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Zange (Bauteil)

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Datei:Zange (Kloster Marienrode, 2024).jpg
Kurze Doppelzange an einem Kniestock (19. Jahrhundert)

Eine Zange oder Doppelzange ist ein Bauteil im zimmermannsmäßigen Holzbau,<ref>D. Keller: Die Baukonstruktionslehre II Holzkonstruktionen (PDF-Datei), S. 15 „Binder über 11 m Sparrenweite“ & S. 16 „Sprengwerke“, Leipzig 1902. In: repozytorium.biblos.pk.edu.pl</ref><ref>Karin Lißner, Wolfgang Rug: Holzbausanierung: Grundlagen und Praxis der sicheren Ausführung, S. 27. In: books.google.de</ref> das in der Regel aus paarweise horizontal verlaufenden Brettern, Bohlen oder Balken (mit schmalen Querschnitten) besteht. Als „Doppelholz“ umschließt die Zange beiderseits ein anderes Konstruktionsholz, häufig Sparren, Streben und Ständer.

Datei:Zange (Franz Stade, 1904, S. 137).jpg
Lehrbuchzeichnung eines Pfettendach- und Kehlbalkendachdachwerks mit Kniestock und abgestrebt stehendem Stuhl in zwei Varianten: links mit Doppelzange, rechts mit einfacher Zange (Franz Stade, 1904<ref>Franz Stade: Die Holzkonstruktion. Lehrbuch zum Selbstunterrichte. Verlag von Moritz Schäfer, Leipzig 1904, S. 137, Fig. 296/297. – Zur früher üblichen Unterscheidung zwischen „einfacher“ Zange (gesichert durch ein „doppeltes Schwert mit versatztem Blatt“) und „doppelter Zangen“ aus zwei Hölzern vgl. auch Oscar Mothes (Hrsg.): llustrirtes Bau-Lexikon, Band 4: Q bis Z. Leipzig 1884, S. 496 f.: Zange, hier S. 497. (Digitalisat)</ref>)

In einer Dachkonstruktion kann die Funktion des Kehlbalkens von einer Zange übernommen werden.

Während eine traditionell mit Versatz-Verbindung angeschlossene (Fachwerk-)Strebe überwiegend nur Druckbelastungen aufnehmen kann, wird eine Zange (z. B. eine Kehlzange) durch Querbolzen und teilweise Verkämmung mit dem Balken verbunden, so dass sie auch Zugkräfte aufnehmen kann. Zangen werden je nach Beanspruchung angenagelt, geschraubt oder mittels Bolzen – sowie neuerdings gegebenenfalls auch mit Einpressdübeln – am Balken angeschlossen.

In Sonderfällen werden die Bohlen oder Zangen nur einseitig angebracht, typischerweise etwa am Giebelsparren (Streichsparren).<ref>Otto Warth: Die Konstruktionen in Holz. Sechste verbesserte und vervollständigte Auflage. J. M. Gebhardt’s Verlag, Leipzig 1900 (Nachdruck: Th. Schäfer, Hannover 1994, ISBN 3-88746-019-7), S. 148.</ref>

Einzelnachweise

<references />