Holzverbindungen und Zuschnitte. Sonderformen wie der Alphawinkel erlauben das Anreißen von Dachneigungen.
Zwerchhaus
Quergelagertes Aufbaudach auf einem geneigten Hauptdach, das die Traufe durchbricht und typischerweise mit einem eigenen Giebel versehen ist. Es dient in erster Linie der Belichtung, Belüftung und Vergrößerung des Dachraums.

Siehe auch

Literatur

  • Franz Krämer: Grundwissen des Zimmerers: Fachstoff für Zimmerleute. 9. Auflage. Bruderverlag, Karlsruhe 2006, ISBN 978-3-87104-155-6.
  • Balder Batran, u. a.: Zimmerer – Lehrbuch. 11. Auflage. Verlag Handwerk und Technik, Hamburg 2023, ISBN 978-3-582-13616-9.
  • Falk Ballay, u. a.: Bautechnik nach Lernfeldern Zimmerer. 5. Auflage. Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten 2019, ISBN 978-3-8085-4395-5.
  • Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Hrsg.): Grundwissen moderner Holzbau. 5. Auflage. RM Rudolf Müller, Köln 2022, ISBN 978-3-87104-282-9.

Einzelnachweise und Fußnoten

<references />