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Pfette

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(Weitergeleitet von Mittelpfette)
Datei:Pfetten in Pfettendach.jpg
Ein Pfettendach mit Firstpfette, zwei Mittel- und zwei Fußpfetten
Datei:Pfette mit aufgeklinktem Sparren (Rü, 2024).jpg
1: Pfette; 2: aufgekervter<ref>Thomas Eißing, Benno Furrer, Christian Kayser, Stefan King, Ulrich Klein, Ulrich Knapp, Burghard Lohrum, Tilmann Marstaller, Claudia Mohn, Heinz Pantli, Hans-Hermann Reck, Daniel Reicke: Vorindustrieller Holzbau. Terminologie und Systematik für Südwestdeutschland und die deutschsprachige Schweiz (= Südwestdeutsche Beiträge zur historischen Bauforschung, Sonderband.) 2., überarbeitete Auflage. Universität Heidelberg / Universitätsbibliothek, Heidelberg 2023, ISBN 978-3-96929-223-5 (Digitalisat), S. 39, Kapitel 2.4 Versatzung, Aufklauung, Aufkervung.</ref> Sparren

Als Pfette oder Dachpfette bezeichnet man in einer Dachkonstruktion den Träger, der in Längsrichtung parallel zur Traufe und First eines Gebäudes auf Giebelwänden, Querzwischenwänden, Pfosten und Drempel aufliegt. Die Pfette hat einen rechteckigen Querschnitt und wird grundsätzlich hochkant eingebaut. Sie liegt als Fußpfette auf dem Drempel, als Mittelpfette auf Giebelwänden, Querzwischenwänden und Pfosten und als Firstpfette auf Pfosten mit Kopfbändern. Die Pfette trägt den Sparren, der mit einer Kerve oder einem Sattel aufsitzt und die Dachhaut trägt.<ref>Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 7. Dezember 2025), S. 363: Pfette.</ref>

Im Fachwerkbau wird auch das Rähm als Pfette bezeichnet.

Wortherkunft

Der Begriff Pfette ist seit dem 14. Jahrhundert überliefert<ref>pfette. In: dwds.de (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm). 1889, abgerufen am 17. August 2024.</ref> und aus dem mittellateinischen patena (= Firstbaum) entlehnt.<ref>Pfette, die. In: dwds.de (Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute). Abgerufen am 17. August 2024.</ref>

Arten

Datei:Pfette-01.svg
Drei Arten von Pfetten

Firstpfette

Die Firstpfette befindet sich unter dem Dachfirst und trägt ihre Lasten über Stützen, Wände oder Dachbinder eines liegenden oder stehenden Dachstuhls ab.

Mittelpfette

Mittelpfetten, auch Zwischenpfetten,<ref>Zwischenpfette nach Günther Wasmuth (Hrsg.): Wasmuths Lexikon der Baukunst. Berlin, 1929–1932 (4 Bände), Artikel Dachpfette</ref><ref name="Hermann">Isabell Hermann: Die Bauernhäuser beider Appenzell. Appenzeller Verlag, Herisau 2004, ISBN 978-3-85882-387-8, S. 104.</ref> werden bei Pfettendächern als Vollholz-Konstruktion traditionell eingesetzt, wenn ihre größte Spannweite (z. B. Zweifeldträger) nicht mehr als 4,5 Meter beträgt.

Fußpfette

Die Fußpfette (oder Wandpfette<ref name="Hermann" />) liegt in der Regel im Fußbereich<ref>Fußpfette. In: BauNetz, baunetzwissen.de. Abgerufen am 7. Dezember 2025.</ref> eines Dachs auf einer Geschossdecke oder einem Drempel. Wenn sie vollflächig auf der Außenwand aufliegt, wird sie auch als Fußschwelle oder Mauerlatte bezeichnet und kann schwächer dimensioniert werden als die anderen Pfetten.

Statisches System im Holzbau

In Vollholz-Konstruktionen kommen wegen der üblichen Schnittholzlängen (6 m bis 7 m, maximal 9 m) häufig Zweifeldträger zur Ausführung.<ref name="Prehl 35">Hagen Prehl: Hölzerne Dachkonstruktionen. 2. Auflage. Werner Verlag, Düsseldorf 2001, S. 35–37.</ref> Bei größerer Dachlänge werden Zweifeldträger aneinandergekoppelt oder Gelenkträger (Gerberträger) ausgeführt.<ref name="Prehl 35" />

Mit üblichen Schnittholz-Abmessungen werden traditionell Stützweiten von 4,5 m bis 5,5 m vorgesehen. Bei längerer Stützweite (oder hoher Schneelast) können auch Brettschichtholz-, Wellsteg- oder Fachwerkträger sowie Stahlprofile oder durch Stahlprofile verstärkte Holzquerschnitte als Einfeld- oder Durchlaufträger wirtschaftlich eingesetzt werden.<ref name="Prehl 35" />

Gestaltete Pfettenköpfe

Datei:Göttingen, Herzberger Landstr.7 (2024).jpg
Profilierte Zierbalkenköpfe eines Dachwerks: Pfettenkopf und Sparrenkopf (Göttingen, spätes 19. Jahrhundert)

Besonders im 19. Jahrhundert (u. a. im Schweizerstil) wurden die Balkenköpfe der außen am Giebel sichtbar auskragenden Pfetten mit verzierenden Profilen versehen.

Literatur

  • Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 10. Mai 2024), S. 363: Pfette.
  • Thomas Eißing, Benno Furrer, Christian Kayser, Stefan King, Ulrich Klein, Ulrich Knapp, Burghard Lohrum, Tilmann Marstaller, Claudia Mohn, Heinz Pantli, Hans-Hermann Reck, Daniel Reicke: Vorindustrieller Holzbau Terminologie und Systematik für Südwestdeutschland und die deutschsprachige Schweiz (= Südwestdeutsche Beiträge zur historischen Bauforschung, Sonderband). 2., überarbeitete Auflage. Universität Heidelberg / Universitätsbibliothek, Heidelberg 2023, ISBN 978-3-96929-223-5 (Digitalisat auf journals.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 10. Mai 2024), S. 79, 109.

Weblinks

Commons: Pfette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Firstbalken – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Pfette – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />