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Lausitzer Neiße

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Vorlage:Infobox Fluss

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Quelle der Lausitzer Neiße
Datei:Görlitz Viadukt bei der Obermühle 2018.JPG
Staustufe der Lausitzer Neiße an der Obermühle in Görlitz

Die Lausitzer Neiße (Vorlage:HsbS; Vorlage:DsbS; Vorlage:CsS; Vorlage:PlS; früher auch Görlitzer Neiße) ist ein 254 km langer linker Nebenfluss der Oder, der vom Isergebirge durch den Osten der Ober- und Niederlausitz nach Norden fließt. Sie ist der längste der Neiße-Flüsse und bildet als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges einen Teil der deutsch-polnischen Grenze. Aufgrund ihres Bezuges zu Deutschland wird sie deshalb häufig nur als Neiße bezeichnet. Der Fluss ist auf 14,2 Kilometern als Landeswasserstraße ausgewiesen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Name

Der Fluss wurde 1241 als Niza erstmals schriftlich erwähnt. Der Name stammte vermutlich zunächst aus dem indogermanischen und hieß *Neidsā. Mit germanischen Lautwandel wurde er zu *Nīsa und von slawischen Siedlern als <Niza, Nizza> übernommen. Die indogermanische Verbalwurzel *neid- bedeutet „strömen“, entsprechend könnte die ursprüngliche Bedeutung „Gewässer mit Strömung“ gewesen sein.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Verlauf

Die Lausitzer Neiße entspringt mit den Quellflüssen (Wiesentaler Neiße, Weiße Neiße, Schwarze Neiße und Gablonzer Neiße) im Isergebirge im Norden Tschechiens.

Die Wiesentaler Neiße (Lučanská oder Lužická Nisa) entspringt am nördlichen Fuß der Černá studnice (Schwarzbrunnkoppe) und fließt durch den Ort Lučany nad Nisou (Wiesental). Die Gablonzer Neiße oder Neudorfer Bach (Novoveský potok) mündet in Jablonec nad Nisou (Gablonz) in die Neiße. Die Weiße Neiße (Bílá Nisa bzw. Rýnovická Nisa) fließt durch Bedřichov (Friedrichswald) und Janov nad Nisou (Johannesberg) und mündet unterhalb von Jablonec in die Neiße.

Nördlich von Bedřichov wird die Schwarze Neiße (Černá Nisa) in der Talsperre Bedřichov gestaut, fließt durch Kateřinky (Katharinberg) und mündet in Stráž nad Nisou (Alt Habendorf) in die Neiße.

Die Neiße fließt durch Jablonec nad Nisou (Gablonz) und Liberec (Reichenberg) und erreicht bei Hartau in 234 m Höhe die deutsche Grenze. Der Mittlere Abfluss (MQ) an der tschechisch-deutschen Grenze liegt bei 5,4 m³/s. Die Flusslänge in Tschechien beträgt 55,1 km, das dortige Wassereinzugsgebiet 375,3 km².<ref>Vorlage:Webarchiv (tschechisch, PDF, 0,8 MB).</ref>

Bis zum Dreiländereck südlich von Zittau bildet der Fluss auf etwa einem Kilometer die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien. In ihrem weiteren Lauf nach Norden ist die Neiße auf 124 Kilometer der Grenzfluss zwischen Sachsen und dem polnischen Powiat Zgorzelecki in der Woiwodschaft Niederschlesien (Dolnośląskie). Nordwärts verläuft der Fluss weiter durch Görlitz/Zgorzelec, vorbei an Rothenburg/Oberlausitz. Auf der rechten Neißeseite beginnt in Sobolice (Zoblitz) die Woiwodschaft Lebus (Lubuskie). Die Neiße fließt weiter in Richtung des Fürst-Pückler-Parks bei Bad Muskau. Hinter dem Dorf Köbeln, das Hermann von Pückler-Muskau im 19. Jahrhundert von der rechten auf die linke Neißeseite verlegen ließ, verlässt die Neiße die Oberlausitz und bildet ab hier auf deutscher Seite die Grenze zu Brandenburg. Sie fließt vorbei an den niederlausitzischen Städten Forst (Lausitz) und Guben/Gubin und mündet schließlich rund 15 Kilometer vor Eisenhüttenstadt bei Ratzdorf/Kosarzyn (Kuschern) in die Oder bei km 542,40. Ihre Wasserführung beträgt dort im Mittel rund 32 m³/s.<ref name="mq" />

Die 410 m<ref name="laenge">Vorlage:Webarchiv, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes</ref> lange Mündungsstrecke der Lausitzer Neiße (LsN) zählt zu den sog. sonstigen Binnenwasserstraßen des Bundes<ref>Vorlage:Webarchiv, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes</ref> in der Zuständigkeit des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde.

Brücken zwischen Deutschland und Polen

Über 90 % der vorhandenen Brücken wurden gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von der zurückweichenden Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch der Roten Armee zu behindern.<ref>Die Neiße: Grenzenlose Wildnis, MDR Fernsehen, veröffentlicht im Februar 2014 (Vorlage:Webarchiv).</ref> Ein Wiederaufbau der Brücken durch die DDR fand kaum statt, aber auch nach dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen im Jahr 2004 sind noch viele Neißebrücken gesperrt, unter anderem aufgrund fehlender finanzieller Mittel zu deren Sanierung. Eine Idee des Baus einer neuen Brücke über den „Dreiländereck-Punkt“ (Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien) wartet seit dem auf die Realisierung.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Die Sortierung der Brücken erfolgt stromabwärts, soweit bekannt.

  • Himmelsbrücke südlich von Zittau am Dreiländereck (Abriss Oktober 2013)<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
  • Autobrücke Zittau, Friedensstraße<ref name="Friedensstr">Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
  • Fußgängerbrücke Zittau, Lusatiaweg (am 21. Dezember 2007 wiedereröffnet, erneute Sperrung im August 2010)<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
  • Brücke an der Zittauer Straße Zur Reißigmühle (Abriss Ende 2011)<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
Datei:T 435.0 auf Neißeviadukt.jpg
Eisenbahnbrücke in Zittau
  • Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Liberec–Zittau
  • Eisenbahnbrücke der Schmalspurbahn Zittau–Hermsdorf, 1945 stillgelegt
  • Autobrücke Zittau, Chopinstraße nach Sieniawka (S146/354)
  • Autobrücke Zittau, Bundesstraße 178 nach Sieniawka und Kopaczow/Oldrichov (Eröffnung 1. Juni 2013)
  • Brücke bei Drausendorf (Zugang auf deutscher Seite 2009 durch Dammbau abgetragen, Abriss im April 2012)<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
  • Ehemalige Gießmannsdorfer Brücke am Kraftwerkswehr Hirschfelde (im September 2013 abgerissen)<ref name="Hirschfelde" />
  • Fußgängerbrücke über das Kraftwerkswehr Hirschfelde (nicht nutzbar, da Privatgelände)<ref name="Hirschfelde">Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
  • Ehemalige Aschebrücke Hirschfelde (2009 abgerissen)
  • Brücke an der Neißgasse bei Hirschfelde (nicht nutzbar aufgrund Sanierungsbedarf)<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
  • Drei aufeinander folgende Eisenbahnbrücken der Neißetalbahn nördlich von Hirschfelde
  • Ehemalige Fußgängerbrücke im Ortsteil Rosenthal am Anfang des Neißetals nach Rohnau, heute Trzciniec (am 7. August 2010 durch das Hochwasser der Neiße weggerissen)
  • Ehemalige Brücke in Ostritz am Sägewerk-Wehr im Kloster St. Marienthal (1945 gesprengt)
  • Ehemalige Brücke in Ostritz am Neißeweg zwischen Kloster St. Marienthal und Rusdorf, heute Posada (1945 gesprengt, ein Wiederaufbau ist geplant)
  • Ehemalige Blumberger Brücke zwischen Ostritz und Bratków (ehemals Blumberg)<ref>Blumberger Brücke, abgerufen am 19. Februar 2012</ref>
  • Fußgängerbrücke in Ostritz zum Bahnhof Krzewina-Zgorzelecka (1945 gesprengt, für Fußgänger wieder aufgebaut, Ausbau für Kraftfahrzeuge ist geplant)
  • Eisenbahnbrücke der Neißetalbahn südlich von Hagenwerder
  • Autobrücke zwischen Hagenwerder und Radomierzyce (1945 zerstört, am 6. November 2003 wiedereröffnet)
  • Ehemalige Eisenbahnbrücke der ehemaligen Bahnstrecke Görlitz–Zawidów
  • Ehemalige hölzerne Fußgängerbrücke in Deutsch Ossig (zum Kriegsende 1945 gesprengt)
  • Brückenruine in Görlitz, Ortsteil Weinhübel (am 7. Mai 1945 gesprengt)
  • Ehemalige Fußgängerbrücke am Neißeviadukt (am 7. Mai 1945 gesprengt)
Datei:18-09-29-Görlitz-RalfR-DJI 0415.jpg
Neiße in Görlitz
Datei:Luftbild Eisenbahnviadukt Lausitzer Neisse 2008 Pehlemann cropped.jpg
Neißeviadukt in Görlitz
Datei:Görlitz - Stadtbrücke 02 ies.jpg
Stadtbrücke in Görlitz
  • Stadtbrücke Görlitz–Zgorzelec (am 7. Mai 1945 gesprengt, trotz umgehenden Wiederaufbaus erst am 1. Oktober 1958 wieder für den Kraftverkehr freigegeben)
  • Ehemalige Fußgängerbrücke am alten Schützenhaus, zwischen Schützenweg und ehemaliger Prager Straße (am 7. Mai 1945 gesprengt)
  • Görlitzer Altstadtbrücke (Fußgängerbrücke). Die Brücke wurde am 7. Mai 1945 gesprengt und am 20. Oktober 2004 wieder aufgebaut.
  • Ehemalige Fußgängerbrücke (Gasrohrüberführung) zwischen Nikolaigraben und den ehemaligen Bleichen am polnischen Ufer (am 7. Mai 1945 gesprengt)
  • Autobahnbrücke A 4 bei Görlitz, Ortsteil Ludwigsdorf (im August 1996 eröffnet)<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 27. Juli 2009</ref>
  • Fußgängerbrücke bei Deschka (1945 gesprengt und am 1. Juli 2007 wieder aufgebaut)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau bei Zentendorf
  • Hölzerne Wutbrücke nördlich von Neißeaue zwischen der Kulturinsel Einsiedel und Bielawa Dolna (1945 gesprengt, seit dem 2. Mai 2008 besteht eine Selbstbedienungsfähre für Wanderer und Radler)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Ehemalige Brücke zwischen Rothenburg und Tormersdorf (1945 gesprengt)<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 28. Juli 2009</ref>
  • Ehemalige Brücke bei Lodenau (1945 gesprengt, eine neue Brücke ist von polnischer Seite erwünscht)<ref name="kreis-goerlitz.de">Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Ehemalige Eisenbahnbrücke der Kleinbahn Horka–Rothenburg–Priebus nördlich von Steinbach (1945 gesprengt)
  • Ehemalige Brücke zwischen Klein Priebus und Buchwalde (1945 gesprengt)<ref name="sagar.de">Vorlage:Webarchiv</ref>
  • Autobrücke zwischen Podrosche und Przewóz (1945 gesprengt, ein Neubau besteht seit 1994)<ref name="sagar.de" />
  • Ehemalige Brücke der damaligen Gemeinde Neißebrück zwischen Werdeck und Pattag (1945 gesprengt)<ref name="sagar.de" />
  • Ehemalige Straßenbrücke bei Pechern (1945 gesprengt, ist nur noch als Wehr existent)<ref name="sagar.de" />
  • Ehemalige Holzbrücke bei Sagar (1945 zerstört)<ref name="sagar.de" />
Datei:Brücke-Sagar.jpg
Brücke bei Sagar
  • Autobrücke bei Sagar und Łęknica (Neubau als Teil einer Ortsumgehung, Ende 2011 eröffnet)
  • Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Weißwasser–Bad Muskau nach Lubsko (seit dem 1. Januar 2001 stillgelegt, seit 2015 als Fußgänger-/Radwanderweg genutzt)
  • Autobrücke Bad Muskau (1945 gesprengt, wiederaufgebaut)<ref name="sagar.de" />
Datei:Bad Muskau - Park - Doppelbrücke 03 ies.jpg
Doppelbrücke in Bad Muskau
Datei:Neiße-Brücke A 15.jpg
Autobahnbrücke der A 15 bei Forst
Datei:Egelneiße.jpg
Einlaufbauwerk der Egelneiße in Guben
Datei:Neiße-Brücke Coschen.jpg
Die Brücke „Neißewelle“ bei Coschen

Bilder

Wassersport

Wie auch auf der Oder bestehen auf der Neiße seit dem Beitritt Polens zur EU keine besonderen Einschränkungen für den Wassersport. Die Fließgeschwindigkeit der Neiße ist relativ hoch und es gibt Wildwasserabschnitte. Das Befahren der Neiße mit Motorbooten ist auf der gesamten Länge verboten.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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